Sofern die positive Erwartung eines Erfolges nach der optimal genutzten Gelegenheit, die man Hoffnung nennt, und die negative Erwartung eines Misserfolges nach versäumter Gelegenheit, die man Befürchtung nennt, lediglich auf einer positiven oder negativen Stimmung beruht, und nicht auf einer als richtig erkannten Tatsache, bleibt der Mensch ein Opfer seiner eigenen Launen, sodass er zur erfolgreichen Selbsttäuschung nur noch die passende Ursachenzuschreibung benötigt, womit er diesen Zusammenhang leugnen und sich dennoch allmächtig wähnen kann..

Stimmungen, ob sie nun positiv oder negativ sind, haben durchaus ihre Berechtigung und ich denke sie sind absolut notwendige Indikatoren und ein guter Kompass um erst mal Ursachen überhaupt zielführend mit einer momentanen Stimmung in Zusammenhang bringen zu können.
Selbst bei der Verleugnung gewisser Zusammenhänge muss er nicht dem Wahn eines Despoten verfallen sein.
Ängste, Notwendigkeiten und der Wunsch nach Schutz, können hier durchaus auch die Motivation sein.
Das wird bei Opfern von Missbräuchen festgestellt, die erst nach der Adoleszenz, und oft auch erst viel später, aufhören ihre grausamen Erlebnisse zu verdrängen und die falsche Ursachenzuschreibung verwerfen.

Daher könnte auch niemand den Lauf der Welt alleine bestimmen, solange es noch andere Menschen auf der Welt gibt, die das auch wollen, sodass immer ein entweder absichtlich bewirkter Kompromiss dabei herauskommt, auf den man sich gemeinsam geeinigt hat, oder ein weniger ausgewogenes Resultat, welches mehr den Interessen des momentan Stärkeren als denen des Schwächeren entspricht.


http://www.3sat.de/mediathek/mode=play&obj=77462

Zu bedenken und zum Gedenken.

Du solltest den Link korrigieren; er führt nur zu einer Fehlermeldung.



"Stimmung" ...

... ist ein sehr vielseitiger  Begriff. Ich denke dabei gern an ein Klavier, besser noch: ein Piano, das falsch gestimmt furchtbar klingt. Und während seine neue Einstimmung noch die seltsamsten, nervtötendsten Töne hervorruft, macht es sich selbst danach augenblicklich vergessen, um all unsere Aufmerksamkeit auf das wunderbare Klanggeschehen zu lenken, das es nun wieder hervorzuzaubern und in seiner ganzen musikalischen Pracht zu entfalten weiß.

Dier richtige "Stimmung" ist die Voraussetzung dafür, etwas Gutes auch nur annähernd zur Vollkommenheit bringen zu können.



…..Stimmungen, ob sie nun positiv oder negativ sind, haben durchaus ihre Berechtigung und ich denke sie sind absolut notwendige Indikatoren und ein guter Kompass um erst mal Ursachen überhaupt zielführend mit einer momentanen Stimmung in Zusammenhang bringen zu können. ….

Zunächst muss ich einmal sagen, dass die vorliegende filosofische Abhandlung von Thomas Fuchs über das Wesen der Stimmungen das Beste an Differenziertheit ist, was ich seit langer Zeit gelesen habe. Leider wird die Stimmung von Seiten der Fühlologen genauso gerne mit in den Gefühlstopf geschmissen, wie die sozialen Einstellungen und geistigen Vorstellungen eines Menschen, was einen Mangel an weltanschaulicher Allgemeinbildung bei ihnen vermuten lässt.

Dementsprechend symptombekämpfend statt ursachenbekämpfend sind auch die Therapieansätze, bei denen es vor allem um chemische Desensibilisierung geht, die nur von kurzfristigem Wert sein kann, und weder dazu angetan ist, das stimmungsauslösende Problem richtig zu erkennen, geschweige denn zu lösen, damit es nicht bei der nächsten Gelegenheit wieder auftritt.

Über Berechtigungen kann man nur bei Menschen mit Zuständigkeiten reden, und von der Richtigkeit nur bei zielführenden, dh vernünftigen Handlungen, aber nicht bei menschlichen Befindlichkeiten, die ihre Ursachen im geistig-weltanschaulichen, seelisch-sozialen und körperlich-materiellen Umfeld des Menschen haben, die notwendigerweise so der Fall sein müssen, wie sie es gerade sind, weil sie sonst andere wären.

Zur richtigen Ursachenzuschreibung hingegen reicht nicht nur die körperliche, seelische und geistige Sensibilität, sondern es bedarf auch des dafür nötigen Wissens, was nicht nur auf Hörensagen (glauben) beruht, sondern auch auf Erfahrungen, durch welche das angelernte Wissen zur Gewissheit wird.

Um zu verhindern, dass die alten, bislang richtigen, aus Erfahrung gewonnenen Vorurteile, mit denen man aktuelle Situationen bewertet und richtigerweise als Diejenigen (wieder-)erkennt, die sie einmal waren und es immer noch sind, bedarf es einer ständigen Überprüfung auf Plausibilität, dh, ob die Vorstellungen über die Realität noch folgerichtig oder zielgerichtet sind, oder nicht.

...Selbst bei der Verleugnung gewisser Zusammenhänge muss er nicht dem Wahn eines Despoten verfallen sein. …..

Die Leugnung einer unangenehmen Situation, welche – wenn man sie in vollem Umfang erkennen würde - eine leidvolle und damit schlechte Stimmung auslöste, sodass man nicht mehr vorbehaltlos urteils- und handlungsfähig wäre, geschieht meist unbewusst, so, wie wenn der Körper bei lebensgefährlicher Verletzung in einen Schockzustand der Gefühllosigkeit verfällt, und heißt daher auch Verdrängung. Die hält so lange an, bis der Mensch in der Lage ist, sich ohne die Stimmung der Angst vor Wiederholung mit dem Ereignis beschäftigen kann, um zu verhindern, dass es in Zukunft noch einmal geschieht.

…..Ängste, Notwendigkeiten und der Wunsch nach Schutz, können hier durchaus auch die Motivation sein.

Es sind wohl weniger die Wünsche, als die tatsächlichen Bedürfnisse, die auf einem Mangel beruhen, dafür entscheidend, was notwendig wäre, und was nicht. Die Bedürftigkeit alleine garantiert dem Bedürftigen aber noch lange nicht, dass sie von Seiten seiner Mitmenschen, die auch nur an die Befriedigung der eigenen Sicherheitsbedürfnisse denken, auch befriedigt werden, sofern kein einklagbares Recht dazu besteht.

….Das wird bei Opfern von Missbräuchen festgestellt, die erst nach der Adoleszenz, und oft auch erst viel später, aufhören ihre grausamen Erlebnisse zu verdrängen und die falsche Ursachenzuschreibung verwerfen.....

In einer Gesellschaft des legalen Egoismus, wo nur scheindemokratisch die Interessen der Schwachen öffentlich diskutiert und dann mehrheitlich durch eine entscheidungsberechtigte Elite missachtet werden, bleibt den Schwachen nichts Anderes übrig, als sich stoisch den Vertrauensunwürdigen dennoch auf Gedeih und Verderb hin anzuvertrauen in der Hoffnung, mit einem blauen Auge davon zu kommen.
Dementsprechend symptombekämpfend statt ursachenbekämpfend sind auch die Therapieansätze, bei denen es vor allem um chemische Desensibilisierung geht, die nur von kurzfristigem Wert sein kann, und weder dazu angetan ist, das stimmungsauslösende Problem richtig zu erkennen, geschweige denn zu lösen, damit es nicht bei der nächsten Gelegenheit wieder auftritt.

Stimmungen treten nie planmässig oder nur dann und dort wo wir sie im „Griff“ zu haben scheinen auf.
Diese Indikatoren zeigen uns, dass etwas nicht stimmt, wenn sie uns immer wieder auf's Neue „überfallen“.
Bleiben wir in dieser Stimmung ohne Verdrängung durch Medikamente, kann man, so man das will und auch die Möglichkeit dazu hat, die Entstehung immer wiederkehrender und beunruhigender Stimmungen gedanklich bis hin zum Grund folgen, was selbstverständlich auch Mut, Willenskraft und Geduld von Jenem abverlangt der wissen will, weshalb ihn die Stimmungen dazu drängen.


