Ein Paukenschlag, ganz beiläufig: Am 25. April 1953 Veröffentlichung des Nature- Artikels Eine Struktur der DNA von James Watson und Francis Crick. Es war eine kurze Notiz, die das Modell der Doppelhelix als Deutung aus Röntgenbeugungsdiagrammen ableitete: die heute so berühmte Wendeltreppe, die zur Ikone der biotechnischen Kultur geworden ist.

Jetzt kam alles in Wanken. Der Behaviorismus mit seinem umbeschriebenen Blatt – jegliches Verhalten ist umweltbedingt – und mündete folgerichtig zu einem richtigen Paukenschlag um 1970, das Buch:
Biologie Als Schicksal: Die Soziobiologischen Grundlagen Menschlichen Verhaltens

Edward O. Wilson

Das Buch ist nach meiner Meinung ein Muss! must have

Das Wort Soziobiologie wurde zum Schimpfwort, der Autor massiv verfolgt und mit dem Tode bedroht. Er hatte in den USA keine ruhige Minute mehr. Der Vorwurf: Rassist.
Man einigte sich dann auf den Begriff Evolutionsbiologie. Denn auch Lorenz war ja auch um diese Zeit als Gänsevater im Einsatz. Das Unbeschriebene Blatt war out, Konditionierungen durch Ikonen Skinner und Pawlow mit Hund zweitrangig.

Die Kontroverse Habermaas und Luhmann ist also mehr als folgerichtig. Die Zeit stimmt auch. Luhmann war zweifellos der Modernere, die biologische Sichtweise. Aber, es darf auch an seinen Ausführungen gemäkelt werden. Denn, wir sind viele Jahre weiter.

Wer hätte gedacht, dass wir hier so in Fahrt kommen.

Felix
Gambler3:
Vielen Dank für deine schriftliche Darlegung der Kontroverse Luhmann/Habermas an diesem Ort.
Ist diese Art der Kommunikation doch viel angenehmer/lebendiger als sich allein mit Google abzugeben.
Du gehst doch sicher auch aus u.a. solchen Vorteilen zur UNI. Ansonsten könntest du ja auch ein in meinen Augen einsames fernlernen betreiben...
Ich lerne gerne hinzu.

Doch erwarte ich von einer Bildungsanstalt vollkommenes Wissen zu vermitteln.
Aber mein Unwissen diesbzgl. wundert mich nicht, erlebe ich doch gerade in einem Fachbereich, dass bestimmte Methoden Anwendung finden welche in einer UNI gelehrt werden, in einer anderen UNI diese nur unter Vorbehalt angwendet werden sollen und in einer dritten UNI als gefahrvoll angesehen werden und somit nicht in den Vorlesungen vorgesehenen sind.

Summa summarum:
Es gibt nie nur eine Wahrheit!

Und deshalb bitte achtsame und wertschätzende Auseinandersetzungen mit den jeweiligen Themen....
Hallo, zuerst ganz billige Entschuldigungen. 1. Das Wintersemester ist vorbei, und für das Sommersemester brauche ich erst mal wieder eine Zulassung.
Und zweitens. Manche Vorlesungen beginnen um 8 Uhr und wenn ich das mit meinem Alter in Bezug setzte, gut ich kokettiere .
Aber ich habe bei SWR einige Beiträge von Precht gesehen, ja ich weiß " Precht " aber es kommt auch immer auf den Moderator an.
Und die haben mir gefallen und man kann zurückscrollen. In der Uni lasse ich bei Nachfragen sowieso die " richtigen Studenten " die Fragen stellen und meine sind es nie. Have a nice day
taiga...oe hat geschrieben: Gambler3:

Summa summarum:
Es gibt nie nur eine Wahrheit!

Und deshalb bitte achtsame und wertschätzende Auseinandersetzungen mit den jeweiligen Themen....


Ja, das wird immer wichtiger, denn es wird immer schwieriger, respektvoll miteinander umzugehen, wenn zunehmend moralisch argumentiert wird, und z.Bsp. eine Seite als Dunkeldeutschland abgewertet wird, wie der auch von mir hochgeschätzte Gauck das tat...

Was ich so mitbekomme: Es gibt z.Zt. heftige Einwände dagegen, daß sich Historiker für den Migrationspakt engagieren, da sie behaupten, Migration sei immer eine Bereicherung...
Auch ich bezweifle das, denn die heutige Armutsmigration im Rahmen der Globalisierung ist doch etwas ganz Neues, das man nicht vergleichen kann mit früheren Migrationen...-
Und ich finde es nicht ok, wenn linke Soziologen ihre Utopie als wissenschaftlich fundiert darstellen.
Andererseits finde ich es sehr fragwürdig, wenn in der FAZ immer wieder darauf hingewiesen wird, daß es für eine Demokratie doch entscheidend wichtig sei, daß jeder nach seiner Fasson glücklich werden kann.
Aber was ist mit denjenigen, die im Rahmen der Globalisierung ihre Arbeitsstelle verlieren, und dann weniger verdienen, und vergeblich eine andere gleichwertige Arbeit suchen ??
Warum kümmerte sich denn die höhere Mittelschicht und die Oberschicht bisher nicht ausreichend um dieses Problem?
Z.Bsp. in Frankreich, wo jetzt die Gelbwesten leider auch gewalttätig demonstrieren?
Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich seit der Globalisierung immer mehr weiter geöffnet...
Wissenschaftlich belegt wurde, daß die weniger Wohlhabenden das als unfair und deswegen kränkend erleben, selbst wenn sie davon finanziell profitieren...

Mich bedrückt diese sich vertiefende Kluft innerhalb unserer europ. Gesellschaften...
Das fatale Versagen der Flüchtlingspolitik unserer linken Politiker trug sehr zu dieser Vertiefung bei, und ebenso die zunehmende skrupellose Freude an Luxus in der oberen Gesellschaftsschicht...-

Moralisierende Abwertung von Gegnern der Zuwanderung von Armutsmigration aus fremden Kulturkreisen führte zum Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen, und ebenso bedingt das Erstarken linksradikaler Positionen eine zunehmende Abschottung der Besserverdienenden und Besitzenden...
Die goldene Mitte ist mein Ideal geblieben, trotz der Notwendigkeit quälender Kompromisse, die auch ich manchmal fast unerträglich finde, z.Bsp. bezüglich einer Förderung der alternativen Landwirtschaft, und des Schutzes unserer zunehmend bedrohten Natur.....
cron