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Beitragvon Heidschnucke2 » 29.11.2011, 9:31

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Eine Zeit der Besinnung? Ich habe im Forum Unterhaltung und Spiel folgende Minisaga geschrieben:

Neulich träumte ich von Weihnachten....Es war ein Alptraum. Ich sah nur Geschenke, Geschenke, Geschenke...und daneben Geschenkpapier.....Berge voll.... Niemand nahm den Kerzenschein mehr wahr. Stimmung war schon---nur keine weihnachtliche. Zum Glück war es nur ein Traum.. Ich habe mich in meine Kindheit hinein gedacht und mich erinnert.......

Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass wir Kinder uns vor der "Bescherung" baden mussten ....

Wie habt ihr als Kinder Weihnachten erlebt ?
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Heidschnucke2
 

Beitragvon flohbeisser » 29.11.2011, 12:05

@Schnucki........schönes Thema...hab auch noch mal schnell meinen kleinen Beitrag von Gestern unter "Minisagas" hier her geholt........


 ....oooohh....wie gerne erinnere ich mich an meine Kindheit...
 Weihnachten, Kerzenschein, Nase platt drücken an den Schaufenstern, Plätzchen stibitzen, heimlich im Schrank nach Weihnachtsgeschenken suchen, durchs Schlüsselloch gucken, vom Christkind träumen, heimelige Stimmung abends im Kreise der Familie ---eingebettet in Düfte wie Nelken, Mandarinen, Zimt, Glühwein, Tannen ........., Weihnachtslieder singen, Flöte spielen, kleine Weihnachtsgeschichten vorlesen.....erzählen von den Raunächten...Nikolaus, Knecht Ruprecht...Wunschzettel schreiben........
unvergessene Kindheitserinnerungen :oops:  
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flohbeisser
 

Beitragvon N_Adine » 29.11.2011, 14:36

Die Erinnerungen an meine Kindheit sind rund, warm und kuschelig;
Ich war in (m)einem „Nest“ geborgen. Die Weihnachtszeit war, wenn ich zurückdenke, immer eine ganz besonders schöne Zeit mit gemeinsam im Bett kuscheln, Geschichten vorlesen, Adventlieder singen und vieles mehr.

Jedes Jahr, wenn der Winter nahte, gingen wir Kinder Kastanien sammeln, verpackten diese dann in Säcken und brachten sie auf dem Schlitten zum Lagerhaus für die Wildfütterung. Als Belohnung gab’s ein paar Groschen dafür, die natürlich umgehend in Süßigkeiten umgesetzt wurden.

Sobald es Schnee gab, wurde die äußere Umfahrungsstraße für den Verkehr (das waren zur damaligen Zeit vielleicht 5 Autos, die da täglich gefahren sind …) gesperrt und die abschüssige Straße stand den Kindern als Rodelbahn zur Verfügung. Na das war vielleicht ein Spaß – nicht selten wurde der Schulranzen als Rodel umfunktioniert, was der Mutter meistens nicht verborgen blieb und worauf sie natürlich ordentlich schimpfte mit uns (Seinerzeit gab’s nicht jedes Jahr eine neue Schultasche – sie musste für die ganze Schulzeit brauchbar sein).

