. : Service und Hilfe

Beitragvon Boston » 06.05.2012, 10:41

Mit über 50 wollte ich auch gerne wieder arbeiten. Es war wirklich Frust pur ! Zu 90 % bekam ich meine Bewerbungsunterlagen nicht mal zurück und auch keine Antwort. In den Jobbörsen stand fast immer max. bis 38 Jahre.
Was denken sich die Arbeitgeber? Man wackelt mit über 50 nur noch mit einer Gehhilfe durch den Wald ? Jedenfalls dachte ich, wenn dich keiner will, arbeite eben ehrenamtlich. Über ein Ehrenamt bin ich in einen 400 € Job gerutscht und dann in eine 30 Std-Festanstellung. Im ü50-Alter und der Marktlage muss man wohl einfach zusehen, dass man erstmal einen Fuß in die Tür bekommt.  :roll:
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Beitragvon medianne » 07.05.2012, 23:05

Boston hat geschrieben:Mit über 50 wollte ich auch gerne wieder arbeiten. Es war wirklich Frust pur ! Zu 90 % bekam ich meine Bewerbungsunterlagen nicht mal zurück und auch keine Antwort. In den Jobbörsen stand fast immer max. bis 38 Jahre.
Was denken sich die Arbeitgeber? Man wackelt mit über 50 nur noch mit einer Gehhilfe durch den Wald ? Jedenfalls dachte ich, wenn dich keiner will, arbeite eben ehrenamtlich. Über ein Ehrenamt bin ich in einen 400 € Job gerutscht und dann in eine 30 Std-Festanstellung. Im ü50-Alter und der Marktlage muss man wohl einfach zusehen, dass man erstmal einen Fuß in die Tür bekommt.  :roll:


Toll, so habe ich das auch gesehen und (allerdings vor vielen Jahren) Erfolg damit gehabt und dann meinen Traumjob gefunden. Ich habe nach einigen Umzügen und vielen Jahren der Kindererziehung gesehen, daß eine mir interessant erscheinende Firma Aushilfen suchte. Ich habe mich beworben, wurde angenommen und hatte damit 'den Fuß in der Tür'. Jetzt kamen Arbeitseinsätze von 2 bis 12 Wochen und dazwischen Pausen. Ganz schnell kamen Angebote in verschiedenen Abteilungen zur Festeinstellung. Jetzt fing aber mein Problem an. Es war im Jahre 1986, mir schwebte der Kinder wegen erstmal eine Teilzeittätigkeit vor und damit konnten viele Chefs noch nicht umgehen. Dann wurde eine Kollegin schwanger, auf die man nicht verzichten wollte, die aber auch nur halbtags weiterarbeiten wollte und so unterbreiteten wir der Firma den Vorschlag, uns eine Stelle zu teilen. Wir haben in unserer Firma den Grundstein für Teilzeitarbeit gelegt.
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Beitragvon SusanneB » 08.05.2012, 10:33

Nun ja, bei mir liegt es ja schon etwas anders. Ich bin ja in Arbeit, nur – ich stehe halt vor der Frage, will ich unter den veränderten Bedingungen weitermachen. Wieviel lässt man mit sich und anderen machen und wann wird es Zeit, Rückgrat zu zeigen. Wobei ich mir bewusst bin, dass meine Messlatte bezüglich Arbeitsethos schon ziemlich hoch hängt. Das, was an meinem Arbeitsplatz jetzt geschehen ist und geschieht, mag woanders schon lange Gang und Gebe sein, aber das macht es für mich nicht besser. Ich bemerke halt, dass ich auf dem Weg zur „inneren Kündigung“ bin.

Ich habe schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt, einfach zu gehen und darauf zu vertrauen, dass sich schon wieder Arbeit finden lässt. Vor allem mit dem Vorteil, Zeit für Bewerbungsbemühungen zu haben und sofort frei und verfügbar zu sein. Aber dann habe ich doch Bedenken bekommen, dass es in meinem Alter schwierig werden könnte. Ja, und eben auch, weil ich finanzielle Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber habe/eingegangen bin.

Nun gut, im Moment bleibt mir nur Abwarten. Das Vorstellungsgespräch lief – meiner Meinung nach - nicht schlecht, aber natürlich kann es immer Bewerberinnen und Bewerber geben, die einfach noch besser passen.

Danke hier an alle, die mir Glück gewünscht haben.
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Beitragvon SusanneB » 11.05.2012, 16:37

Also mit Erfahrung kann man durchaus punkten. Es hat geklappt.

Nun habe ich allerdings keinen Karrieresprung mehr angestrebt und mich auf ein kleines bisschen weniger Geld eingelassen. Dafür spare ich täglich fast eine Stunde Fahrzeit (insgesamt Hin- und Rückweg) und werde eine geregeltere Arbeitszeit haben. Und vor allem bin ich das, was mich frustriert hat, erst einmal los.

