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Beitragvon flamme_im_wind » 27.12.2011, 16:08

Merkwürdig und doch wahr, zu Weihnachten weinen sehr viele Menschen.
Das Fest der Liebe entdeckt häufig dass die Liebe fehlt.
Ich würde hier gerne einige Geschichten hier sammeln, die davon erzählen.
Wer hat Lust mitzumachen?
Müssen ja nicht die eigenen Geschichten sein, sondern können auch von anderen Menschen erzählen. Damit vielleicht im nächste Jahr Weihnachten, das Fest der Liebe werden kann :wink:
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Beitragvon Skippo » 27.12.2011, 19:48

Etwas spät, aber eine Anregung für`s nächste Jahr:

Weihnachtsbescherung bei der "Tafel" für unsere lieben Hartzis.
Kellnern an der Festtafel für die nicht sesshaften Bürger unseres Landes
Besuch in der Feuerwache bei den Diensthabenden mit "Buntem Teller"
Geschenktüten für den Bereitschaftsdienst auf den Krankenstationen verteilen.
Mit den Seeleuten der Seemannsmission Weihnachtslieder singen.
Den bettlägerigen Nachbarn ein Weihnachtsständchen bringen.

Wenn das erledigt ist, dürft ihr euer eigenes Schicksal bejammern.
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Beitragvon wildcat » 27.12.2011, 20:13

Ich weiß nicht, ob er geweint hat, aber ich glaub schon , das er sich sehr einsam gefühlt hat:
Ich kenne ihn, er hat 5 Kinder, aber sie leben nicht bei ihm, denn er ist Alki,schon seine Eltern waren es und er kam auch dazu, hatte ja auch wenig Möglichkeit, andere Problemlösungen zu lernen. Okay, die Frau starb, die Kinder kamen weg und er hat alles weiter ertränkt. Immer wieder versucht , es anders zu machen, aber die Kraft reichte nicht. seit 6 Monaten obdachlos, keine Adresse und so auch keine lästige Post miit den Forderungen aus allen Ecken, mit den Anzeigen wegen kleiner Vergehen im Suff. Dann, anfang Dez. haben sie ihn einkassiert und er sitzt in Beugehaft, kein Geld, kein Handy, also Brief an die Pflegemutter, das das mit dem Besuchskontakt nicht klappen wird,das die Kids sich keine Sorgen machen sollen, wenn keine Post kommt.
Wir schreiben ihm, schicken Tage später ein Päckchen zu Weihnachten. Der Brief kommt zurück, Päckchen auch. Warum:? Der Brief kam in die alte Haftanstalt, aber man hatte ihn verlegt.
Das Päckchen hatte nicht den besonderen Aufkleber, den es haben muss. So blieb ein Papa ohne Post seiner Kids, ohne ein Lebenszeichen weil am die Post nicht weiterleitet für Knastis, weil päckchen wohl gefährlich sind, wenn der Aufkleber nicht drauf ist. Anrufen können wir auch nicht er hat ja kein Handy ( ist im Päckchen)
Okay, wir können ihn besuchen fahren, aber das will ich für Kids und Papa nicht, ihn da zu sehen.
Ja er ist selber Schuld werden jetzt viele sagen, aber wer von uns macht nicht selbst immmer wieder die doofen gleichen Fehler, nur die haben ja nicht solche Konsequenzen.
Er hat mich oft geärgert und genervt, wahrlich, aber das hat er auch nicht verdient, besonders nicht in dieser Zeit hätten die Leute da in den Haftanstalten mal etwas mitdenken und fühlen sollen und können. :( .
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Beitragvon Sonny19 » 27.12.2011, 20:55

@flamme_im_wind


Sich hier mit Geschichten von Menschen zu beschäftigen, die Weihnachten weinen, weil sie gerade dann merken das Liebe in ihrem leben fehlt, ist schon eine Herausforderung.

Die ersten Reaktionen zeigen schon, dass es wieder um die geht, die irgendwie nicht an einem reich gedeckten Tisch sitzen und Unmengen von Waren austauschen.

