Dearier - leider muß ich dir da widersprechen bzgl. erkundigen wie es den Partner geht.

Mir sagte damals mein Arzt.
1x anrufen, dass man am Urlaubsort gut angekommen ist - und dann - keinen Anruf mehr - bis man nach dem Urlaub wieder zu Hause ist.
Begründung:
Mit jedem Anruf - und nachfragen - kehrt man automatisch, gedanklich nach Hause und den Sorgen zurück.
So kann man sich den Abstand, den man aber durch lange Pflege eines Angehörigen braucht - nicht erarbeiten um sich auch selbst zu erholen.
Ihr Mann ist gut untergebracht und wird sehr gut versorgt - und sie erholen sich im Urlaub und gewinnen endlich wieder etwas Abstand - damit sie wieder Kraft tanken können.
Ich konnte es damals auch nicht glauben - aber ich folgte dem Rat meines Arztes und ich denke es war richtig so zu agieren.
Denn nur wenn man selbst Kraft hat - kann man anderen auch wieder helfen.
@Himmelblau
Du schreibst u.a.:
Meine Mutter hat jahrelang meinen Vater, der an Alzheimer erkrankt war, gepflegt. Beide waren schon über 80 Jahre alt. Da mein Vater trotz medikamentöser Behandlung hyperaktiv, aggressiv und störrisch war, war es für meine Mutter eine große nervliche Belastung. Der Pflegedienst kam zweimal täglich, aber meine Mutter pflegte meinen Vater 24 Stunden.

bei meiner Mutter war es ganz genauso....mein Vater wurde aggressiv und hat meine Mutter überall hin verfolgt, weil er durch die Alzheimer Erkrankung Angstzustände hatte.....sie hatte noch nicht einmal ihre Ruhe auf der Toilette und zum Schluss akuten Schlafmangel......
dazu kam, dass sie den schweren Mann kaum umdrehen konnte .....
morgens und abends der Pflegedienst - die kamen - und waren dann auch schnell wieder weg....
meine Mutter wurde zusehens aggressiver.....später sagte sie, dass ihre zurückkehrende Krebserkrankung daher kam, weil sie sich völlig verausgabt hatte mit der Pflege meines Vaters.....
sie ist dann auch nach der letzten Krebsbehandlung gestorben....

es gab eine kurzzeitige Entlastung, als mein Vater ins Pflegeheim kam.....
in der fremden Umgebung hat er jedoch sehr stark abgebaut und meine Mutter hat ihn dann doch wieder weiter betreut....
Ich frage mich immer, wie die Menschen das früher gemacht
haben mit ihren Alten ?
Da gab es noch nicht die Segnungen der modernen Altenhilfe, WG und Seniorendörfer, Pflegekassen etc., und die Pflegeheime waren dünn gesät.
die wurden von der Familie gepflegt bis sie gestorben sind.....
(damals waren die Familien noch größer und es gab mehr Kinder)

meine Großmutter väterlicherseits ist früh gestorben.....man sagte, dass sie "ausgebrannt" gewesen sei....später habe ich erfahren, dass sie Krebs hatte...
was ich so mitbekommen habe, hatte sie in ihrer Ehe alles andere als ein schönes Leben.....
damals konnte eine Frau sich nicht scheiden lassen, denn auch wenn das Ehepaar zusammen ein Geschäft hatte - hat nur der Mann das Gehalt bekommen......
Und das ist noch gar nicht so lange her. :|
Früher war die Pflege nicht so intensiv wie heute. Wer konnte sich das leisten? Abgesehen davon, daß die medizinischen Möglichkeiten auch begrenzt waren. Wenn man bedenkt, wieviele Möglichkeiten und Hilfsmittel es inzwischen in den Industrieländern gibt, den alten Menschen ein würdiges Dasein zu ermöglichen...in anderen Teilen der Welt leben die alten Leute immer noch wie vor 100 Jahren.

Der Stiefbruder meines Großvaters war sein Leben lang Knecht auf dem Bauernhof seines anderen Stiefbruders in Bayern. Ich verbrachte in den 60ger Jahren meine Schulferien dort und kann mich noch gut an den "oiden Hans" erinnern, wie er in schmutziger abgetragener Kleidung und zerrissenen Socken mit seinem Gehstock durch die Gegend gehumpelt ist. Dement war er auch schon ein bißchen, er sprach nur noch wenig. Tagsüber war er sich selbst überlassen, wenn die Familie bei der Feldarbeit war. Dann saß er auf der Bank vor dem Haus. Er hatte eine kleine bescheidene Kammer im Haus, und ich kann mich noch erinnern, daß es dort immer ziemlich streng roch, und sauber war es auch nicht. Als er bettlägerig wurde, kümmerte sich die Schwägerin meines Großvaters um ihn, wenn sie Zeit hatte. Er ist dann schnell gestorben, wurde 75 Jahre alt.
Bis das der Tod uns scheidet...........................,
so haben sich etliche Eheleute geschworen und wollen dieses auch verwirklichen.
In guten und in schlechten Zeiten, so auch Im Alter zusammenbleiben und sich gegenseitig eine Stütze sein, das ist der Wunschgedanke.

