Warum rufen wir in Extremsituationen nach der Mutter?

Seien es Unfälle, Überfälle, oder der herannahende Tod,
der Betreffende ruft in vielen Fällen nach der Mutter, Männer noch mehr als Frauen.

Eine Bekannte sagt: " es ist oft schwer zu ertragen. Da liegt ein uralter, sterbender Mann, und er ruft nach seiner Mutter".
Vielleicht ist Maria gemeint.....

Ich habe schon einige Menschen sterben sehen,
da hat niemand nach der Mutter gerufen.
Warum bist Du dieser Meinung?

Mamma und Maria.....da ist doch ein großer Unterschied.?
Mein Bruder rief auch nach seiner Mamma, als er starb.
Er stürzte von einem Baum, und im Flug schrie er nach seiner Mutter.

Ich war nicht dabei, meine Schwägerin erzählte es mir.
Wenn sie "Mamma" rufen, werden sie nicht Maria meinen.

Ich glaube in Extremsituationen kommt es zu Halluzinationen.
Vielleich finden diese Menschen sich plötzlich in einer Kindheitsituation
wieder.
Die Mutter ist doch für die meisten Menschen Schutz, Trost, allesspendende
"Betreuerin"......
monty1 hat geschrieben: Mamma und Maria.....da ist doch ein großer Unterschied.?
wie die "Mutter Erde" ist Maria eine Vorstellung der Mutter aller Menschen, als auch der Sterbenden

meint Buzico
monty1 hat geschrieben: Warum rufen wir in Extremsituationen nach der Mutter?

Seien es Unfälle, Überfälle, oder der herannahende Tod,
der Betreffende ruft in vielen Fällen nach der Mutter, Männer noch mehr als Frauen.

Eine Bekannte sagt: " es ist oft schwer zu ertragen. Da liegt ein uralter, sterbender Mann, und er ruft nach seiner Mutter".



Wahrscheinlich, weil sie für viele (kindliche)unerfüllte Sehnsüchte, Bedürftigkeiten, Schutz, etc. steht, die sie "hätte" erfüllen sollen oder noch soll.
Häufig kann der angebliche Mangel auch - wenn er nicht bewusst gemacht wird - bis ins hohe Alter wirken.
Deshalb suchen viele Männer ja auch einen Erstatz dafür, entweder in der Gleichheit oder im Gegenteil, was ja vom Gleichen(Gefängnis) ist.

Bei Frauen kann es die Vaterfigur sein, ....meist zeigen sich im Gegenschlechtlichen die alten Mängel, die ausgeglichen werden sollen.
monty1 hat geschrieben: Eine Bekannte sagt: " es ist oft schwer zu ertragen. Da liegt ein uralter, sterbender Mann, und er ruft nach seiner Mutter".


Darüber gibt es Studien. Ist in Fachkreisen bekannt als "End of Life Dreams and Visions". Wird weltweit nicht selten beobachtet.
Ungefähr 24 Stunden vor dem Versterben erscheinen dem Patienten bereits verstorbene Angehörige. Muss nicht die Mutter sein. Können auch Geschwister oder Grossmutter oder ein Onkel sein. Für die Patienten sind das sehr reale Erscheinungen. Oft wird ihnen durch sie angekündigt, dass sie abgeholt werden.
Die Sterbenden werden dann meistens ganz ruhig und von einer tiefen Freude erfüllt. Sie erhalten Trost und eine Orientierung. Sie fühlen sich nicht mehr allein.

Es kann sich auch um ein Delir handeln. Im Delir sind die Menschen jedoch meistens unruhig und ängstlich.

https://www.researchgate.net/publicatio ... nd_Visions
Vielleicht ist es auch in letzter Konsequenz die Sehnsucht nach der Quelle/Ursprung?!
monty1 hat geschrieben: Warum rufen wir in Extremsituationen nach der Mutter?
Seien es Unfälle, Überfälle, oder der herannahende Tod,
der Betreffende ruft in vielen Fällen nach der Mutter, Männer noch mehr als Frauen.
Eine Bekannte sagt: " es ist oft schwer zu ertragen. Da liegt ein uralter, sterbender Mann, und er ruft nach seiner Mutter".