In unserer Zeit fehlt es immer und überall an Liebe. 

Das "Fest der Liebe" ist doch recht aufgesetzt. 
Liebe gebe ich  immer.
 
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Beitragvon flamme_im_wind » 27.12.2011, 21:10

Auf die Idee mit dem Kummerkasten, kam ich als mir heute eine ältere Frau von Ihrem Kummer erzählte.
Sie hatte sich Jahrelang um andere Menschen zu Weihnachten gekümmert, denen es "schlecht" ging.
Dieses Jahr konnte sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und plötzlich spürte sie ihren Schmerz und fing an zu weinen. Nach ihrer Erzählung fast den ganzen Tag.
Ich glaube nicht dass sie sich bemitleidete, sondern glaube eher dass diese Tränen von ihr angestaut waren, weil sie sich immer mit anderen Aufgaben beschäftigte um nicht ihren eigenen Schmerz zu spüren.
Sie erzählte mir anschließend, dass sie es als Erleichterung empfunden hat, mal wieder weinen zu können und sich jetzt wieder kraftvoller und liebenswerter fühlte.
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Beitragvon Juergen » 27.12.2011, 21:24

Treffer!
Wer sich hier ein wenig umsieht, wird sehen das ich als Neuer ziemlich aktiv war -und sicherlich auch bleibe-. Nach vielen Jahren erlebte ich Weihnachten erstmals alleine. Hat sich so ergeben.

Trennung (in aller Freundschaft!), Kinder erwachsen und weit weg lebend.
Irgendwie haben sich keine persönlichen Kontakte gefunden.
Nicht zu den Kindern, Enkeln oder sonstigen Familienmitgliedern.
Vorab habe ich mich über die freien Tage zur alleinigen Verfügung gefreut.
Danach empfinde ich es wie einen heftigen Tritt in meine Seele.

Um alleine zu sein ist Weihnachten der völlig falsche Zeitpunkt!
Als Familienmensch prallt das ganze Paket an Erinnerungen auf einen herein.
Noch letztes Jahr als Weihnachtsmann für die Enkel. Das Kostüm war mächtig schwitzig.
Jahre davor als besorgter Papa: Funktionieren alle Geschenke, keine Batterien vergessen, alle gerecht beschenkt, bis in die Nacht gebastelt,eingepackt und dekoriert . .

Völlig bescheuert habe ich bis zum 1. Weihnachtstag auf "Normal" geschaltet.
- 4 Kg Kartoffelsalat und 2 Kg Nudelsalat zubereitet (kann ich wirklich gut)
- Wie "immer" den Kühlschrank vollgepackt
- Lichterkette und Deko plaziert
- weitere Aktivitäten verschweige ich lieber . .

Irgendwann gegen 22 Uhr am Heiligabend kam der erste Verdacht das diesmal alles anders ist.
Müde von den Vorbereitungen ging ich schlafen. Am 1. Feiertag war ich gegen 4:30 Uhr fertig mit schlafen. Für Anrufe die falsche Zeit also den Blick in die Glotze. Nach 3 Stunden zappen bin ich
leicht eingeschlafen. Das Telefonklingeln weckte mich. Spontane Freude, ich wurde nicht vergessen.
Die nette Dame aus Gießen entschuldigte sich für die Fehlverbindung.
Irgendwie verging dann auch der 2. Feiertag.

Unbewußt und gleichermaßen unschuldig treten die Kollegen am folgenden Arbeitstag nach:
" . . Ach ja du bist wieder alleine, Wie war dein Weihnachten . ."
Nach der Arbeit habe ich meine kleine Weihnachtsdeko vollständig entfernt.

Es verbleiben vielleicht für die geneigten Leser(innen) Fragen
- Was wurde aus der Unmenge an Salaten?
- Wie geht es mir "danach"?