Scheitern als Grenzsituation
Zur existenziellen Dimension des Burn-out
Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs, Heidelberg

Unter der Grenzsituation versteht Karl Jaspers eine Lebenssituation, in der das «Gehäuse» von vertrauten Überzeugungen und illusionären Sicherheiten zerbricht, in der die grundlegenden Widersprüche des menschlichen Daseins sichtbar werden und der bisherige Lebensentwurf nicht mehr weiter trägt.
In dieser Erfahrung des Scheiterns steht das Individuum vor der Wahl, entweder vor der Grenzsituation auszuweichen bzw. sie zu verleugnen, oder aber sich ihr zu stellen und aus ihr den Impuls zum Ergreifen der eigenen Existenz zu gewinnen.
Diese existenzphilosophische Konzeption lässt sich auch auf das Scheitern eines bereits brüchigen, gleichwohl hartnäckig aufrechterhaltenen Lebensentwurfs resultieren, wie dies bei Burn-out-Syndromen häufig der Fall ist. Sie bringen das Gehäuse von Absicherungen und Abwehrmechanismen zum Einsturz, das die Patienten bislang vor den Widersprüchen des Daseins beschützen sollte, denen sie nun nicht länger ausweichen können.
In der einmal angenommenen und bejahten Grenzsituation wird aber auch eine Neuorientierung möglich, die die Betroffenen von den falschen Sicherheiten und Einengungen ihresbisherigen Lebensentwurfs befreit.
Jaspers’ Konzept der Grenzsituation wird damit zur Grundlage eines erweiterten, existenzialen Verständnisses und einer entsprechenden Therapie dieser Erkrankungen.
Da ich mich in der Regel bei solchen Themen heraushalte, will ich hier aber einmal eine Ausnahme machen, weil es heute schon so viele Menschen betrifft, die dann alternativlos von der Schulmedizin mit Chemie zugekippt werden..

Homöopathie bei Überforderung, Stress und Erschöpfung
Apothekerin Frau Daniela Haverland - Januar 2012

Wichtige Behandlungsziele bei permanenter Überforderung und damit einhergehender Erschöpfung sind das Erkennen der körpereigenen Signale, die Fähigkeit, daraus auch „schützende“ Konsequenzen zu ziehen oder das Einleiten eines „Umdenk“-Prozesses, insbesondere im Beruf. Letztlich gilt es, körperlich und seelisch das Gleichgewicht zurückzuerlangen. Homöopathische Arzneien können auf diesem Weg, meist im Zusammenhang mit weiteren Behandlungsmaßnahmen, eine große Hilfe darstellen.
Schätzungsweise jeder fünfte bis siebte Deutsche erleidet im Laufe seines Lebens einen Burnout. Anders ausgedrückt: eine schwere Form der seelischen und körperlichen Erschöpfung. Das Thema Burnout ist in aller Munde, wird in der Presse immer wieder breit getreten, vor allem wenn Prominente sich dazu öffentlich bekennen, wie es zuletzt beim Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick der Fall war.
Die Beschwerden kann man in körperliche und psychische Symptome unterteilen. Auf körperlicher Ebene findet man Erschöpfung, Schlafstörungen aber auch chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen und/oder Rückenschmerzen. Die psychischen Symptome äußern sich in emotionaler Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, Ängsten, Nervosität und Überforderung.
Das Burnout-Syndrom ist eine Folge von Dauerstress und darf nicht mit einer Depression verwechselt werden. Depression durchdringt alle Lebensbereiche, der Burnout ist oft zunächst arbeitsbezogen, Betroffene können z.B. im Urlaub unbeschwerte, fröhliche Tage erleben. Äußerer Faktoren wie permanenter Zeitdruck und große Verantwortung zusammen mit persönlichen Faktoren wie Perfektionsstreben und der Unfähig „Nein“ sagen zu können (um keine Ablehnung erfahren zu müssen?), können zu den ersten Symptomen des Burnouts führen.
Frühzeitiges Erkennen der Symptome um dann geeignete Maßnahmen einzuleiten kann dazu beitragen wieder eine gesunde Lebensqualität herzustellen. Eine besonders geeignete Methode ist die Homöopathie. Sie kann Menschen helfen, ihr Gleichgewicht wieder zu finden. Sie kann auch helfen, ein Umdenken im beruflichen Handeln zu begleiten. Sie kann Betroffene unterstützen, sich selbst besser betrachten zu können, Warnsignale besser zu erkennen und dem entsprechend zu handeln.
Folgende Mittel sind möglicherweise eine erste Option bei Erschöpfung durch Überforderung und Stress. Bei anhaltender und gravierender Beeinträchtigung der seelischen und körperlichen Gesundheit ist professionelle therapeutische Begleitung unverzichtbar!

Acidum phosphoricum (Phosphorsäure)

Betroffene zeigen große Erschöpfung, meist nach einem definierten überstandenen Ereignis. Das kann ein großer Kongress sein, der organisiert werden musste, dass kann aber auch die Familienfeier sein, bei der alle Abläufe klappen sollen. Auch ein kummervolles Lebensereignis kann in diesen Zustand hineinführen. Es besteht das Bedürfnis nach Rückzug, man mag keine Gesellschaft. Die Gedanken sind voller Sorgen und Kummer, tagsüber ist man sehr müde, nachts liegt man aber schlaflos im Bett. Ein weiteres wichtiges Symptom ist die Konzentrationsschwäche und verminderte Merkfähigkeit. Man verlegt immerzu irgendwelche Sachen und vergisst viel. Acidum phosphoricum ist häufig das Mittel der ersten Wahl bei beginnenden Erschöpfungszuständen. Die nächsten Arzneien passen meist besser zu einem gewissen Typ. Acidum phosphoricum hat sich aber für viele Menschen in der beschriebenen Situation bewährt.

Phosphorus (gelber Phosphor)

Bei Phosphorus sind die Symptome meist noch etwas ausgeprägter. Der Betroffene ist nervös, erschöpft, hat viele Ängste, viele fantasievolle Vorahnungen. Er leidet unter Kopf- und Magenschmerzen und unter nervösen Schlafstörungen. Im Gegensatz zu Acidum phosphoricum sehnt er Gesellschaft herbei, er möchte in den Arm genommen werden und braucht Zuneigung und Trost. Phosphorus ist ein Mittel, was vor allem zu einem bestimmten Menschentyp gut passt. Es sind Personen, die herzlich, liebevoll und sehr mitfühlend sind. Sie nehmen an Freude und Schmerz anderer sehr intensiv teil. Sie sind sehr begeisterungsfähig und immer „Feuer und Flamme“. Ein „Phosphorus-Mensch“ braucht aber immer seine Ruhepausen und seinen Schlaf. Wenn er die Signale nicht bemerkt und sich zu viel zumutet, dann folgt schnell die Erschöpfung, das „Ausgebrannt-Sein“.

Sepia (Tintenfisch)
Sepia ist das typische Mittel für die Frau (aber auch für einen Mann!) mit der Doppel-, Dreifach- oder sogar Vierfachbelastung. Ehefrau, Hausfrau, Mutter und noch berufstätig... Dies an sich muss noch kein Grund für eine Erschöpfung sein. Für viele Frauen ist dies der normale Alltag und sie kommen gut damit zurecht. Betroffene, die Sepia benötigen, stellen an sich die höchsten Anforderungen. Sie haben ein immenses Pflichtbewusstsein und sind sehr perfektionistisch. Sie können schlecht etwas abgeben, da sowieso kein anderer ihren Anforderungen gerecht wird. Dies führt auf Dauer zu Erschöpfung und Reizbarkeit, man fühlt sich gestresst und ausgenutzt und alles wird zu viel. Die Reizbarkeit richtet sich vor allem gegen die engsten Familienangehörigen, den Partner oder die Kinder. Dazu kommen häufig organische Beschwerden, wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Betroffene ziehen sich gerne zurück, sie möchten am liebsten ihre Ruhe haben und suchen den Ausgleich häufig bei sportlichen Tätigkeiten. Sepia kann helfen, gelassener zu werden und auch mal manche Dinge liegen zu lassen und über weniger perfekte Sachen hinwegsehen zu können.

Nux vomica (Brechnuss)

Bei Nux vomica steht weniger die Erschöpfung im Vordergrund, als die Überforderungs- und Stresssymptome. Der Betroffene, der Nux vomica braucht, ist gewohnt viel zu arbeiten. Er hat meist einen verantwortungsvollen Beruf und sicher keine 40 Stunden Woche. Er hetzt gerne von Termin zu Termin, dazwischen schnell ein Brötchen am Imbiss und immer wieder Kaffee. Das bei so einer Lebensweise Kopfschmerzen, Sodbrennen und/oder Verstopfung auftreten, wundert sicher nicht. Ein sehr typisches Symptom bei Nux vomica ist die Schlaflosigkeit in den frühen Morgenstunden zwischen 3 und 4 Uhr. Man wacht auf, grübelt über berufliche Dinge und schläft erst wieder ein, kurz bevor der Wecker klingelt. Dem entsprechend fühlt man sich morgens total fertig und benötigt reichliche Aufputschmittel (Kaffee, Nikotin etc.) um über den Tag zu kommen. Am Abend braucht man dann das eine oder andere Gläschen Wein um abschalten zu können. Nachts wachen diese Menschen wieder auf und der Teufelskreislauf beginnt von neuem. Die ganze Situation macht reizbar und jähzornig. Man wirkt ständig genervt und verlangt von seiner Umgebung ähnlich perfektionistisches Handeln und Arbeitswut wie man es selbst an den Tag legt. Passiert dies nicht, kann der Betroffene in die Luft gehen wie ein „HB-Männchen“. Nux vomcia kann helfen, ruhiger zu werden, auch mal einen Termin absagen zu können und dafür lieber einen Fahrradausflug mit der Familie zu genießen und das Handy zu Hause zu lassen.

