Hallo zusammen,
wer auch immer hier dazu stößt, sei willkommen, wenn er, ebenso wie ich, Lust verspürt, sich hin und wieder über eigene kleine Beobachtungen des Alltags zu unterhalten und darüber etwas zu philosophieren.

Also zunächst mal weniger über die "große" Philosophie, wie wir sie vielleicht aus der Schule kennen, sondern eher orientiert an den kleinen Alltags-Erkenntnissen, die sich für uns ergeben, wenn wir Beobachtungen mit Mitmenschen besprechen und dann andere Ansichten zum selben Thema kennen lernen, die uns helfen, Dinge auch von einem anderen als immer nur von unserem eigenen Standpunkt anzusehen.

Mancher Alleinlebende kommt ja gelegentlich nachhaus in seine einsame Butze von einem Einkauf, einer Veranstaltung, einem Arztbesuch, einer Busfahrt usw. bei der/dem er etwas erlebt oder beobachtet hat, was in ihm nachwirkt und das er gern mit jemandem bequatschen möchte. Aber da ist leider niemand in seiner Wohnung. Also versuchen wir es hier einmal.

Vielleicht hilft das ja dann, manche unerträglich erscheinenden Dinge etwas besser zu ertragen.

Ich bin gespannt und lasse mich überraschen, was sich daraus ergeben mag..
Schönen Gruss von quatschy

Mit Deinem Thread könnte man einiges anfangen. Wie wäre es, wenn Du den konkreten Anfang machen und mit den Gedanken zu einem Deiner Alltagserlebnisse beginnen würdest? :D



@quatschy

Gestern begegnete mir eine alte Bekannte (78), die mich immer wieder fragt, ob ich mir den berühmten Film von Foster Gamble "Thrive" endlich angesehen hätte, und nun endlich kapieren würde, was in unserer Welt vor sich geht...Ich mag diese sehr sensible Frau rein menschlich, bin aber entsetzt, daß eine frühere Grundschulpädagogin rechten Verschwörungstheorien Glauben schenkt, und frage mich, ob ich wirklich länger mit ihr debattieren sollte, denn sie fühlt sich natürlich abgewertet, wenn ich sage, sie glaube unseriösen Quellen, ohne diese vorher zu prüfen, und das sei doch eigentlich typisch für Halbgebildete, und nicht für gebildete Menschen wie sie und ihre Tochter. (Auch sie ist Grundschullehrerin, und gibt ihre rechte Einstellung an ihre sehr geliebten Kinder weiter!)
Z.Zt. habe ich also dieses Problem, daß ich oft fassungslos über die Sichtweise anderer bin, und mich dann sehr um Toleranz und Respekt für die konträre Sichtweise bemühen muß, da ich diese rasante Rechtsentwicklung fürchte, obwohl ich eher konservativ denke. Denn hartgesonnene Nazis fühlen sich dadurch zu Gewalttaten ermutigt...----

Sorry für OT
(Guten Morgen, Verdandi, hab mich gerade gefragt, ob Du wohl noch mitmachst, und mich gefreut!! - Wollte eigentlich einen Beitrag zu Russland schreiben, zu den neuesten Enthüllungen bezüglich der Konkurrenz zwischen dem Inlandsgeheimdiest und dem GRU (die peinlichen Patzer in der Angelegenheit der Skripals und des cyberwars durch Hacken lassen sich laut spiegel-online durch die Konkurrenz beider erklären: Sie konkurrieren um Förderung duch den sehr fähigen Machtmenschen Putin.
Aber mein Denken ist z.Zt. wie lahmgelegt...- --
Und ich möchte wissen, was die Neue Rechte denn eigentlich will (Kubitschek, die Identitären, Sommerfeld, Vera Lengsfeld, der Chefideologe Jo M.? Sein Name fällt mir gerade nicht ein... usw.) Wenn ich mich richtig erinnere, interessiert Dich aber dieses Thema auch rein intellektuell nicht, oder irre ich mich da?
Erst am Montagmorgen werde ich hier wieder reinschauen.Wünsche Dir ein erholsames WE.
Seine M!einung zu sagen, bedeutet ja auch manchmal , eine unangenehme Quittung dafür zu bekommen.
In letzter Zeit frage ich mich immer öfter: Was bist du bereit dafür zu bezahlen, wenn du dich einmischst (ich meine hier den privaten Bereich).
Ich merke, dass ich mich zwar ganz gerne einmischen würde , aber dafür absolut
nichts bezahlen will (keinen Unfrieden haben).
Bin viel gelassener geworden!

