Ja, das kann ich gern beantworten. Als Christin.
Ich habe unzählige Menschen in ihrem Sterben begleiten dürfen.
Und bin der Ansicht, dass jeder Mensch ein Recht auf sein würdiges Sterben hat.
Organ-Explantation geschieht unter Umständen, die den Sterbenden seiner Würde berauben.
Und gerade als Christ muss ich nicht um jeden Preis meinen Tod verhindern. Schon gar nicht auf Kosten eines anderen.
Und wenn hier schon jemand mit dem christlichen Glauben argumentiert, dann frage ich ihn, warum er Gottes Willen nicht bereit ist anzunehmen.
Nur mal so als Christ gefragt......

(Ich beziehe mich mit diesem Kommentar auf den Beitrag einer Userin, die fragte, wie ein Christ das Ablehnen der Organentnahme mit seinem Glauben vereinbaren könne.)
... und ich dachte immer, bei Christen und anderen Religionen wandert nur die Seele ...

errare humanum est :-)
Malzmueller hat geschrieben: ... und ich dachte immer, bei Christen und anderen Religionen wandert nur die Seele ...

errare humanum est :-)


Was ist dann, wenn die Seele auch dem Ebenbilde des Menschen gleicht und eben auch sowas wie entsprechende Seelen-Organe hat??
So wie z. B. Kummer ja auf den Magen schlägt und andererseits Stress mit dem Partner/in an die Nieren geht usw. usw.
So wissen auch nur Wenigen, dass die Seele umgekehrt im Körper steckt, denn nur so macht die Fußwaschung Christi und das Abtrocknen mit den Haaren überhaupt einen Sinn. Die einzige Frage ist in welche Richtung die Seele dann bei jeweiligen Menschen blickt, vorwärts oder rückwärts.
Sicher ist es für mich auch mit Nächstenliebe verbunden ,
ein Organ zu spenden . Doch ich hadere ............

Ob dann die anderen Seelenteile passen ???

Hab mal was von Seelenanteile zurückholen gelesen ............
die Quelle zu bitten , die jeweiligen Seelenteile zurückzugeben
und die eigenen wiederzubekommen ............

Meine Ansicht ist , dass die Seele alle Teile des Körpers bewohnt,
durchfließt
und sie dadurch lebendig sind .
@tatulipa im Gegensatz zu Dir bin ich geneigt meinen Körper als Kindergarten oder Hort für Seelenkinder zu sehen. Wobei ich auch davon ausgehen möchte, dass jedes lebenswichtige Organ dann auch von einem Seelenkinderpärchen belebt wird.
Hinzu kommen dann noch die Überlegungen, dass in einem Körper ja spätestens nach 7 Jahren alle Zellen erneuert werden, wieso muß dann eigentlich ein Organempfänger ein Leben lang Tabletten gegen eine Organabstoßung einnehmen, weil sein Körper und sein Immunsystem die transplantierten aber fremden Seelenkinder ausgrenzen und Mobben will.
Die Organspende macht einen natürlichen Tod unmöglich, in der Intensivstation werden die Lebensfunktionen des Sterbenden bis zur Entnahme aufrecht erhalten. Man kann es auch Koma nennen - tot ist der Mensch nicht, sonst wären ja seine Organe wertlos. Die müssen durchblutet werden, bei der Extransplation wird dann das Blut noch im Körper des Menschen durch eine Kühlflüssigkeit ersetzt, um später an den Kreislauf des Empfängers angeschlossen zu werden. Der Körper reagiert auch noch auf Reize, auch auf diese Kälte, wie auf Schmerzen, kann nicht mehr antworten, ob er sie spürt.
Immerhin bekommt er eine Narkose - warum eigentlich?

