Die Fragen, warum der hochgerollte Stein überhaupt wieder runterrollt, und wie Sisyphos wieder runterkommt, um seiner zuerst zwangsverordneten, aber dann doch freiwillig selbstgewählten Lieblingsbeschäftigung des Hochrollens wieder nachgehen zu können, die er daraufhin keineswegs – wie Sartre meint – als absurd empfindet, sondern sehr erfüllend, sind nach meinem Kenntnisstand hier noch nie gestellt worden, obwohl die falschen Antworten darauf die Hauptursache zB für die postnatale Depression oder die Depression Desjenigen, der auf der Höhe seines erfolgreichen Schaffens in eine solche verfällt, darstellen.

Zumindest beim letzten Stein seines selbstgestalteten Lebenwerks kann der Glückliche jedenfalls sagen: „Es ist vollbracht!“, ohne sich weiterhin müßige Gedanken darüber machen zu müssen, was danach geschieht, und kann entspannt seinen Nachfolgern das Hochrollen von Steinen überlassen, um auf sinnvolle Weise ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Das ist ein außergewöhnlicher thread.

Eine Themenerstellerin stellt eine Frage, die sie selbst nicht vorhat zu beantworten.
Sie legt eine Menge schwerer Steine an den Fuß des Berges und lässt sie etliche Freiwillige mühevoll hinaufwälzen.
Sie selbst sitzt im ICE und sieht dem Treiben amüsiert zu.
Als Reaktion kommt eine sparsame Belobigung für die ganz besonders Eifrigen,
die noch nicht verstanden haben, dass auch ihr Stein am nächsten Tag wieder unten, ganz unten, liegt.

Alle Beteiligten nehmen ihr Schicksal demütig an - sie sind wahracheinlich sogar glückliche Menschen.

Die Regisseurin dieses Spektakels ist grenzgenial.
Ich weiß nicht, ob diese Inszenierung gewollt oder zufällig ist - ich neige zu zweiterem.

Vor allem fasziniert mich die Ernsthaftigkeit bei sinnlosem Tun - Camus, schau oba!
"es ist vollbracht!"
flüsterte wohl eher der frisch genagelte
als der Marmor rollende...

In diesem Fall erbitte ich mir wahrlich mehr Kenntnis

Was ist nur los mit euch, denken verlernt?
Warum ist die Ernsthaftigkeit bei "sinnlosem" Tun so wichtig? Weil nur das den glücklichen Menschen macht. Sisyphus muss den Stein mit Aufmerksamkeit bewegen.
Warum dann Glück? Weil ungute Gedanken vertrieben werden.
Was bewegt die Menschen? Unterhaltung, Ablenkung. Das ersetzt zum Teil das Tun. Denn der Mensch ist wie geschaffen zum Unglücklichsein. Unterhaltungsindustrie weiß das.
Deshalb, verachtet ihr Sisyphus, verachtet ihr den Menschen.
Felix

Der Thread dümpelte erst unbeantwortet vor sich hin, bis ich dachte, ich will ihm mal eine Chance geben. Das hätte ich mir sicher sparen können. So was muss von Anfang an sitzen, sonst wird nichts draus. Ich muss Abbitte leisten bei barbera, sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen!

Die Threaderstellerin hält sich bedeckt bis zur Beliebig- und Unkenntlichkeit; wahrscheinlich ist da gar nichts unter der Decke.

Ich bin auf den Sisyphos-Lockvogel hereingefallen. Dabei steckt er ganz woanders: Keinesfalls als „Thema“ im Fokus der Akteure, sondern in jedem selbst, auch in mir. Tag für Tag richten wir unsere Statements – bestückt mit allerhand Posamenten – auf, damit sie von anderen wieder eingerissen werden. Einer gegen alle, alle gegen jeden, jeder für sich allein... Wie absurd ist das denn?

Dieser Thread ist jedenfalls absurd. Weder philosophische Diskussion noch geistreiche Blödelei. Von allem nur klägliche Fehlversuche. Nicht mal die reinen Schmähungen treffen ins Schwarze – weil es kein Schwarzes gibt.