@ Migranda

Hallo und vielen Dank für Deinen Morgengruß, ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende! :D

Doch, ich mache die ganze Zeit hier mit, schreibe fast täglichen mindestens einen Beitrag, oft auch mehr. Nur im September war ich für zwei Wochen verreist, aber das ist auch schon wieder drei Wochen her. Vielleicht warst nur Du eine Weile nicht mehr in diesem Forum?

Ich habe zuletzt am 02.09.2018 einen Beitrag im Thread „Die Wirklichkeit, das Mögliche und das Nichts“ an Dich adressiert; falls Du ihn noch nicht gesehen haben solltest, folge bitte diesem Link:

https://www.50plus-treff.de/forum/die-w ... l#p4724932

Nein, nein – politische Themen interessieren mich durchaus, aber ich möchte mich hier nicht dazu äußern. Wenn ich es wollte, würde ich es im Politikforum tun. Darauf habe ich ja schon öfter hingewiesen. Es gäbe sicher auch die Möglichkeit, mich in dem von Dir einst eröffneten Thread „Politische Philosophie“ in diesem Forum zu äußern, allerdings nicht die Tagespolitik sondern politische Haltungen grundsätzlich betreffend, betrachtet jewewils aus der philosophischen Perspektive. Aber dort gibt es ja leider schon seit längerem keine Beteiligung mehr. Jemand müsste dort wieder mit einem neuen Unterthema neu beginnen, vielleicht hättest Du ja Lust dazu?



@Milafranzi

Tja, das ist genau mein Problem, Milafranzi, ich kann einfach nicht gelassen bleiben, wenn ich aus meiner Sicht den anderen als zu blind wahrnehme, ich will ihn sozusagen unbedingt "wach rütteln", und ihn auf die Folgen seiner Sichtweise hinweisen...(Genauso wie ja andere auf mich reagieren, manche denken, ich hätte mich fehlentwickelt, und wäre nun weniger human als früher eingestellt...)

Aber der Preis ist vielleicht wirklich zu hoch, wenn ich mich nicht mehr zurückhalte, und gelassener werde.
Zumindest im polit. Forum konnte ich mich frei äußern, nur reagiert jetzt niemand mehr auf mich, den rechtsorientierten bin ich wohl zu links, den Idealisten nicht human genug...


@Verdandi

Wegen sehr eingeschränkter Energie schaue ich ja nur 2 mal wöchentlich (Mo. und Do., wenn möglich) bei 50plus rein, und schaffe es leider nur, ins polit. Forum zu schauen, und dort einen Beitrag zu schreiben.
Aber inzwischen ist es leider so, daß niemand mehr auf meine Beiträge reagiert, deswegen habe ich nach langer Zeit mal wieder in dieses Forum geschaut...
Muß gleich wieder zum Arzt, und kann Deine Beiträge leider noch nicht lesen. (Danke für den Link! Aber ich reagiere ja nur dann auf Deine für mich schon rein intellektuell sehr lesenswerten Beiträge, wenn mir das Thema wirklich am Herzen liegt.) -
Ja, da hatte ich natürlich auch schon gedacht, mal wieder zum Thema 'Poilt. Philosophie' etwas zu schreiben. Jetzt fühle ich mich durch Dich ermtigt, durch Deine Zusage, Dich dort zu beteiligen, wenn es nicht um aktuellPolitisches geht.
Ich hoffe, die Philisophie der Neuen Rechten ist Dir nicht ein zu aktuelles Thema.
Hab aber kaum Ahnung, was sie eigentlich denken, muß also recherchieren und da mein Denken so verlangsamt ist, kann das leider dauern. (Auch fahre ich am Do. weg, und kann erst nächste Woche Do. etwas schreiben, falls ich bis dahin schon mehr Ahnung habe. (Vielleicht gibt es ja an der Uni Literatur darüber, die jeder rasch ausleihen kann.)


Hallo Migranda,
vielen Dank für Deine Antwort.

Auch wenn Dich die Themen in "meinem" Thread >>Die Wirklichkeit, das Mögliche und das Nichts<< nicht mehr interessieren, möchte ich mich doch noch einmal bedanken für Dein bisheriges Interesse und Deine Beiträge dort, die mir einen sehr anregenden Dialog mit Dir ermöglichten! Leider beteiligt sich dort nun außer mir niemand mehr, so dass ich dort wohl nur noch gelegentlich einen neuen Gedanken festhalten werde, wenn er zum Titelthema passen sollte.

Ehrlich gesagt, interessieren mich die Probleme der politischen Rechten nicht besonders. Mein Herz schlägt für die politische Linke! Und somit liegt auch mein Hauptinteresse dort! - Nicht etwa die Partei "Die Linke" betreffend, sondern ganz allgemein das linke Spektrum, von den Anarchisten und Autonomen über die gute alte Tante SPD und den linken Grünen bis hin zu den Linksliberalen. (Kommunistische Diktaturen und SED-Nachfolgeorganisationen unbedingt ausgenommen!)

