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Beitragvon Strippe » 29.10.2011, 23:37

Ich hatte es gerade letztens bei einem Treffen innerhalb unserer Regionalgruppe wieder hören müssen:
Ein Ehepaar hatte eine Familie gegründet, ein Haus gebaut, Kinder groß gezogen die nun nach Volljährigkeit oder später das Haus der Eltern verliessen.
Danach war Funkstille, die Eltern alleine, dann Ehesstress > Trennung > Scheidung.
So hielten Ehen keine 25 Jahre bis zur Silberhochzeit.
(Bei meinen Eltern war das allerdings fast genauso gewesen, aber wir Kinder hielten gegenan)
Meine frühere Ehefrau( 1Kind) trennte sich auch nach 24 Jahren von ihren ersten Ehemann, und andere die ich kenne auch.

Woher kommt das ?
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Beitragvon Joschisxp » 30.10.2011, 0:04

Hallo Strippe,

Theorien habe ich schon, aber mein Wissen dazu hält sich in Grenzen.

Als die Kinder aus dem Haus waren, da musste ich immer noch arbeiten und meine Frau hat nach neuen Zielen gesucht. Sie hat sie gefunden, aber wir haben uns unterwegs verloren.

Ich habe meinen Frieden damit gemacht, weil ich hier bei 50plus meine Traumfrau getroffen und damit keinen Anlass zur Ursachenforschung mehr habe :-)

Grüße aus Berlin

Joschi
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Beitragvon Silverstar19 » 30.10.2011, 1:00

Joschisxp hat geschrieben:Hallo Strippe,

Theorien habe ich schon, aber mein Wissen dazu hält sich in Grenzen.

Als die Kinder aus dem Haus waren, da musste ich immer noch arbeiten und meine Frau hat nach neuen Zielen gesucht. Sie hat sie gefunden, aber wir haben uns unterwegs verloren.

Ich habe meinen Frieden damit gemacht, weil ich hier bei 50plus meine Traumfrau getroffen und damit keinen Anlass zur Ursachenforschung mehr habe :-)

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... jeder, der sich irgendwann bindet ... meint die Traumfrau oder den Traummann gefunden zu haben .... das wird auch einige Jahre so sein ... ob das nach 25 Jahren oder mehr auch noch der Fall ist entscheiden Faktoren, die zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht relevant sind ....
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Beitragvon Renate17 » 30.10.2011, 3:38

Strippe hat geschrieben: [. . .]
Ein Ehepaar hatte eine Familie gegründet, ein Haus gebaut, Kinder groß gezogen die nun nach Volljährigkeit oder später das Haus der Eltern verliessen.
Danach war Funkstille, die Eltern alleine, dann Ehesstress > Trennung > Scheidung.

Woher kommt das ?


Ich denke die Ehe war schon vorher, na ja vielleicht nicht "kaputt" aber verbraucht, verlebt. Die Eheleute haben vielleicht über's Hausbauen-Kindergroßziehen-Beruflichetablieren "vergessen" dass sie ein Ehepaar sind, und keiner hat es gemerkt. Ein Paar das sich gegenseitig geheiratet hat, weil einer den anderen liebte!, sie also ein Liebespaar sind. Oder zumindest mal waren. Das geht im Haus-Kinder-Berufs-Aufbau-Alltag schon mal unter. Wenn die beiden nicht ganz bewusst und geplant Zeit, Ruhe und Freiräume dafür einplanen und -bauen.
Das geschieht meiner Vermutung nach sehr viel häufiger als manche -auch "Noch"-ehepaare- glauben. Und da gegenzusteuern erschöpft sich ja nicht in An Hochzeitstag denken, überraschend mal "nur so" Blumen mitbringen oder den heimkehrenden Mammutjäger nur mit der Cocktailschürze bekleidet und einem vorbereitetem Candlelightdinner zu erwarten. (Das dann hoffentlich kalt und zum Frühstück verzehrt werden muss)

Die viel größere Herausforderung muss ja jeder der beiden bei, mit und letztlich auch für sich selbst bewältigen. Reflektieren *des eigenen Verhaltens *erlebter Situationen *wiederkehrender Verhaltensweisen, Humor, Introspektionsfähigkeit, "Einen Schritt zurücktreten und die Situation von außen betrachten können" Humor, Kritikfähigkeit, ein Schuss Selbstironie, Vertrauen in die grundsätzliche Bereitschaft des Partners und Humor halte ich hier für die Zauberworte.
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Beitragvon Renate17 » 30.10.2011, 3:53

Strippe hat geschrieben: [. . .] (Bei meinen Eltern war das allerdings fast genauso gewesen, aber wir Kinder hielten gegenan) [. . .]
Hallo Strippe,
das interessiert mich jetzt aber. Meinst du damit, dass "ihr Kinder" die Ehe eurer Eltern "gerettet" habt? Oder habt ihr ihnen "verboten" sich zu trennen?
Das würde ich gern wissen, ob du es erzählen magst musst du wissen.
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Beitragvon schorses » 30.10.2011, 8:11

