. : Service und Hilfe

Beitragvon Claudiamit » 19.07.2012, 10:42

.. sagt man manchmal so...
Mir gehts gerade so. Ich habe einen ,sagen wir mal, lieben Freund, dem es zur Zeit gesundheitlich sehr schlecht geht. Es ist nicht lebensbedrohlich, aber er hat ständig Schmerzen und nur wenige Stunden, wo es so einigermaßen schmerzfrei zugeht. Bewegungstechnisch ist er dadurch auch sehr eingeschränkt, sodaß er auch nicht in der Lage ist, zu arbeiten. Bei Selbständigkeit mit mittlerem körperlichen Einsatz auch nicht gerade witzig. Zudem steht ihm noch eine OP ins Haus, die sowieso seit langem geplant ist und sich auch nicht mehr lange aufschieben läßt. Die wird ihn dann für ca. 1/2 Jahr sehr einschränken. Ich will jetzt gar nicht weiter ins Detail gehen, ich denke das reicht auch schon als Beschreibung der Situation. Ich bin zur Zeit völlig blockiert, was ich ihm jetzt noch an klugen Weisheiten um die Ohren hauen kann, um ihn irgendwie aufzubauen. Gestern habe ich ihm gesagt, wie sehr ich ihn bewundere für seine Geduld und daß ich den Hut ziehe. Aber irgendwie sind es Dinge, die mir so hohl vorkommen. Ich weiß auch nicht, ob es richtig ist, ihn ab und an mal unauffällig finanziell zu unterstützen, sei es durch einen Einkauf von WTB oder anderen Kleinigkeiten. Es gibt hier doch so viele schlaue Sachen zu lesen, gibts auch was praktisches, was mir weiterhilft ?
Danke sagt Claudiamit
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Beitragvon hawaii.68weibl. » 21.07.2012, 17:08

Wie schwierig es ist, hier einen Rat zu geben, siehst du am Echo.
Mitgefühl ja, Mitleid nein, denn es hilft niemand, wenn du auch leidest. Du bist sicher eine sehr starke Frau, um diese Situation länger auszuhalten. Vielleicht ist es euch möglich, in schmerzfreien Zeiten kleinere Ausflüge zur Ablenkung zu machen. Unauffällige finanzielle Unterstützung finde ich gut, denn im umgekehrten Fall würde er es sicher auch für dich tun.
Alles Gute und Kopf hoch!
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Beitragvon einatmenausatmen » 22.07.2012, 16:50

Sei einfach für ihn da wenn er Dich braucht.Gebe ihm das Gefühl, er kann sich ausweinen, aussprechen, um Hilfe bitten, Liebe empfangen.
Es ist in dieser Situation immer schwer das Richtige zu tun.
Zuviel ist nix, zu wenig aber auch nicht.
Auch ist es manchmal nicht einfach mit kranken Menschen umzugehen.
was heute zu tun ist : einatmen - ausatmen

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Beitragvon lottesprotte » 22.07.2012, 17:50

Du solltest ihm keine "klugen Weisheiten um die Ohren hauen", das braucht niemand.
Sei, wenn dir was an ihm liegt, einfach da, hilf, wo du kannst, auch durch einen Einkauf,klar.
Ich denke, wenn man jemand in Freundschaft verbunden ist, spürt man selbst am Besten, was der andere braucht.Fragen nützt auch manchmal.
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Beitragvon Cosmea52 » 24.07.2012, 15:45

ja wie lottesprotte schreibt, einfach ihm das gefühl geben, für ihn da zu sein.

mit ihm zu warten, mit ihm zu weinen, mit ihm zu lachen, einfach da sein,wenn er etwas braucht.

ihn ablenken, mit beschäftigung die noch geht.
karten spielen, spazieren fahren wenn nötig,aber auch ausflüge machen, einfach unterwegs sein.
das mit den versteckten unauffälligen geschenken, finanzieller art finde ich sehr gut.
nur nicht brüskieren, das täte weh.
aber so wie du es machst, machst du es aus meiner sicht, schon richtig!
ihm einfach beistehen, d.h.bei ihm stehen!