In der Adventzeit waren die abendlichen Spaziergänge mit der Mutter sozusagen das Tages-Highlight, waren doch die Auslagenfenster der Kaufhäuser (eher Krämer) mit allerhand lustigem und beweglichen Spielsachen dekoriert;
Eine Modelleisenbahn, wo die unterschiedlichsten Züge in Stationen haltmachten, in Tunnels ein- und ausfuhren, die Häuschen waren beleuchtet und auf den Bergen aus Gips lag künstlicher Schnee. Auf dem Steilhang schwebte eine Gondel bergwärts und im Tal zahlreiche Figuren, die hektisches Treiben vermittelten; jedes Jahr kamen neue Figuren dazu und so drückten wir uns an der Scheibe die Nasen platt, damit nur ja nichts unseren Blicken entging.
Nikolaus – er nickte mit dem Kopf - und Krampus – der wiederum wachelte mit seiner Rute, aus seine Putte lugten kindesgleich ein paar Puppen und seine Augen glühten immer wieder auf - begeisterten uns ebenso wie das engelhafte Christkind mit langem, wallendem, weißen Kleidchen, blonder Lockenpracht und ach so herrlichen Flügeln aus echten, flauschigen Federn – und rundherum die herrlichsten Spielsachen, Puppen – dazu die süßesten, passenden Kleidchen und Accessoires, Teddybären, Kaufmannsladen (Gott hab‘ ich mich gefreut, als der einmal für mich unterm Christbaum stand), Puppenwagen, Puppenküchen mit Minitöpfen, Tellern, Besteck und was weiß ich noch alles – unsere Augen wurden angesichts dieser Pracht immer glänzender und die Seufzer immer lauter, war uns doch bewusst, dass das Christkind nur EINE dieser wunderbaren Kostbarkeiten bringen würde können …..
Wir saugten alles förmlich ihn uns auf, um nur ja nichts zu vergessen, musste doch noch der Wunschzettel angefertigt werden, der spätabends dann ins Fenster gelegt wurde, in der Hoffnung, dass das Christkind ihn beim Vorbeifliegen finden möge und vielleicht den einen oder anderen Herzenswunsch auch erfüllte.
Der erste Blick am nächsten Morgen galt dann selbstverständlich der Fensterbank – war das Brieflein noch da, oder wusste man in der Weihnachtswerkstatt schon Bescheid über unsere Wünsche ….. Hie und da, ja nach Artigkeit unsereins, ließ uns die Mutter auch noch etwas „schmoren“ und der Brief verschwand erst einige Nächte später aus dem Fenster – unsere Mutter hatte natürlich stets eine Erklärung dafür parat – da hieß es dann … ja, ja, das Christkind hört und sieht alle deine Schandtaten – es hat sicher gesehen, wie du dies oder jenes angestellt hast oder so ähnlich – ich kann mich noch heute an das schlechte Gewissen erinnern, das sie mir damit machte. Es blieb die Ungewissheit und so gelobten wir zu diesen Zeiten hoch und heilig, dass wir im kommenden Jahr viel braver, artiger und fleißiger sein würden, wenn … ja wenn sich doch nur der eine oder andere Geschenkewunsch erfüllte ……

Die ganze Wohnung duftete den ganzen Dezember über nach herrlichen Keksen; Da wurde gebacken was das Zeug hielt, mit Marmelade zusammengepickt und mit zerlassener Schokolade glasiert; Dekoriert wurde mit halben Nüssen, Mandelstiften, buntem Streuselzucker oder Sternchen aus Marzipan.

Am Vorabend des Heiligen Abends wurden bereits meine langen Haare, die damals weit über den Allerwertesten reichten mit Klettenwurzeln gewaschen und meine Schwester drehte diese auf Blechlockenwickler (mit denen ich dann – sehr zu meinem Leidwesen - die ganze Nacht schlafen musste) zu sog. Stoppellocken – ich habe sie dafür nicht wirklich geliebt, drückten diese Dinger doch unangenehm und ziepten fürchterlich an den Haaren ….

Am Weihnachtsabend jedoch war alles Ungemach vergessen – meine Schwester (9 Jahre älter als ich) wurde abkommandiert, mich außer Haus zu unterhalten – zuerst in die Kirche zum Krippenschauen und danach ging sie mit mir ins Kino, wo zu diesen Anlässen tagsüber immer herrliche Kinderfilme gezeigt wurden und anschließend dann in die Konditorei auf einen Kakao (hieß damals noch nicht heiße Schokolade ..) und eine Cremeschnitte – ich spüre heute noch den wunderbaren Geschmack auf dem Gaumen … - für die Kinder gab’s dann stets noch ein paar Stollwerk (ich glaub, die gibt’s heute gar nicht mehr …) gratis - quasi als Weihnachtsgeschenk vom Bäcker.

Am frühen Nachmittag, der Badeofen war aufgeheizt, kam einer nach dem anderen – ich, das Nesthäkchen der Familie zuerst - in die nach Fichte duftende, schaumgefüllte, Badewanne – das Badewasser war bis zum Vater dasselbe …. für unsere heutige Jugend vermutlich ein „no go“ …

Das „Sonntagsgewand“ war bereit gelegt, der Vater glänzte seine Haar ordentlich mit Pomade und danach wenn’s draußen bereits dunkel war und ich vor lauter Ungeduld bereits von einem auf den anderen Fuß hüpfte - so gegen 17h - läutete endlich das Glöckchen und ich durfte die bis dahin versperrte Tür zum geräumigen Schlafzimmer, in dem wir alle gemeinsam schliefen und hinter der sich der hell erleuchtete Christbaum, geschmückt mit echten Kerzen, viel Lametta, Engelshaar und allerlei buntem Christbaumschmuck mit all den Geschenken befand, öffnen …

Staunend und ergriffen standen wir vor der Pracht, wir sangen gemeinsam Weihnachtslieder – jeder so gut er konnte - und wünschten uns gegenseitig frohe Weihnachten – ich durfte dann als erste die Geschenke suchen und gemeinsam öffneten wir dann vorsichtig die Packerln.