Antwort: Jungs weinen nicht, -KEINESFALLS-
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Beitragvon flamme_im_wind » 27.12.2011, 23:19

Juergen hat geschrieben:Treffer!


Antwort: Jungs weinen nicht, -KEINESFALLS-



Sicherlich auch mutig...Danke für so viel Ehrlichkeit.. wenn nicht geweint wird... wird doch auch meistens nicht darüber gesprochen!
Ich glaube auch dass es vielen so geht, wie du es beschrieben hast,wenn man an den Weihnachtstagen das erstemal alleine ist und sich nicht in "blinden Aktivismus" stürzen kann.
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Beitragvon einatmenausatmen » 28.12.2011, 0:24

Juergen
Kann mir immer nicht vorstellen daß man nach einer (freundschaftlichen!!) Trennung keinen Kontakt mehr hat, zu keinem der Familie. Daß sich niemand meldet an Weihnachten, daß ich mich bei niemandem melde.
Was muß da passiert sein um so ein Verhalten zu verstehen???
was heute zu tun ist : einatmen -ausatmen -

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Beitragvon Lesezeichen » 28.12.2011, 0:43

In meinem ganzen Leben habe ich eine einzige Weihnacht allein verbracht.
Ja, natürlich, es war das schlimmste Weihnachtsfest meines Lebens.
Ich habe alles gehasst, die wunderschönen Dekorationen, die strahlenden Gesichter.
Den Duft nach Gänsebraten in meinem Haus der aus der Nachbarwohnung drang.
Weihnachstmucke im Radio.
Anrufer die mir gutmeinend ein Frohes Fest wünschten.... u.s.w. :(

Aaaaber.
Warum springt uns all dieses nur an Weihnachten so an?
Warum fühlen wir uns da so besonders alleine.
Warum sind nur an Weihnachten die Herzen so weit und die Arme offen?
Und auch so manche Geldbörse?
Warum falle ich manchen Leuten nur dieses einzige Mal im Jahr ein?
Aus welchem Grund wird in der Weihnachtszeit so viel zu Spenden aufgerufen?

Sorry, mein Beitrag passt vielleicht nicht wirklich zum Thema, aber das fiel mir
gerade mal so ein.
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Beitragvon Lorelei2011 » 28.12.2011, 0:45

Hallo, habe alle Eure Kommentare gelesen. Zu Jürgen kann ich nur sagen, daß es mir fast genauso erging. An solchen Festtagen lernt man seine Kinder und sein Umfeld sehr gut kennen. Habe selbst 5 Kinder, am Jahresanfang eine sehr schmerzliche Trennung erlebt und am Weihnachtstag waren lediglich 2 Kinder anwesend, die mich rührend trösteten. Am nächsten Tag war ich wieder allein und die Tränen waren an diesem Tag mein Begleiter. Ja, an solchen Festtagen empfindet man das Alleinsein noch schlimmer als sonst. Ich glaube auch, Menschen die solche Tiefen im Leben noch nicht erlebt haben, können das alles gar nicht nachempfinden.
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Beitragvon Ragusa » 28.12.2011, 1:20

@Juergen ..... "Trennung (in aller Freundschaft!), Kinder erwachsen und weit weg lebend.
Irgendwie haben sich keine persönlichen Kontakte gefunden.
Nicht zu den Kindern, Enkeln oder sonstigen Familienmitgliedern".


Also, ich versuche vieles zu verstehen, aber das versteh ich nun überhaupt nicht! Leider hört man nur Deine Geschichte. Interessieren würde mich, was Deine Familienmitglieder dazu sagen oder wie sie Dich sehen. Sorry, ich kanns nun nicht nachvollziehen.
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Beitragvon Uschi1948 » 28.12.2011, 1:37

Ragusa hat geschrieben:@Juergen ..... "Trennung (in aller Freundschaft!), Kinder erwachsen und weit weg lebend.
Irgendwie haben sich keine persönlichen Kontakte gefunden.
Nicht zu den Kindern, Enkeln oder sonstigen Familienmitgliedern".