Lycopodium (Bärlapp)

Bei Lycopodium steht die Überforderung mit Reizbarkeit im Vordergrund. Ein Mensch, der Lycopodium benötigt hat Angst vor neuen Aufgaben und Herausforderungen. Er ist den Belastungen durch die Anforderungen des Alltags nicht gewachsen. Er überspiel allerdings diese Ängste mit hochmütigem, arrogantem Verhalten und wirkt für viele eher dominant und selbstsicher. Tief in seinem Inneren hat er aber große Versagensängste und Furcht vor einer Blamage. Er geht Entscheidungen aus dem Weg und kann mit Kritik und Widerspruch schlecht umgehen. Auf der körperlichen Ebene sind Magen-Darm-Beschwerden, wie Völlegefühl, Sodbrennen und vor allem Blähungen und Verstopfung häufige Symptome. Lycopodium kann hier helfen, das Selbstwertgefühl im Inneren zu stärken und gelassener mit Fehlern umgehen zu können um zukünftige Aufgaben oder einfach nur den täglichen Arbeitsablauf beruhigter angehen zu können.
Hier der Link dazu
https://www.homoeopathie-heute.de/aktue ... choepfung/

Und dieser Artikel dazu


Globuli gegen Burn-Out / Erschöpfungszustände
21. August 2017 von Eva Landefeld 10 Kommentare

Es ist schon merkwürdig: Früher haben die Menschen 16 Stunden pro Tag hart arbeiten müssen. Sie hatten unbequemere Schlafstätten und weniger zu essen. Wie kommt es, dass wir in der heutigen Zeit so oft mit Depressionen, Erschöpfung und Burn-Out zu kämpfen haben?
burn-out-globuli-300x211Wer sich dauerhaft ausgebrannt fühlt und seine Leistungskraft als minimiert erlebt, wird häufig mit dem Burn-Out-Syndrom diagnostiziert. Es ist das Ergebnis von lange anhaltendem Stress, von überzogener Leistungsbereitschaft und zu vielen Belastungen verschiedenster Art. Man muss nicht unbedingt ein Perfektionist oder Workaholic sein, um von einem Burn-Out befallen zu werden. Unsere Zeit verlangt uns Multitasking, ständige Erreichbarkeit und reibungsloses Funktionieren ab, ohne dass genügend Erholung dagegen gesetzt wird. Wie eine sprichwörtliche Erklärung sinngemäß sagt: „Ausbrennen kann nur der, der vorher gebrannt hat.“ Es ist etwas daran, dass wir schlecht mit unseren Energien haushalten und dass es zu wenige Energietankstellen, dafür aber zahllose Energieräuber gibt. Welche das sind, nehmen wir zum Teil nicht mehr wahr, weil ihr Vorhandensein normal geworden ist. Die Homöopathie ist bestrebt, nicht nur symptomatisch gegen die Erschöpfung vorzugehen, sondern den ganzen Menschen wieder ins Lot zu bringen. Es geht im Leben nicht ums Funktionieren, da wir keine Maschinen sind. Es geht ums geschickte Balancieren zwischen den verschiedenen Anforderungen. Es geht darum, auch „Nein!“ sagen zu können und Aufgaben zu delegieren statt sie uns zusätzlich aufzuladen, obwohl der Kanal voll ist. Wir brauchen eine frühere Wahrnehmung unserer Leistungskurven und Energielevel. Zu allererst brauchen wir aber eine adäquate und lebensbegleitende Behandlung des bereits eingetretenen Erschöpfungssyndroms.

Überforderung kann genauso erschöpfen wie:
Enttäuschungen oder Niederlagen
überzogene Erwartungen anderer oder sich selbst gegenüber
ständiger Zeitdruck und hohe Arbeitsbelastung, häufige Überstunden
übermäßige Identifikation mit dem Aufgabenfeld
hohe Leistungsbereitschaft
chronischer Raubbau am Körper, Schlafmangel, Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Nikotin und Alkoholabusus
zu viele Termine und Verpflichtungen
ständiger Jetlag durch Geschäftsreisen
ein ständig kreisendes Sorgenkarussell
Depressionen und Frustrationen
und ähnliches. Körper, Seele und Geist melden sich früher oder später, wenn Entlastungspausen, Inspirations- und Energiequellen fehlen. Die immer schlimmer werdenden Symptome eines Burn-Out sind unter anderem

Schlafstörungen und Schlafmangel
muskuläre Verspannungsschmerzen
Antriebsschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsmangel
häufige Kopfschmerzen
stressbedingte Sehstörungen
Herzklopfen
Libidoverlust
stressbedingte Magenschmerzen, Durchfälle, nervöses Erbrechen oder Krämpfe
ständiges Übergehen eigener Bedürfnisse
Depressionen, Sorgen und Schuldgefühle
Versagensängste
Leistungseinbruch
zunehmendes Ohnmachtsgefühl oder ein Gefühl, überrollt zu werden
zunehmende Abschottung, Absage von Terminen
zunehmende Funktionsunfähigkeit
Globuli bei Burnout Vielfach werden an diesem kritischen Punkt klassische Therapien der Schulmedizin wirksam. Meist wandert der Betroffene in eine psychosomatische Klinik und absolviert eine Psychotherapie. Übersehen wird aber, dass auch sanfte Methoden zum Erfolg führen. Mit homöopathischen Rezepturen kann man die überwältigend gewordenen Symptome beeinflussen und darüber hinaus eine Umstimmung des gestressten Körpers und Geistes einleiten. Ein Burn-Out kann auch als unüberhörbare Botschaft verstanden werden, die uns sagt: Wir haben uns ein krank machendes Leben geschaffen, das unsere Kräfte übersteigt. Wir sind aufgefordert, unsere Energien neu einzuschätzen und zu überlegen, wohin wir sie zukünftig verteilen. So schrecklich ein akuter Burn-Out sich auch anfühlen mag, so viele Chancen bietet er auch. Wie Erich Fried einmal sinngemäß anmerkte, muss man jeder Krise den Beigeschmack der Katastrophe nehmen, um sie zu bewältigen. Genau das unterstützt die Homöopathie.

Es sind längst nicht mehr nur die helfenden Berufe, die von einem Burn-Out betroffen sind. Heutzutage ist potentiell jeder gefährdet. Gefühle des Ausgebranntseins werden anfangs gerne ignoriert, müssen dann aber wahrgenommen werden. Es kann nicht sinnvoll sein, erst dann zum Homöopathen oder Heilpraktiker zu gehen, wenn gar nichts mehr geht und man zwei Minuten vor dem kompletten Zusammenbruch steht. In diesem Fall ist ein Klinikaufenthalt unvermeidlich. Die Homöopathie kann bestenfalls begleitend eingesetzt werden. Als Behandlungsweg, der einem den Zusammenbruch erspart, sollte sie nach Möglichkeit früh eingesetzt werden: bei den ersten Anzeichen einer chronischen Überforderung und Erschöpfung. Verschiedene homöopathische Präparate sind geeignet, dem rotierenden Überforderungs-Karussell weniger Tempo aufzudrücken, damit die Batterien nicht endgültig leer laufen. Damit ginge nämlich auch ein zunehmendes „Schwächeln“ des Immunsystems einher. Magengeschwüre, Nervosität, Depressionen, Angstzustände oder Herzrhythmus-Störungen können durch eine rechtzeitige Behandlung mit homöopathischen Globuli vermieden werden. Dazu braucht es aber das Eingeständnis der Tatsache, dass wir überfordert und ausgebrannt sind. Was jetzt gefragt ist, ist eine fachkundige Heilpraktikerin oder ein Homöopath, der die richtigen Globuli verordnet und einem Kraft und Zeit gibt, das Leben und den Berufsalltag neu zu überdenken. Dies gelingt aus einer gewissen Distanz oft leichter. Eine längere Auszeit ist nötig.