Aber schließlich doch lehrreich. Ertappt als Sisyphos nimmt man sich vielleicht künftig selbst nicht mehr allzu ernst beim eifrigen Posten hier. Man beginnt, die Kunst der geistreichen Parade als das zu begreifen und schließlich bewusst zu nutzen, für das sie uns dienlich ist: Für den einen als Motivation, die eigene Gedankenwelt voran zu bringen (Schubladengräber für in stillen Kämmerlein produzierte Geistesblitze haben einfach nicht dieselbe Schubkraft wie ein öffentliches Sichverströmen), für den anderen zum Frustabbau oder, im Gegenteil, zu Spiel und Spaß als sozialem Kitt.

Was ich noch beobachten konnte: Es wird ganz nebenbei und unbeabsichtigt – es scheint irgendwie unvermeidlich zu sein – der Horizont erweitert. Zumindest ist Camus hier inzwischen kein Fremder mehr. :wink:


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Sommer0511 hat geschrieben: "es ist vollbracht!"
flüsterte wohl eher der frisch genagelte
als der Marmor rollende...

In diesem Fall erbitte ich mir wahrlich mehr Kenntnis

Was ist nur los mit euch, denken verlernt?


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Na ja, jetzt wissen wir endlich, worum es der TE mit
ihrer Ruprik geht,
latürnich!
Hab aber keine Lust, darauf einzusteigen.
Da bleib ich lieber bei der Blödelei, bei Spiel und Spaß.
Ich denke, nur deshalb hat dieser Thread seine vielen Aufrufe.

Also lassen wir die Steinlaus ihren Zahnstein rollen,
und genießen das in vollen Zügen, bis auch die TE
freudig ruft: Die Ruprik ist vollbracht, und das im ICE!
Alaaf und Hellau und so, gell!
flesermutzel hat geschrieben:
Sommer0511 hat geschrieben: "es ist vollbracht!"
flüsterte wohl eher der frisch genagelte
als der Marmor rollende...

In diesem Fall erbitte ich mir wahrlich mehr Kenntnis

Was ist nur los mit euch, denken verlernt?


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Na ja, jetzt wissen wir endlich, worum es der TE mit
ihrer Ruprik geht,
latürnich!
Hab aber keine Lust, darauf einzusteigen.
Da bleib ich lieber bei der Blödelei, bei Spiel und Spaß.
Ich denke, nur deshalb hat dieser Thread seine vielen Aufrufe.

Also lassen wir die Steinlaus ihren Zahnstein rollen,
und genießen das in vollen Zügen, bis auch die TE
freudig ruft: Die Ruprik ist vollbracht, und das im ICE!
Alaaf und Hellau und so, gell!


Richtig!
Es ist zudem eine Sisyphusarbeit, unbotmäßigen Teilnehmern einer Diskussion immer wieder verklickern zu wollen, was eigentlich Sache ist!
Wohl dem, der das erkennt und sich nicht vergeblich verausgabt.
Blödelei ist eine wunderbare Sache, sehr befreiend!
Die TE hat einfach noch nicht bemerkt, dass sie irrtümlich im Philo- statt im Sexforum gepostet hat. Genagelt bleibt genagelt...
Shekinah hat geschrieben: Die TE hat einfach noch nicht bemerkt, dass sie irrtümlich im Philo- statt im Sexforum gepostet hat. Genagelt bleibt genagelt...


Genagelt wird auch weiterhin. Schraubverbindungen wären schwierig und eine Herausforderung für jeden innovativen Kopulationstechniker. Erste Versuche mit bioverträglichen Gewindeschneidern zeigten akustische Begleiterscheinungen, die den "Tarzan-Schrei" in neuen Varianten möglich erscheinen lassen. Die Filmindustrie bekundete bereits Interesse. :lol:

Ein schreiender Sisyphos könnte der Geschichte von rollenden Steinen und Steinläusen durch Verwendung dieser Schraubtechnik eine ganz andere Richtung geben. Es bleibt spannend. :wink:
Zum Thema ,,Oder das Steinlose runter laufen des Berges!''