Die Linke hat sehr viele eigene (oft hausgemachte) Probleme, die zu lösen mein Hauptaugenmerk gilt.
Tut mir Leid, da kommen wir wohl letztlich nicht zusammen.

Ich wünsche Dir alles Gute!
Liebe Grüße,
Verdandi


@Verdandi

Ach, wie schade, daß Du Dich also doch nicht für diese Philosophie der Neuen Rechten interessieren kannst, ich hatte mich zu früh gefreut, weil ich Dich offenbar mißverstanden hatte.
Ich bin ja selbst links orientiert, aber dachte immer pragmatisch, mir geht es ja vor allem um Humanität, allerdings war ich immer Pragmatikerin, ideolog. Denken ist mir fremd...
Rechten geht es wohl primär um Stolz auf das Eigene, auch auf die eigene Geschichte, und die innere Sicherheit, die allerdings auch für mich sehr wichtig ist, weil ich ohne Angst und ohne Schutz durch einen starken Mann neben mir auch spätabends durch die City gehen möchte. -
..-
Fahre erst morgen früh weg, komme am Di. zurück, werde dann Deine persönliche Rezension, zu der Du einen Link in Deinen Thread gestellt hast, lesen, hatte bis jetzt nicht die nötige Energie dafür.
Aber leider ist es ja so, daß mich Fiktion und Literatur schon seit langem nicht mehr wirklich interessiert.
Und jetzt, da ich schon 2 mal mit dem Tod konfrontiert war, noch weniger als früher, denn nur die Realität zählt noch für mich, sie möchte ich so lange wie möglich festhalten...
Ich war z.Bsp. nie in Asien, nie in Japan und China, deshalb will ich nun wenigstens mehr über ihre Kultur erfahren, und würde sehr gerne Japaner und Chinesen persönlich kennenlernen. (Ganz kindlich-naiver Wunsch! )-
Z.Zt. interessiere ich mich sehr für die hohe japan. Kultur, bin dadurch dem Soka-Gakkai-Buddhismus begegnet, mit seinem einengenden Fundamentalismus; einer 40-jährigen, allein erziehenden Peruanerin (geschieden von ihrem deutschen 33 J. älteren Gatten) konnte ich sehr dabei helfen, sich aus der Gruppe zu befreien...-

Du meinst, wir kommen wohl nicht mehr zusammen. Aber ich hoffe sehr, wir werden vielleicht doch ein Thema entdecken, das uns beiden am Herzen liegt. -
Wenn ich zuückkomme, werde ich lesen, was Du im Thread von acul geschrieben hast.


@ Migranda

Es tut mir leid, dass es Dir gesundheitlich nicht gut geht. Und deshalb möchte ich auch keine politische Auseinandersetzung mit Dir beginnen und Dich mit meinen deutlichen Gegenpositionen belasten. Ich kann aber auch nicht Dir zuliebe die Rechten verharmlosen.

Die Zeit heute erinnert in manchen Aspekten an die Weimarer Zeit, als die Nationalsozialisten als Sammelbecken der Antidemokraten gesellschaftsfähig wurden, sich ins Parlament wählen ließen, um es dann sogleich abzuschaffen. – Goebbels hat später öffentlich triumphiert, dass die Menschen so blöd waren, die zu wählen, die das Wahlrecht abschaffen sollten.

Der Fremdenhass in der AFD heute nähert sich erschreckend dem Rassenwahn der Nazis damals – was allen klar ist, seitdem die Nazis in der Partei nicht mehr in Gefahr sind, ausgeschlossen zu werden, aufgrund der jetzt verstärkt fremdenfeindlichen und den Holocaust verharmlosenden öffentlichen Verlautbarungen von Parteimitgliedern und dem öffentlich sichtbaren Schulterschluss mit Neonazi-Organisationen bei gemeinsamen Demos.

Die letzte MONITOR-Sendung vom 25.10.2018 griff anlässlich der Ausstrahlung des Spielfilm-Mehrteilers "Babylon Berlin" dieses Thema in sehr aktualisierter Weise auf. Falls Dich das interessiert – hier folgen der Link zum Video des Beitrages und eine Kurzbeschreibung dieser Reportage:



Babylon Berlin: Die Lehren von Weimar
Monitor | 25.10.2018 | 14:03 Min. | Das Erste

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/monitor/videosextern/monitor-vom-25-10-2018-100.html

Die ARD-Serie „Babylon Berlin“ zeigt die Weimarer Republik wenige Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Aber schon 1929 sind die Zeichen unübersehbar: Der Faschismus macht sich auf den Straßen breit, die Gesellschaft radikalisiert sich, nationalistische Parteien gewinnen an Zulauf. Heute warnen viele davor, dass sich Geschichte wiederholen könnte: Rechtsradikale Gruppierungen sind auch 2018 wieder auf dem Vormarsch, die AfD wird zum Sammelbecken und zur parlamentarischen Stimme der Bewegung. Völkischer Nationalismus dringt bis in die Mitte der Gesellschaft vor. Lässt sich Weimar damals mit Berlin heute vergleichen?