Der Empfänger muß sein ganzes Restleben lang immununterdrückende Medikamente einnehmen, die seine Lebensqualität erheblich einschränken. Kostet so um die 100.000 €/ Jahr, zusammen mit den Organen selbst ein fettes Geschäft. Nachdem bekannt ist, daß sich viele Lobbyisten sich im Bundestag rumtreiben, wundert es nicht, daß die Bundesregierung im Auftrag der Gesundheitsindustrie Werbung für Organspende macht und es dabei an der umfassenden Aufklärung darüber mangeln läßt. Nun soll also die Widerspruchslösung kommen, wie praktisch!
Asinella hat geschrieben: Der Empfänger muß sein ganzes Restleben lang immununterdrückende Medikamente einnehmen, die seine Lebensqualität erheblich einschränken. Kostet so um die 100.000 €/ Jahr, zusammen mit den Organen selbst ein fettes Geschäft. Nachdem bekannt ist, daß sich viele Lobbyisten sich im Bundestag rumtreiben, wundert es nicht, daß die Bundesregierung im Auftrag der Gesundheitsindustrie Werbung für Organspende macht und es dabei an der umfassenden Aufklärung darüber mangeln läßt. Nun soll also die Widerspruchslösung kommen, wie praktisch!


Anstatt der Widerspruchslösung wäre es doch viel "" FAIRER "" wenn man auch den Angehörigen von dem Organspender einen vernünftigen Preis für seine Organe bezahlen würde. Oder dass ich in meinem Testament hinterlassen könnte, wem das Geld für meine Organe erben soll.
Denn so könnten die Angehörigen zumindest die Beerdigungskosten ganz oder teilweise sparen. So aber stopfen sich alle die Taschen voll und verweisen darauf wie dringend Organe von den kranken Empfängern gebraucht werden.
Erwähnt wird dann aber nicht, dass um sie zu retten, dafür eben andere sterben müssen, alle streichen sich riesige Geldsummen dafür ein nur die Spender sollen nichts dafür bekommen. Organe müssen einen Preis haben und die Entnahme kontrolliert werden um den Schwarzmarkt für Organe auszutrocknen und ganz zu unterbinden.
Was ich auch schlimm finde ist die Tatsache, dass sich niemand aus
diesem Thema wirklich heraus halten kann, denn durch unsere Beiträge an die Krankenkassen zahlen wir diesen Irrsinn mit.

Diese menschliche Ausschlachterei sollte auf getrennter Schiene laufen, finde ich.
monty1 hat geschrieben: Was ich auch schlimm finde ist die Tatsache, dass sich niemand aus
diesem Thema wirklich heraus halten kann, denn durch unsere Beiträge an die Krankenkassen zahlen wir diesen Irrsinn mit.
Diese menschliche Ausschlachterei sollte auf getrennter Schiene laufen, finde ich.


Genau das wäre die Lösung eine Extra Versicherung für Organwechselwillige und die Anderen sind davon unbehelligt.
Von wegen, zahlt alles die Krankenkasse!

Die ärztliche Todesfeststellung (notwendig für die Beantragung des standesamtlichen Totenscheins) jedenfalls müssen die Angehörigen zahlen, den der Tote ist ja kein Patient mehr und damit nicht mehr Mitglied der Kasse.

Insofern ist das der bürokratische Beweis, daß der Organspender noch lebt, sonst dürfte die Kasse die Entnahme nicht zahlen.
Was ich hier zum Teil lese, erschreckt mich.
Hat jemand von euch Familienmitglieder wie Kinder, Enkelkinder, Geschwister, Partner, deren Leben durch Organspende gerettet werden könnte?
Wisst ihr, wie es ist, die Angst, die Not auszuhalten, ob überhaupt oder wann eventuell ein rettendes Organ gespendet wird oder der Tod die Hoffnung zunichte macht?

Diese Menschen sind den Organspendern unendlich dankbar, dass sie ihnen ermöglichten, weiterleben zu dürfen.

Organspender wissen, dass ihr eigenes Leben nicht mehr zu retten ist,
wissen sehr wohl um das Procedere, welches sie erwartet. Und so quasi von "oben" herab darüber herzuziehen, ist frech und unanständig.
Jedem ist zu wünschen, dass er oder seine Liebsten nicht irgendwann mit so einer Situation konfrontiert werden..
Daiyogen hat geschrieben: Wie stehen Christen zur Organspende, propagieren sie einen Organspende-Ausweis?
Sind Christen der Meinung, dass der Hirntod der definitive Tod des Menschen ist, obwohl Organe wie Herz, Niere, Leber und Lunge noch leben ("warmer Körper, schlagendes Herz"). 


