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Amphibien

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Tiere & Natur haben einen wichtigen Status in unserer Gesellschaft und sowohl ihr Schutz als auch ihre Erhaltung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Themen rund um Tiere und Natur sind sehr vielfältig, da kann es um Insektenbekämpfung gehen, genauso wie um die Lieblings-Hunderasse oder das Leben auf dem Land.Haben Sie z.B. gute Tipps, welche Aktivitäten im Freien besonders Spaß machen oder wollen Sie über Neuigkeiten berichten, die es rund um das Thema Tiere und Natur gibt?Viel Freude beim Austausch mit anderen tier- und naturverbundenen Mitgliedern aus der 50plus-Treff Community.

Beitragvon weidenzweig » 26.02.2017, 15:00

Hallo,

die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichplätzen hat bereits vereinzelt begonnen.

Ich beteilige mich aktiv, wie auch schon in den letzten Jahren, an der Betreuung eines Krötenzaunes. Der ist ca.180m lang und hat 15 Eimer.
Ich übernehme die Kontrolle (1x täglich) bis zum 1. Fund immer selbst, erst danach beteiligen sich noch 2-3 andere Naturfreunde, da jetzt 2x (immer früh und spät) kontrolliert wird.
Der Aufbau erfolgte vor einigen Tagen und danach ist meistens sehr viel zu tun, denn das Bauwerk muss immer mal wieder stabilisiert werden, da es sich an einer stark befahrenen Straße befindet. Da ist tüchtig Wind und das lockert den Zaun. Auch die Wildschweine müssen sich erst an einen kleinen Umweg gewöhnen und dazu brauchen sie erfahrungsgemäß einige Tage, äh, Nächte :) . Bis dahin liegt der Zaun an einigen (wenigen) Stellen früh dann manchmal flach.

Bis heute war noch kein Fund zu verzeichnen, obwohl in der Gegend hier schon Erdkröten gesichtet wurden.
In einigen Gegenden Deutschlands hat man an Aphibienzäunen kürzlich schon Lurche in den Eimern entdeckt. Ich hatte dieses Vergnügen erst 2x. Hab auch zu jeder Kontrolle einen Fotoapparat dabei.

Bin sehr gespannt, ob es hier User gibt, die eventuell auch mit Krötenzäunen zu tun haben aber auch die Erfahrungen der Gartenbesitzer/Teichbesitzer sind interessant.

Ich würde mich sehr über Beiträge freuen. Auch Fotos wären schön.

LG Weidenzweig
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Beitragvon weidenzweig » 03.03.2017, 13:29

Juhuuu,
heute der erste Fund:

Ein wunderschöner, großer Frosch. Der saß auf dem Stock, der seitlich aus dem Eimer ragt und sonnte sich. Das habe ich noch nie gesehen und gleich ein Foto gemacht. Irgendwann klappt es mal mit dem Reinstellen.

Ich hoffe, dass es jetzt tüchtig vorwärts geht mit der Wanderung der Amphibien.
In meinem Garten habe ich noch keine gesichtet.
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Beitragvon Migranda » 04.03.2017, 19:01

Toll, daß Du Dich nicht nur für unsere Igel, sondern auch noch für Amphibien engagierst! Was hast Du für eine beneidenswerte Energie!!
Ich liebe Kröten und Frösche, bin aber gesundheitlich zu fragil, um mich an solch wichtigen Rettungsaktionen beteiligen zu können. (Bin Mitglied beim NABU, trotz meiner Mini-Rente, und spende ab und zu, mehr kann ich leider für meine Brüder und Schwestern nicht tun.) -
Ich drück uns die Daumen, daß Du bald Photos einstellen kannst!
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Beitragvon Gundulabella » 05.03.2017, 19:11

bin auch sehr gespannt auf die Bilder !
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Beitragvon weidenzweig » 11.03.2017, 13:33

Dadurch, dass es nachts noch sehr kalt ist, tut sich noch nicht so richtig was am Krötenzaun.
Bisher haben wir per 10.3. lediglich 24 Tiere aus den Eimern geholt.
Es sind größtenteils männliche Kröten und lediglich 3 große Frösche.