Doch wie sieht es aus mit über 70 gar 75 oder älter. Reichen dann die Kräfte noch aus?
Kurzfristig vielleicht, auf Dauer wird es schwer und schwerer. Die Erkrankungen werden nicht einfacher, im Gegenteil sie nehmen unaufhörlich zu, fordern rund um die Uhr Beachtung.

Wenn es soweit ist, dass die Erkrankung des einen den anderen zermürbt und auffrisst, dann muss der Notstecker gezogen werden, um ein Desaster zu verhindern.
Kurzzeitpflege und ambulante Pflegedienste sind ein Mittel der Entlastung, aber nur wenn in der restlichen Zeit adäquate Betreuung gewährleistet ist.

Hier scheint dieses aber nicht mehr der Fall zu sein.
Da sind, wenn keine Angehörigen zur Seite stehen, der behandelnde Arzt, der Hausarzt oder die Pflegekräfte in der Pflicht, die Eheleute zu beraten.
Sicherlich wird ein unvermeidlicher Heimaufenthalt oftmals als Todesstoß empfunden und gerade deswegen ist eine gute Beratung zwingend vonnöten.

Wem hilft es, das Problem auf später zu vertagen?
monty1 hat geschrieben: Und das ist noch gar nicht so lange her. :|


das "alte" System hat nur funktioniert, weil es in den Familien viele Kinder gab....
heute - in den Kleinfamilien - ist die häusliche Pflege zum Problem geworden....

und ja - es ist gut, dass die Frauen heute ihr eigenes Gehalt haben und selber vorsorgen können......
ich verlasse mich auf jeden Fall NICHT auf meine (Rest-)Familie - und will das auch gar nicht !
@ nettestierfrau,
da sind aber auch auch andere Probleme zu bedenken?
Oft muss der noch gesündere Teil auch hohe finanzielle Einbußen hinnehmen, denn so ein Heim ist sehr teuer.

Da ist einmal die Pflege zuhause, die immer schwerer wird und die oft nicht mehr leistbar ist,
und die Überlegung: was geschieht, wenn der mann/ die Frau in ein Pflegeheim kommt?

Ich kenne mehrere Fälle, wor der zurück bleibende Teil völlig verarmt ist.
Es ist richtig, dass Heimplätze nicht für kleines Geld zu haben sind.
Im Gegensatz zu den Niederlanden wird bei Bedarf das Vermögen von Angehörigen bis auf einen Selbstbehalt angegriffen.
Das ist nicht nur bei Ehepartnern der Fall sondern kann auch Kind und Kindeskinder treffen.
Hier spreche ich aus Erfahrung.

Doch was ist die Alternative?
Zu Hause pflegen, obwohl Pflege nicht gewährleistet ist?

Ist der deutsche Steuerzahler gewillt, dass Alte und Kranke auf seine Kosten einen Heimplatz "genießen"?
Fragen über Fragen.
In Österreich wurde vor Kurzem der Pflegeregress abgeschafft. Das heißt, dass an die Nachkommen überschriebene Immobilien nicht angegriffen werden.
Nur die Finanzierung des monetären Ausfalls für den Staat ist noch nicht geklärt.
"Ich kenne mehrere Fälle, wor der zurück bleibende Teil völlig verarmt ist."

Das betrifft nicht nur die Pflege, sondern auch eine Bestattung ist nicht billig.

Aus dem Grund war gestern eine Mitarbeiterin eines Bestattungsunternehmens bei mir. Wir haben alles durchgesprochen und heute hat sie mir bereits den ersten "Kostenvoranschlag" geschickt. Obwohl ich nicht viel bis gar keinen Wert auf hochwertige Bestattungsdinge lege, liege ich schon bei knapp 5.000 Euro.

Der Grund, warum ich das bereits zu Lebzeiten mache ist, dass diese Bestattungsvorsorge nicht vom Staat abgegriffen werden kann und ich somit meinen Sohn nicht mit solchen Kosten belaste.

Ich meine, man sollte die Angehörigen entlasten wo es nur geht. Viele Möglichkeiten gibts eh nimmer.

AK
Anne
warum schließt Du denn keine Sterbegeldversicherung ab ?????

Ich bin bei der Nürnberger(jede andere macht das auch),
zahle dafür 11€ im Monat.
Mein Mann war ebenfalls in dieser Versicherung(12J.),
sämtliche Kosten wurden damit abgedeckt
und ich bekam noch etwas(1800€) ausgezahlt.

Anne
Du müsstest diese Versicherung
auch bei dem Bestattungsunternehmen abschließen können.
Mach Dich mal schlau.
mfg

Anne,auch wenn Du selber chronisch krank bist,
dürfte das kein Problem sein.
Babsy ...

Danke für den Hinweis!

Leider ist es so, dass mich aufgrund meiner Erkrankung keine Versicherung mehr aufnimmt. Das Risiko geht keine ein. Oder aber es gibt lange Wartezeiten. Das Risiko wiederum gehe ich nicht ein.

Dummerweise habe ich diesbezüglich einfach nicht rechtzeitig nachgedacht und jetzt muss mein Geldbeutel "fühlen" :wink:

AK :)
ok. Anne,
dann wirst Du vielleicht schon einiges versucht haben.

Das ist wirklich sehr schade,
jeder sollte so eine Versicherung haben,
genau wie eine Patientenverfügung.

Danke für Deine Antwort.

lg

2/3
cron