alles gute dir, mit deinem freund!
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Beitragvon monteverde » 24.07.2012, 21:45

vielleicht ihn einfach in die arme nehmen und ihm sagen....wie lieb du ihn hast.

ist sicher auch für dich eine schwere zeit...man leidet mit.

viel kraft für dich und die besten wünsche für deinen freund.
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Beitragvon monteverde » 24.07.2012, 21:54

die finanzielle hilfe betreffend....vielleicht machst mal den einkauf der lebensmittel und kochst ihm was gutes ?????? wäre für ihn nicht beschämend und er freut sich ganz bestimmt.aber vielleicht machst es sowieso....
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Beitragvon ianuswien » 26.07.2012, 21:21

Liebe Claudia, die Antwort auf Ihre Fragen kennen nur Sie, weil jeder Mensch individuell ist und was für den einen eine tolle Lösung ist, geht für den anderen gar nicht. Welche Möglichkeiten, Unterstützung bei der Klärung der Frage "Was soll ich tun, wie soll ich mich verhalten" sehen Sie für sich? Ich freue mich, von Ihnen zu hören. Liebe Grüße!
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Beitragvon suchenix » 27.07.2012, 0:02

hallo claudia

hört sich ja fast nach einem bandscheiben problem an.
auch egal,... er soll sich einen schmerztherapeuten in der nähe suchen,wirkt oft wunder 
auch gut für die zeit nach der op. 

Gruß 
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Beitragvon JonathanDaniel » 28.07.2012, 2:36

Ich kann mich nur anschließen - es gibt wenige Ärzte, die eine gute Ausbildung in Schmerztherapie haben, da kann man z.B. die eigene Krankenkasse fragen, also: ihm das sagen und er soll seine Kasse anrufen. Was er tun kann, sollte er auch selbst tun.
Ansonsten ist die "Gesundheitslandschaft" ein Dschungel, ich arbeite da auch irgendwo mittendrin.
Immer gut ist, nicht nur einen Experten zu fragen, ruhig zu zwei, drei, auch vier Fachärzten zu gehen. Ich kenne ein Chefarzt, der bei einem Bandscheibenvorfall bei vier oder fünf Kollegen war, bis er einen fand, dem er seinen Körper anvertraute. Es geht da ja auch durchaus um die menschlichen Qualitäten des Arztes.

Was euch betrifft, ich würde dir raten, ehrlich zu ihm zu sein. Sag ihm, daß es dich auch sehr beschäftigt, wie es ihm geht, frag ihn offen, wie du ihn unterstützen kannst. Manche Männer müssen dauernd Helden sein, die meisten sind aber dankbar für Offenheit und Hilfe. Mitleid ist aus meiner Sicht nichts Schlechtes oder Billiges, sondern etwas Tolles - du nimmst Anteil an seinem Leiden. Dein Freund bzw. Bekannter wird erfahren haben, daß sich viele aus Ratlosigkeit von ihm abwenden, es ist toll, wenn du das nicht machst.
Zum Mitleid gehört auch, daß man nicht immer gleich eine Lösung hat. Daß man sprachlos ist, ratlos. Daß man das aushält. Wenn du das aushalten kannst, mußt du ihm auch keine schnellen Weisheiten sagen, die im Grunde nur dir selbst helfen sollen. Du mußt ihn vielleicht auch nicht so sehr aufbauen, wie du denkst. Du kannst ihn fragen, wie du mit ihm umgehen sollst - und nicht erschrecken, wenn sich daraus ein tiefes Gespräch ergibt, weil er dich dann an sich heran läßt.

Als ich mal ziemlich krank war, hat es immer extrem geholfen, wenn mir einfach nur jemand zugehört hat. Und dabei mitgedacht hat. Das erleichtert mehr, als der andere glaubt.
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Beitragvon JonathanDaniel » 28.07.2012, 3:10

Ein paar Dinge sind mir noch eingefallen.

Wenn du bzw. er bei Schmerztherapie bzw. Schmerzambulanz nicht weiter kommt, melde dich bitte hier nochmal. Ich bin nicht Premium und auch neu hier, vielleicht kannst du mich anmailen.