Ob es in der Summe besser wird, weiß ich natürlich noch nicht, da bleibt ein gewisses Risiko. Der Wechsel ist erst einmal anstrengend, Vorgänge unter Zeitdruck abschließen, übergeben und dann die neue Einarbeitung. Aber Aushalten in einer nicht mehr befriedigenden Situation wäre auch ein fauler Kompromiss geblieben.

Ich kann allen, die es nochmal wissen möchten, nur Mut machen. Es ist nicht aussichtslos. Aber man sollte vorher mal genau überlegen, wo die ganz speziellen Kompetenzen liegen und sich dann gezielt dort bewerben, wo genau das gebraucht wird. Unspezifische Bewerbungen mit viel Konkurrenz bei den Mitbewerbern sind - fürchte ich - Zeitverschwendung.
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Beitragvon gelika57 » 11.05.2012, 16:39

SusanneB hat geschrieben:Also mit Erfahrung kann man durchaus punkten. Es hat geklappt.

Nun habe ich allerdings keinen Karrieresprung mehr angestrebt und mich auf ein kleines bisschen weniger Geld eingelassen. Dafür spare ich täglich fast eine Stunde Fahrzeit (insgesamt Hin- und Rückweg) und werde eine geregeltere Arbeitszeit haben. Und vor allem bin ich das, was mich frustriert hat, erst einmal los.

Ob es in der Summe besser wird, weiß ich natürlich noch nicht, da bleibt ein gewisses Risiko. Der Wechsel ist erst einmal anstrengend, Vorgänge unter Zeitdruck abschließen, übergeben und dann die neue Einarbeitung. Aber Aushalten in einer nicht mehr befriedigenden Situation wäre auch ein fauler Kompromiss geblieben.

Ich kann allen, die es nochmal wissen möchten, nur Mut machen. Es ist nicht aussichtslos. Aber man sollte vorher mal genau überlegen, wo die ganz speziellen Kompetenzen liegen und sich dann gezielt dort bewerben, wo genau das gebraucht wird. Unspezifische Bewerbungen mit viel Konkurrenz bei den Mitbewerbern sind - fürchte ich - Zeitverschwendung.



@ Toll Glückwunsch, prima das es geklappt hat, es ist nie zu spät :wink:
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Beitragvon medianne » 13.05.2012, 23:51

SusanneB hat geschrieben:Also mit Erfahrung kann man durchaus punkten. Es hat geklappt.

Nun habe ich allerdings keinen Karrieresprung mehr angestrebt und mich auf ein kleines bisschen weniger Geld eingelassen. Dafür spare ich täglich fast eine Stunde Fahrzeit (insgesamt Hin- und Rückweg) und werde eine geregeltere Arbeitszeit haben. Und vor allem bin ich das, was mich frustriert hat, erst einmal los.

Ob es in der Summe besser wird, weiß ich natürlich noch nicht, da bleibt ein gewisses Risiko. Der Wechsel ist erst einmal anstrengend, Vorgänge unter Zeitdruck abschließen, übergeben und dann die neue Einarbeitung. Aber Aushalten in einer nicht mehr befriedigenden Situation wäre auch ein fauler Kompromiss geblieben.

Ich kann allen, die es nochmal wissen möchten, nur Mut machen. Es ist nicht aussichtslos. Aber man sollte vorher mal genau überlegen, wo die ganz speziellen Kompetenzen liegen und sich dann gezielt dort bewerben, wo genau das gebraucht wird. Unspezifische Bewerbungen mit viel Konkurrenz bei den Mitbewerbern sind - fürchte ich - Zeitverschwendung.


Ich freue mich für Dich, dass es geklappt hat, gratuliere Dir zu dem Erfolg und hoffe, dass es auch 'in der Summe' besser wird.
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Beitragvon Alypsa » 02.06.2012, 10:55

SusanneB hat geschrieben:
Ich kann allen, die es nochmal wissen möchten, nur Mut machen. Es ist nicht aussichtslos. Aber man sollte vorher mal genau überlegen, wo die ganz speziellen Kompetenzen liegen und sich dann gezielt dort bewerben, wo genau das gebraucht wird. Unspezifische Bewerbungen mit viel Konkurrenz bei den Mitbewerbern sind - fürchte ich - Zeitverschwendung.


