Ende des Monats ist es soweit. Mein Jüngster zieht aus, nachdem seine beiden Brüder bereits 2012 das Nest verlassen haben. Ich weiss, dass das völlig normal ist. Dass die Kinder irgendwann flügge werden, weiss man ja schon in dem Moment, in dem man sie zum ersten Mal in den Armen hält. Aber dieser Zeitpunkt kommt einem so weit...so fern vor. Dann ist er da....
Ich kann mir die Leere im Haus, abgesehen von meinem Kater einfach noch nicht vorstellen.
Wie habt ihr das empfunden und "überstanden"?

Liebe Grüße
Joyce62
Als erstes Kind ist mein "Mittlerer" ausgezogen. Da war er 13 und zog in eine Behinderteneinrichtung. Da hab ich mir natürlich anfangs viele Gedanken gemacht, ob alles gutgehen wird.
Als dann der Älteste zum Studium auszog, war es schon fast "normal".
Und den Auszug des Jüngsten erlebte ich schon nicht mehr unmittelbar, weil ich ein halbes Jahr vorher selber ausgezogen bin und er beim Vater geblieben ist. Trotzdem war es natürlich für mich schon aufregend, denn er zog mit 19 von Nord- nach Süddeutschland zum Studium. Das hätte ich ihm eigentlich nicht so zugetraut. Aber es klappte alles wunderbar!

Ich muss dazusagen, dass ich nicht so die "Glucke" bin, sondern dass es zum Leben dazugehört, dass Kinder ihren eigenen Weg gehen. Wären sie zuhause geblieben, hätte ich mir Gedanken gemacht.

Kurzum: ich bin stolz auf meine Söhne! :wink:
Ich habe nur einen Sohn. Mit seinen zunehmenden Lebensjahren bin ich zunehmend wieder ins Berufsleben eingestiegen. Und bei aller Überzeugung, dass junge Menschen ihren eigenen Weg gehen müssen, fiel mir das Loslassen trotzdem schwer. Es ist ja anfangs auch immer das direkte Spüren, wie bedeutsam das Zusammenleben war.

Leere habe ich in mein Leben aber dennoch nicht gelassen. Neben den sowieso bestehenden Freundschaften / Bekanntschaften wieder mehr alte Interessen aufgenommen, teilweise in Gruppen eingetreten, teilweise im Netz Themenaustausch gefunden. Es gibt so viel, wie man Leere vermeiden kann und Zeit mit Anderen genießen kann ...

Der Sohn lebt weiter weg – der Kontakt natürlich weniger als im Alltag unter einem Dach, aber dafür viel intensiver.

... also ... wieder hinein ins pralle Leben ... :D
@Joyce62
Das ist der natürliche Lebenslauf, aber wenn Du Deinen Kindern diese zwei wichtigen Dinge mitgegeben hast, Flügel und Wurzeln, werden sie immer wieder zu Dir kommen
Manchmal gestaltet sich das Wiederkommen doch etwas schwierig. Meine 5 sind alle weg, weg aus meinem Haus, und weg aus Deutschland. Und nun ist auch noch der letzte Enkel mit Familie ausgeflogen, und trotzdem: mir war wichtig, dass sich jeder frei entwickeln kann und seinen Lebensweg selbst bestimmt, wir, mein Mann und ich, habe da nicht rein geredet.
Sie sind alle was geworden und meistern ihr Leben allein, da haben wir wohl nichts falsch gemacht.
Zur Weihnachtszeit sind sie alle wieder da, dann platzt das Haus aus allen Nähten............ich freu mich drauf. :D
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als unsere Jüngste als Letzte von unseren Vieren aus dem Hause ging. Ich war damals 58 Jahre alt und hatte die erste Zeit Probleme mit der Ruhe im Haus, obwohl mein Mann zu der Zeit in den Ruhestand ging. Vorher hatte ich mich aber schon mehreren Gruppen angeschlossen und habe ehrenamtlich gearbeitet. Das hat mir sehr geholfen die Zeit für mich neu zu gestalten. Dadurch ist mir der Übergang ohne Kinder relativ leicht gefallen.
Als ich vor zwei Wochen plötzlich sehr krank wurde standen die Kinder mir sehr zur Seite, obwohl wir uns sonst auch nicht so oft sehen. Aber das war für mich unheimlich schön zu merken, dass ich nicht alleine bin.  
Ich kann dich gut verstehen. Als meine Tochter vor zwei Jahren zum Studium nach Berlin ging, war ich 56 und zum ersten Mal alleine.Ich habe einen großen Freundeskreis, unternehme viel, trotzdem war es keine einfache Zeit. Ich habe mich dann hier im Forum angemeldet und habe seitdem viele schöne Erlebnisse gehabt.
Man sagt " Zuhause ist da, wo jemand auf dich wartet".
Schaun mehr mal :D
Dir wünsche ich alles Gute und viel Spaß hier im fifty.
Aus dem Haus ist ja nur der Anfang.

Danach hatte ich noch sehr viel Kontakt mit meinen zwei Mädels.
Quatschen, shoppen, essen gehen usw. (damals haben sie sich von mir noch einladen lassen - grins).

Mittlerweile sind die Mädels in einer festen Beziehung - dann wird der Kontakt automatisch viel weniger.
Ist ja auch total logisch, weil Arbeit + Partner füllt einen doch 100%ig aus.

Aber ich werde entschädigt durch regelmäßiges Feedback und ab und zu Spaß-whatsapps.
Da bin ich einbezogen und bin selbst auch einer, der ab und zu mal mehr oder weniger sinnvolle messages rüberschickt. Wir haben immer Spaß.
Hab mal wieder vergessen über mein Gefühl dabei zu reden - typisch Mann.

Also zuerst ist noch alles nicht so schlimm - aber später im Laufe der Monate und Jahre entwickelt sich so langsam aber das Gefühl, dass man seine lieben Kinder schon vermisst und das macht manchmal ein klitzekleines bischen traurig.

Aber dann kommt das nächste whatsapp mit der Frage - Babbaaa - wann treffen wir uns mal wieder zum Palavern.

Und dann ist alles wieder gut.