Kinder groß Ehe kaputt
Das mag durchaus in manchen Ehen so sein ich habe auch schon von Fällen gehört wo noch Silberhochzeit gefeiert wurde und Er dann gesagt hat und Tschüss ich habe keine Lust mehr oder umgekehrt
Für meinen Teil kann ich nur sagen es geht auch anders. Solange die Kinder im Haus waren ( 3 ) haben wir vielfach für die Kinder gelebt. Sorge um Schule, Ausbildung erster Liebeskummer usw Papa und Mama waren da für alles.
Nachdem wir alle mehr oder wenig auf eigene Füße gestellt hatten haben wir für uns gelebt, andere Urlaube, andere Freizeit. Die Enkel durften gerne kommen aber nur dann wenn wir es wollten, wir waren keine Bewahrstation.
Ich kann nur sagen wir waren bis zum Tod meiner Frau kurz vor unserem 40. Hochzeitstag nicht immer einer Meinung aber wir waren Glücklich, weil wir füreinander da waren.
Jetzt mit meiner neuen Partnerin haben wir zwar keinen Trauschein aber wir sind wieder für einander da
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Beitragvon Susanne2009 » 30.10.2011, 8:45

hallo Strippe,
ich kann mich da nahtlos in deine Sammlung einreihen. Ein halbes Jahr vor der Silberhochzeit, Haus ok, Kinder groß, Firma aufgebaut, war die Ehe am Ende.
Gründe hierfür, manche wurden schon genannt, gibt es viele. Bei uns kam noch dazu, dass sich die Zukunftsvorstellungen recht unterschiedlich entwickelt hatten. Während es mir genug gewesen wäre, den letzten Lebensabschnitt endlich etwas ruhiger zu verbringen und, wie Schorsches schreibt, füreinander da zu sein, packte meinen Gatten eine regelrechte Torschlußpanik, die er unbedingt ausleben mußte. Dass ich dies nicht mitgetragen habe, wirft er mir heute noch vor. Soweit ging mein füreinander dasein wollen einfach nicht. Meine Lehre daraus: Jedes Paar sollte ab und zu mal abklären, ob die Lebensvorstellungen noch zueinander passen.Wenn ja, können viele Probleme gemeinsam bewältigt werden. Wenn nein, muß jeder seinen Weg gehen.
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Beitragvon ginger_55 » 30.10.2011, 9:16

Man verliebt sich, man heiratet, es kommen Kinder und ist spätestens ab da damit beschäftigt, für die Kinder zu sorgen, das Nest komfortabel zu machen - kurzum ein ganz natürlicher Werdegang, der einen stark in Anspruch nimmt. Es gibt auch immer was zu reden...

Dann sind die Kleinen flügge und fliegen aus. Ruhe kehrt ein und die kann erdrückend sein. Worüber soll man jetzt noch reden? Und diese Ruhe erinnert uns wieder daran, dass wir ja auch noch da sind, uns noch nicht sooo alt fühlen. Da kommt oft das Gefühl - ich habe was verpasst, ich muss noch was erleben, das kann doch nicht alles gewesen sein...und genau das ist der Moment, in dem die Weichen gestellt werden, man die Wahl hat - an seiner Ehe zu arbeiten. Ein Miteinander mit dem Partner wieder zu finden. Auf einer neuen Basis - oder eben getrennte Wege zu gehen.

Früher arrangierte man sich, Scheidung war schwer, die Frau oft die Dumme, also litt sie lieber und wahrte den Schein. Heute ist das anders, aber ist es besser?

Viele orientieren sich neu, sind anfangs schwer verliebt - nur - um nach einer Weile festzustellen, der oder die ist ja noch schlimmer oder im besten Fall nicht besser als das, was man hatte.
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Beitragvon Joschisxp » 30.10.2011, 10:04

Silverstar19 hat geschrieben:
Joschisxp hat geschrieben:Hallo Strippe,

Theorien habe ich schon, aber mein Wissen dazu hält sich in Grenzen.

Als die Kinder aus dem Haus waren, da musste ich immer noch arbeiten und meine Frau hat nach neuen Zielen gesucht. Sie hat sie gefunden, aber wir haben uns unterwegs verloren.

Ich habe meinen Frieden damit gemacht, weil ich hier bei 50plus meine Traumfrau getroffen und damit keinen Anlass zur Ursachenforschung mehr habe :-)

Grüße aus Berlin

Joschi



... jeder, der sich irgendwann bindet ... meint die Traumfrau oder den Traummann gefunden zu haben .... das wird auch einige Jahre so sein ... ob das nach 25 Jahren oder mehr auch noch der Fall ist entscheiden Faktoren, die zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht relevant sind ....


