so ist der Titel des Romans von Tina Uebel, den ich vor ein paar Tagen ausgelesen habe..
ich wusste nicht, ob mir der Roman gefällt oder nicht ... las ich doch einstens alles, was mir über die Südpolforschung unter die Nase kam ... und wer vergisst denn so leicht Amundsens Erfolg und den letalen Ausgang der Scottschen Expedition ?
Klappentext er macht Spannung
Auch das gibt es: einen Reiseveranstalter, der zahlungskräftigen Kunden eine professionell organisierte Grenzerfahrung verspricht - den ultimativen Südpol-Trip. Mit zwei Führern machen sich vier hochmotivierte, perfekt ausgerüstete Abenteurer auf den lebensgefährlichen Weg durch Eis, Schnee und Sturm. Die US-Amerikanerin Susan arbeitet verbissen an der Perfektionierung ihrer selbst, der Holländer Ralph will die Leere füllen, die der schnelle Reichtum in sein Leben gerissen hat, und Michael, erfolgreicher Geschäftsmann aus New York, findet die großen Herausforderungen nur noch im Extremsport. Zu ihnen stößt ein unerfahrener Enddreißiger, der aus seinem normaldeutschen Dasein ausbrechen und sich endlich wieder spüren will. Sie starten als Team, doch je weiter sie kommen, desto einsamer werden sie. Als Schneeblindheit und ein Blizzard das Vorankommen aufhalten, werden sie von ihren Geschichten eingeholt - und die Situation droht zu eskalieren.
Re
Thema: Südpol und die Einsamkeit im Eis zum Event verkommend --- spannend
Sprache: zunächst durch modernen - mit großen Anteilen cooler und Cybersprachanteilen angereicherten Elrmenten recht anregend, auf Dauer öde...
alle haben natürlich ein batteriegetriebenes GPS- System an sich, im Basiscamp ist es klar, dass alle Informationen über drei (sic) Computersreenmonitoren abgerufen werden können, sie sind natürlich "in fuck`ìn Antarctika" und nicht in der Antarktis...
die Rezensionen gaben mir Recht: mal so - mal so..
... weiterlesén unter dem Stichwort: Horror Vacui /Frankkfurter Allgemeine - 13. 3. "2005Es graut
Die deutsche Literatur in diesem Frühjahr
Das ist doch auch mal eine gute Nachricht: Sie verpassen in diesen Tagen nicht viel, wenn Sie die neuen deutschen Romane eher unbeachtet lassen.
"Horror Vacui" heißt die graueste Neuerscheinung, die Autorin Tina Uebel, der Umschlag ist grau und leer, die Menschen sind es auch, das Buch beginnt: "Hier ist gar nichts. Dies ist ein grauenvoller Ort", und die Menschen reisen in ein noch immer größeres Nichts, und am Ende ist fast nichts passiert.
… tönt es aus der Süddeutschen Zeitung zur selben Zeit eher unwohlwollend..Memme im Schnee
Tina Uebel macht Weltreisen bis ans Ende der Leere
Am Flughafen in Feuerland wartet Jeff, einer der beiden Führer, die das Touristikunternehmen „Extreme Adventures” seinen zahlungskräftigen Kunden zur Verfügung stellt: „Er sieht derart gesundgebräunt aus, daß ich mir sofort noch viel grauer vorkomme. Wahrscheinlich beißen wir uns farblich schauderhaft, wie wir uns jetzt so gegenüberstehen. Wahrscheinlich verachtet er mich. Er fletscht seine Zähne in einem überbreiten Grinsen, eine Mimik, die spontanen Antiamerikanismus verursacht. Ich lächle deutsch zurück. Ich bin eine Memme, denke ich, und zwinge mich, Jeff zu mögen. Ich habe keine Wahl.”
Der postmoderne Mann, der hier spricht, hat den Kopf voll von Filmen, Comics und Computerkram. Seine Ehe ist gescheitert, und das qualvolle Sterben seiner Mutter im Altenheim drückt auf sein Gewissen. Jetzt aber bricht er zum Südpol auf. Innerhalb von zwei Monaten will er zusammen mit seinen Weggefährten insgesamt 730 Meilen bewältigen. Zwar ist Thermokleidung zur Hand, und die Trockennahrung ist etwas appetitlicher als der Pemmikan, auf den Scott und Amundsen zurückgreifen
Der folgenden "lobhudelnden" Besprechung - Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
- kann ich mich nicht ganz anschließen ... nach gründlichen Überlegungen und mit dem Roman Christoph Ransmayrs im Kopf: Die Schrecken des Eises und der Finsternis.
"What a fucking Epiphany", sagt Ralph, endlich auf der Passhöhe angekommen, wo alle anderen schon auf ihn warten: der deutsche Ich-Erzähler, von allen nur liebevoll Ernest genannt nach dem berühmten Polarforscher Shackleton; die beiden Amerikaner Susan und MIchael. Dieses Quartett von Wohlstandskindern mit Sinndefizit hat eindeutig zu viel Geld, denn es kann sich eine Fuß-Expedition zum Südpol leisten. Sinn aber erfahren die Vier auf dem langen Marsch nicht. Angeführt von den Expeditionsleitern Jeff und Andrew, kämpfen sie sich Woche für Woche voran, werden von einem Blizzard gestoppt, erkranken an Schneeblindheit und bestaunen ihre Erfrierungen. Irgendwann findet Kommuniktation kaum mehr statt, versinken die Extrem-Touristen in ihrer inneren Leere. Tina Uebels Sprache besticht durch Präzision. Kein Adjektiv zu viel schleicht sich in die Sätze, kein unwichtiger Schlenker in den Text. Perspektivenwechsel gewähren Einblicke in die Psyche des Personals, ja, Uebel schaut ihren Helden praktisch ins Gehirn. Woran es liegt, dass der Roman zu Ende ist, bevor die Gruppe den Südpol erreicht? Die Antwort ist einfach. Die Helden sind längst am Nullpunkt, die Gruppendynamik könnte man glatt in Gruppenstatik umbenennen. Und ums Ziel ging es der Autorin eh nie. (jw)
Da kenne man sich aus ? Aber: eines weiß ich gewiss: an Christoph
Ransmayrs Roman : Die Schrecken des Eises und der Finsternis
kommt "Horror Vacui" nicht im Geringsten heran.








