Schon der olle Shakespeare wußte: "Will doch alle Lust Ewigkeit"
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Und es ist ja auch ein stückweit verständlich; jeder Mensch möchte die Dinge, die ihm besonders
am Herzen liegen, bewahrt wissen.
Aber ich dachte eigentlich, dass spätestens unsere Generation es besser wissen müsste.
Der Schwindegger hat doch mal so schön Heraklit zitiert "Alles fließt" und genau
das ist es, auch in der Literatur.
Allein schon durch den Sprachgebrauch aber natürlich auch durch die Sujets, die die jeweiligen Generationen
am meisten umtreiben.
Und ich muss sagen, ich will ja
wirklich niemanden auf die Schleppe treten, aber dieses gebetsmühlenartige
Alte-Kultur-verschwindet-Gejammer ist mir schon vor vierzig Jahren auf die Nerven gegangen und die Argumente
sind seitdem auch nicht besser geworden.
Warum ist es so schwer, einzusehen, dass sich bestimmte Formen der Übertragung von Botschaften geändert haben
(und nichts anderes ist Literatur), einige Botschaften nicht mehr so wichtig sind, andere dafür hinzu gekommen sind,
weil eben bedeutungsvoll für unsere Zeit. Und einige werden eben auch gar nicht mehr gebraucht und verschwinden somit.
Die Kiddies brauchen keinen Werther mehr, die haben das Leben, die Texte und (leider) den Tod von Kurt Cobain.
Und wo ist der Unterschied von Shakespeare's "Romeo und Julia" am Theater, Bernsteins "West Side Story" als
Musical und "Romeo und Julia" als Film mit Leonardo Di Caprio ???
Warum sollte die Vermittlung der Schlacht bei den Thermopylen im Geschichtsunterricht besser sein als durch den Film "300" ?
Ich finde es definitiv nicht tragisch, dass in der Schule nicht mehr soviel (deutsche?) Klassik vermittelt wird. Im Gegenteil,
mir wird immer noch viel zu viel mit Uralt-Texten rumgeschwurbelt, statt sich mit zeitgenössischer Literatur zu befassen.
Was ist verkehrt an Auster, Boyle, Bellow, Roth, Hornby etc. ganz zu schweigen von anderen internationalen Autoren?
Die Lehrer stehen ohnehin heute vor der schweren Aufgabe, in einer viel zu knappen Zeit viel zu viel vermitteln zu müssen.
Da bleibt ihnen doch nur, zu selektieren. Und da ist es mir doch lieber, sie schaffen es durch die Bearbeitung moderner
Literatur die Lust an der Literatur überhaupt
erst mal zu wecken, als den Kiddies mit altertümlichen Texten die Literatur
gleich zu Anfang gründlich zu verleiden. Alles andere kommt dann von allein; je nach Gefühl und Wellenschlag.
Und die Klassiker werden schon nicht untergehen. Es wird immer Menschen geben, die Homer, Villon, Goethe etc. lesen und lieben.
Also gemach - der Untergang des Abendlandes steht auch morgen noch nicht auf der "To-do-Liste"***evilgrin***
Gruß Stateira
PS:
***** Nein, das ist nicht
originär von Nietzsche, sondern aus einem Fragment von WS.