Also, ich versuche vieles zu verstehen, aber das versteh ich nun überhaupt nicht! Leider hört man nur Deine Geschichte. Interessieren würde mich, was Deine Familienmitglieder dazu sagen oder wie sie Dich sehen. Sorry, ich kanns nun nicht nachvollziehen.


@Jürgen,
dass verstehe ich auch nicht so ganz.
Bei "Trennung in aller Freundschaft" würde ich als Mutter dafür sorgen, dass die Kinder gefälligst ihren Vater nicht vergessen.
Wobei ich da eh nicht mitreden kann, mein Sohn würde mich nie vergessen.
Und sollte er mal mit einer Freundin über die Feiertage verreisen wollen, ist doch o.k., dann wird eben vor oder nachgefeiert. :D .
Vielleicht habe ich ja auch Lust mal über die Feiertage zu vereisen (wenn er nicht mehr Single ist :mrgreen: ), dann wird das genauso gemacht.

Aber mal eine ehrliche Frage, warum hast Du nicht angerufen und gesagt/gefragt "Kinners ich habe Berge von Salat gemacht, ich freu mich wenn ihr zum essen kommen würdet"??
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Beitragvon Nachteule1956 » 28.12.2011, 2:09

und manchmal kommen zu Weihnachten alte Erinnerungen oder gar Wunden wieder zum Vorschein:

Vor fast 30 Jahren kam ich nach längerer beruflicher Abwesenheit am Heiligabend heim.
Ich war im Außendienst und immer und ständig irgendwo unterwegs.
Endlich daheim stellte ich erstaunt fest schon ausgezogen worden zu sein......sprich mein Nachfolger hatte sich schon seit einiger Zeit eingelebt.
Ich packte meine Habseligkeiten die es mir Wert waren ins Auto und fuhr davon.

Das ist lange her, meine ehemalige ist inzwischen leider verstorben. Wir hatten zum Schluß ein wirklich freundschaftliches Verhältnis, darüber bin ich bis heute froh.

Und gestern geschah es dann:
Mit meiner Dame und einem guten Kumpel waren wir auf einem Konzert in Bremen, hatten ein Hotel gebucht und wollten am Nachmittag nur die Schlüssel holen.......steht an der Rezeption ein Kollege mit seinen Koffern.
Ich dachte noch daß er ja eigentlich den Rest des Jahres frei hat......aber dann erzählte er von Streit und Stress an den Feiertagen und seiner endgültigen Trennung von der Familie......

Es geschieht immer wieder in den ach so tollen Jobs, Außendienst, Montagen und was weiß ich,
die ständige Abwesenheit und Trennung von der Familie führt oft zum Auseinanderleben und schlußendlich zum Bruch......da hilft kein gutes Einkommen und nicht alle Vorzüge die der Job zu bieten hat........

Irgendwie habe ich solche Trennungen zu oft gesehen und das Leiden der Betroffenen auf beiden Seiten miterlebt......

Mich macht es immer wieder nachdenklich und traurig.

lG Hannes
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Beitragvon Biggi. » 28.12.2011, 2:55

Ich habe hier jetzt mal etwas gelesen. Und das, was Lesezeichen schrieb, erinnerte mich an einen Spruch, der vor ein paar Tagen auf meiner Startseite war.

Wenn Weihnachten das Fest der Liebe ist, warum ist dann Weihnachten nur an Weihnachten?

© Engelbert Schinkel (*1959), einfühlsamer Seelenfärber
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Beitragvon roxanne48 » 28.12.2011, 8:06

Die Berge Salat hat Jürgen doch sicher für diese Dame aus Gießen gemacht oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
Dieses Jahr fehlten bei mir 2 Personen zu meinem jährlichen Weihnachtsmenü. Sie konnten nicht mehr daran teilnehmen, weil sie ihr Heilig Abend Menü in einer anderen Dimension einnehmen.
Traurig ja, geweint wird nicht nur zu Weihnachten. :(
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