Neben psychotherapeutischen Maßnahmen und längeren Auszeit kann die Homöopathie den wichtigsten Beitrag zur Genesung leisten. Folgende Präparate sind hilfreich.

Arsenicum Album
Zincum Metallicum
Causticum Hahnemanni
Arnica
Silica
Gelsemium
Phosphoricum Acidum
Ignatia
Aurum Metallicum


Heilpraktiker sehen Arsenicum Album als wichtiges Präparat an, wenn man spürt, dass nichts mehr geht. Zunehmende geistige Erschöpfung oder nervliche Schwäche kann man mit Gaben von Zincum Metallicum behandeln. Zunehmende Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit oder einen spürbaren Verlust an Lebensgefühl und Energie therapiert man mit Causticum Hahnemanni. Arnica wirkt bei ständiger Überlastung und Überanstrengung. Wichtig sind auch homöopathische Mittel, die entspannende Nachtruhe gewährleisten. Gelsemium ist hier beispielsweise geeignet. Mit Gaben von Silica kann man anders arbeiten lernen. Phosphoricum Acidum kann Ermüdungszustände lindern. Mit Ignatia hat man das ideale homöopathische Präparat, das bei psychischer Überlastung und nervösen Störungen angezeigt ist. Bei Depressionen ist Aurum Metallicum angezeigt. Neben diesen Präparaten gibt es noch die so genannten „assoziierten Einzelmittel“, die man unterstützend einsetzen kann, beispielsweise

Avena Sativa
Arnica Montana
Kalium Phosphoricum
oder Selenium Metallicum
Die Homöopathie bietet keine Patentrezepte, die für alle Betroffenen gleichermaßen gelten. Sie behandelt vielmehr das Individuum in seinen speziellen Umständen. Daher können die bisher gemachten Angaben nur Anhaltspunkte geben, wie Burn-out homöopathisch zu behandeln ist.
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Kategorie: Ignatia Amara, Neuigkeiten, Wirkung
Stichworte: Absage von Terminen, Abschottung, Bewegungsmangel, Burn Out, Burnout, Depressionen, Durchfälle, Enttäuschung, Erschöpfung, Frustration, Funktionsunfähigkeit, Globuli, Herzklopfen, Homoeopathie, Homöopathische Globuli, Krämpfe, Leistungseinbruch, Libidoverlust, Magenschmerzen, nervöses Erbrechen, Niederlagen, Nikotin, Ohnmachtsgefühl, Schlafmangel, Schuldgefühle, Sorgen, Versagensängste

Der Link dazu
https://www.globuliwelt.de/globuli-gege ... szustande/
@fumaria
Der Mensch kann Vieles einwerfen und an sich und Anderen rumexperimentieren aber seine persönlichen Lebenskrisen muss er selbst bewältigen oder kannst du mir ein Kraut oder Kügelchen nennen, dass diese für ihn bewiältig?
Baldrian schüttelt dein Unterbewusstsein erst durch, wühlt es auf, bevor er dich dann wirklich schlafen lässt.
Minze bereitet dir Kopfschmerzen statt sie dir zu nehmen, falls nicht richtig angewendet und Wermuth verlangt dir ab, seine Bitterkeit auf der Zunge zergehen zu lassen, bevor er dich Wohlbefinden geniessen lässt.
So ist es wohl auch mit uns Menschen, die Einen sind bitter im Umgang, Andere bereiten uns Kopfschmerzen und wiederum Andere zeigen uns unaufhörlich wo der Schuh drückt.
Es bleibt uns den richtigen Umgang zu pflegen um durch sie und mit ihnen beschenkt zu werden.
mehusae hat geschrieben: @fumaria
Der Mensch kann Vieles einwerfen und an sich und Anderen rumexperimentieren aber seine persönlichen Lebenskrisen muss er selbst bewältigen oder kannst du mir ein Kraut oder Kügelchen nennen, dass diese für ihn bewiältig?

@mehusae, wir sind uns wahrscheinlich schnell einig was die Bewältigung von Lebenskrisen angeht, man muß innere Prozesse immer selbst gestalten und bewältigen, aber wie im normalen Leben gibt es Hilfsmittel um Vorwärts zu kommen. Aber auch Navigationshilfen wie Landkarten und Navigeräte.
Die Homöopathie ist in meinem Verständnis von beidem etwas,
Das Mittel selbst ist so etwas wie der Stadtplan oder die Landkarte einer bestimmten Seelen-Gegend und die jeweilige Potenz das Verkehrsmittel.
Niedere D-Potenzen ist wie das Zu Fuß gehen und die C-Potenzen wie mit dem Zug oder Auto fahren und die LM - Potenzen sind wie das Fliegen.

""Baldrian schüttelt dein Unterbewusstsein erst durch, wühlt es auf, bevor er dich dann wirklich schlafen lässt.""

Das ist ein sehr schönes Beispiel, weil es besagt, dass diemeisten Menschen immer erst ausräumen müssen bevor sie die Ruhe zum Heilwerden haben können.Um gut schlafen zu können genügt es oft einfach die Hausschuhe ordentlich unter das Bett zu stellen anstatt sie kreuz und quer herumfligen zu lassen. *lach*

""Minze bereitet dir Kopfschmerzen statt sie dir zu nehmen, falls nicht richtig angewendet und Wermuth verlangt dir ab, seine Bitterkeit auf der Zunge zergehen zu lassen, bevor er dich Wohlbefinden geniessen lässt.
So ist es wohl auch mit uns Menschen, die Einen sind bitter im Umgang, Andere bereiten uns Kopfschmerzen und wiederum Andere zeigen uns unaufhörlich wo der Schuh drückt.""

Diese Indikationen und/oder sinnlichen Feststellungen haben mit Hopa nichts zu tun denn Hopa-Mittel schmecken nur nach Globuli oder wässriger Lösung mit Alkohol.
Wenn Du googlest und --Homöopathie Wermuth-- eingibst kommt diese Ergebnis
Wermut
Wermut – Synonyme
Wermut – Anwendung
Wermut – Dosierung
Wermut – Wirkung

Wermut kann bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden, Funktionsstörungen der Gallenwege (Gallenwegsdyskinesie) sowie Entzündungen der Magenschleimhaut eingesetzt werden. Es dient der Appetitanregung, unterstützt die Verdauung und löst dabei Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder leichte Krämpfe des Magen-Darm-Traktes. Traditionell wird es auch zur äußerlichen Anwendung bei Hautleiden verwendet.
Volksmedizinische Anwendung von Wermut
Wermut wird in der Volksheilkunde schon lange zur Appetitanregung und zur Linderung von Verdauungsbeschwerden angewandt. Traditionellerweise, jedoch wissenschaftlich nicht belegt, findet Wermut außerdem Anwendung bei Blutarmut, Menstruationsbeschwerden, ekzemartigen Krankheiten, Insektenstichen und äußerlich schlecht heilenden Wunden.
Anwendung in der Homöopathie
In der Homöopathie findet Wermutkraut von der Urtinktur bis zu den Potenzen D12 beziehungsweise C1 bis C6 Anwendung. Behandelt werden damit Erregungszustände, Magenschleimhautentzündungen und Krampfleiden.
Inhaltsstoffe von Wermut
Wermutkraut enthält mit einem Anteil von 0,2-1,5 % ätherisches Öl sowie 0,15-0,4 % Bitterstoffe.

Wermut: Indikation
Wermut kann in folgenden Fällen Anwendung finden:

Appetitlosigkeit
Verdauungsbeschwerden
Blähungen
Völlegefühl
Magenkrämpfe
Krämpfe
Entzündungen der Magenschleimhaut
Autor: Dr. med. Carmen Monasterio

Wermut – Synonyme
Wermut – Dosierung

Mehr zum Thema:
https://www.gesundheit.de/lexika/heilpf ... -anwendung


Man Kann aber auch direkt nach Symptomen googlen dann sollte man eingeben -- Materia medica Magenbeschwerden-- Ergebnis u. A.
https://books.google.de/books?id=lSmHeK ... en&f=false

""Es bleibt uns den richtigen Umgang zu pflegen um durch sie und mit ihnen beschenkt zu werden.""
Genau so ist es. Danke für die Zeit!
@ mehusae

…..Stimmungen treten nie planmässig oder nur dann und dort wo wir sie im „Griff“ zu haben scheinen auf. …..

Zum Erstellen eines Plans ist immer eine Person erforderlich, die plant. Da eine aufgrund einer körperlichen Missbefindlichkeit entstandenen Stimmung meist das Resultat einer ungeplanten Ursache ist, und damit auch keine (Be-)Wirkung, sondern nur die Folgeerscheinung eines Umstandes, ist es zunächst wichtig herauszufinden, WAS die Ursache war, und nicht, WER sie bewirkt hat.

