Zunächst einmal vielen Dank an alle, die sich mit einem Beitrag eingebracht haben.
Für .Milady. möchte ich eine Lanze brechen, denn sie liegt gar nicht so verkehrt. Vor vielen Jahren flog ich mit der spastisch gelähmten Tochter einer Arbeitskollegin nach Griechenland und machte für mein Dafürhalten sehr schöne Fotos von ihr vor traumhafter Kulisse. Als ich ihr vorschlug, ein Portraitbild für sie als Poster zu vergrößern, war sie gekränkt und ich wie vor den Kopf geschlagen. Sie sah darauf ihre Behinderung; ich nicht. Sie wollte ganz normale Jungs kennenlernen - ohne Behinderung, umgekehrt interessierte sich niemand für sie.
Ihr seht, es ist ein sehr sensibles Thema. Darauf gekommen bin ich durch einen Thread aus einem anderen Forum. Dort ging es um die Schwierigkeiten in Sachen Schwerbehinderungsrecht/Gesetze. Ich war emotional betroffen, wie sehr einige Frauen kämpfen müssen, um ihre Rechte durchzusetzen. Das kratzt doch zusätzlich sehr am Selbstwertgefühl und zerrt an den Kräften.
Hier mache ich zunächst einen Schnitt. Bin zum umfallen müde :-)
@Ayla62
Mein Handicap sieht man mir auch nicht an und dennoch war es ein Ärztefusch, den derselbe Arzt sich Jahre später eingestehen musste und mir gegenüber ziemlich frech wurde. Damals hätte ich klagen können, doch wäre es ein jahrelanger, nervenaufreibender Prozess geworden. So entschied ich mich für einen anderen Weg. Den Weg über die Psyche. Ein schmaler Grad zwischen Wahnsinn und Cleverness. Und da unter den Göttern in Weiss eine Krähe der anderen nicht die Augen aushackt, bekam ich 100% EU und 70% Schwerbehinderung.

Es lebt sich sehr gut damit und ich genieße meine freie Zeit.

@lupinasolum
Ich sehe und empfinde es genauso wie du.

Es erreichte mich eine ganz liebe private Nachricht einer älteren Userin, die hier den Partner für's Leben gefunden hat. Ich freue mich sehr für die beiden.

In eigener Sache: Welcher Clown haut mir eigentlich ständig nachträglich Schreibfehler in meine Beiträge?
Für Personen mit sichtbaren und schweren Handicaps ist die Luft bei der Partnersuche ganz besonders dünn, wenn sie Gesunde für sich als Partner wünschen. Es hilft alles nichts, die Evolution hat unsere Entwicklung nun einmal dahin gehen lassen, auf Gegenstücke anzusprechen, deren Gene ein paar fremde Eigenschaften im Rahmen der Fortpflanzung einschleusen und Gesundheit versprechen. Gleichzeitig die Bereitschaft, uns um schwächere Mitglieder zu kümmern, solange es die Gruppe nicht schwächt.
Dadurch werden sichtbar Kranke zumeist -auch hier gibt es aber Ausnahmen- von der Partnerwahl ausgeschlossen, während man durchaus bereit ist, seinen bereits vorhandenen Partner zu pflegen und zu unterstützen, so, wie man das auch für Angehörige tut. (auch da gibt es Ausnahmen, die hier jetzt niemand extra aufführen muss).
Das ist keine Charakterschwäche von Gesunden, schließlich möchten wir alle, dass in unserem Bauch sich die berühmten Schmetterlinge breitmachen. Kann man das ERZWINGEN? Na, ich glaube wohl eher nicht.

