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Kunst & Kultur entfalten sich, wenn sie begeistern und kommunikativ sind. Wenn eine Ausstellung und ein Theaterstück inspirieren und berühren oder ein Cabaret uns zum Lachen und Nachdenken bringt, kommen sie bei uns an und bleiben lange in Erinnerung.Über Kunst & Kultur kann man viel schreiben und erzählen, denn der Vielfältigkeit und Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Sie gemeinsam zu erleben ist toll.Wenn Sie nach Mitgliedern suchen, die Ihre Leidenschaft teilen, dann ist dieses Forum der richtige Platz für Sie.

Beitragvon Lunata » 08.08.2017, 10:27

Hallo Ihr Lieben alle! Bin neu hier und würde euch gerne eine Geschichte von mir vorstellen... Gefällt sie, ist es recht, gefällt sie nicht, ist es auch gut... Aber irgendwo muss ich ja mal anfangen, nicht wahr?

Das Schwätzchen


„He du da, Zwerg! Hör‘ mal… toter Mann spielen geht jetzt gar nicht. Ich muss dir nämlich was Wichtiges sagen…“

„Ich spiel‘ nicht toter Mann, du Dödel, ich mach‘ Yoga!“

„Ach… kann man das auch fressen?“

„Du denkst immer bloß an das eine...“

„Klar! An was sonst?“

„Es gibt auch noch höhere Ziele im Leben!“

„Was du nicht sagst… welche denn?“

„Sich aus dem Staub zu erheben, beispielsweise.“

„Staub? Echt? Ich dachte, Frauchen wischt hier jeden Tag?“

„Du verstehst mal wieder gar nichts… Aber was soll man von so einem buckligen Hund schon erwarten?“

Besagter Hund bellt empört. „Was willst du damit sagen, du missratenes Federvieh? Hast du etwa die Weisheit mit deinen Körnern gefressen?“

„Ich pflege nicht zu fressen, ich diniere!“

„Ach… ich dienere auch ab und zu… Aber mir scheint, irgendwas ist mit deinem Wasser nicht so ganz in Ordnung...“

Der Vogel im Käfig hangelt sich zu seiner Schaukel und plustert sich auf. „Ich bin ein Geschöpf der Lüfte und du nur ein dummer Bodenkriecher… Du weißt nichts, bist nichts, kannst nichts…“

„Was? Ich werd‘ dich gleich…“ Der Hund richtet sich drohend auf. „Ich kann schließlich bellen! Wuff! Und knurren und ausgezeichnet riechen… ich rieche alles… auch deine Eingebildetheit...“

„Jetzt reicht‘s!“ Der Vogel flattert wie wild im Käfig herum.

„Was ist denn hier los?“ Eine weibliche Stimme unterbricht das Geplänkel der beiden Tiere. „Böser Lucky! Wirst du wohl Bübchen in Ruhe lassen?“

Lucky zieht den Kopf ein. Sieht sein Frauchen mit unschuldigem Blick an. Der Vogel fiept noch immer Mitleid erregend. „Da siehst du, was du angerichtet hast! Verzieh‘ dich sofort in deine Ecke! Marsch!“

Der Hund bringt ein protestierendes ‚Wuuuh‘ hervor und trollt sich unter den Tisch.
Die Frau verlässt das Zimmer.

„Die hat‘s dir aber gegeben, hihi!“, frohlockt der Vogel. „Ach übrigens, was wolltest du mir eigentlich erzählen?“

„Kannst du dir abschminken, du Verräter!“

„Wenn du nicht gleich damit rausrückst, mach ich Randale!“

Knurrend steht der Hund auf, kommt unter dem Tisch hervor und stellt sich erneut vor den Vogelkäfig. Dessen Insasse hüpft aufgeregt auf seiner Stange hin und her. „Mach schon... mach schon… ich will hier keine Wurzeln schlagen.“

Der Hund denkt nach. Runzelt die Stirn. Schüttelt sich. „Jetzt hab ich‘s vergessen…“, brummt er.

