gelika57 hat geschrieben:bluesun hat geschrieben:Seit 1 Jahr auf intensiver Jobsuche (ueber 350 Bewerbungen u Jobstrategie-Kurs) muss ich feststellen, dass es nur 2 Loesungen gibt: A) entweder Ausbildungen verschweigen u wieder ganz unten einsteigen oder B) eine Firma finden, bei der ich mich einkaufen kann. Bei jeder Kaderstelle wurde mir (w) bisher ein Mann vorgezogen. Obwohl ich eine begeisterte, erfahrene und qualifizierte Fuehrungskraft bin und bewiesen habe, dass ich Führungsqualitäten besitze, lösungsorientiert bin und erstklassige Leistungen erbringe, ist keiner bereit, mir eine Chance zu erteilen.

@ ja das Problem ist das Du 51 bist....
hat mir mal vor ein paar Jahren jemand beim Arbeitsamt gesagt.. 50+... no chance,
dann habe ich mich selbständig gemacht... und das läuft
ich verstehe viele Firmen nicht das sie sich die Erfahrungen in Beruf und Leben entgehen lassen...

Sicher ist es mit 51 schwerer. Ich habe eine kleine Firma. Das Durchschnittsalter ist hoch, in den letzten Jahren habe ich mehrmals Leute über 50 eingestellt un überwiegend gute Erfahrungen gemacht, mit denen die ich eingestellt habe. Die letzte ist bereits Ende 50, etwas behindert. Und das ging nur, weil sie genau aus meiner Branche kommt, sich nicht lange einarbeiten mußte, und keine besonderen Ansprüche gestellt hat.
Ich habe auch jüngere Leute dabei, denn wenn ich selbst in ein paar Jahren in Rente gehe, wie soll ein Nachfolger die Firma weiterführen, wenn fast alle mit mir gehen! Aber in Sachen Zuverlässigkeit, gleichbleibendem Arbeitseinsatz, sind die älteren im Schnitt überlegen.
Aber weshalb ist denn mit 51 so schwer, eine neue Stelle zu finden? Es muß wohl so sein, denn ich bekomme viel mehr Initiativbewerbungen von älteren als jüngeren. (und insgesamt viel mehr Bewerbungen als gelegentlich mal eine Stelle zu vergeben ist, tut mir aufrichtig leid für alle tüchtigen Bewerber, die ich nicht einstellen kann)
Also bei vielen Bewerbungen kann ich nur den Kopf schütteln. Das fängt an mit einer wunderschönen abgeschriebenen Standardbewerbung, deren Text ich oft schon wiedererkenne. Man suche genau eine Firma in dieser Branche und dieser Größe sei so motiviert usw...- passt eigentlich immer. Aber mal auf unsere Homepage schauen, die Größe und Branche nennen, konkret die Erfahrungen rausstellen, die man meint die gerade passen. Da hört es oft schon auf bei mir.
Also jetzt der konkrete Rat: Mit über 50 noch 2 Jahre sich einarbeiten wollen und 5 teure Kurse brauchen, ist nicht. Und drauf pochen: "Ich hatte 20 Leute unter mir" ist auch uninteressant. Und mehr Anforderungen als die Stellen, die schon lange da sind und mir zur Seite gestanden haben, wenn es mal nicht gut lief, ist auch nicht. (Bei jüngeren genauso wenig, aber die kommen seltener mit so was)
Als fairer Unternehmer würde ich auch einer älteren neuen geben, was recht und billig ist - denn früher oder später tauscht sie sich ja doch mit den anderen aus.
Nur wenn ich lese:Kaderstelle, Führungskraft - tja, vielleicht besser nicht Ausbildungen verschweigen, zumindest nicht die, die zur Branche passen, sondern diese Begriffe vermeiden. Bei der Bewerbung zumindest. Einmal eingestellt, hat sicher niemand was gegen Leistung.
Führungskraft hat manchmal schon einen leicht negativen Touch, da denke ich fast an Vertreterkolonnen an der Grenze der Seriosität. Aber Kaderstellung? Igitt, igitt, das klingt ja als will jemand nur einen Posten, auf dem er fest sitzt.
Besser die Eignung für die konkrete Aufgabe rausstellen.
Und dann zur richtigen Zeit da sein. Vielleicht gemein, das letztere, aber es ist so. Die älteren, die ich in den letzten Jahren eingestellt habe, hatten sich gerade irgendwie beworben, und es mir erspart, erst bei der AA Bescheid zu sagen.
Wie man das macht? Tut mir leid, ich weiß es nicht, aber es war so,
(Und ich habe auch dieses Jahr keinen Personalbedarf, weder für eine 51 jährige Frau noch für einen 29 jährigen Mann. Tut mir leid für alle, die zu Weihnachten immer noch ohne Arbeit sein werden)