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Beitragvon alisch » 06.05.2011, 21:48

Goethe war ein Deutsch-Türke
6. Mai 2011 - 16:27 – Şirin - Metopol FM

Der wohl bekannteste Dichter und Denker Deutschlands hatte in Wirklichkeit türkische Vorfahren. Der Theologe und Kirchenhistoriker Dr. Werner Ulrich Deetjen hat die Familienhistorie von Goethe entschlüsselt und Şirin ein exklusives Interview gegeben.
Alle Einzelheiten könnt ihr im Podcast nachhören:
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Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“.

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über diesen legendären deutsch-türkischen Urvater Sadok Selim Soldan auf (um 1270 bis 1328), der sich, nachdem er sich 1305 taufen ließ, Johannes Soldan nannte. Einige Quellen berichten davon, Sadok Selim sei muslimisch erzogen worden. Ob er praktizierender Muslim war, ist umstritten. Der ehemalige evangelische Dekan im baden-württembergischen Brackenheim hat sich intensiv mit der Chronik der Familie Soldan befasst. Darin werde von einem Orientalen berichtet, der in die Gefangenschaft deutscher Ordensritter geraten war. Rasch sei er auf Grund seines einnehmenden Wesens jedoch zum ebenbürtigen Freund aufgestiegen und in die Truppe, die wohl aus der Nähe Württembergs stammte, aufgenommen worden. 1304 soll sich Sadok Selim mit einer Bürgerin des Ortes, Rebekka Döbler, vermählt haben. Drei Söhne sind aus der Ehe hervorgegangen.

Der Halbmond samt Stern im Wappen als auch in der Familienchronik gelten Deetjen, neben dem Namen, als weiteres Indiz für die türkischen Bezüge. Doch das sei noch nicht alles. Türkische Besucher hätten ihm davon erzählt, dass Soldan, der mit seinen Söhnen in der hiesigen Johanniskirche begraben wurde, aus der Türkei habe fliehen müssen, um nicht ums Leben zu kommen. Deetjen: „Es gibt deutliche Hinweise, dass diese Familienchronik aus dem 16. Jahrhundert einen hohen Wahrheitsgehalt hat.“ Erst vor kurzem habe sich das Innenministerium Baden-Württemberg auf seine Recherchen berufen, berichtet der Forscher. Der Experte räumt allerdings ein, dass es einen direkten Beweis für die Verwandtschaft zu Goethe nicht gebe. Jedoch hätten die „Quelle aus dem 16. Jahrhundert mit den Hinweisen auf die Festung Al Mokhtara, Kreuzritter aus der Gegend um Backenheim und Hinweise auf die blühende Familie Soldan sehr starken historischen Zwang.“

Bis ins Hessische und Fränkische hätten sich die Familienbande gezogen, aus der sehr oft Juristen und andere leitende Persönlichkeiten, häufig auch Künstler und bedeutende Wissenschaftler, hervorgegangen seien. Deetjen ergänzt:„In der Soldan-Familie selbst gibt es die Überlieferung, dass dieser Sadok Selim zu den Vorfahren von Goethe gehört.“ In der Goethe-Forschung sei seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass es von der mütterlichen Seite Goethes einen orientalischen Vorfahren gegeben haben muss. Goethe selbst sei getaufter, protestantischer Christ gewesen, dem es wohl bewusst war, dass er orientalische Wurzeln hatte. In seinem Werk „West-östlicher Diwan“ (1819) habe das schließlich noch einmal nachgewirkt.

Für den Islam zeigte Goethe als universeller und lieberaler Geist zumindest auffallendes Interesse. Seine überlieferten Worte beweisen es:

„Närrisch, daß jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!
Wenn Islam Gott ergeben heißt,
Im Islam leben und sterben wir alle.“

(Hamburger Ausgabe, Bd.2, S. 56)

Im Juni 2005 wurde Soldan zum 700-jährigen Jubiläum von dessen Ansiedelung im Raum Brackenheim gemeinsam mit türkischen und deutschen Gästen noch einmal gedacht. „Wenn wir also diesen Überlieferungen vertrauen, und einiges spricht dafür, dann wäre er quasi der Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“, erklärt Deetjen. Das Fest vor einigen Jahren habe die Beziehungen Brackenheims in die Türkei intensiviert. Resümierend mahnt Deetjen jedoch an: „Ich denke, dass die deutsch-türkische Geschichte in ihren Beziehungen noch lange nicht richtig gut aufgearbeitet ist.“

Felix Kubach, Nicole Oppelt
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Beitragvon FagusW » 09.05.2011, 17:10

Alisch abla,

das ist sicher sehr interessant, und an den vorgebrachten Tatsachen möchte ich auch überhaupt nicht rütteln.
Aber es liegt doch immerhin ein halbes Jahrtausend zwischen dem Herrn Geheimrat und seinem Vorfahren Soldan.
Ist der Ausdruck "Deutsch-Türke" wirklich zutreffend?

