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Das Interieur der Michaelskirche. Die Namen von Tencalla und Martinelli tauchen in Mähren sehr oft auf. Sie haben vieles dort geplant und entworfen, auch einige UNESCO- Objekte.
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Kapelle des Hl. Johannes Sarkander. Sie befindet sich in einer der malerischsten Ecken von Olomouc. An der Stelle der heutigen Kapelle befand sich früher das Stadtgefängnis, in welchem im Jahre 1620 Jan Sarkander verhört und gefoltert wurde. Er wurde von den protestantischen Ständen beschuldigt, er habe den Einmarsch der Armee des katholischen polnischen Königs in Mähren zu vermitteln geholfen. Auch unter Folter verweigerte er das Beichtgeheimnis zu verletzen, deshalb wurde er 1995 von Papst Johannes Paul II. in Olomouc zum Heiligen erklärt. Die zweistöckige neubarocke Kapelle wurde an der Stelle des ehemaligen Gefängnisses wo damals die Folterungen stattfanden errichtet. In den Jahren 1672 – 1673 entstand dieses zweistöckige Bauwerk überdacht mit einer Kuppel und Laterne. In der Mitte des Oratoriums ist eine in das Untergeschoss führende Öffnung. Bei einem Umbau 1909 – 1912 wurde das Imposante Bauwerk mit vielen reichhaltigen Steinmetzarbeiten versehen.
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Hallo nochkeinbisschenweise,

ich kann die Bilder auch sehen obwohl ich kein Premiummitglied bin, auch die im Anhang. Aber wo ist denn Omolouc?

:D
Liebe beamouse, danke für Deine Ausführliche Antwort was die Bilder betrifft. Es freut mich, daß die Nichtpremium auch die Bilder im Anhang sehen können.
Und nun zu Deiner Frage. Olomouc (Olmütz) ist eine Stadt in Nordmähren, etwa 80 km nordöstlich der Mährischen Hauptstadt Brno (Brünn). Von Prag sind es etwa 250 km südsüdöstlich. Das schöne Reiseland Mähren mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer interessanten Geschichte liegt im südlichen Teil Tschechiens.
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag nochkein..............
Kirche des Hl. Gorazd. Die orthodoxe Kirche ist ein freistehendes, gegliedertes symetrisches Bauwerk, das sich auf den ersten Blick deutlich von den anderen Olmützern Kirchen unterscheidet. Der achteckige Turm hat eine vergoldete Zwiebelkuppel mit Kreuz, die eindeutig auf die Inspiration in der byzantinischen russischen Architektur hinweist.Die Kirche wurde in den Jahren 1937 – 1939 nach einem Projekt des Architekten Vsevold Kolmacky erbaut, und wurde im Jahr 1950 zum Kathedraldom der orthodoxen Eparchie Olmütz-Brünn Im Keller befinden sich ein Betsaal und Verwaltungsräume. Im erhöhten Erdgeschoss befindet sich eine Vorhalle und der eigentliche Dom. Über dem Eingang befinden sich zwei Ikonen (Ölmalereien auf Blech). Über dem Eingang des Hl. Gorazd und über der Vorhalle ein Bild der Mutter Gottes. Die Kirche ist die urbanistische und architektonische Dominante des östlichen Stadtzentrums.
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Der Kirchenbesuch. Vorgenommen hatten wir uns, auch diese Kirche einmal zu besuchen. Als wir morgens dort ankamen war die Kirche noch verschlossen. Als ich ein Jahr zuvor dort war, war um diese Zeit die Kirche schon offen. Ich hatte immer mein Auto dort geparkt weil bei meinem Hotel wo ich damals wohnte Parkverbot war. Wir haben es dann in den unteren Räumen versucht, ob jemand da sei. Wir hatten Glück, der Pope war anwesend und begrüßte uns sehr freundlich. Wir konnten uns in allen Räumen des unteren Bereiches ungehindert umsehen, dann ging er mit uns zum Haupteingang der Kirche, schloss auf und bat uns einzutreten. Er sprach übrigens sehr gut unsere Sprache obwohl er russischer Staatsbürger war. Er zeigte uns alles was sehenswert war und es entwickelten sich sehr interessante Gespräche. Leider mußten wir uns nach ca. einer halben Stunde von dem sehr netten und weltoffenem Herrn verabschieden, denn wir hatten noch einiges für diesen Tag eingeplant.
