von BayWaSeppele » 13.10.2010, 22:01
Tschuldigung, liebes Spinnlein, aber das was du da zum Besten gegeben hast, würden meine Italiener nicht mal auf den Teller auftun, geschweige denn essen.
Risotto habe ich bei verschiedenen Verwandten gegessen und einigen Damen durfte ich auch bei der Zubereitung zusehen.
Risotto wird immer in einer hochwandigen Pfanne/Casserole zubereitet.
Nach dem erwärmen der Casserole wird in aller Regel zuerst etwas Olivenöl in die Pfanne gegeben. Dann folgen in aller Regel fein geschnittene Schalotten oder Zwiebelchen und so manches Mal auch ein wenig Knoblauch.
Dann folgt der Risotto aus der Region Vercelli. Der riso muss knistern in der Pfanne, dann wird mit Gemüse- oder Fleischbrühe ein erstes Mal abgelöscht.
Jetzt muss immer wieder gerührt werden, damit nichts anbrennt und der Reis gleichmässig gar wird.
Nachdem der erste Aufguss eingekocht ist, wird wieder etwas Flüssigkeit zugeführt.
Das kann jetzt Brühe sein, Mineralwasser, Wein, bis hin zum Spumante di Asti.
Wenn der Riso halb gar ist, folgen die bestimmenden Zutaten.
Pilze, Meerestiere, Fleisch, Geflügel, Gemüse, etc.
Bei manchen Rezepten werden die bestimmenden Zutaten vorbehandelt.
Zum Beispiel angebraten.
Niemals kommt ein Deckel auf die Risottopfanne, denn Risotto wird immer offen gekocht, damit die Flüssigkeit verdampfen kann und der Reis die gewünschte Bindung erzeugt.
Eine in deutschen Kochsendungen oftmals gezeigte Untugend ist das beimengen von geriebenem Parmesan zum Ende des Kochvorganges bei jedweder Art von Risotto..
Das habe ich in Italien nur dann beobachtet, wenn das Risotto käselastig war.
Eher habe ich gesehen, dass am Ende des Kochvorganges etwas Mascarpone oder frische Sahne beigegeben wurde.
Geriebener Parmiggiano stand höchstens auf dem Tisch, zum drüber streuen.
Das Faszinierende am Risottokochen ist für mich aber nicht das Nachkochen von Standardrezepten, sondern das spontane Zusammenführen von Zutaten, die sich gerade in meinem Umfeld befinden.
So kochte ich heute folgendes Risotto:
Pfanne, Traubenkernöl, viel Schalotten, Riso, Gemüsebrühe, Rieslingsekt, Hagebuttenchutney, gewürfeltes Schwarzgerauchtes von der Schweineschulter.
Zum Würzen fügte ich dem Risotto zum Schluss etwas ganz fein gehacktes, frisches Zitronengras und ein Teelöffelchen Kurkuma bei.
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