In dem Moment wird im Zimmer gegenüber das Fenster aufgemacht. Ein starker Windstoß fegt mit einem Mal durch die Wohnung. Erfasst das nur angelehnte Türchen des Käfigs und lässt es aufspringen. Der Vogel stutzt, klettert heraus und sieht sich neugierig um. Trällert eine freudige Tonfolge. Und mit einem erstaunten „Na sowas!“ breitet er die Flügel aus und flattert durch die offene Balkontür davon.

„Das mit dem Türchen wollte ich ihm eigentlich gerade erzäh...“ Der Hund bricht ab. Denn Schritte nähern sich. Energisch. Dann ertönt ein lauter Schrei. „Lucky!!! Was hast du getan?“

Lucky jault. Der Hund versteht die Aufregung nicht. Er sitzt doch nur da, schleckt seine Schnauze ab und wundert sich über die kleine gelbe Feder, die dabei sachte zu Boden schwebt...
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Lunata
 

Beitragvon Streicheleinheit » 08.08.2017, 10:34

Toll geschrieben,
gefällt mir,
weiter so,
nur Mut.
Ich lese gerne mit. :D  
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Streicheleinheit
 
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Beitragvon ValentinAK » 14.08.2017, 23:12

Einsamkeit

Es war früher Abend als ich von einem Treffen mit meiner Liebsten heimfuhr. Ich war nicht müde, eher etwas aufgedreht, aber auch nachdenklich. In den vergangenen zwei Tagen ist wieder einiges geschehen und Eindrücke auf mich nieder geprasselt.

Ein bisschen freute ich mich auf zu Hause, abzuschalten und an überhaupt nichts denken zu müssen. Aber noch war es nicht so weit, auf der Autobahn zäher Verkehr und es lagen noch scheinbar endlose 250 Kilometer vor mir. Sie zogen sich wie Kaugummi und der Verkehr wurde von Minute zu Minute dichter.

Endlich tauchte das letzte Autobahnkreuz vor zu Hause auf, nun dauerte es nicht mehr lange bis ich zu Hause ankomme. Endlich konnte ich den Wagen abstellen, die Werbung aus dem Briefkasten nehmen und sonst, wie meistens, war nichts Wichtiges da. Ich schloss die Tür auf und ich wusste, dass mich nicht die Unordnung die ich bei meiner Abfahrt hinterlassen habe erwartet, sondern eine aufgeräumte und geputzte Wohnung. Anita, meine Wohnungsbetreuerin, wie sich Putzfrauen neuerdings auch nennen, war in der Zwischenzeit da und hatte dafür gesorgt.

Ich schaltete in einigen Rumen das Licht und im Wohnzimmer das Radio an, um nicht gleich wieder, nach diesen gemeinsamen Tagen, das Gefühl des Alleinseins zu haben. Ich schenkte mir ein Gals Wasser ein, schaute aus dem Fenster und betäubte mich mit Musik. Langsam kroch aber trotzdem die Einsamkeit in mir hoch. Meine Liebe anzurufen, um über die vergangenen Stunden zu reden war mir aus bestimmen Gründen nicht möglich, also auch nicht um mich mitzuteilen was mich bewegt, nicht einmal dass ich gut angekommen wäre.

Immerhin würde ich das sicher von ihr mitgeteilt bekommen. Mittlerweile war es kurz vor Mitternacht, um diese Zeit teilt keiner mehr mit mir. Na ja, ich könnte mich an den PC setzen, in meinem Buch lesen dass da schon lange liegt, was ich alles könnte ... Statt dessen sitze ich da und beobachte wie sie sich breit macht, sich einnistet bei mir und mich einnimmt, diese Einsamkeit. Ganz klein verkrieche ich mich in meiner Seele, die Sehnsucht nach einer Stimme, nach Zeilen, nach einem Menschen mit dem ich mein Leben teilen kann wird übermächtig. Aber ich sitze nur da, energielos und sogar die mir sonst gut gesinnten guten Mächte sind weit fort. Ich bin allein, wirklich allein und einsam.