Ich war selig und meine Freude war grenzenlos, hatte das Christkind doch immer zumindest einen Wunsch von meinem Wunschzettel erfüllt …. dazu gab’s dann meist noch was „Praktisches“ oder Selbstgebasteltes – ein paar neue Stiefel, weil die alten schon etwas drückten, eine Haube mit bunter Quaste oder warme Fäustlinge, ein neues Kleid für die Puppe vom Vorjahr, ein Sessel oder eine Bank fürs Puppenzimmer(aus Kostengründen meist selbst gestrickt oder genäht von der Mutter bzw. gebastelt vom Vater) …

Beim anschließenden Weihnachtsmahl wurde viel gelacht und reichlich zugelangt, war es doch an diesem Tag außer dem Frühstück das erste Essen und so war stets auch der Hunger von uns allen schon recht groß, sodass eigentlich alles, was auf dem Tisch stand hervorragend schmeckte.
Nun konnten sich auch die Eltern entspannt zurücklehnen, sahen sie doch in unseren glänzenden Augen, dass sich all die Mühe und sehr oft auch das Zurückstellen der eigenen Wünsche gelohnt hatten … Heute weiß ich, dass meine Mutter sehr oft auf notwendige Dinge wie neue Stiefel oder einen warmen Mantel verzichtet hat und das „Alte“ halt noch ein Jahr länger seinen Dienst tun musste, nur um uns Kindern zumindest einen Herzenswunsch erfüllen zu können – sie hat sich jedoch nie darüber beklagt ….

Ja, im Überfluss lebten wir damals, Anfang der 60-er Jahre nicht – aber wir waren glücklich und unbeschwert und ich habe heute sehr oft das Gefühl, wir waren damals zufriedener als es die Kinder und Jugendlichen von heute manchmal sind …

Ich erinnere mich stets gerne an das Weihnachten von vor mehr als 40 Jahren und versuche dieses heimelige Gefühl von Weihnachten auch für meine Familie aufrecht zu halten und an meinen Sohn weiterzugeben, sodass auch er einmal seinen Kindern dieses „Feeling“ vermitteln kann und so beschließen wir mit dem gemeinsamen Gang zum Turmblasen und dem Besuch der Christmette unseren alljährlichen Heiligen Abend sehr beschaulich.

Das sind meine persönlichen Erinnerungen, Gedanken und Gefühle zur Weihnachtszeit

Wünsche allen Usern eine schöne Adventzeit
N_Adine
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Beitragvon ashoggi » 29.11.2011, 16:25

sehr schön zu lesen - ich hoffe natürlich, dass hier noch viele gute Erinnerungen eingestellt werden. Da mir heute das ins Haus flog:
Herzlichen Glückwunsch,Ihr Text wurde für ein Türchen im Adventskalender 2011 ausgewählt, vertont und wird ab dem 01.12.2011 auf unserer Webseite zu hören sein. Welches Türchen es ist, ist natürlich noch ein Geheimnis. Etwas Spannung sollte ja noch sein.

Wir hoffen, die Vorweihnachtszeit ist für Sie nicht zu stressig und Sie finden Zeit für den Adventskalender auf unserer Seite. Lassen Sie sich einstimmen auf das Weihnachtsfest und auf die Weihnachtsfeiertage 2011. Freuen Sie sich auf das gesprochene Wort aus Ihrer Feder.