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Svaty Kopecek. Wir machten uns auf den Weg zu dem 7 km entferntem, zu Olomouc gehörendem Ortsteil Heiligenberg. Die dortige Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung hat eine längere Vorgeschichte auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Die zweitürmige Basilika wurde 1669 – 1679 nach Plänen des Architekten Tencalla errichtet. Viele namhafte Künstler sind für das wertvolle Interieur verantwortlich. Der zweiflügelige Bau zu beiden Seiten der Basilika entstand ab 1720. Der Nordflügel wurde von den Priestern genutzt. im Südflügel wurde neben den Räumlichkeiten für den Prior auch ein repräsentativer Saal für den Abt bei dessen Anwesenheiten eingerichtet.
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Das Innere der Basilika. Die Wallfahrtskirche besteht aus einem Haupt- und einem Querschiff, einem Gewölbe, einer Kuppel und acht Seitenkapellen. Der Hauptaltar wurde 1729 von Baldassare Fontana aus Kunstmarmor hergestellt. Die Wände des Presbyteriums sind mit Silbergemälden bemalt, die mit den Ereignissen der Gründung der Kirche in Zusammenhang stehen. Die Kathedrale ist ein Werk vieler Künstler aus den Ländern hinter den Alpen und Wien, sowie von vielen mährischen und Olmützer Künstlern.
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Sternberk. Weiter geht es nun in das 10 km nördliche Sternberk. Die heutige Industriestadt am Fuße des niederen Gesenkes mit fast 14.000 Einwohnern hat eine bewegte Geschichte. Von der in der zweiten Hälfte des 13. Jh. Im Frühgotischen Stil errichteten Feste sind noch Teile der Befestigungsmauern und der mächtige Rundturm erhalten. Es war eine der ersten Burganlagen Böhmens die in Massivbauweise aus Stein errichtet wurden. Ihr Erbauer Zdeslav von Divisov hatte sich Verdienste bei der Verteidigung von Olomouc gegen die Kumanen erworben und wurde mit Ländereien belohnt. Er gilt auch als Begründer der Herren von Sternberk. Das älteste schriftliche Dokument über die Burg Sternberk stammt aus dem Jahre 1269. Zdeslav starb 1265, vermutlich war sein ältester Sohn Albert, sein Nachfolger. Der letzte Besitzer aus der mährischen Linie der Sternberger starb 1397. Im gleichen Jahr gelangte Sternberk mit der Burg und der gleichnamigen Herrschaft an Peter II. von Krawarn und Straßnitz. 1409 erhielt Sternberk das Olmützer Stadtrecht so wie die Gerichts und Verwaltungshoheit. Nach Peters Tod 1434 war sein Bruder Georg Erbe, mit dem die Linie der Herren von Krawarn 1466 erlosch. Sternberk erbte seine Tochter Ludmilla. 1467 wurde die Burg durch Truppen von Georg von Podiebrad, König von Böhmen erobert und zerstört. Ein baldiger Aufbau im Neugotischen Stil erfolgte.
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Die lange Geschichte des Adelssitzes der Herren von Sternberg.
Ludmilla war mit Albrecht Kostka von Postupice verheiratet. Nach dessen Tod 1477 vermählte sie sich mit Jan Berka von Duba, der 1501 starb.Jan Wenzel Vaclav Berka von Duba Ließ die Stadt nach einem Großbrand im Renaissancestil wieder aufbauen. Nachdem sich dessen Tochter Katharina von Berka und Duba 1570 in Mährich Trübau (Moravska Trebova) mit dem Münsterberger Herzog Karl II.vermählte, gelangten Stadt und Herrschaft in dessen Geschlecht. Karl II. war ein Urenkel des Königs Georg von Podiebrad und bekleidete das Amt eines Landeshauptmann von Schlesien. Da er ein Anhänger der evangelischen Lehre war, bemühte er sich um die Ausbreitung dieser Glaubenslehre in seinem gesamten Herrschaftsbereich. 1577 wurden die Juden in Sternberk verbrannt. 1501 erließ Karl II. eine Religionsverordnung, und 1502 mußte die Brüdergemeinde die Stadt verlassen.Im selben Jahr wurde für die Protestanten die Dreifaltigkeitskirche errichtet, kurze Zeit später eine evangelische Schule eröffnet, deren Schüler auch dem mährischen protestantischen Adel entstammten. Durch die Bevorzugung der evangelischen Lehre kam es zu Streitigkeiten zwischen Karl II. und dem Augustinerkloster bzw. dem Bistum Olomouc, wobei auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielten.