Die Vorstellung, der Mensch würde sich bewusst für eine Missbefindlichkeit entscheiden, nur um aus dem Zustand seines Krank-Seins sozial Kapital zu schlagen, indem er dies als einen guten Grund anführt, um Andere rechtmäßig zu besonderer Rücksichtnahme zu zwingen, wie es der sogenannte eingebildete Kranke zu tun pflegt, mag zwar hin und wieder zutreffen, ist aber nicht der Regelfall.

Ganz im Gegenteil: meist wollen Kranke nicht auf die willkürlich gewährte Hilfe von Stärkeren angewiesen sein und vermeiden es daher nach Möglichkeit, als hilflos aufzufallen, indem sie versuchen, ihre verräterischen Affekte (und nicht die Stimmung) in den Griff zu bekommen, um nicht zum Opfer herrschsüchtiger Helfer zu werden, die auf ihre Kosten in bevormundender Weise ihr Helfersyndrom ausleben wollen.

….Diese Indikatoren zeigen uns, dass etwas nicht stimmt, wenn sie uns immer wieder auf's Neue „überfallen“...

Dass Jemanden eine komplexe Stimmung, die durch eine Missbefindlichkeit ausgelöst wird, sodass er letztere daran erkennen kann, genau so affiziert, wie ein einzelnes Gefühl, liegt daran, dass dieser Prozess unbewusst erfolgt, sodass man Niemandem befehlen kann, Etwas nicht empfinden zu sollen, sondern höchstens, dieses nicht mit Hilfe von bestimmten Emotionen zum Ausdruck zu bringen, womit vor Allem Diejenigen gemeint sind, die weniger dazu geeignet sind, um den Leidenden bei potenziellen Helfern als liebens- und damit auch versorgenswert erscheinen zu lassen, sodass Jemand, der gerne als Held verehrt werden will, sich am besten seine Tränen verkneift.

….Bleiben wir in dieser Stimmung ohne Verdrängung durch Medikamente, kann man, so man das will und auch die Möglichkeit dazu hat, die Entstehung immer wiederkehrender und beunruhigender Stimmungen gedanklich bis hin zum Grund folgen, was selbstverständlich auch Mut, Willenskraft und Geduld von Jenem abverlangt der wissen will, weshalb ihn die Stimmungen dazu drängen. …..

Das will und muss Derjenige, der nicht unnötig leiden will, schon ganz von selber tun - auch ohne dass man es ihm erst empfehlen muss.

Daher ist der gute Rat Buddhas, bereits schon beim ersten Schritt auf seinem 4-fachen Pfad zur Aufhebung des Leidens systematisch vorzugehen, um überhaupt herauszufinden, DASS man unter einer Missbefindlichkeit leidet, unnötig, und macht erst bei der zweiten Frage Sinn, wenn es um die Ermittlung der Ursache einer Missbefindlichkeit geht, und nicht um die Ursache des Leidens, was ja einen ganz natürlichen und gesunden Indikationsprozess des Mangels darstellt, den es zu beheben gilt.

….In dieser Erfahrung des Scheiterns steht das Individuum vor der Wahl, entweder vor der Grenzsituation auszuweichen bzw. sie zu verleugnen, oder aber sich ihr zu stellen und aus ihr den Impuls zum Ergreifen der eigenen Existenz zu gewinnen. ….

Das Ausweichen vor der Grenzsituation ist nur möglich, wenn man auch die dafür nötige Macht besitzt. Da jedoch Niemand allmächtig ist, wird Jeder irgendwann in Grenzsituationen geraten, die extreme Maßnahmen erfordern, um dennoch erfolgreich zu sein, und wenn er die nicht ergreifen kann, scheitert er unweigerlich daran – ganz egal, ob er das nun will oder nicht.

Dass Jemand hingegen eine lebensrettende Maßnahme, die er ergreifen kann, gegen jede Vernunft dennoch vorsätzlich nicht ergreift, ist nicht mit dem menschlichen Überlebenswillen vereinbar, sondern stellt eine geistige Flucht in die Vorstellung dar, dem Problem notfalls immer noch durch Selbstmord entgehen zu können, sodass er nach seinem Tode frei davon wäre, ohne dabei zu berücksichtigen, dass er sich dieser Leidensfreiheit dann gar nicht mehr erfreuen kann, weils ihn dann als empfindendes Wesen ja gar nicht mehr gibt.

….Diese existenzphilosophische Konzeption lässt sich auch auf das Scheitern eines bereits brüchigen, gleichwohl hartnäckig aufrechterhaltenen Lebensentwurfs resultieren, wie dies bei Burn-out-Syndromen häufig der Fall ist. ….

Nicht der vorgestellte Lebensentwurf scheitert, sondern der sture Mensch selber, wenn er ihn da realisieren will, wo er gar nicht zu realisieren ist, und dennoch bis zum Burnout daran festhält. Insofern gibt’s die existenzfilosofische Freiheit, selber entscheiden zu können, ob man scheitern oder erfolgreich sein will, überhaupt nicht, weil eine Entscheidung gegen die eigenen Interessen völlig absurd wäre und damit widersinnig.

Der infantile Protest eines Kleinkindes, das ein zu kleines Weihnachtsgeschenk ablehnt, weil es nicht das große bekommt, welches es sich gewünscht hat, um sich als armes bedauernswertes Geschöpf in Selbstmitleid zu wälzen, stellt insofern auch nur eine geistige Flucht in den Himmel der Selbstgerechten dar, die – wenn sie schon ihren Willen nicht bekommen – wenigstens so tun können, als seien die Anderen die Bösewichter oder Dummköpfe und nicht sie selber.

….Sie bringen das Gehäuse von Absicherungen und Abwehrmechanismen zum Einsturz, das die Patienten bislang vor den Widersprüchen des Daseins beschützen sollte, denen sie nun nicht länger ausweichen können. ….

Den Tatsachen selber auszuweichen, ist natürlich noch viel schwerer, als ihrer richtigen Erkenntnis, denn die kann man ja jederzeit verweigern, indem man den Kopf einfach in den Sand steckt. Wenn es dann zu spät dafür ist, der nahenden Dampfwalze rechtzeitig auszuweichen, bevor sie Einen überrollt, liegt das nicht an der Dampfwalze oder an denen, die ihn nicht gewarnt haben, sondern an Einem selber.

Allerdings kann die Angst vor der tatsächlichen Bedrohung so groß sein, dass man sich notwendigerweise betäuben muss, um damit leben zu können, wenn man die Ursachen selber schon nicht beheben kann, sodass man diese Entscheidung auch als folgerichtig ansehen muss, und damit als unvermeidbar.

….In der einmal angenommenen und bejahten Grenzsituation wird aber auch eine Neuorientierung möglich, die die Betroffenen von den falschen Sicherheiten und Einengungen ihresbisherigen Lebensentwurfs befreit. ….

Nein, das wird sie eben oft auch nicht, wenns gar keine Alternative gibt, und ist auch - sofern der Krug an Einem vorübergeht - gar nicht nötig, sodass man getrost unter den nicht mehr grenzwertigen Lebensbedingungen genau so weitermachen kann, vernünftigerweise sollte, und sogar notwendigerweise muss, wie bisher, weil alles Andere dem Überlebensziel selber völlig unangemessen wäre.


….Jaspers’ Konzept der Grenzsituation wird damit zur Grundlage eines erweiterten, existenzialen Verständnisses und einer entsprechenden Therapie dieser Erkrankungen. ….

Es geht hier sowohl um die erfolgreich gemeisterte, als auch um die nicht erfolgreich überstandene Situation, aus der man Etwas für die Zukunft lernen kann, was aber noch lange kein Garant dafür ist, dass es auch das Richtige ist, was man daraus lernt, um eine ähnliche Situation in Zukunft zu vermeiden oder erfolgreich zu überstehen, denn das Wissen bedeutet zwar Macht, aber ohne die dazu nötigen Voraussetzungen, zu denen auch die glücklichen Umstände zählen, bleibt die vorgestellte Möglichkeit, zwischen zwei Alternativen frei von allen materiellen und sozialen Beschränkungen wählen, entscheiden und auch handeln zu können, lediglich eine schöne Illusion.

Sich allerdings Möglichkeiten, die man mag, auch wenn sie sich nicht realisieren lassen, wenigstens geistig vorzustellen, indem man von schöneren Zeiten träumt, muss jedoch noch nicht als zu therapierende Geisteskrankheit betrachtet werden, solange dies nicht mit schädlichen Folgen für die Mitmenschen einhergeht, und solange der Betreffende noch zwischen geistig bewirktem Traum und sozialer, von Menschen bewirkter Wirklichkeit und physikalischer Stofflichkeit (Realität) unterscheiden kann.