Anfangs konnte ich immer bei den Kröten die Männer und die Mädels nicht auseinanderhalten, hab gedacht, die kleinen sind männliche Tiere. Sind sie meistens auch aber nicht immer.

Männliche Kröten haben an den vorderen Gliedmaßen jeweils (ich sag mal) schwarze Daumen und Zeigefinger. So habe ich es auch meinen neuen Kontroll-Mitstreitern erklärt und die waren schwer begeistert, dass man das so gut erkennen konnte.
Außerdem geben nur die Männer leise Töne von sich. Das hört sich ganz lieblich zart an.

Ich hatte gestern früh gleich 7 Männlein vorgefunden und es zirpte dann so nett im Transporteimer, eine wahre Freude!!!!!!!!!! Ich habe ihnen einen schönen Platz gesucht und noch eine ganze Weile den wunderschönen Klängen gelauscht.

In einigen Ecken Brandenburgs, gibt es teilweise sehr lange Amphibienzäune. Dort werden oftmals täglich 300 Tiere und mehr gefunden. Die Retter haben tüchtig zu tun und können hier sicherlich nur nach Kröten und Fröschen unterscheiden, für die Statistik.
Jedenfalls scheint dort die Natur noch in Ordnung zu sein, freu.
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Beitragvon Migranda » 11.03.2017, 19:28

Wie gerne würde ich diese zarten Krötentöne hören!
Danke für Deine Erläuterungen!!
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Beitragvon Rosenblatt » 11.03.2017, 19:43

solange als Ersatz für euch.
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Beitragvon weidenzweig » 12.03.2017, 13:07

Migranda,
hör mal hier rein!

http://www.froschnetz.ch/arten/erdkroete.php
Die Töne "meiner" Krötenmänner waren vom Ton her ein wenig höher und noch etwas zarter. Aber die hier sind auch gut.

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Rosenblatt,
ein sehr schönes Foto, vielen Dank!

Das ist vermutlich ein Teichfrosch oder ein kleiner Wasserfrosch. Kommt auf die Größe an und wo Du die Aufnahme gemacht hast. Wenn in Deinem Garten, dann ist es sicherlich ein Teichfrosch.
Hier zur Identifikation, auch mit Ton:

http://www.froschnetz.ch/arten/teichfrosch.php

http://www.froschnetz.ch/arten/kleiner_wasserfrosch.php

Ich hoffe, dass meine Teichfrösche überlebt haben. Hab ja sehr viel Schilf und bisher ging immer alles gut.
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Beitragvon Rosenblatt » 12.03.2017, 16:59

Das ist ein junger Frosch
bzw. Wasserfrosch in unserem Tümpel.
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Beitragvon weidenzweig » 17.03.2017, 13:10

Am Zaun geht es leider nur schleppend voran mit den Funden.
Wir sind jetzt insgesamt erst bei 28. Alles fast nur männliche Kröten.

Heute habe ich auf einer wenig befahrenen, unbefestigten Straße zwei überfahrene Tiere, 1 gr. Frosch und 1 Krötenmann gesehen. Ich war darüber sehr traurig, denn das kommt öfter vor.

Hab mich mal mit einigen Autofahrern unterhalten, die meinten, dass sie immer so fahren, dass die Tiere nicht unter die Räder kommen und somit auch Froschretter sind.
Leider haben sie das Fahrtempo nicht abgesenkt. Das bringt dann nur den Effekt, dass den Tieren durch den Luftdruck die Lungen platzen. Was für ein grauenvoller Tod. Man muss schon Tempo 30 (oder besser noch langsamer) fahren, wenn man als Autofahrer die Frösche am Leben lassen will.

Ab heute und übers Wochenende soll es regnen, hoffentlich kommt dann die Wanderung etwas in Schwung. Jetzt wird es gerade ganz dunkel draußen...
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Beitragvon weidenzweig » 20.03.2017, 11:54

Nach dem langen Regen und den wärmeren Temperaturen scheint es jetzt endlich loszugehen.
Die Fundzahlen sind schlagartig gestiegen. Jetzt sind auch endlich weibliche Kröten dabei.