Weihnachten 1949

Mein Vater war kurz vor Weihnachten aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden. Er kam für einige Zeit nach Bad Pyrmont in eine Klinik. Wir, meine Mutter, mein Bruder und ich befanden uns in der Schweiz in einem Rückwandererheim. Am Heiligen Abend sollte es das erste Wiedersehen geben und zwar am Badischen Bahnhof, direkt hinter dem Basler Bahnhof.
Jahre waren vergangen und wir hatten den Vater ewig nicht gesehen, aber ich erkannte ihn sofort. Wohl ob seiner Größe und weil er eine russische Pelzmütze trug. Das "Sich – wieder - finden" war überwältigend. Wir fanden in Lörrach in einer Bäckerei Unterschlupf. Dort gab es ein Zimmer, was zwei Betten hatte und eine Stube, in der wir sitzen konnten. Wir aßen am Heiligen Abend Schnecken, dieses süße Hefegebäck und waren selig. Zu Trinken gab es glaub ich Tee. Mein Vater hatte Geld bekommen und wollte uns etwas kaufen. Die Bäckersfrau kannte den Schuhgeschäftsmenschen und so bekam ich dann am 1. Feiertag „hohe Schuhe“ alles, was sich von Halbschuhen abhob, trug diesen Namen. Meine hohen Schuhe waren ein Vorläufer des Skischuhs und gelblichbraun. Als auch meine Mutter und mein Bruder etwas geschenkt bekommen hatten, war noch Geld über, das mein Vater für uns gedacht hatte. Meine Pelzmütze hatte eine Krempe. Die Krempe wurde aufgetrennt, das Geld dahinein getan und dann wieder zugenäht. Die Grenzkontrollen waren damals sehr streng. Die Schuhe zog ich an, da ich sie sonst nicht hätte mitnehmen dürfen. So war ich also zweifach belastet, vom Kopf bis zur Sohle, als es am 2. Feiertag durch die Kontrolle ging. Mit den Schuhen bin ich vorher schon so richtig durch den Dreck gegangen, aber sie fielen trotzdem auf – neu ist eben neu und das war zu dieser Zeit verdächtig. Auf Nachfragen des Beamten erklärte meine Mutter, diese Schuhe hätte meine Cousine geschenkt bekommen, sie hätten ihr nicht gepasst und deshalb hat sie sie mir geschenkt und dann guckte man die Schuhe noch einmal an und ließ uns schließlich gehen.
Mein Herz klopfte mir im Hals und wenn ich zurückdenke, dann war das wohl meine erste Feuerprobe.
Der Abschied vom Vater fiel uns allen schwer, bald danach wussten wir aber, dass wir am 1. Mai 1950 vereint sein würden und zwar in Hildesheim.
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Beitragvon signature » 29.11.2011, 19:29

Gefällt mir die Idee mit den Geschichten und Eure sind alle sehr schön-gerne gelesen !

Der Morgen des 24 Dezember meiner Kindheit begann immer völlig unspektakulär.
Mein Vater hatte seine graue Wollweste an und pfiff vergnügt ein Liedchen, wenn er die verstaubten Kisten mit Kugeln und Dekorationen aus dem Keller holte.
So begann Weihnachten für mich: An der Hand meines Vaters kauften wir einen
Weihnachtsbaum. Nicht so groß sollte er sein, er wurde immer auf die Ecke des schweren Eichenschreibtischs im Wohnzimmer gestellt.
Warum wir immer, wirklich immer, erst 1-2 Std. vor Verkaufsschluß den Baum kauften weiß ich
nicht. Aber ich durfte ihn aussuchen, wobei die Auswahl zu diesem Zeitpunkt nur noch klein war. Meine Wahl fiel immer auf die bescheidenste Fichte, ein dünnes Bäumchen, mit meist nur ein paar Ästen die willkürlich krumm und schief in alle Richtungen abstanden.
Mein pubertierender Bruder stellte spöttisch in Abrede, daß wir den besten Baum gefunden hatten. Aber er wurde der Schönste, jedes Jahr. Mein Vater war ein Dekorationsgenie.
Den Engel mit dem Rauschehaar durfte ich auf die Spitze setzen und gemeinsam warfen wir silbernes Lametta mit ausholender Geste auf die Zweige, bis der Baum unter der metallenden Last fast erdrückt wurde.
Meine Mutter gab sich plötzlich geheimnisvoll, schickte uns aus dem Zimmer, gleich hinaus ins Freie. Wie sind mir diese Stunden in der einsetzenden Dämmerung noch in Erinnerung. Sehe uns gut gelaunt durch den Schnee stapfen, die alten Straßenlaternen beleuchteten die Stadt, die plötzlich so still und festlich war.
Zuhause wartete meine Mutter in ihrem schönsten Kleid auf uns, köstliche Gerüche wehten aus der Küche heraus. Das gläserne Glöckchen läutete und die Schiebetür zum dunklen Wohnzimmer wurde geöffnet. Da stand der Weihnachtsbaum, mit den brennenden Kerzen strahlte er schwelgerisch glitzernd. Unter ihm stapelten sich die bunt verpackten Geschenke.
Der arg nadelnde Baum wurde immer kurz nach Sylvester auf die Straße gestellt, begleitet von dem jedes Jahr wiederkehrenden Witz meines Vater: "Tannenbaum zu verkaufen, nur einmal dran gesungen".
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Beitragvon ashoggi » 30.11.2011, 12:27

als ich ganz klein war, also vor Kriegsausbruch kaufte auch mein Vater nur im letzten Moment - da waren die Bäume dann schon runtergesetzt......
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Beitragvon Heidschnucke2 » 01.12.2011, 16:32