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Die Geschichte der Burg und der Stadt. Sie ist mit der bewegten böhmischen Geschichte verbunden, insbesondere mit den Kriegen, während derer sowohl die Burg als auch die Stadt enorm litten. Der letzte wesentliche Umbau der Burg erfolgte im 17. Jh. Einige Innenräume wurden barockisiert. Lange Zeit war die Burg eine Ruine. Erst Ende des 19. Jh. beschlossen die Besitzer umfassende Sanierungsarbeiten durchzuführen und technische Einrichtungen einzubauen. Wasserleitung, Zentralheizung und Elektrifizierung wurden installiert.
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Die Kirche Mariä Verkündigung. Die Ursprünglich gotische Kirche entstand 1371 an Stelle einer kleinen romanischen Kirche. Im gleichen Jahr wurde der Bau eines Augustinerklosters an der Kirche begonnen. Beide Gebäude wurden während der Hussitenkriege im 15. Jh. schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zweimal brannte die Kirche später aus, deshalb wurde sie 1775 abgerissen und durch die heutige klassizistische Kirche ersetzt.
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Unser nächstes Ziel war die Kleinstadt Unicov (Mährisch Neustadt),
17 km nordwestlich von Sternberk gelegen. Die im frühen 13. Jh. entstandene Stadt zählt heute etwa 11.500 Einwohner. Sie ist das älteste mit Stadtrechten ausgezeichnete Gemeinwesen in Mähren. Mährisch Neustadt wurde nach zehnjährigem planmäßigem Aufbau im Jahre 1223 das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Als königliche Stadt unterstand sie direkt dem böhmischen König. Bruno von Schauenburg, Bischof von Olmütz und Vertrauter König Wenzel I. , besiedelte weite Teile Nordmährens, so auch Mährisch Neustadt und seine Umgebung mit Bau und Handwerkern seiner Heimat Norddeutschland, Es wurden hier Deutsche Dörfer gegründet. Das geschah nach dem Tartarenansturm 1241. Nachdem Jan Hus, der tschechische Reformator1415 als Ketzer verbrannt wurde, lehnten sich seine Anhänger gegen König Wenzel II. und die katholische Kirche auf, woraufhin sich ein blutiger Bürgerkrieg entfachte. Das war der Anfang der Hussitenkriege, die sich später auch in benachbarte Länder ausdehnten.
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Das Rathaus auf dem Masarykplatz. Das dominante Gebäude entstand um die Wende des 14. zum 15. Jh. als Lager für Marktwaren. Aus der ursprünglich gotischen Form entstand durch Umbauten die heutige Form. Ein 45 Meter hoher Wachtturm und eine Kapelle wurden nach und nach hinzu gebaut. Die Kapelle dient heute als Zeremonienhalle. Das Aussehen im Pseudorenaissancestil erhielt das Rathaus im 19. Jh. Ein monumentaler Treppenaufgang wurde dem Gebäude hinzugefügt.
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Die Mariensäule auf dem Masarykplatz. Sie ist eine der schönsten in Mähren. Sie wurde als Danksagung für den Schutz der Stadt vor dem Einfall der Hussiten im Jahr 1424 und der Kumanen im Jahr 1463 und auch als Denkmal für die Opfer einer Pestseuche errichtet.. Die reiche figurale Ausschmückung und die Reliefbilder von Johannes Nepomuk und Johannes Sarkander sind ein Werk des Barrockkünstlers Jiri Heinz und Severin Tischler. Die Grundsteinlegung war 1708, Pest und Stadtbrand führten zu Geldmangel. Somit wurde sie erst 1729 fertiggestellt.
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