Selber gehöre ich keiner Religion an, habe aber eine humanistisch bis christlich geprägte Lebenseinstellung und bin der Meinung, jede/r möge mit seinem Leib verfahren, wie er/sie es als richtig und wichtig empfindet. Also ich bin für die Selbstbestimmung.

Was ich bissi absurd finde - wenn ich mir anschaue- rein statistisch- wie wenige Organentnahmen überhaupt stattfinden. Schaut euch doch mal die Zahlen an: in Deutschland: Spender versus Entnahmen... Vielen Krankenhäusern ist das Verfahren zu aufwendig und die Kostendeckung zu gering.. die lassen die Organspender einfach so vor sich hin versterben.

Und noch eine Absurdität: Wer einfach nicht mehr leben mag darf hier nicht in Style von Ärzten ins Jenseits befördert werden.. zur Organentnahme aber schon.

Ich bin ja schon 65 und habe ein gelebtes und erfülltes Leben hinter mir, wenn irgendein Spender- Organ mein Leben verlängern könnte, aber auch das eines jungen Menschen.. der alles noch vor sich hat, was ich schon hinter mir habe...

Tja... was wäre dann im christlichen Sinne vorrangig?
Ich bin ja schon 65 und habe ein gelebtes und erfülltes Leben hinter mir, wenn irgendein Spender- Organ mein Leben verlängern könnte, aber auch das eines jungen Menschen.. der alles noch vor sich hat, was ich schon hinter mir habe...

Tja... was wäre dann im christlichen Sinne vorrangig?



@translation, eine Aussage, bzw. eine Frage, die mich mehr berührt und mehr vom Leben verrät, als alle Vorstellungen von Richtig und Falsch, moralisch und amoralisch, etc...

...sondern einfach vom (wahren) Leben erzählt....
Bei der Organspende geht es um die Ethik des menschlichen Körpers und hinter jedem Körper steht ein Mensch.

Die christliche Kirche gibt es seit 2000 Jahren. Seither hat sich im medizinischen Bereich einiges getan.

Und mit der Menschenwürde ist es in Europa nicht so schlecht bestellt....
ist nur meine Meinung
Bin ganz neu hier, das Thema ist mir aber gleich in die Augen gesprungen Unter Astrologie und Esoterik??? Meiner Meinung nach nicht passend.
Habe 20 Jahre auf einer neurochir. Intensiv gearbeitet und Organentnahmen haben zum Alltag gehört. Bin aus Ö und jeder ist automatisch Organspender, es sei denn er ist im Widerspruchsregister. Vor einer Entnahme wird das abgefragt. Ist der Patient nicht eingetragen und lehnen die Angehörigen eine Entnahme entschieden ab, dann wird der Pat. auch nicht zum Spender.
Sehr viele Kollegen sind im Widerspruchsregister , auch ich.
Ich denke auch das sollte respektiert werden. Immerwieder höre ich: Und was ist, wenn du ein Organ brauchst? Ganz ehrlich, das weiß ich nicht. Es ist kein Tauschhandel.

Leider wurden in den letzten Jahren viele Patienten zu Organspendern, die eine Grunderkrankung und ein Alter hatten, das eine Entnahme früher komplett ausgeschlossen hat.
Die Hirntoddiagnostik beinhaltet zahlreiche Untersuchungen. Aus der Summe dieser Untersuchungen geht hervor, dass das Gehirn unwiderbringlich geschädigt ist. Wird der Hirntod zu einem bestimmten Zeitpunkt festgestellt ist das der Zeitpunkt des Todes, der in der Krankenakte festgehalten wird. Es kann schon gut sein, dass ein Pat. dann noch 1-2 Tage auf der Intensiv liegt.Im OP kommf es zur Organentnahme.
Ich bin bei zahlreichen Patienten dabei gewesen.Das war meine Arbeit.Ich für mich habe aber entschieden, dass ich "normal" sterben möchte. Mit einem letzten Atemzug.