Ich möchte auch, wenn überhaupt, einen Partner, den ich als attraktiv empfinde. Dazu bekenne ich mich ganz offen. Wobei es um das EMPFINDEN geht. Möglicherweise hätte auch ein George Clooney eine Chance, stünde er mir in Natura gegenüber. Kommt immer auf die Ausstrahlung und die Pheromone an, die jemand versprüht... Und noch viel mehr.
Schreibfehler-Teufel: ... hätte auch ein George Clooney KEINE Chance...
:lol: :lol:
Interessanter Faden aber älter werden hat für mich nichts mit Tapferkeit zu tun sondern eher etwas mit intellektueller Evolution. Durch das Wissen, das man sich im Leben angeeignet hat und dazu für manche Erkenntnis oft sogar einen sehr hohen Preis bezahlt hat,ist man im Alter in der Lage nicht selbst zu tun sondern zu planen und andere anzuleiten. Was ich damit sagen will kann man daran erkennen wie ruhig junge und unerfahrene Mütter werden wenn die Oma des Kindes da ist oder Opa beim Renovieren als Berater anwesend ist. Behinderungen sollen einem eigentlich nur zeigen wo man keine Kompetenzen zu haben braucht aber lernen soll sich helfen zu lassen.
Kann man so sehen, muss man aber nicht. Behinderungen können auch als Herausforderung gesehen werden und diese dann auch annehmen und meistern, so dass man die Behinderung im Griff hat, damit die Behinderung einen nicht im Griff hat. So kann man weiterhin ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben mit Lebensqualität leben.
Cindy2019 hat geschrieben: . Sie wollte ganz normale Jungs kennenlernen - ohne Behinderung, umgekehrt interessierte sich niemand für sie.
-)


Ich kenne einen ähnlich gestrickten Fall und bald läuten die Hochzeitsglocken :D

In all dieser Zeit des Kennenlernens dieses jungen Menschen mit seinem
"Handicap" wurde mir eines bewusst:
Manche dieser Menschen haben die Fähigkeit gelernt mit widrigen Umstände umzugehen, sich nicht durch sie unterkriegen zu lassen, haben Potentiale entwickelt die sonst vermutlich lange unentdeckt geblieben wären. haben gelernt nach vorne zu schauen.
Schaffen Jobs, an denen manch einer ohne " Handicap" scheiterte.

Und ich habe mich schon so oft gefragt:
hätte ich selber diese Kraft dazu ? Hätte ich Sie oder wäre ich schon lange verzweifelt ?
Ich seh ja, wie leicht es manchmal ist, den Kopf in den Sand zu stecken.
Meine Antwort ist bis heute kein klares Ja. Ich weiss nicht ob das Handicap in meinem Fall " gewonnen " hätte oder ich.

(..nur wir "ohne Handicap" können vor unseren Problemen oftmals davonlaufen, die Menschen mit Handicap werden tagtäglich an ihr Handicap erinnert und müssen sich wohl irgendwann die Frage stellen: wer regiert mein Leben, das handicap oder ich ? )

Ich habe ganz tiefen Respekt und Achtung vor all diesen Menschen die durch ihr "handicap" zusätzliche Fähigkeiten und Reserven in sich entwickeln die mich manchmal sprachlos machen.

https://www.youtube.com/watch?v=tSesxsI1fek

Um nun den Bogen zu bekommen zum Threadtitel:
"Alt werden ist nichts für Feiglinge "

seh ich den gemeinsamen Nenner in all den Krankheiten die das Alter mit sich bringt.
Ja - widrige Umstände sind nichts für Feiglinge :D

aber sie bringen die Chance, dass Menschen sich an Menschen erinnern , die sich ihren Lebensmut nicht nehmen lassen, die mit solchen Umständen gelernt haben umzugehen und als Beispiel dienen können, wie man auch an solchen Sachen noch reifen kann.

All diese Menschen zeigen uns ,wie wertvoll das Leben ist.
Genau .Milady. und hätte (hätte, hätte, Fahrradkette) ich den Thread nicht eröffnet, würde so manches graue Mäuschen noch immer in ihrem Mauseloch vom Immenhof träumen.
Wie kommst du auf den Immenhof ?
Ich wohne da, aber du meinst nicht mich mit dem grauen Mäuschen?

Da wir hier im Pferde und Ponyland leben, bin ich eher eine schöne braune Stute (aber nicht Stutenbissig)

Mein Handycup ist leider sichtbar, aber ich halte den Kopf oben.
Lachen ist die beste Medizin.
Als ich mit 18 einen Autounfall hatte und nach 9 Mon. das Krankenhaus verlies, hatte ich einige „Schrammen“ und man hat mich für die Arbeit abgeschrieben.