Es regnet und ich höre die Regentropfen am Fenster. Es könnten auch meine Tränen sein, würde ich weinen, doch selbst dazu fehlt mir jegliche Energie. So sitze ich da mit meiner Einsamkeit und warte auf jemanden der sie mir weg nimmt, aber es kommt niemand.

Ich bleibe allein mit meiner Einsamkeit.
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Beitragvon cinnober » 17.08.2017, 18:39

Valentin, diese Gedanken unter „das Schwätzchen“ zu stellen, ist wirklich zu schade für diesen berührenden Text.
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Beitragvon ValentinAK » 18.08.2017, 12:22

@cinnober
mag sein dass Du Recht hast, zu diesem Zeitpunkt war es mein Empfinden welches ich loswerden wollte und neuen Thread wollte ich auch nicht aufmachen.


Zum "zu schade" eine oft von mir verwendete Einschränkung drauf:
"SCHADE IST EINMAL UM UNS"
alles andere .... nicht so wichtig :D
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Beitragvon cinnober » 18.08.2017, 12:43

@Valentin, ich möchte Dir nicht in Deine Sichtweise reden. Aber gerade solch starken Gefühlen sollte man nach meiner Auffassung einen angemessenen Platz geben. Wenn’s Dir nicht so wichtig ist, okay … für mich hätte es auch etwas mit „uns“ (den Menschen im Allgemeinen und im Besonderen) zu tun. :D
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Beitragvon ValentinAK » 20.08.2017, 22:09

Jetzt musste ich 2 Tage darüber nachdenken, wo wohl ein solch "angemessener Platz" wäre. Bin zu keinem Ergebnis gekommen und dafür einen neuen bzw. eigenen Thread aufzumachen ....?
Für mich war es zu diesem Zeitpunkt wichtiger es loszuwerden als es besser oder angemessener zu plazieren, ein Emotionsventil sozusagen
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Beitragvon Siamia » 27.10.2017, 17:56

Die Geschichte gefällt mir, schade dass die Person von hier weg ist...
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Beitragvon ashoggi » 02.11.2017, 8:29

ab und zu, aber eigentlich nur selten gucke ich hier rein.
Mir gefallen beide Geschichten und ich glaube, dass es einen Sinn hätte, einen neuen Thread aufzumachen.
Valentin, Du bist nicht auf diese drei Antworten am Tag beschränkt und könntest doch hier etwas einstellen, also sozusagen etwas gründen.
Gerade jetzt im Herbst und Winter sitzt man mehr zu Hause.
Ich würde mich auch mit kleinen Geschichten beteiligen.
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Beitragvon ValentinAK » 02.11.2017, 18:47

Mein Beitrag war keine "Geschichte" sondern sozusagen ein Tatsachenbericht den ich mir nicht ausgedacht habe, sondern ich schilderte etwas, was passierte. Daher kann ich keine Thread mit Geschichten aufmachen, die ich mir erst ausdenken müsste um dann etwas zu schreiben. Dazu fehlt mir, ich glaube es zumindest, die Phantasie. Also lass ich es ....
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Beitragvon Hawaii.72 » 09.12.2017, 18:03

Das könnte zum Titel passen:
Meine Zwillingsenkel wurden heute 20 Jahre alt.
Der eine, der schon ausgezogen ist, stellte sich zur Geburtszeit 8.26 Uhr den Wecker und schrieb seinem Bruder eine SMS: "Ich gratuliere dir zum 20. Geburtstag, Alter :!: und ich genieße jetzt noch ein paar Minuten, erst 19 Jahre alt zu sein!" :lol:

Sorry, ich weiß auch nicht, warum das jetzt in Kunst & Kultur gelandet ist.
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Beitragvon Siamia » 10.12.2017, 0:16

Herrlich, Hawaii.72! Was für Geschichten doch das alltägliche Leben schreibt!
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Beitragvon rheinnixe » 10.12.2017, 0:37

Hawaii.72 hat geschrieben:
Sorry, ich weiß auch nicht, warum das jetzt in Kunst & Kultur gelandet ist.

"Rama dama"

:wink: :lol:
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