Schöne Beiträge von euch. Danke. Freue mich, dass Interesse besteht. So manches Ritual kenne ich auch. Zum Beispiel, dass der Weihnachtsbaum erst am Heilig Abend geschmückt wird und zwar vom Vater. Oder, dass es kein Mittagessen gab ...erst gegen 17 Uhr wurde die bei uns obligatorische Bratwurst mit Kartoffelbrei und Sauerkraut gegessen.

Und Mittagsschlaf mussten wir Kinder machen....war auch gut wegen Zeitverkürzung.... :D

Für mich war Weihnachten 1949 auch ein besonderes Weihnachten, allerdings aus anderen Gründen wie bei dir ashoggi

Die Adventszeit im Jahr 1949 war davon überschattet, dass sich eine Scharlachepidemie rasant ausbreitete. In unserer Familie traf es meine Mutti, mich und meine Schwester. Ich war gerade mal 5 Jahre alt, meine Schwester erst 2 Jahre.

Das Krankenhaus war hoffnungslos überfüllt, ständig wurden wir verlegt, wir Kinder mussten zu zweit in einem Bett schlafen, Füße an Füße……nein, nicht mit meiner Schwester, die, weil sie noch so klein war, bei meiner Mutti sein durfte…
Aber auch meine Schwester wurde immer wieder von unserer Mutti getrennt, je nach dem ob wir gerade positiv oder negativ waren…

6 Wochen war die durchschnittlich Verweildauer im Krankenhaus und behandelt wurde anfangs mit 40 Penicillinspritzen…aller 3 Stunden Tag und Nacht eine. Immer abwechselnd einmal rechts und einmal links….Wenn ich jetzt so daran denke, höre ich noch die Stimme der Nachtschwester……Heidemarie…aufwachen…und dann war es auch schon wieder passiert…..

Dann kam Weihnachten und wir konnten nicht entlassen werden. Das war traurig ….zumal wir ja auch keinen Besuch empfangen durften. So waren mein Vati , mein Bruder und meine Oma auch allein zuhause und es war auch für sie kein schönes Weihnachten.

Die Versorgungslage war auch sehr schlecht. Meine Oma hat für uns weiße Semmeln abgegeben….eine Rarität damals….

Ich weiß noch, dass ich sehr weinte, weil ich nicht zu meiner Mutti durfte. (Ich wieder negativ sie positiv oder anders herum)

Das Klinikpersonal hat sich viel Mühe gegeben, uns Kinder aufzuheitern. Es kam auch ein Weihnachtsmann und wir bekamen einen Weihnachtsteller….auf dem sogar eine halbe Tafel „richtige“ Schokolade lag….und auch kein „Pfefferkuchenersatz“….
Und dann kam das Schönste für mich….meine Mutti durfte für kurze Zeit zu mir…..

Komisch...da fällt mir wieder mein Traum ein....Geschenke, Geschenke, Geschenke....
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Beitragvon Biggi. » 03.12.2011, 11:06

@Heidschnucke, ein schönes Thema!

Es gibt so viel, woran ich mich erinnere. Zum Beispiel, dass bei meiner Oma noch dieses Feenhaar auf dem Tannenbaum war und echte Kerzen und dass es bei ihr Bratäpfel mit Vanillesoße am 1. Weihnachtstag gab und alle meinen Cousinen und Cousins (und es waren recht viele) da waren. Außerdem hatte sie echte Kekse am Baum hängen, die dann auch von uns Kindern gegessen werden konnten. Es gab keine großen Geschenke; jedes Kind bekam einen bunten Teller. Abends gab es dann Kartoffelsalat mit Würstchen und anschließend ging es nach Hause. Es gab wohl kein Kind, dass nicht völlig kaputt war von der ganzen Spielerei. Aber es war schön.
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Beitragvon hondafee » 03.12.2011, 20:14

ich wusste immer, dass ich ein Buch bekomme. das war das größte für mich - es hat nie lange gereicht, aber ich war glücklich
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