Frauen und Medikamente
Bei Medikamentenaufnahme und -wirksamkeit bestehen beim weiblichen Organismus im Vergleich zum männlichen deutliche Unterschiede.
Beispielsweise ist die Magenentleerung bei der Frau reduziert, so dass die Medikamente länger im Magen verbleiben.
Auch die Darmbeweglichkeit ist verringert, so dass eine längere Kontaktzeit besteht und die Medikamentenaufnahme verstärkt sein kann. Und auch
die Verstoffwechselung in der Leber, die Aktivität von Leberenzymen, ist bei der Frau bei einigen Enzymen verringert. Das kann zu
einer erhöhten Blutspiegel von Medikamenten führen. Dies begünstigt eine potentielle Überdosierung bestimmter Medikamente bei Frauen.
Frauen reagieren beispielsweise auf viele Herzpräparate anders als Männer, wie auf Digitalis, ein Präparat, das zur Behandlung der
Herzschwäche eingesetzt wird.
So zeigt eine Analyse, dass Frauen unter Digitalistherapie eine erhöhte Sterblichkeit zeigen.
Acetylsalizylsäure (ASS) ist ein weiteres Beispiel:
Für Männer wurde nachgewiesen, dass die Einnahme die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt gravierend senken kann.
Das konnte eine Studie mit 40.000 Frauen nicht bestätigen.
Drittes Beispiel: Auch auf Medikamente, die die Ärzte bei Herzrhythmusstörungen verschreiben, reagieren Frauen verstärkt und neigen vermehrt zu Nebenwirkungen.
Das Problem dabei: Frauen werden meist nicht in Pharma-Studien als Probanden einbezogen.
Fast sämtliche Versuche finden nur an männlichen Versuchstieren und Probanden statt. Seit 2004 gibt es nun eine SOLL-Regelung.
Das heißt: Frauen sollen - müssen aber nicht - in die klinischen Studien mit einbezogen werden. Doch da klinische Prüfungen mit Frauen,
Kindern oder älteren Menschen erheblich aufwändiger und damit teurer sind, werden diese kaum durchgeführt. Viele Experten
fordern deshalb eine MUSS-Verordnung für klinische Prüfungen auch an Frauen.
nachzulesen bei: http://www.rbb-online.de/rbbpraxis/fern ... ber.1.html Seite 2
<---- Anne
PS: und sogar die Versuchsmäuse sind männlich!
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