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Knödelk(r)ampf der Zweite
36 | 325 Aufrufe | 04.08.2018, 03:06

Knödelk(r)ampf der Zweite

Anschließend zu meinen Kochabendteuer

 

erlaube ich mir eine weitere Episode meiner Kochversuche.

In Anbetracht dessen, das Kartoffelknödel alleine nicht glücklich machen, hatte ich mich an Grammelknödel versucht. (ist eine der Leibspeisen von mir).

Die Patzerei mit dem Kartoffelteig hatte ich ja im Vorigen beschrieben.

S. https://www.50plus-treff.at/forum/knoedelk-r-ampf-t80864.html

Mittlerweile bringe ich die Knödel einigermaßen zusammen.

Was mir fehlte, ist eine leckere Füllung.

Im gibt Internet es ja Rezepte dafür, also auf zum Metzger meines Vertrauens.

Ich erinnerte mich, in dessen Vitrine, Grammel gesehen zu haben.

… Na ja  also ganz entsprachen diese nicht meiner Vorstellung, zu groß, zu fett und dazwischen kleine Krümel.

Auf meine Frage nach einer besseren Qualität bekam ich „ am besten selber Auslassen“ als Antwort.

…? Das war ein Stichwort. „Selbst ausgelassenes Schmalz“, obwohl ich es noch nie gemacht habe, kann das doch keine so große Sache sein.

Meine verstobene Partnerin machte es ja auch.

In Geiste schmeckte ich schon das frische Brot mit Schmalz und Zwiebel und die Grammel bekomme ich neben bei.

Also nahm ich 3kg schönen Speck und vom Bäcker nebenan ein Brot, welches sogar noch warm war.

 

In der heimatlichen Küche angekommen suchte ich, geläutert durch die vorherige Topf / Knödelsache, erst mal alles zusammen was ich brauche.

Den großen Topf hatte ich ja schon, Messer, Scheidbrett, Sieb, Schüssel und Kochlöffel… usw.

Halt … sagte ich Schneidbrett?

Das was ich habe, geht maximal als Jausenbrett durch (20x15 cm), also für eine prof. Schneidorgie entschieden zu klein.

Ein großes Schneidbrett muss her, also noch mal runter zum Geschirrgeschäft. Ich wählte eines aus Kunststoff welches im Geschirrspüler leicht zu reinigen ist, damit sich keine Keime bilden können.

 

Nachdem abspülen der Speckstücke, ab auf das neue Schneidbrett damit.

Eigenartigerweise entwickelt der Speck ein Eigenleben wenn es darum geht in kleine Würfel geschnitten zu werden und das Messer geht mit ihm konform wenn es um die Schärfe geht.

Der abgespülte Speck rutscht auf dem Polyamid -Schneidbrett in jede Richtung welche gerade frei ist und das Schneidbrett auf der Küchenplatte mit ihm.

Erst als ich mit der Brotschneidemaschine den Speck zuerst in Streifen geschnitten hatte, konnte ich der Sache einigermaßen Herr werden.

 

Da ich noch nie Speck ausgelassen habe hatte ich in weiser Voraussicht die Portionen geteilt.

Also nur die halbe Portion in den Topf und brutzeln lassen, das Fett bratet sich ja von selber.

In der Zwischenzeit stellte ich die Kartoffen hin, es sollten ja Grammelknödel werden.

So jetzt hatte ich Zeit meiner restlichen Hausarbeit zu widmen.

Langsam breitete sich ein Duft von Grammel  in der Wohnung aus, der aber mit der Zeit immer intensiver wurde.

Ein Sturmläuten an meiner Wohnungstüre vom Nahbar, der mich erbost fragte welchen Gestank ich da verbreite?

Gestank…?? Wo , Wer , Was?

 

Im Hausflur roch es nicht nach Grammeln, nein es stank danach, aber so penetrant das mir fast übel wurde.

Panikartig öffnete ich die Küchetüre und sah nur Rauchschwaden. welche zwar durch den Dunstabzug ins Freie geleitet wurden, aber beim dem offenen Fenster vom Stiegenhaus wieder rein  kamen und Rauchgeschwängert sich im Flur ausbreiteten.

Auch von den oberen Stockwerken vernahm ich bereits einigen Tumult, welcher sicher meinen Grammeln galt.

In meiner Panik, der Sache ein Ende zu bereiten, leerte ich den Topf ins Küchenwaschbecken.

Da jedoch ging, der Zauber erst richtig los.

Das heiße Öl und die Feuchtigkeit in der Spüle vertrugen sich nicht besonders.

Gleich einem Feuerwerk spritzte und brodele es in der Spüle, wie der Kessel beim Hexensabbat.

Die zwei Gläser welche in der Spüle standen sind vor Freude zersprungen und das Sieb aus Kunststoff gibt es auch nicht mehr.

Glücklicher weise kam ich ohne Schaden davon.

Da ich den noch rauchenden Topf so nicht entsorgen konnte, stellte ich ihn auf den Balkon zum Auskühlen, welches mir einige bösartige Bemerkungen deren, vorher nicht betroffenen, Bewohner einbrachten. (Na ja die sollten auch etwas davon haben)

Nach eingehender Reinigung der ges. Kücheneinrichtung inklusive aller Flächen und Vorhänge machte ich mich schlau was da falsch gelaufen ist.

Google ist ja dein Freund und das stand: etwas Wasser dazugeben und ständig umrühren!

Ups...Das hatte ich doch glatt übersehen.

Als auf ein Neues, ich hatte ja noch die andere Hälfte von dem Speck.

Zuerst brauche ich einen neuen Topf, der Verkäufer begrüßte mich mit einem breiten Grinsen und mit der Bemerkung „Der Herr braucht einen Topf“…?!

Etwas verwundert fragte ich, wie er auf das komme, als Antwort bekam ich, er wohne drei Stiegen weiter von mir.

(wusste nicht dass meine Grammeln so eine weitreichende Wirkung hatte)

Mit dem neuen Topf und der neuen Erkenntnis über Schmalz auslassen klappte es endlich.

Toll wie schön goldbraun knusprig die Grammeln wurden und ich freute mich schon auf das Schmalz.

Zum richtigen Zeitpunkt rausgefischt und in eine Schüssel damit zum Auskühlen.

Jetzt konnte ich, Gott sei Dank, mich meinen Knödelteig widmen.

Kartoffel hingestellt und die diverse Zutaten für die Fülle hergerichtet. Da ich noch das frische Brot hatte, musste ich natürlich die warmen Grammeln auch kosten.

Habe nur ein kleines Stück Brot genommen um mit diesem aus der Schüssel eine Kostprobe zu nehmen. Leider machte ich das jedes Mal, wenn ich bei der blöden Grammelschüssel vorbei ging.

Als ich den Knödelteig fertig hatte  und bereit war daraus Grammelknödel zu machen, blickte mir ein kümmerlicher Rest von etwa vier Esslöffeln Grammeln entgegen.

Geplant wahr 16 Grammelknödel, gegeben hat es drei mit Grammeln und 13 Kartoffelknödel.

 

 

Kategorie: Allgemein | 27 Kommentar(e)

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