DerKluge hat geschrieben:2009 habe ich an einem Donnerstag eine Hüftprothese implantiert bekommen. Am Freitagmorgen habe ich auf der Intensivstation das Frühstück verweigert, ebenso - inzwischen auf der Station - das Mittagessen. Stattdessen klagte ich über Leibschmerzen. Keine Reaktion beim Pflegepersonal. Auch das Abendessen habe ich verweigert und weiter über Leibschmerzen geklagt. Am Samstag kein Frühstück gegessen, über Leibschmerzen geklagt. Mittag nichts gegessen, über Leibschmerzen geklagt. Auch kein Abendessen zu mir genommen und weiter über nun starke Leibschmerzen geklagt. Gegen 20 Uhr kam ein Arzt, sah mich an, fragte, ob ich Bauchschmerzen hätte. Dies bejahte ich und er ging. Die Nacht zum Sonntag konnte ich nicht schlafen. Am Sonntagmorgen kein Frühstück, über starke Schmerzen geklagt. Die diensthabende Schwester verpasste mir dann ein Miniklist: "Wenn das nicht reicht, nehmen wir was Größeres." Kurz danach betrat ein junger Arzt in Ausbildung das Zimmer (der Arzt, der am Wochende Blut abnimmt). Er fragt mich, ob ich Bauchschmerzen hätte. Dann verließ er sofort das Zimmer. An der Tür drehte er sich um: "Ich bin gleich zurück. Das verspreche ich Ihnen." Er kam schnell wieder zurück, und kurz darauf betrat ein Arzt das Zimmer. Er untersuchte mich nicht, ordnete aber eine Röntgenuntersuchung an. Ich wurde dann im Rollstuhl zum Röntgenraum gefahren. Im Vorbeifahren sah ich, dass der Arzt im Stationszimmer telefonierte (er forderte einen Krankenwagen an). Ich würde dann geröngt, es wurde eine kurze Ultraschalluntersuchung gemacht und dann brachte man mich ins Zimmer zurück. Wenige Minuten später betrat ein Rettungsassistent das Zimmer, fragte nach mir. Ich wurde dann auf eine Trage geschnallt. Währenddessen packte die Schwester - sichtlich um Neutralität ringend - meine Sachen. Ich wurde dann per Alarmfahrt ins nächste Krankenhaus gebracht. Diagnose: Darmverschluss im Endstatium, Dickdarn mehrfach gerissen und eine schwere Infektion im operierten Oberschenkel. Ich hatte vielleicht noch zwei bis drei Stunden zu leben. In einer stundenlangen Notoperation an diesem Sonntag wurde mir dann das Leben gerettet.
Erst die Hüfte und dann diese heftige OP. Es war eine harte Zeit für mich. Schlimm auch, dass ich im Krankenhaus in nur drei Wochen 14 Kg zugenommen habe.
Und dann 100 Tage künstlicher Darmausgang. Die Zeit war fürchterlich. Nach der Rückverlegung hat sich dann auch noch die OP-Wunde entzündet. Das Loch im Bauch musste dann langsam zuwachsen.
Sowohl die Klinik als auch die Versicherung behaupten, der Vorfall sei schiksalhaft, die Klinik hätte sich vorbildlich verhalten. Deshalb weder Schmerzensgeld noch Schadenserstz.
Und, willst du weiter etwas unternehmen oder sparst du dir deine Kraft?





