Beziehungshaus, 56

Profil Galerie Kontakte Gästebuch Blog

Wachsen
42 | 1497 Aufrufe | 12.01.2020, 19:37

Ein Märchen?

Es war einmal eine Frau und ein Mann.
Sie traten durch das Tor der romantischen Liebe und waren sich sicher,
dass dieser Begeisterungssturm ewig anhalten würde.

Sie vergaßen, dass sie bedürftige Erwachsene waren, die hofften,
dass der jeweils andere sie erlöse von ihrer Bedürftigkeit.
Dies bewirkte, dass der "Überlebensknoten" immer fester wurde.
Dort trafen die "eingefrorenen Bedürfnisse" des einen auf einen mächtigen Verteidigungswall und ebenfalls verleugnete Bedürfnisse des anderen.
Sie spielten ping pong. Der Spielball war Angst und Hilflosigkeit.
Das kostete viel Lebensenergie.

Da es zwei kluge Menschen waren, fingen sie an zu erforschen. Sie entdeckten, dass sie ihre Verbindung abbrachen und in die Isolation gingen, wenn sie sich hilflos fühlten, wenn sie keine Worte finden konnten, ihre Gefühle auszudrücken,
wenn sie etwas fühlten, dass sie in der Kindheit nicht fühlen sollten,
wenn sie versucht waren sich verletzlich zu fühlen,
wenn sie den Schmerz zwar sehen konnten, aber nichts dagegen tun,
wenn sie ja oder nein sagen wollten und keines davon in der Kindheit erlaubt war, wenn die Angst zu verlieren auftauchte, weil in ihrer Kindheit auf Nähe immer ein Konflikt gefolgt war...

Sie begannen ihren Schmerz zu fühlen und wandten sich dem kleinen Kind in ihnen zu. Sie lernten es zu lieben und mit ihm zu spielen.
Gleichzeitig schenkten sie auch dem Kind im anderen ihre Aufmerksamkeit und waren berührt von diesem Wesen.

Ihnen wurde immer klarer, dass sie sehr wohl die Wahl hatten, ihre Energie dafür einzusetzen um in Isolation "zurechtzukommen" oder um in Verbindung zu "leben".
Sie hielten es plötzlich für möglich, dass Frustrationen Geschenke sein konnten,
die den Sinn hatten, sie von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien.

Sie begannen ihre Beziehung als ein kleines lebendiges Labor zu sehen.
In diesem geschützten Raum treffen sich nun zwei Erwachsene, die im Innersten kleine Kinder sind. Sie entdecken sich jeden Tag neu. Freude und Dankbarkeit erfüllt sie. 

Und ganz nebenbei helfen sie sich gegenseitig zu reifen Erwachsenen zu werden...

... und wenn sie nicht gestorben sind, wachsen sie noch immer liebend.

 

Kategorie: Allgemein | 83 Kommentar(e)

Kommentar schreiben

Fehler

Sie wurden vorübergehend für das Kommentieren von Blogs gesperrt.

Bei eventuellen Rückfragen wenden Sie sich bitte an support@50plus-treff.at