Damit könntest Du Recht haben. Mit fast 60 Jahren wären weitere 25 für mich schon ein wunderbares Geschenk.

Es kommt hinzu, dass natürlich jede neue Beziehung der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung ist. Und ich bin froh darüber, dass ich mir diesen Glauben erhalten kann. Schließlich ist jeder Tag in einer liebevollen Beziehung ein Gewinn.Wer mit Skepsis in die neue Beziehung startet, der sucht nach Haaren in der Suppe, in der es ja vielleicht wirklich keine gibt.
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Beitragvon Arabell » 30.10.2011, 10:19

Ich kenne das auch - ein Paar - nach Aussen funktionierend -
der Saal für die Silberhochzeit war schon bestellt.
Dann kam der ganz grosse Knall. Sie zog aus und zu einer wesentlich jüngeren Liebe.

Könnte sein, es gibt so eine Art "Schallgrenze". Manche Frau um die 50 wacht auf
aus irgendwelcher Tristesse, und zieht die persönlichen Konsequenzen.
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Beitragvon Sigrit2011 » 30.10.2011, 10:26

ginger_55 hat geschrieben:Viele orientieren sich neu, sind anfangs schwer verliebt - nur - um nach einer Weile festzustellen, der oder die ist ja noch schlimmer oder im besten Fall nicht besser als das, was man hatte.



Dieser Satz tut gerade meinem verletzten Ego sehr gut.....oder die ist ja noch schlimmer.....obwohl mir bewusst ist, dass ich mir damit selbst nichts gutes tue.

An der Ehe arbeiten - das ist eine schöne Vorstellung, doch klappt das auch in der Realität? In meinem Fall hat das nicht geklappt, ich hatte es probiert, doch ich wußte nicht wie ich das hätte umsetzen können, was mir die Fachleute vorgeschlagen hatten. Heute sehe ich das so, dass die Trennung für unser beider Gesundheit nötig war. Ich wäre allerdings nie gegangen, ich hätte es vorgezogen zu sterben, für mich gab es daher nur diesen einen Weg, mich verlassen zu lassen, ja heute kann ich schon sagen, danke, dass du mich verlassen hast, obwohl es doch sehr schmerzhaft war.

Heute weiß ich, dass ich mich innerhalb der Beziehung nie hätte so kennenlernen können, wie ich es jetzt ohne die Beziehung kann. Ich hatte mich in der Beziehung verloren. Ich hatte meine Identität verloren, ich war kein Gegenüber auf Augenhöhe. Daran arbeite ich heute.

LG
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Beitragvon tigi9909 » 30.10.2011, 10:31

Eine Unzahl von Ehepaaren trennen sich erst, wenn die Kinder aus dem Haus gegangen sind, obwohl sie insgeheim schon lange mit dem Gedanken 'Trennung' spielen. Für das Umfeld ist das dann der große Schock. Meine Kinder waren in der Pubertät, als ich die Ehe nicht mehr ertragen konnte und aus unserem gemeinsamen Haus auszog.

Ein Ehepaar, beide um die 90 Jahre, kommen zum Scheidungsanwalt und wollen sich scheiden lassen. "Warum das denn, jetzt, in Ihrem Alter", fragt der Anwalt.
Antwortet das Ehepaar: "Wir wollten warten, bis die Kinder tot sind." :lol: :lol:
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Beitragvon Stefanie54 » 30.10.2011, 10:36

Meine ehe scheiterte am alltag, darum habe ich mit meiner großen liebe, dem mann, den ich 1989 kennenlernte, mit dem ich ein gemeinsames kind habe, nie den alltag leben wollen.

Wir wohnten und wohnen immer noch nur wenige minuten voneinander entfernt und haben 10 jahre eine für mich superschöne wochenendbeziehung gelebt.

Die beziehung ist gescheitert, weil ich diese "alltagsangst" habe, mein partner wollte mich heiraten und mit seinem sohn und mir zusammenleben.....

....ich brauche wohl dieses "dauerverliebtsein"....
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Beitragvon scherzkeks77 » 30.10.2011, 11:10

"Einen Schritt zurücktreten und die Situation von außen betrachten können" Humor, Kritikfähigkeit, ein Schuss Selbstironie, Vertrauen in die grundsätzliche Bereitschaft des Partners und Humor halte ich hier für die Zauberworte.


gefällt mir einfach, was Du da schreibst, Renate
Dein letztes Thrma kommt mir wieder in den Sinn
Es muß doch einfach irgendwas geben - wurde ja leider zerredet, schade drum
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Beitragvon Snoopy_ » 30.10.2011, 12:25

ein Rezept habe ich leider auch nicht ...
bei uns hatte es einfach von Anfang an funktioniert, auch als unsere Kinder geboren wurden, flügge wurden und ausflogen -
also ich weiss aus eigener Erfahrung wie schön das Zusammenleben ist, und dass es das wirklich gibt ....
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