von sciamana » 09.04.2012, 11:43
Ich kenne "das Nichts" aus der Advaita Vedanta Philosophie.
Ramesh Balsekar sagt: Die Entstehung der Phänomenalität bedeutet,
dass aus der Einheit sich die Vielfalt manifestiert, welche sich durch
Polaritäten ausdrückt (hell-dunkel, oben-unten, hinten-vorne etc.).
Damit die Phänomenalität (unser Universum) wahrgenommen werden
kann, bedarf es Lebewesen. So erscheint ein Universum und viele
Lebewesen als Instrumente (in Form von Menschen und Tieren), durch
die dieses Universum wahrgenommen wird. Dieses Universum ist
jedoch lediglich eine Erscheinung im Bewusstsein ohne eigene
Existenz und die Lebewesen, durch welche diese Erscheinung
wahrgenommen wird, sind ein Teil dieser Erscheinung. Dieses
wahrnehmende Element, in welchem das Universum einschliesslich der
vielen Lebewesen erscheint, ist Bewusstsein in Ruhe, das ,,Nichts", das
Noumenon, Nirvana. Letztendlich gibt es nur die Erscheinung der
Phänomenalität (als Bewusstsein in Bewegung) und das Noumenon,
das ,,Nichts", als reine Subjektivität, welches diese Erscheinung
wahrnimmt. Wir sind nicht die Personen, für die wir uns halten (welche
selbst ein Teil dieser Erscheinung ist) sondern dieses ,,Nichts", das
Noumenon, das Bewusstsein, in welchem unser Leben erscheint.
Darum heißt es in der Ashtavakra Gita: ,,Du bist es, der das gesamte
Universum durchdringt, und dieses Universum existiert in Dir. Deine
wahre Natur ist das reine Bewusstsein. Sei nicht kleinmütig" (Balsekar,
1991, S.23).