In der Umgangssprache vieler meiner Zeitgenossen fällt mir auf, dass bestimmte Meinungen nicht ich-bezogen formuliert werden, sondern statt dessen das unpersönlichere "man" benutzt wird.
Mal ein Beispiel: Empört: "Da müsste man doch etwas dagegen tun!"
Man kann erkennen, dass da jemand gegen etwas ist. Aber er sagte nicht: "Da müsste ICH doch etwas dagegen tun." Lass mal die anderen voran gehen. Ich könnte mich denen dann ja anschließen (denn ich bin ja eigentlich auch dagegen). Oder ist das eine Rückversicherung? Sollte der Schuss nach hinten los gehen, kann man ja entschuldigend sagen, dass man allgemein "man" und nicht "ich" gesagt hatte. Ich würde das das "distanzierte man" nennen.
Aber mir ist auch eine ganz andere Version aufgefallen.
"Das tut man nicht", oder besser noch: "Das kann man doch nicht essen."
Wenn MIR etwas nicht schmeckt, dann kann ich doch sagen, dass es mir nicht schmeckt. Mit dem verallgemeinerndem man erwarte ich, dass alle meiner Meinung sein müssten, meinem Geschmack zu folgen haben. Nenne ich es mal das "egozentrische man".
Und nun komme ich noch auf eine dritte Form.
"Man trägt wieder Hut." Das ist unpersönlich, sagt nichts über meine Meinung aus, sondern konstatiert lediglich eine beobachtete Entwicklung, einen Trend, vielleicht sogar basierend auf statistischen Werten.
Wie mannigfaltig man doch mit diesem kleinen Wörtchen umgehen kann.
Und nun bitte ich um philosophische Hilfe und Interpretation.
bosaifreak
. : Foren
- Foren-Übersicht
- Partnerschaft & Liebe
- Freundschaft & Familie
- Gesundheit & Wellness
- Reisen & Sightseeing
- Hobby & Freizeit
- Sport & Fitness
- Unterhaltung & Spiel
- Essen & Trinken
- Computer & Internet
- Politik & Zeitgeschehen
- Finanzen & Börse
- Wissenschaft & Technik
- Religion & Glauben
- Philosophie
- Astrologie & Esoterik
- Kunst & Kultur
- Musik
- Rat & Lebenshilfe
- Tiere & Natur
- Dies & Das
- Regionalgruppen