Die Frage, ob man sich die Macht, die man benötigt, um seine Pläne in die Realität umsetzen zu können, auch notfalls gegen den Willen Mächtigerer gewaltsam beschaffen sollte, ist natürlich - wenns um das einzig erreichbare Ziel der Anpassung durch Unterwerfung geht, um zu überleben - klar mit nein zu beantworten.

Bietet sich jedoch die Gelegenheit zur sozialen Revolution auch gegen die Interessen Stärkerer, wird sich immer Jemand finden, der auch nicht vor Gewalt zurückschreckt, um sein Ziel, die Machtverhältnisse zu seinen Gunsten umzukehren, zu erreichen, wie die Geschichte immer wieder zeigt, denn ewigen Frieden zugunsten Stärkerer kanns auch nicht geben, was den scheinbar ewig Schwächeren ein schwacher Trost sein mag.
Ganz im Gegenteil: meist wollen Kranke nicht auf die willkürlich gewährte Hilfe von Stärkeren angewiesen sein und vermeiden es daher nach Möglichkeit, als hilflos aufzufallen, indem sie versuchen, ihre verräterischen Affekte (und nicht die Stimmung) in den Griff zu bekommen, um nicht zum Opfer herrschsüchtiger Helfer zu werden, die auf ihre Kosten in bevormundender Weise ihr Helfersyndrom ausleben wollen.

Also, ein Kranker ist gegenüber einem Gesunden ja immer der Schwächere und in gewissen Situationen muss Hilfe auch von solchen Leuten
gewährt werden.
Wenn ich allerdings sehe, was unter dem Begriff zu verstehen ist, wird mir ganz anders.

Aus Wikipedia:
Ein Syndrom bezeichnet in der Medizin und der Psychologie eine Kombination von verschiedenen Krankheitszeichen (Symptomen), die typischerweise gleichzeitig und gemeinsam auftreten.
Hierbei schwingt meist mit, dass dieser „Symptomverband“ überzufällig oft vorkommt. Das Wort leitet sich ab von griechisch syndromḗ = das Zusammenlaufen, Zusammenkommen.


Das will und muss Derjenige, der nicht unnötig leiden will, schon ganz von selber tun - auch ohne dass man es ihm erst empfehlen muss.

Soll er jetzt die Tränen verkneifen oder sie vielleicht dennoch bloss im Ver-borgenen laufen lassen? Denn ein Überwindungsprozess kann nicht mit dauerhaften Unterdrückungsmechanismen in Gang gebracht und schluss-
endlich zur Genesung führen.

Ich denke, Tränen gehören zum Leben, zum lebendig sein wie das Lachen und ich meine, dass so einige physische wie auch psychische und geistige Krankheiten daher kommen, dass dieser Fluss nach erschütternden Erlebnissen am fliessen gehindert wird und dabei ausser Acht gerät, dass nach jedem Bach auch wieder ein Lach kommen könnte.

.......sondern der sture Mensch selber, wenn er ihn da realisieren will, wo er gar nicht zu realisieren ist, und dennoch bis zum Burnout daran festhält. Insofern gibt’s die existenzfilosofische Freiheit, selber entscheiden zu können, ob man scheitern oder erfolgreich sein will, überhaupt nicht, .....

Richtig, also ist man hineingeboren, hineingeraten in diesem Wurf mitgeflogen und sollte sich tunlichst „ent werfen“, bevor die Kräfte nicht mehr ausreichen und es tatsächlich zum Burnout kommt.
Diese Entscheidung besteht jedoch schon, ob man dies als Option erkennen will oder nicht.

Es geht hier sowohl um die erfolgreich gemeisterte, als auch um die nicht erfolgreich überstandene Situation, aus der man Etwas für die Zukunft lernen kann, was aber noch lange kein Garant dafür ist, dass es auch das Richtige ist, was man daraus lernt, um eine ähnliche Situation in Zukunft zu vermeiden oder erfolgreich zu überstehen, denn das Wissen bedeutet zwar Macht, .......

Ich denke, dass mit jedem überwundenen Problem auch das eigene Meistern-können, also seine eigenen Grenzerfahrungen dem Menschen, hinsichtlich der noch bevorstehenden Schwierigkeiten, jedenfalls wegweisend sein können.
Im Übrigen ist wohl den meisten Senioren klar, das Leben nicht nur aus Höhenflügen und Vollkommenheiten besteht. Wie langweilig wäre das denn?

Nicht der vorgestellte Lebensentwurf scheitert, sondern der sture Mensch selber, wenn er ihn da realisieren will, wo er gar nicht zu realisieren ist, .......

Wie soll er das denn wissen, wenn er es nie durchlebt hat?

….In der einmal angenommenen und bejahten Grenzsituation wird aber auch eine Neuorientierung möglich, die die Betroffenen von den falschen Sicherheiten und Einengungen ihres bisherigen Lebensentwurfs befreit. ….

Nein, das wird sie eben oft auch nicht, wenns gar keine Alternative gibt, und ist auch - sofern der Krug an Einem vorübergeht .....

Die Frage wäre noch, was ist die „angenommene“ Grenzsituation?
Ich sehe eine Grenzsituation noch nicht als eine Krankheit wie sie Jaspers sieht.
Eine Grenzsituation kann man kaum ablehnen, sie ist entstanden und fordert den an sie Geratenen heraus nach Wegen zu suchen die ihn das Sein ent-spannter und gelassener leben lassen.
Erst wenn er nicht erkennen will, wo er sich selbst und mit Anderen fehl verhält, wird sich der Grenzgänger mit Krankheiten herum quälen, die durch Verdrängung und Verdeckung von den tatsächlichen Ursachen ablenken.
…...Also, ein Kranker ist gegenüber einem Gesunden ja immer der Schwächere und in gewissen Situationen muss Hilfe auch von solchen Leuten gewährt werden.
Wenn ich allerdings sehe, was unter dem Begriff zu verstehen ist, wird mir ganz anders.

Aus Wikipedia:
Ein Syndrom bezeichnet in der Medizin und der Psychologie eine Kombination von verschiedenen Krankheitszeichen (Symptomen), die typischerweise gleichzeitig und gemeinsam auftreten.
Hierbei schwingt meist mit, dass dieser „Symptomverband“ überzufällig oft vorkommt. Das Wort leitet sich ab von griechisch syndromḗ = das Zusammenlaufen, Zusammenkommen.....


Zu den Symptomen bzw Indikatoren von Krankheit zählt auch die soziale Verhaltensauffälligkeit des Kranken, der vielleicht gar nicht der Meinung ist, krank zu sein und damit hilfsbedürftig, solange er noch eigene Entscheidungen treffen kann – ganz gleich, wie sehr er sich damit selber oder auch Anderen schadet, die ihm anvertraut sind.

Daher wird die Beurteilung, ob Jemand noch als gesund oder bereits als krank gilt, auch einem Arzt überlassen, der den Uneinsichtigen notfalls auch zwangsernähren lassen muss, um zu verhindern, dass er seinem Leben aus Protest gegen die Bevormundung durch ungebetene Hilfeleistungen freiwillig ein Ende setzt, und nicht dem Kranken selber.

….Soll er jetzt die Tränen verkneifen oder sie vielleicht dennoch bloss im Ver-borgenen laufen lassen?....

Mit Tränen mag sich der Trauernde vielleicht kurzfristig vom Stress des Trauerns zu befreien, was ihm besonders körperlich nützt, oder er kann Andere mit diesem Ausdruck seiner Trauerstimmung beeindrucken, um ihnen seine Hilfsbedürftigkeit zu signalisieren, weswegen sie ihm vielleicht mehr Aufmerksamkeit schenken, als wenn er dies nicht täte, aber er gleicht noch keinen erlittenen Verlust damit aus.

…...Denn ein Überwindungsprozess kann nicht mit dauerhaften Unterdrückungsmechanismen in Gang gebracht und schlussendlich zur Genesung führen. ….

Schlimme Zeiten, in denen man nicht die Macht hat, sie selber zu beenden, muss man überstehen, indem man geduldig ausharrt und sich möglichst seine Impulse zur irrationalen Selbstbefreiung, mit der man seine Lage unnötigerweise nur noch mehr verschlimmern würde, verkneift, bis die solange erhofften besseren Zeiten oder Lebensumstände von selber eingetroffen sind. Das nennt der Taoist auch Wu Wei: „Handeln durch zeitweiliges, nicht in den Lauf der Dinge eingreifendes Gewährenlassen!“

….Ich denke, Tränen gehören zum Leben, zum lebendig sein wie das Lachen und ich meine, dass so einige physische wie auch psychische und geistige Krankheiten daher kommen, dass dieser Fluss nach erschütternden Erlebnissen am fliessen gehindert wird und dabei ausser Acht gerät, dass nach jedem Bach auch wieder ein Lach kommen könnte.....