Dann die finanziellen Hilfen und sonstigen Unterstützungen, z.B. Haushaltshilfe und medizinische Hilfsmittel. Kümmert sich da jemand drum? Er selbst? Menschen mit Schmerzen haben oft nicht mehr den Kopf, um sich gut um alles andere kümmern zu können und sind oft mutlos. Klar. Wenn er es nicht kann, kannst du ihn vielleicht darin unterstützen. Was kann die Krankenkasse noch für ihn tun, ist er behindert, teilbehindert? Gibt es abrufbare Leistungen? Ich würde dort fragen und auch beim zuständigen Landratsamt bzw. Sozialamt -man muß zuerst rauskriegen, wer für was zuständig ist. Das kann ziemlich frustrierend sein, aber am Ende hilft es vielleicht doch mehr, als man denkt.
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Beitragvon Marcella. » 01.08.2012, 0:27

Hallo Claudia, da es ja nicht nur deinen Freund sondern auch dich betrifft, bist DU in dieser Situation genau so wichtig! Folgende Frage solltest du dir stellen:

1.) Helfe ich ihm wirklich gerne, oder ist es nur Mitleid - Verpflichtung - "Helfersyndrom"? Bitte Letzteres nicht als Kritik ansehen, aber auch diese Möglichkeit sollte man einfach mal ganz nüchtern "abschecken".
Wenn du zu dem Ergebnis kommst, dass du es wirklich von Herzen gern für ihn machst, kannst du es ihm vielleicht auch überzeugender vermitteln; dann wird er auch deine Unterstützung besser annehmen können.
Solltest du bei dieser Selbstbefragung aber zu dem Ergebnis kommen, dass du es eigentlich nur mit einem inneren Widerstreben tun kannst, dann sind sicher Gespräche mit einer Vertrauens- oder auch "Fach"person nötig, um diese Situation so zu lösen, dass jeder damit leben kann. Das ist aber dann wohl nichts mehr für hier.

2.) Wie JonathanDaniel schon sagte: Schmerztherapie ist sehr wichtig, aber wenn er schon zur OP angemeldet ist, wird sich hoffentlich auch darum gekümmert.

3.) Für Beratungen, wenn es um Leistungen der Krankenkasse oder eventuell der Sozialversicherung etc. geht, ist der VdK eine sehr gute Anlaufstelle http://vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de1: Man muss bei Inanspruchnahme Mitglied werden, das kostet (zumindest hier in Bayern) 60 € pro Jahr. Dieses Geld ist aber sehr gut angelegt, man kann zunächst einmal zu einem der allgemeinen Beratungstermine hingehen (findet bei uns zu bestimmten Zeiten im Rathaus statt) und dann aber auch Einzeltermine vereinbaren.

Alles Gute für dich und deinen Freund!

Marcella.
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Beitragvon Claudiamit » 08.08.2012, 10:30

An alle, die den Mut hatten, mir zu schreiben.
Hatte nicht gehofft, daß es doch so viele liebgemeinte Hinweise für mich gibt. Vielen Dank.
Heute ist die OP am Rücken. Es werden 1 Bandscheibe und 2 Spinalkanäle "bearbeitet". Danach gibts ein angepaßtes Korsett, um den Rücken zu entlasten, da dieselbe OP vor knapp einem Jahr auf der rechten Seite gemacht wurde, die sehr gute Ergebnisse gebracht hat. In Sachen Schmerztherapie gibts soviel zu sagen, daß mein Freund eher auf Schmerzmittel verzichtet, da diese die Ursache nicht bekämpfen, sondern nur verschleiern, da ist er hart im nehmen. Wohl auch, weil sich vor Jahren schon eine gewisse Abhängigkeit von dem Zeugs abzeichnete. Das fand er nicht wirklich prickelnd. Die Neurochirurgie vom Sankt Georg in Leipzig hat sein volles Vertrauen, da gibts wohl keine Einwände. Das mit der VdK werde ich mal mit ihm ins Auge fassen.
Jonathan Daniel: wäre schön, wenn ich mal Deine e-mail-Adresse bekommen könnte, vielleicht gibts Fragen, bei denen Du uns helfen kannst.
So jetzt drückt mal bitte fest die Daumen, die zur Verfügung stehen, daß auch diese OP unter einem glücklichen Stern steht.
Grüße von Claudiamit
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