Etwa um die Zeit des 30-jährigen Krieges ist ein Kroate nach Deutschland gekommen und hat sich zu einem meiner vielen Vorfahren gemacht
(und hat, nebenbei, mitgeholfen, eine neue Halstuch-Mode -die so genannte "Krawatte"- im Deutschen Reich zu etablieren...)
... bin ich deshalb ein Deutsch-Kroate? Eher wohl nicht.

Gruß
Walter
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Beitragvon alisch » 10.05.2011, 0:10

FagusW hat geschrieben:Alisch abla,

das ist sicher sehr interessant, und an den vorgebrachten Tatsachen möchte ich auch überhaupt nicht rütteln.
Aber es liegt doch immerhin ein halbes Jahrtausend zwischen dem Herrn Geheimrat und seinem Vorfahren Soldan.
Ist der Ausdruck "Deutsch-Türke" wirklich zutreffend?

Etwa um die Zeit des 30-jährigen Krieges ist ein Kroate nach Deutschland gekommen und hat sich zu einem meiner vielen Vorfahren gemacht
(und hat, nebenbei, mitgeholfen, eine neue Halstuch-Mode -die so genannte "Krawatte"- im Deutschen Reich zu etablieren...)
... bin ich deshalb ein Deutsch-Kroate? Eher wohl nicht.


Gruß
Walter




Tja, wie man das heute so annehmen will oder auch nicht Walter abi :))
Es dient etwa doch um Völkerverständigung :wink: mir ist es im grunde schnuppe, wer wie was woher - sondern, das Wir in dieses Universium alle "Menschen" sind egal was für Sprache Wir letztendlich sprechen nicht war 8)

Gruß
von Alisch abla :P
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Beitragvon FagusW » 10.05.2011, 16:55

Alisch abla,

die Völkerverständigung ist natürlich ein wichtiger Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Dafür haben wir ja vielleicht auch den west-östlichen Diwan.

Gruß vom abi
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Beitragvon Palmanova » 11.05.2011, 8:53

"... und so öffnet sich den jüngern Freunden des Orients eine Pforte nach der andern, um die Geheimnisse jener Urwelt, die Mängel einer seltsamen Verfassung und unglücklichen Religion, so wie die Herrlichkeit der Poesie kennen zu lernen, in die sich reine Menschheit, edle Sitte, Heiterkeit und Liebe flüchtet, um uns über Kastenstreit, phantastische Religions-Ungeheuer und abstrusen Mysticismus zu trösten und zu überzeugen, daß doch zuletzt in ihr das Heil der Menschheit aufbewahrt bleibe."

(aus Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan) -

für Völkerverständig(t)e :wink:
.
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Beitragvon bennoh » 15.05.2011, 15:31

Eine Hypothese von vielen, der die Wissenschaftlichkeit fehlt.
Und was ist ein Deutsch-Türke ? Entweder man ist das eine oder das andere. Goethe war Deutscher ohne wenn und aber.
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Beitragvon ashoggi » 16.05.2011, 7:29

genau, was anderes wäre vollkommen unmöglich...
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Beitragvon Rangie » 17.05.2011, 18:53

Was ist denn ein Deutscher?
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Beitragvon kundgeba » 17.05.2011, 20:31

    .....bei den Deutschen weiß ich es nicht so genau - aber bei den Österreichern weiß ich - das ist eine "Mischkulanz" - wie man so schön sagt. :lol:
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Beitragvon alisch » 18.05.2011, 15:51

kundgeba hat geschrieben:
    .....bei den Deutschen weiß ich es nicht so genau - aber bei den Österreichern weiß ich - das ist eine "Mischkulanz" - wie man so schön sagt. :lol:



Hallo Kundgeba,

so ises, denn die Osmanen waren schon seiner Zeit überall vertreten und haben sich mit ihren edlen Blut, ganze Europa von an Sizilien bis Wien veredelt :lol:

Da gibt es auch nicht zu rütteln nicht war :wink:

Lieben Gruß
von
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Beitragvon Compart » 05.06.2011, 14:40

Ei, der Vatter of de deitsche Hoch-Poosie-Sprack is e Türk - das wär was auf Ceylans Mühlen...