Das ist richtig, hat mit dem willkürlichen Zulassen oder Unterdrücken unwillkürlicher Affekte, worauf man keinen Einfluss hat, nichts zu tun. Deshalb ist nicht Derjenige ein richtiger Indianer, der keinen Schmerz mehr spürt, denn das hieße ja, dass er schon bewusstlos oder sogar tot ist, sondern nur Einer, der ihn nicht zeigt, um nicht vor Anderen als schwache und hilfsbedürftige Heulsuse dazustehen.

…..Richtig, also ist man hineingeboren, hineingeraten in diesem Wurf mitgeflogen und sollte sich tunlichst „entwerfen“, bevor die Kräfte nicht mehr ausreichen und es tatsächlich zum Burnout kommt.
Diese Entscheidung besteht jedoch schon, ob man dies als Option erkennen will oder nicht....


Schicksal ist nicht Etwas, was Einem von irgendwelchen Herren im Himmel oder auf Erden geschickt wird, und was man noch vorzeitig ablehnen kann, nachdem man freundlicherweise darüber informiert worden ist, sondern das, was Einem – ganz gleich, ob gewollt oder ungewollt – bereits widerfahren ist, sodass man sich wohl oder übel damit abfinden bzw dreinschicken muss, weil es nachträglich eben nicht mehr zu ändern ist.

Angesichts der Erkenntnis, sich die begehrten Trauben aufgrund der eigenen Machtlosigkeit doch nicht selber beschafft haben zu können, wie ursprünglich beabsichtigt, einfach zu behaupten: „Die Trauben waren mir eh zu sauer!“ geht nur, wenn man auch getrost drauf verzichten hat können, Andere darum zu bitten, weil die Trauben gar nicht so überlebenswichtig waren, wie etwa das eigene eitle Bedürfnis nach Unabhängigkeit von der Hilfe Anderer, denn andernfalls wäre man ja unweigerlich deswegen gestorben.

…..Ich denke, dass mit jedem überwundenen Problem auch das eigene Meistern-können, also seine eigenen Grenzerfahrungen dem Menschen, hinsichtlich der noch bevorstehenden Schwierigkeiten, jedenfalls wegweisend sein können. …..

Von vergangenen Grenzerfahrungen weiß man nur, wo damals die Grenze der eigenen Machbarkeit tatsächlich lag - im Gegensatz zu der vorgestellten Grenze, die man im Übermut der Selbstüberschätzung meinte, ganz locker, oder aber im Zustande der Verzagtheit niemals überschreiten zu können, was man leider erst hinterher als eine für diesen speziellen Fall richtige oder falsche Vorstellung erkennen kann, nachdem man sie mit der Realität verglichen hat.

…...Im Übrigen ist wohl den meisten Senioren klar, das Leben nicht nur aus Höhenflügen und Vollkommenheiten besteht. Wie langweilig wäre das denn?....

Ich denke, dass sich auch noch Senioren ein Leben ohne Leiden wünschen täten, wenn das möglich wäre, und es auch Jemanden gäbe, der es ihnen zu einem erschwinglichen Preis beschaffen könnte, und trotz besseren Wissens die Hoffnung, dass es doch noch irgendwann möglich sei, bis zum letzten Atemzug nicht aufgeben, um nicht endgültig mit der unerträglichen Befürchtung leben und sterben zu müssen, das es genau so gut auch niemals der Fall sein könnte.

….Wie soll er das denn wissen, wenn er es nie durchlebt hat?....

Das kommt auf die Art des Lebensentwurfs und auf die Erfahrung des Entwerfenden mit Lebensentwürfen an. Wenn er die Voraussetzungen kennt, unter denen die jeweiligen Vorstellungen in die Tat umgesetzt werden können und erkannt hat, dass diese gerade nicht da sind, sollte er sie zuerst herstellen, oder so lange warten, bis die Gelegenheit günstig ist, um unnötige Fehler und Rückschläge aufgrund von Unachtsamkeit aus Ungeduld zu vermeiden.

Um zu lernen, wie man seine Vorstellungen am Besten realisiert, gibt es frei nach Konfuzius drei Methoden: erstens durch vernünftiges Überdenken, das ist die Beste, zweitens durch bedenkenloses Nachahmen, das ist die Leichteste, und drittens durch eigene Erfahrung, das ist die Schwerste.

…..Die Frage wäre noch, was ist die „angenommene“ Grenzsituation?
Ich sehe eine Grenzsituation noch nicht als eine Krankheit wie sie Jaspers sieht. ….


Wer pessimistischerweise das ganze Leben oder auch nur den 2. Teil davon, der aus dem Vergehen besteht - was man auch Sterben nennt, nachdem der 1. Teil des Werdens vorüber ist - als eine unheilbare Krankheit ansieht, welche unweigerlich zum Tode führt, wie es Kierkegaard formuliert und Jaspers es übernommen hat, muss der Begriff der „Krankheit als eine heilbare Behinderung aufgrund einer Missbefindlichkeit in einer vorübergehenden Krisensituation“ anders definieren, denn eine lebenslängliche Behinderung von Geburt an oder aufgrund einer späteren irreversiblen Schädigung durch Krankheit oder Unfall wird ja auch nicht als Krankheit bezeichnet, sondern als Behinderung, mit der man eben leben und sterben lernen muss, solange man lebt, dh notfalls bis zum Tode.

…..Eine Grenzsituation kann man kaum ablehnen, sie ist entstanden und fordert den an sie Geratenen heraus nach Wegen zu suchen die ihn das Sein ent-spannter und gelassener leben lassen.
Erst wenn er nicht erkennen will, wo er sich selbst und mit Anderen fehl verhält, wird sich der Grenzgänger mit Krankheiten herum quälen, die durch Verdrängung und Verdeckung von den tatsächlichen Ursachen ablenken. …..


Auch hier gibt es Ausnahmen von der Norm, bzw von dem, was als üblich gilt, denn ein aufgrund einer unberechenbaren - weil ständig zwischen zu viel und zu wenig schwankenden - Produktion von körpereigenen Opiaten (Betäubungsmitteln gegen Schmerzen) zeitweise überempfindlicher und dann wieder völlig empfindungsloser Borderliner muss sich selber immer wieder aufs Neue in schmerzhafte Grenzsituationen begeben, um überhaupt noch zu spüren, dass er lebendig ist.

Der Masochist hingegen, der sich gerne quälen lässt oder sich selber kasteit, um sich scheinbar darüber freuen zu können, dass der Schmerz nachlässt, tut das absichtlich, um sich nach einer Zeit der Desensibilisierung durch übertriebene Berauschung wieder für den Alltag sensibel zu machen, wie man es auch von der Fastenzeit her kennt, wo man mit Hilfe einer Fett-Entziehungskur den wärmenden Winterspeck loswird, um danach wieder mit neuer Lebenskraft in den Frühling starten zu können.

Bei der Verdrängung der Erinnerung an ein traumatisierendes Ereignis hingegen, die im Gegensatz zur Leugnung unbewusst erfolgt, nimmt der Kranke spontan bereitwillig einen kleineren Schaden hin, um einen größeren zu verhindern, indem er dabei seine Lebensfunktionen – ähnlich wie bei einer Ohnmacht – auf die lebensnotwendigsten Funktionen reduziert, um die noch vorhandene Energie optimal dafür nutzen zu können, um die Krise heil zu überstehen. Danach wird er dann meist von selber – mit oder ohne fremde Hilfe - wieder funktionsfähig, sofern er nicht vorher gestorben ist.
Zu den Symptomen bzw Indikatoren von Krankheit zählt auch die soziale Verhaltensauffälligkeit des Kranken, der vielleicht gar nicht der Meinung ist, krank zu sein und damit hilfsbedürftig, solange er noch eigene Entscheidungen treffen kann  - ganz gleich,  wie sehr er sich damit selber oder Anderen schadet, die ihm anvertraut sind.

Ist es nicht so, dass der Mensch von den Äusseren scheinbar positiven, aufgedrängten unnatürlichen, akustisch und visuell Aufmerksamkeit heischenden Absichten, von seinem Sein sosehr permanent abgelenkt ist, dass nur wenig Freiraum zur Besinnung und zum Nachdenken bleibt.
Die Frage wäre, weshalb er das an sich geschehen lässt.
Hat der Mensch Furcht einer gewissen Leere in sich zu begegnen?
Sind deshalb so viele Menschen auf einer Art Flucht und höchst selten "geerdet"?