Habe mich wieder ins Leben gekämpft, immer gearbeitet und mich nie als behindert gefühlt.

Man entwickelt neue Fähigkeiten. Wenn man nett ist und höflich fragt, nehmen Andere mal die zu schweren Teile in die Hand und helfen.

Auch im persönlichen Bereich habe ich nie Probleme damit gehabt oder bin in irgendeiner Weise diskriminiert worden.

Ein Enkel hat eine Behinderung und geht hier zu einer sehr großen Einrichtung für Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Neu ist jetzt das „Teilhabegesetz“. Ich muss sagen, es wird hier gelebt und die Kinder dieser Einrichtung sind wie selbstverständlich überall dabei

Deshalb, das Leben so annehmen wie es ist und das Beste für sich daraus machen!!
Dorfleben hat geschrieben: Als ich mit 18 einen Autounfall hatte und nach 9 Mon. das Krankenhaus verlies, hatte ich einige „Schrammen“ und man hat mich für die Arbeit abgeschrieben.

Habe mich wieder ins Leben gekämpft, immer gearbeitet und mich nie als behindert gefühlt.

Man entwickelt neue Fähigkeiten. Wenn man nett ist und höflich fragt, nehmen Andere mal die zu schweren Teile in die Hand und helfen.

Auch im persönlichen Bereich habe ich nie Probleme damit gehabt oder bin in irgendeiner Weise diskriminiert worden.

Ein Enkel hat eine Behinderung und geht hier zu einer sehr großen Einrichtung für Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Neu ist jetzt das „Teilhabegesetz“. Ich muss sagen, es wird hier gelebt und die Kinder dieser Einrichtung sind wie selbstverständlich überall dabei

Deshalb, das Leben so annehmen wie es ist und das Beste für sich daraus machen!!


Ja Dorfleben,hast viel geleistet, alle Achtung...............hinfallen,aufstehen, Krönchen zurechtsetzen............weitergehen,färbt ab...genauso wie das ewige jammern.............Alles Gute und viel Kraft .......weiterhin :wink:
Ich bin auch hingefallen und wieder aufgestanden.
Seitdem ein Motorrad über mein Bein gefahren ist kann ich nicht mehr gut laufen.

Wie swimmy schon schreibt,
Krönchen richten und weiter gehts :D
Danke @swimmy


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@Henry
An anderer Stelle habe ich gelesen, dass du deine Meinung nicht schreibst. Selbstverständlich akzeptiere ich, dass du auf meine Fragen nicht näher eingehen möchtest und danke dir für deinen Beitrag. Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute.
Danke

@Dorfleben
Auch dir danke ich ganz herzlich, dass du uns an deinem Schicksal hast teilhaben lassen. Magst du noch sagen, was dir in einer Partnerschaft bzw. in der Liebe wichtig ist?
Hallo Petrusch, so richtig kann ich es selbst noch nicht nachvollziehen.
Wenn ich laut denke hört sich das wie folgt an:
Es hat mit Milady zu tun und ich kann mich erinnern, vor ein paar Wochen auf ihrem Profil gewesen zu sein. Bis zu ihrem Beitrag am 07.06. hatte ich sie nicht mehr in Erinnerung.
Ich wusste aber noch, dass sie sich für Pferde interessierte.
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Ihr Beitrag in diesem Thread erinnerte mich an die spastisch gelähmte Tochter meiner Arbeitskollegen
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Plötzlich warst du mit deinem Beitrag auf der Bildfläche und ich las deinen Blog. Dort fand ich Christina mit einem Kommentar wieder. Außersinnliche Wahrnehmung war wiederum ihr Thread.
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Du erwähnst eine "braune" Stute zu sein *lach*
Heute Nachmittag fiel mir bei meiner Mutter ein Magazin einer kath. Gemeinde in die Hand, die über ein Projekt im Sept. d. J. unter dem Titel 'Bunt statt Braun' informiert. Es geht dort um rechtes Gedankengut für ein Miteinander in Vielfalt, für Toleranz, Verständigung und Versöhnung.

Irgendwann wird sich mir sicherlich ein Zusammenhang erschließen. :)