Die Kontrollgänge machen richtig Freude, trotz Regen und es ist immer sehr spannend!!!
Wenn ich die Tiere dann in Seenähe an einem schönen Platz abgesetzt habe und über die Wiese zurücklaufe, habe ich ein gutes Gefühl.
Tiere retten kostet nicht immer Geld. Ein wenig Zeit und Engagement reichen oftmals.

Und mit ein wenig Achtsamkeit in bezug auf die Wildtiere im eigenen Garten, kann man auch dort viele kleine Leben retten.

In meiner Gegend haben etliche Leute ihre Teiche zugeschüttet, um sich Arbeit zu ersparen. Auf die Amphibien hat das mit Sicherheit negative Auswirkungen. Wahrscheinlich auch noch auf viele andere Tiere, wie z.B. Libellen usw. Der Kreislauf wird einfach mal unterbrochen.
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Beitragvon weidenzweig » 21.03.2017, 21:17

Heute ab ca. 18.00 Uhr starker Regen. Ich war gerade noch schnell was einkaufen. Als ich nach Hause kam, sah ich schon einige Kröten hüpfen. Das wird sicherlich ne ordentliche Nacht-Wanderung in meinem Garten. Hoffentlich auch an unserem Amphibienzaun! Na, die Nachtkontrolle ist abgesichert und der Kontrolleur freut sich schon. Der ruft mich dann immer nachts noch vom Zaun an und gibt mir die Zahlen durch :D .
Ich werde ab morgen zusätzlich in einem anderen Dorf hier in der Nähe die dortigen Krötenretter unterstützen. In manchen Ecken werden dort sehr viele Tiere überfahren und die wenigen Naturschützer schaffen das einfach nicht. Zu blöd, dass ich kein Auto habe, manchmal ist es fürs Fahrrad einfach zu weit und ich muss immer jemanden finden, der mich mitnimmt.
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Beitragvon weidenzweig » 02.04.2017, 15:23

Die Zahl der geretteten Kröten ist auf das doppelte angestiegen, also ungefähr wie im letzten Jahr.
Mal sehen, ob da noch was kommt. Im letzten Jahr gab es bis Anfang Mai noch Einzelfunde.

Leider haben wir die Vermutung, dass an unserem Zaun auch andere Leute nach Kröten suchen. Das bringt natürlich die ganze Statistik durcheinander und die Leute wisssen auch gar nicht, wo sie die Fundtiere absetzen müssen. Das ist in unserer Gegend nicht so eindeutig. Man kann da viele Fehler machen. Der See ist noch ein ganzes Ende weiter und die Kröten am Tag auf einer riesigen Wiese abzusetzen ist sehr gefährlich für sie, denn da lauern schon in den Lüften (ich sag immer) die Geier... Natürlich keine Geier aber es gibt ja Vogelarten, die Kröten als Beute nicht verschmähen. Sie picken den Körper an und so kommen die Tiere dann zu Tode.

Wir kämpfen um jedes kleine Kröten-Leben, um die Zahlen wieder zu erhöhen.
Früher wurden auf der Strecke des heutigen Zaunes bei der Wanderung täglich bis zu 100 Kröten überfahren. Und keinen hat es gekümmert.

An meinem Teich im Garten sieht es da schon besser aus. Die kleinen (im letzten Jahr geborenen) Frösche haben offensichtlich überlebt und einen großen Teichfrosch (Es waren 3) habe ich auch schon gesichtet.
Heute muss ich mich noch um einen kleinen Teich im anderen Teil des Gartens kümmern. Der ist nicht tief genug für eine Frosch-Überwinterung, zum Laichen für Kröten ist er aber gut geeignet.
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Beitragvon HurdyGurdy » 05.04.2017, 20:09

... dann mal der kleine Moppel :D
IMGP0146-A-1024.jpg
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Beitragvon weidenzweig » 06.04.2017, 17:54

HurdyGurdy,
Klasse-Foto! Der Moppel scheint ein Laubfrosch zu sein. Die sind schon in vielen Gegenden selten geworden.

https://www.froschnetz.ch/arten/laubfrosch.php
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