In solchen Zuständen der Ablenkung und Besinnungslosigkeit ist es kaum möglich auf Dauer geistig-seelisch und auch körperlich gesund zu bleiben.
Die Sucht mit der die Suche nach dem endlichen Zustand des Glücklichseins einhergeht ist meist begleitet von Depressionen und weiteren Verwirrtheitszuständen, infolge der eigenen Rücksichtslosigkeit.

Wie nahe liegen doch Gesundheit und Krankheit - so nahe wie lieblich und böse.

Es ist ganz klar, dass Menschen einander UNMITTELBAR benötigen.
Mündige Menschen benötigen hingegen keine fragwürdigen Mittler die meinen ihnen vorschreiben zu müssen, wie sich Menschen zu begegnen haben.
Das gegenseitige Bereichern durch gute, aufbauende Worte und Taten wird leider nur zu oft, durch Geltungsdrang bis hin zur Geltungssucht sowie aller Formen von Verführungen zum unmässigen Besitztum und weiterem egoistischem Verhalten, erfolgreich unterbunden.

Daraus resultiert dann eine sichtbare Welt wie sie sich heute präsentiert.

Nun, der Fokus sitzt oft fest - dies ob gewollt oder nicht - unablässig auf Mord, Totschlag und sonstigen Gräueltaten gerichtet.
Es wird wenig oder gar nicht darüber diskutiert oder bebildert wie Visionen über Bewegungen, die, mal abgesehen vom "Einträglichen", zu einem wirkungsvollen Ablassen, durch Umkehr von Zerstörungswut hin zu vermehrtem Wohlbefinden aller Menschen, führen würden.

Von vergangenen Grenzerfahrungen weiss man nur, wo damals die Grenze der eigenen Machbarkeit tatsächlich lag - im Gegensatz zu der vorgestellten Grenze, die man im Übermut der Selbstüberschätzung meinte, ganz locker, oder aber im Zustande der Verzagtheit niemals überschreiten zu können, was man leider erst hinterher als eine für diesen speziellen Fall richtige oder falsche Vorstellung erkennen kann, nachdem man sie mit der Realität verglichen hat.

Grundsätzlich weiss der gesunde Mensch, der schon von Anbeginn seines Lebens seine Erfahrungen hat machen können oder dürfen, selbst, wo seine Grenzen sind, so er nicht durch Umstände in welchen er lebt genötigt oder durch überängstliche Eltern daran gehindert wird.

Kinder sollten in einem angemessenen Spielraum ausprobieren, experi-mentieren und eben über Grenzsituationen ihre Überschätzungen auch mal schmerzhaft erfahren dürfen.

@ mehusae,

Du schreibst:


>> Hat der Mensch Furcht, einer gewissen Leere in sich zu begegnen?
Sind deshalb so viele Menschen auf einer Art Flucht und höchst selten "geerdet"?<<


Ja, das glaube ich. Ich beschäftige mich zurzeit wieder einmal mit diesem Phänomen als Gefahr für mein eigenes Denken. Mit dem Erreichen eines Alters jenseits der 60 können wir meist nicht mehr umhin, zu realisieren, dass die körperlichen Kräfte definitiv nachlassen – bei dem einen früher, beim anderen später, bei einem als jäher Einschnitt, beim anderen sukzessive.

Nicht im Wortsinne ausgleichen, aber kompensieren können wir den Verlust des Körperlichen nur durch einen Gewinn des Geistigen – wozu u.a. auch der Rückblick auf ein bisher erfülltes Leben zählen kann. Und natürlich der Ausblick auf Projekte jedweder Art, solange sie eine Bedeutung für uns selbst haben und wir uns ihnen noch gewachsen fühlen.

Aber schon könnte einen die Sorge überkommen, dass nichts mehr, was wir bisher aufzuweisen haben und noch planen können, ausreicht, die näher rückende Tatsache unserer Endlichkeit noch auszublenden. Vielleicht haben wir auch nichts Besonderes aufzuweisen und wissen, dass da auch nichts mehr von Bedeutung erreicht werden kann? Im Extremfall existiert tatsächlich nur die Möglichkeit, diesen Moment jetzt bewusst zu erfahren und mit Leben zu füllen. Wenn es so sein sollte: Was fangen wir mit diesem Moment an?

Das ist das Szenario, dass seit einiger Zeit immer mal wieder in meinem Kopf herumschwirrt, wenn ich daran denke, dass ich irgendwann in nicht mehr allzu ferner Zukunft ein Pflegefall werden könnte. Wenn ich dann nicht durch Demenz oder Medikamente dahindämmern sollte, stellt sich die Frage: Wie gehe ich dann damit um, womit beschäftige ich mein Bewusstsein in einer so trostlos erscheinenden Umgebung wie die eines Bettes und den ewig gleichen Ausblick auf den Teil eines kleinen Zimmers im Blickfeld?

DAS ist eine Herausforderung! Niemand kann sich dieser letztlich entziehen – es sei denn, ihn ereilte die Gnade eines plötzlichen Todes mitten im Leben. Wollen wir uns also dieser Herausforderung bis zum Schluss entziehen und weiterhin davor fliehen, was das Zeug hält? Ich möchte das nicht und mich daher rechtzeitig vorher mit einem solchen Zustand auseinander setzen – mit dem Ziel, auch in Situationen extremer Eingeschränktheit innerlich bewusst lebendig zu bleiben. Wenn wir das für uns selbst hinbekommen sollten, hätten wir uns bereits „geerdet“ und wären dann dazu fähig, auch ohne Bitterkeit jede Hilfe von außen dankbar anzunehmen.

Ich bin überzeugt davon, dass die Würde eines Menschen nicht davon abhängt, ob er sich entwürdigenden Situationen erfolgreich entziehen kann – auf welche Weise auch immer –, sondern, dass er sich seine Würde selbst in jeder noch so einschränkenden Situation zu bewahren versteht. Und das geschieht hauptsächlich über seine bewusste Einstellung.


@verdandi
Ja, das glaube ich. Ich beschäftige mich zurzeit wieder einmal mit diesem Phänomen als Gefahr für mein eigenes Denken.

Die „innere Leere“ ist sicherlich nicht altersabhängig und meine, es sei ein durch zwischenmenschliches Versagen, Entsagen entstandenes Vakuum, weil diese Leere nicht nur eine geistige Leere ist, sondern ein Wechselspiel von denken, handeln und (un)erfüllt sein.

Aber schon könnte einen die Sorge überkommen, dass nichts mehr, was wir bisher aufzuweisen haben und noch planen können, ausreicht, die näher rückende Tatsache unserer Endlichkeit noch auszublenden.


Weshalb wollten wir das?
Ist es nicht viel angenehmer zu denken, dass wir um den Wind, die Kälte und Wärme zu spüren, die Vögel (seltsamerweise schon jetzt in den frühen Morgenstunden) zwitschern zu hören, nichts auszuweisen haben müssen.
Solange unser Gehör und unsere anderen Sinne uns noch treu zu Diensten stehen, sind wir noch da und in der Lage zu geniessen und zu kosten.
Es könnte aber auch geschehen, dass wir irgendwann auch mal davon satt sind und Endlichkeit herbeisehnen.

Im Extremfall existiert tatsächlich nur die Möglichkeit, diesen Moment jetzt bewusst zu erfahren und mit Leben zu füllen. Wenn es so sein sollte: Was fangen wir mit diesem Moment an?

Ich finde solche Momente überaus lehrreich, gerade weil sie einen beinahe unbeschreiblich öde und gähnend anzugrinsen scheinen.
Eine gute Frage, „was fangen wir mit diesem Moment an“?

NIX

Nicht nur im Extremfall sollten wir diese Momente in unserem Leben mögen, denn, sie sind sehr wichtige Indikatoren wo wir gerade gehen und eigentlich stehen bleiben oder sitzen bleiben sollten.
Der heutige Mensch erfährt diese Momente als ein Versagen an sich, statt als Aufruf zur Besinnung und zum Nachdenken über das was eben gerade, wie du sagst, JETZT IST.

Ist es nicht gerade der Drang, der Zwang zu meinen man MÜSSE diese „Leere“ mit „Leben“ gefüllt haben, welcher uns so herumtreibt?
Solange wir diese „Leere“ erfahren, SIND wir am Leben, das ist Fülle.

....., sondern, dass er sich seine Würde selbst in jeder noch so einschränkenden Situation zu bewahren versteht. Und das geschieht hauptsächlich über seine bewusste Einstellung.

Ich denke, dass die Würde des Menschen nicht nur vom Einzelnen aus bewahrt, gewahrt werden kann, sondern immer auch davon abhängt, wie man einander begegnet.

Im Weiteren siehe im Forum „Menschenwürde und Menschenrechte – was ist der Mensch wert?“