Lesezeichen hat geschrieben:Komischer Titel?
Ich finde ihn passend.
Natürlich passt das Thema sicher nicht jedem.
Die können ja dann wegbleiben
Also, es geht mir um Folgendes.
Um das Akzeptieren meines Selbst.
Mich annehmen können und aufzuhören mich in Standards und Gesellschaftsanforderungen
zu pressen.
Angeregt durch den irre guten Profiltext einer Userin den ich las,
von deren Mut und Erkenntnis ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde,
mache ich das Thema jetzt einfach mal auf.
Es geht um Gewichtigkeiten.
Um es klar beim Namen zu nennen - um Übergewicht.
Ich hab davon einiges zu bieten, trotzdem ich seit Jahren daran arbeite,
im letzten halben Jahr sogar sehr intensiv.
Ich habe keine gesundheitlichen Einschränkungen, jedenfalls keine größeren.
Ich bin beweglich, ich kann von der Stange kaufen und muss nicht bei Übergrößen suchen.
Meine Familie, meine Freunde, Bekannte und Kollegen lieben, mögen mich wie ich bin.
Für niemanden von allen gäbe es eine Notwendigkeit, dass ich mich äußerlich
verändere.
Also bin ich nur von Menschen in meinem engsten Umfeld umgeben, die mich auch
als Menschen sehen und nicht als Figur.
Und dennoch hab ich Minderwertigkeitskomplexe
Ständig das Gefühl mich entschuldigen zu müssen, dass ich aussehe wie ich aussehe.
Traue mich kaum an einen Badestrand, in eine Therme oder gar in eine Sauna.
Obwohl ich das zu gerne mal ausprobieren würde.
Was hilft?
Ja, natürlich - Disziplin.
Wo soll ich anfangen?
Ich trinke ganz selten süße Limonade, ich trinke nur Sprudel.
Ich mag Marmeladen nicht sonderlich, obwohl ich sie selbst gerne herstelle.
Ich mag zwar Schokolade und Marzipan, aber in Maßen und schon gar nicht täglich.
Ich esse viel Geflügel und Fisch.
In letzter Zeit auch viel Gemüse und Obst.
Ich bewege mich sehr viel zur Zeit, am Tag mindestens eine Stunde durch den Wald.
Egal bei welchem Wetter.
Jede/r andere der sich auf diese Art ernähren würde, wäre eine schlanke Person.
Wäre leicht zu behaupten, stimmts?
Natürlich kenne ich meine Schwachstellen.
Ich mag Eis, ich esse zu spät, zu unregelmäßig und überhaupt.
Nun kasteie ich mich seit Monaten und sowie ich mal schwacher werde
kommen verlorene Kilochens sofort zurück.
Immer nur verzichten, immer aufpassen, immer nein jetzt nicht, heute nicht, vielleicht nie.
Verdammt, warum lässt die Gesellschaft nicht Dicke einfach zu und in Ruhe?
Warum lasse ich mich selbst nicht zu?
Warum werden Dicke immer wieder in ein Klischee gepresst in welches sie einfach
nicht gehören.
Denn ich bin weder faul, unbeweglich, verschwitzt noch ungepflegt und antriebsarm.
Ich bin nicht verfressen, frustriert, einsam, langweilig, dumm und gefräßig oder süchtig nach
Essen.
Ich pflege ein ganz normales Essverhalten, nehme nur ganz selten einen Nachschlag.
Ich will das nicht mehr.
Nach jahrelangem Kampf mit dem Pfunden.
Soll sich kasteien wer will.
Ich nicht.
Meine Lebensqualität ist mir wichtiger als eine Konfektionsgröße.
Ich suche hier Unterstützung für diese, meine Entscheidung.
Ich suche niemanden der mir erzählt wie ungesund, eklig und unansehnlich Übergewicht
ist.
Meine Ärzte verdienen nichts an Erkrankungen bei mir, die durch Übergewicht bedingt
sein könnten, meine private Krankenkasse schon, nämlich den Risikozuschlag.
Ich würde mich sehr freuen wenn vernünftige und sachliche Diskussionen entstünden,
die mit dem Thema zu tun haben.
Ich möchte auch keine Vorschläge für die nächste und neueste Diät.
Ich kenne sie alle.
Danke fürs Lesen

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