von ashoggi » 20.06.2011, 22:08
Wir haben über Pfingsten - es waren Berufstätige dabei - den Jakobsweg von Undeloh bis Mariensee
erwandert. Dieser befindet sich in der Lüneburger Heide und es war wunderbar. Unter google ist alles nachzulesen, natürlich nicht unsere persönlichen Erlebnisse, deshalb eine kleine Kurzgeschichte :
Sie war klein, unregelmäßig in sich selbst, aber auch unregelmäßig vorhanden, dazu noch gelb und teilweise ausgefranst, verwaschen, mitgewachsen und dadurch unkenntlich geworden, Doch wir liebten sie, wir liefen sozusagen hinter ihr her, wir suchten sie, denn sie gab uns Sicherheit, ein Stück Vertrautheit beseelte uns, sowie wir sie fanden.
Doch auch wenn wir sie gesehen hatten, blieben Rätsel offen. Nur selten zeigte sie eindeutig die Richtung. Vor allem, wenn sie sich auf Bäumen befand oder gar auf einer alten Eiche mit gelebt hatte. Dann waren Inspiration und Bauchgefühl gefragt. Der eine deutete so, der andere so.
Etwas anders verhielt es sich mit dem gedruckten Exemplar auf blauem Untergrund, meistens auf Laternenpfählen zu finden. . Aber auch hier blieben Rätsel offen. Links und rechts, das war eindeutig, endlich mal keinerlei Diskussion. Aber was dann, wenn sie glatt in den Himmel zeigte ??
Ja, dann war das reine Auslegungssache für ca. 15 Leute, die sich auf dem Jakobsweg in der Lüneburger Heide befanden und dann berieten. Nach oben, das könnte dann doch nur die Abzweigung in der Mitte bedeuten, oder ??
Der geneigte Leser ahnt inzwischen, dass es sich nur um die Jakobsmuschel handeln kann, die meistens auf Bäumen zu sichten oder wenigstens zu ahnen war, und manchmal aussah, wie die Tatze eines Bernhardiners –
Nach ca. 100 Kilometern hatten wir den sogenannten Muschelblick – schon aus der Ferne orteten wir zu, rücksichtslos – die Diskussionen flachten ab, man lief nur noch , man lief, man lief, man lief.
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