Quelle: ARD-Mediathek



Die Idee, den Alltag als Ort philosophischer Überlegungen zu nehmen, ist doch eine schöne Idee…. Oder nicht?

Gestern sah ich meine Zahnärztin wieder. :D
„Alles topp“ sagte sie … vor ein paar Jahren sah das ganz anders aus. In meinem Leben auch. – Manchmal ist es wie verhext: eine Zahnwurzel tobt, das Fahrrad wird geklaut, der Job wird zum Albtraum und in der Wohnung grüßt Schimmel … Es gibt offenbar Konzentrationspunkte aller Plagen, die möglich sind.
Ein Blick über die Schulter sagt: das ist nicht zum ersten Mal. Und es wird vorbeigehen wie entsetzliche Zahnschmerzen.
Doch was trägt einen durch diese Zeit? Das Wissen, das nichts ewig ist. Alles wandelt sich. Alles geht vorbei…So oder so...

Wer sehr stark in der Gegenwart verhaftet ist, grübelt weniger über Vergangenheit und Zukunft. Was ihn durch die Zeit trägt ist der "stete" Wandel, denn: >>Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung<< (Heraklit).

Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass für diejenigen, die aufgrund ihrer Gebrechlichkeit oder Krankheit an das Haus oder gar an das Bett gebunden sind, gern auf schöne Erinnerungen zurückgreifen, um Freude zu erleben.

Ich weiß nicht, wie es sein wird, wenn die eigenen Zukunftsperspektiven auf null zusammengeschrumpft sein werden. Ich wünschte mir, der Gedanke an die eigene Endlichkeit verlöre allmählich seinen Schrecken, je näher der letzte Tag heranrückt. Eine letzte Herausforderung?! Als Atheistin kann ich ja nur Trost bei mir selbst - und wenn ich Glück habe, bei meinen Liebsten - finden

Was nun den "Alltag" betrifft, mache ich da keinen Unterschied, denn auch das scheinbar Banalste, was ich erleben kann, gründet im Existenziellen... irgendwie und irgendwo, ...wenn ich nur lange genug darüber nachdenke. :wink:



D.Tamara hat geschrieben: Die Idee, den Alltag als Ort philosophischer Überlegungen zu nehmen, ist doch eine schöne Idee…. Oder nicht?

Gestern sah ich meine Zahnärztin wieder. :D
„Alles topp“ sagte sie … vor ein paar Jahren sah das ganz anders aus. In meinem Leben auch. – Manchmal ist es wie verhext: eine Zahnwurzel tobt, das Fahrrad wird geklaut, der Job wird zum Albtraum und in der Wohnung grüßt Schimmel … Es gibt offenbar Konzentrationspunkte aller Plagen, die möglich sind.
Ein Blick über die Schulter sagt: das ist nicht zum ersten Mal. Und es wird vorbeigehen wie entsetzliche Zahnschmerzen.
Doch was trägt einen durch diese Zeit? Das Wissen, das nichts ewig ist. Alles wandelt sich. Alles geht vorbei…So oder so...


ist das das Gesetz der Serie ? - von wegen "ein Unglück kommt selten allein" ?
das Gute an der ganzen Sache:
auch eine Unglücks-Serie wird irgendwann enden....
vielleicht beginnt dann eine Glücks-Serie ?...... :wink:
@Verdani - ich war sehr froh, nicht ein zweites Mal in diesen Fluss zu steigen ... :D
Wenn ich Atheistin wäre, würde ich über das "alles wandelt sich" stolpern und es auch für mich in Anspruch nehmen wollen.

@Gundulabella - Ich rede mir immer ein, dass es das Gesetz der Serie nur für den Betrachter gibt ...
da hast Du recht.....
unser Gedanken bestimmen unser Gefühle - und daraufhin unsere Handlungen.....
ich kann davon ein Lied singen, denn fast mein ganzes Leben lang habe ich versucht - "ungünstige" Gedanken auszublenden.....leider sind Gedanken schneller als alles andere - und ganz klar - auch schneller als unsere Gefühle.... :wink:
das Gute an der Sache:
wir können bis zu unserem letzten Atemzug neue Erkenntnisse gewinnen und damit weiterwachsen....