Foxifix hat geschrieben:bennoh hat geschrieben:In Berlin gibt es einige Tauschringe, scheint aber nicht so recht zu funktionieren. Wahrscheinlich liegt es an dem recht einseitigen Angebot. Handwerkliches ist meist von Damen nachgefragt. Im Gegenzug wird Kuchenbacken geboten, auch mal Stricken oder Häkeln. Was soll man mit soviel Kuchen ? Und was soll Mann mit Gehäkeltem ? Gehäkelte Topflappen sind einfach out.
Bennoh, so ganz glaube ich ja nicht dass das so läuft, welche Frau häkelt schon noch Topflappen aus lauter Langeweile, und die meisten Frauen können genausogut mit einer Bohrmaschine umgehen wie ein Mann - manchmal sogar fast besser ...
Was ich bisher über solche Tauschringe gehört habe funktioniert es allerdings wirklich meist nicht so richtig, weil oft anderes angeboten wird als man selbst möglicherweise Bedarf hat, und wenn da nicht Jemand ist, der das wirklich gut koordinert - was ja auch mit entspr. Zeitaufwand verbunden ist und unbezahlt wohl - ist die Sache ziemlich aussichtslos für alle Beteiligten, leider.
Besser eigentlich finde ich einen "Tausch" im Nachbars- und Freundeskreis, man hilft sich gegenseitig wenn Not am Mann ist, aber ohne irgendwelche Einheiten gegeneinander aufzurechnen, so hat Jeder was davon, und ab und zu setzt man sich einfach mal gemütlich zusammen.
Na ja Foxifix, es ist eigentlich nie das Problem gewesen jemanden zu finden, der das alles "wirklich gut koordiniert". Und das war auch keine unbezahlte Arbeit sondern wurde mit der Gutschrift von Talenten honoriert.
@ bennoh hat das Problem schon gut auf den Punkt gebracht. So habe ich das leider auch in Hamburg erlebt. Der größte Bedarf bestand an handwerklichen Tätigkeiten und etwas schwereren körperlichen Arbeiten wie z.B. Schlepperei beim Umzug oder Renovierungen oder schwere Gartenarbeiten. Selbst angeboten wurden in der Regel aber wirklich hauptsächlich selbstgestrickte Socken, Pullover und selbstgebackene Kuchen oder Babysitting.
Und die paar handwerklich begabten und kräftigen Männer wurden in dem von Frauen so ab 40+ dominiertem Tauschring geradezu mit Arbeitsanfragen zugeschüttet und ereichten schnell das mögliche Höchstguthaben an Talenten und wußten dann nicht, wie sie es wieder ausgeben sollten. Soooo viele Wollsocken braucht man wirklich nicht.
Fazit: Ein Tauschring kann wohl nur dann funktionieren, wenn keine Alters- und Geschlechtsstruktur zu sehr dominiert und wenn die Mitglieder aus sehr vielen unterschiedlichen sozialen Milieus kommen und sehr viele unterschiedliche Talente und Kompetenzen mitbringen.
Leider habe ich einen solchen noch nicht gefunden. Es ist wirklich schade um die gute Idee.
Luise