Wie kann man da nur einen Zusammenhang zum Nageln finden???
Grübel............................
Nageln Steinläuse steinlos?
Läuft ein Berg runter, und wenn, warum?
Fragen wir mal Camus.
Er sagt z.B. :
Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet.»
und
,,Die größe Ersparnis, die sich im Bereich des Denkens erzielen läßt, besteht darin, die Nicht-Verstehbarkeit der Welt hinzunehmen und sich um die Menschen zu kümmern.''

Armer Camus. Hoffentlich hat er sich nicht im Grab umgedreht!
Wohl dem, der sich dem Fluss des Lebens ergeben kann.... ;-)


https://www.merkur.de/reise/mysterioes- ... 08584.html
und nicht gegen eine Strömung schwimmen muss!
@Milafranzi: und nicht gegen eine Strömung schwimmen muss!



https://youtu.be/DcHKOC64KnE
Also ich nehme mir jetzt ein Beispiel an "Huckleberry's" Wortspielerei..
So einen Text muss man erstmal hinbekommen :P
Ich finde damit ist alles gesagt und man könnte nun den Deckel auf diesen Thread machen.. :wink:

Vielleicht klappt es ja :wink:

Habt alle eine gute Nacht

Frieda
So, wie Sisyphos an seinen Stein genagelt war, so war Jesus an das Kreuz der vier Elemente genagelt, was er – wie jeder andere Mensch auch – auf sich nehmen muss, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Den Sinn darin sehen die Erfinder beider sehr ähnlichen Mythen in der lebenslänglichen Tilgung einer Bußschuld für ein Verbrechen in einem Leben vor der Geburt, welches beiden Protagonisten jedoch nicht bewusst ist, und was vom Stoiker als ein notwendiges Regulativ interpretiert und hingenommen wird, ohne seinen Sinn näher zu erfragen, und vom Existenzialisten bestenfalls als Willkürmaßnahme höherer Mächte, von denen er abhängig ist, und die für ihn absurd ist, weil sie keinem anderen Zwecke dient, als deren Unterhaltung.

Die Philosophie der Stoiker und des daraus entwickelten Christentums empfiehlt hier das klaglose Erdulden des Unabänderlichen in der Hoffnung auf Erlösung davon - entweder schon zu Lebzeiten, spätestens jedoch durch den physischen Tod, wodurch das Leben auf Erden zwar zur Hölle wird, den Sünder aber von seiner Schuld befreit und mit einem Anspruch auf Würdigung seines widerspruchslosen Gehorsams in Form eines körperlosen Weiterlebens im leidensfreien Paradiese ausstattet, was er dann in vollen Zügen genießen kann.

Der Existenzialist hingegen flüchtet sich in die Illusion der Scheinfreiheit, dennoch die Wahl zu haben, sich für oder gegen die Akzeptanz des Leidens entscheiden zu können, indem er einfach behauptet, die Unfreiheit existiere nur in seiner Vorstellung, und in Wirklichkeit sei Alles ganz anders, sofern er es nur genügend will.

Im Gegensatz zu Schopenhauer, für den vor dem Wollen und der Vorstellung die Notwendigkeit besteht, real existierenden materiellen und sozialen Zwängen Rechnung zu tragen, bevor man sich an die Frage Dessen begibt, was für Einen sinnvollerweise zu ändern oder zu erhalten sei, behaupten die nihilistischen Anhänger des filosofischen Buddhismus, die sich nicht selber um eine Verbesserung ihres Loses bemühen wollen, dass letztlich alle Probleme lösbar seien, wenn man den Leidenden als Person einfach als nicht-existent definiert, sodass Niemand mehr da ist, der leiden könnte.

Diese weltfremde Allmachtsfantasie teilen nicht nur die von ihren nicht realisierbaren, übertriebenen Heilserwartungen enttäuschten Existenzialisten mit ihnen, sondern verbreiten letztlich auch die Begründer der drei lebensfeindlichen, auf dem Judentum beruhenden Weltreligionen Moses, Jesus und Mohammed, um die Völker dran zu hindern, gegen ihre Herrscher aufzubegehren.
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