DAS kann ich in vollem umfang unterstreichen.

herzlichen glückwunsch zu deinem weiteren beruflichen lebensweg.

sobald etwas faul am arbeitsplatz erscheint, und unter umständen eine innere kündigung platz ergreift, empfehle ich sich selbst zeit geben, eine überregionale samstagszeitung erwerben und am besten selber ein kleines inserat einstellen. das bedeuten zwar geld zu investieren, doch die anfragen gehen speziell auf das angebotene ein und daraus ergibt sich eine effiziente basis. sie kann besser sein, als bewerbungen zu schreiben.
auf mein 4zeiliges inserat hin, musste ich noch nicht mal arbeitszeugnisse u.ä. vorlegen!!

diesen weg habe ich dieses jahr beschritten und bin sehr froh darüber. noch habe ich 4 wochen arbeitszeit am bisherigen arbeitsplatz, die ich sicherlich in in vollem umfang mehr ausüben werde - meine ärztin hat eine positive einstellung zu ihren patienten (was immer man darunter verstehen mag).

ich habe eine neue teilzeitstelle in einer kanzlei und gleichzeitig für eine andere einen home-office arbeitsplatz in freier mitarbeit. vorläufig werde ich voll ausgelastet sein, und das gehalt ist sogar verbessert.
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Beitragvon Tarantel60 » 02.06.2012, 12:45

Also ich habe euch jetzt durchgelesen und Susanne wünsche ich vorerst einen guten Start in neuen "Gewässern".
Ich vermute mal sehr stark, dass eine Jobwechsel gar nicht unbedingt von dem Alter nur abhängt, sondern auch von der Beruflichen Ausbildung.
Eine Bürotätigkeit kann man ja sogar zu Hause erledigen... aber was macht eine Krankenschwester, eine Bäckerei Fachverkäuferin oder eine Floristin, die auch noch Ortsgebunden ist....nicht wahr.
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Beitragvon Alypsa » 03.06.2012, 0:47

Tarantel60 hat geschrieben:Also ich habe euch jetzt durchgelesen und Susanne wünsche ich vorerst einen guten Start in neuen "Gewässern".
Ich vermute mal sehr stark, dass eine Jobwechsel gar nicht unbedingt von dem Alter nur abhängt, sondern auch von der Beruflichen Ausbildung.
Eine Bürotätigkeit kann man ja sogar zu Hause erledigen... aber was macht eine Krankenschwester, eine Bäckerei Fachverkäuferin oder eine Floristin, die auch noch Ortsgebunden ist....nicht wahr.


das muss wohl jeder für sich entscheiden :!: :!:

alles in allem geht es wohl auch um die standortbestimmung der jeweiligen person und weiterer befindlichkeiten oder sonstiger einflüsse.
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Beitragvon Tarantel60 » 03.06.2012, 12:26

Das hätte ich jetzt gar nicht vermutet Alypsa! Aber ich danke dir für so viel Aufdeckung bzw. zielorientierten Floskeln. Nicht wahr.
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Beitragvon 7.Illusion » 03.06.2012, 23:51

Nach 17 Jahren Selbstständigkeit und "raus aus dem Beruf" habe ich letztes Jahr, nach kurzer Suche einen Job gefunden. (Ich hatte die Wahl zwischen 3 Jobs) Da ich mich in meiner neuen Stelle nicht wohlfühlte habe ich dann beschlossen mir etwas Anderes zu suchen. Hat ohne grosse Anstrengung und Bewerbungen schreiben geklappt, bin einfach reinmarschiert und habe gesagt dass ich Arbeit suche. Ich hatte 2 ähnliche Jobs zur Auswahl... einfach so.. :P .. Ich bin dankbar und hoffe, dass es beruflich für mich gut weitergeht.
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Beitragvon Alypsa » 04.06.2012, 7:06

Tarantel60 hat geschrieben:Das hätte ich jetzt gar nicht vermutet Alypsa! Aber ich danke dir für so viel Aufdeckung bzw. zielorientierten Floskeln. Nicht wahr.


wo frau helfen kann, geht natürlich was :wink:
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Beitragvon Tarantel60 » 04.06.2012, 15:53

Tja... aber dir konnte man offenbar niemand helfen. Oder wie erklärst du deine Abwesenheit (schon wieder!)
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Beitragvon Wunschtraum » 04.06.2012, 16:13

Ich habe einen Monat vor meinem 60 Geburtstag einen Bürojob in Teilzeit gefunden.
Nicht auf eine Anzeige sondern durch 'Mundpropaganda'. Habe einen großen Bekanntenkreis, da ich auch ehrenamtlich tätig bin, habe vielen erzählt dass ich auf Jobsuche bin. Eines Tages sagte mir eine Bekannte dass in Ihrem Freundeskreis jemand eine Angestellte sucht...
Ich arbeite gern in meinem Job und es ist ein schönes Gefühl gebraucht zu werden.
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Beitragvon Gustav321 » 17.12.2012, 22:54

Hatte mit 52 das übliche Problem: Arbeitgeber pleite und schon war ich Kostgänger beim Arbeitslosenamt. über 70 Bewerbungen- Pustekuchen, hatte zwei Vorstellungsgespräche: eines war bei Juniorchefchen, dessen Fachfragen waren ein Witz, hatte wohl zuviel Jauch gesehen. Beim zweiten Gespräch hat man mich gefragt, ob mein Altersheim brennt- hab dem Pfeifenkopf fast eine gescheuert.
Also hab ich Omas Bauernhof reaktiviert. Reich wird man nicht, aber mehr als das Amt löhnt ists allemal. :)
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Gustav321
 
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