Aber ich stimme Kundgeba zu: Wir sind hier alles andere als "deutsch" oder ganz und gar "germanisch".
Eine genetische Untersuchung brachte es an den Tag: Die "Deutschen" haben zwischen 6 und 15% germanische, hauptsächlich aber keltische und slawische Vorfahren. Tschechen und Polen können auf bis zu 50% germanische Wurzeln verweisen. Also, so viel zur propagierten und tatsächlichen Volkszugehörigkeit...
Wir sind hier in Mitteleuropa ein vom Schicksal begünstigtes Mischvolk aus aller Herren Länder. Und was ist denn ein Türk? Ei, desselbe, möcht ich mal behaupten. Es wird wohl kaum so gewesen sein, dass Gott - oder Allah, wie der Knabe in der arabischen Landessprache heißt - ein besonderes Stück Lehm, vielleicht mit etwas mehr Ziegengeruch, genommen hat und dabei gesagt: Ei , gucktemo, des wedd e Tirk, dassers eich gutt merkt....

Also, gut möglich, dass einer von Goethes Vorfahren ebenso aus der heutigen Türkei stammte, wie einer meiner Vorfahren König Salomons Großwesir war oder das Deutsche Reich von Prag aus regierte.

:twisted: Compart :twisted:
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Beitragvon Arezu1 » 15.06.2011, 17:44

Goethe über den Islam [Bearbeiten]

Goethe war sehr am Islam interessiert. Das lyrische Ich des West-östlichen Divans ist muslimisch, und in dem Werk werden muslimische Lehrmeinungen vorgestellt. Zum Beispiel:

„Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte
kränkte seinen heil'gen Willen.
Und so muß das Rechte scheinen
Was auch Mahomet gelungen;
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen.“
(WA I, 6, 288 ff)

Auch verleiht er an einigen Stellen seiner Überzeugung der göttlichen Herkunft der Worte des Korans, wie in einem Brief an Blumenthal vom 28. Mai 1819, in welchem er sich auf den vierten Koranvers der 14. Sure bezieht, Ausdruck:

„denn es ist wahr, was Gott im Koran sagt: Wir haben keinem Volk einen Propheten geschickt, als in seiner Sprache!“ (WA IV, 31, 160)

Dieser Überzeugung entsprechend, ist in den Noten und Abhandlungen des West-östlichen Divans zu ersehen, dass Goethe beabsichtigte -

„ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht [zu] feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward“ (Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan, WA I, 7, 153)

Im Alter von 65 Jahren las Goethe erstmals Gedichte des persischen Dichters Hafis, den er sehr bewunderte. "Er attestierte ihm eine 'Übersicht des Weltwesens' und betrachtete sich fortan als seinen 'Zwilling'. Sein Westöstlicher Divan (1819) ist eine Hommage an den persischen Dichterfürsten wie auch ein poetisches Zwiegespräch über die Länder und Jahrhunderte hinweg." Claudia Stodte in Edition Erde Reiseführer "Iran", Edition Temmen, Bremen, 5. aktualisierte Neuauflage 2008, S. 289

Die muslimische Positionierung des lyrischen Ichs ist, der Haltung Hafis entsprechend, am ehesten dem Sufismus (islamische Mystik) zuzuordnen. So wie Goethe Distanz zur christlichen Lehrmeinung hatte, drückt auch das lyrische Ich im West-östlichen Divan ironische Distanz zur orthodoxen Lehrmeinung des Islam und Nähe zur Mystik zum Ausdruck. So benutzt er beispielsweise auch die Metapher des Weins, wie es auch die Sufis symbolisch für die Berauschtheit eines Derwischs mit der Liebe Gottes verwenden:

Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Darnach frag' ich nicht ! ...
Daß er das Buch der Bücher sei
Glaub' ich aus Mosleminen-Pflicht.
Dass aber der Wein von Ewigkeit sei,
Daran zweifl' ich nicht;
Oder dass er vor den Engeln geschaffen sei,
Ist vielleicht auch kein Gedicht.
Der Trinkende, wie es auch immer sei,
Blickt Gott frischer ins Angesicht.
(WA I, 6, 203)
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Beitragvon alisch » 28.06.2011, 2:32

Danke Arezu1,

für diesen wertvollen Beitrag :idea:
man /Frau lernt nie aus :idea:
Gruß
von
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Beitragvon cherrycon » 29.06.2011, 15:54

Als eines der letzten Universalgenies war der olle Geheimrat an Vielem interessiert, aber dass er dem Koran wirklich Glauben schenkte, glaube ich nicht.

Irgendwann hat er einmal zum Thema Religion gesagt:

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat auch Religion. Wer jene beyden nicht besitzt, der habe Religion.

Ich denke, das ist ein unmissverständliches Statement von ihm.
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Beitragvon alisch » 15.07.2011, 22:31

Hallo Cherryoon,

wichtig ist... dass der Goethe sich damit beschäftigt hat,so auch,sich Gedanken darüber gemacht hat :oops:

hiermit..... :idea:

"Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Darnach frag' ich nicht ! ...
Daß er das Buch der Bücher sei
Glaub' ich aus Mosleminen-Pflicht."
Gruß
alisch
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