Ich nehme an, im Sterben ist die Zeit aufgehoben. Und da die Mutter die erste Bezugsperson und im besten Falle für das Kind eine positiv besetzte Konstante war, wie Gepardin 15:34 h sinngemäß schon schrieb, wird dann wieder Halt gesucht. Ich stelle mir vor, dass der Sterbeprozess vom Gefühl her einsam und hilflos machen kann und durchaus angstbesetzt ist. So als Möglichkeit. Menschen verhalten sich ja unterschiedlich. Manche möchten ihre Ruhe haben und allein sein auf dem sogenannten letzten Weg.
@lovely
Wahrscheinlich, weil sie für viele (kindliche)unerfüllte Sehnsüchte, Bedürftigkeiten, Schutz, etc. steht, die sie "hätte" erfüllen sollen oder noch soll.
Häufig kann der angebliche Mangel auch - wenn er nicht bewusst gemacht wird - bis ins hohe Alter wirken.
Deshalb suchen viele Männer ja auch einen Erstatz dafür, entweder in der Gleichheit oder im Gegenteil was ja vom Gleichen(Gefängnis) ist.


Mutter werden ist „nicht“ schwer, es zu sein dagegen sehr.

Es ist wohl die Tragik des nicht (mehr) wissen Wollens der Gesellschaft, was dies für eine Aufgabe ist.
Wie selbstverständlich wird, wenn während der Pflichterfüllung was schief läuft, der Mutter den schwarze Peter zugewiesen.
Und ja, wie kann ein unerfülltes Mädchen zur gestandenen Frau werden und noch „Muttergottes“ für die „Götterkinder“ sein, wenn Männer (und Frauen) nicht erkennen wollen dass sie sich selbst befreien müssen und
dass weder Schneewittchen noch der Prinz sie wach küssen kann.

Der Ruf nach Eltern die Ihre Aufgaben getreulich und gut erfüllen können wird immer lauter.

Pflasterpolitik nützt da ja nichts, hier sind Veränderungen an der Basis absolute Notwendigkeit.
So könnte es doch sein, dass Sterbende weder nach ihren Müttern (Krankenschwestern) noch ihren Vätern rufen und mit der Erinnerung an ein erfülltes Leben getrost sterben können, weil getan wurde was gut war und gut gemeint war.
Ich habe viel über den 2. Weltkrieg gelesen, gerade auch über die großen entscheidenden Schlachten im Rußlandfeldzug (etwa Kursk, Stalingrad u. Landung in der Normandie/D-Day).

Sehr viele Soldaten schrien nach ihrer Mutter, bevor sie starben.(Anm. so nebenbei: und sie sind keineswegs "gefallen" - was für ein Euphemismus !!)
Die "Mutter" ist das Symbol für die Geborgenheit, die nicht nachfragt, wer du bist und was du getan hast.

Die Mutter nimmt dich in die Ame und tröstet dich - die Mutter ist immer da und lässt dich nicht alleine.


Die Russen nennen ihr Vaterland "Mütterchen Russland" .
Die ewige Sehnsucht nach einer freundlichen Gruppe, in der das gütige Mütterchen das Sagen hat.

Der Ruf nach der Mutter ist ein Urschrei - Ich nehme an, er ist irgendwo in den Genen seit langer Zeit verankert.
barbera hat geschrieben: Die "Mutter" ist das Symbol für die Geborgenheit, die nicht nachfragt, wer du bist und was du getan hast.

Die Mutter nimmt dich in die Ame und tröstet dich - die Mutter ist immer da und lässt dich nicht alleine.



Die Russen nennen ihr Vaterland "Mütterchen Russland" .
Die ewige Sehnsucht nach einer freundlichen Gruppe, in der das gütige Mütterchen das Sagen hat.

Der Ruf nach der Mutter ist ein Urschrei - Ich nehme an, er ist irgendwo in den Genen seit langer Zeit verankert.







Ja, sie mag das Symbol sein, jedoch ein Kind, welches im besten Fall in einer Kinderklappe oder einer Mülltonne gefunden wird, mag ja Geborgenheit finden....dort, wo es aufgenommen, anerkannt und geliebt wird.
Der vermeintliche Mangel, den die eigene Mutter "hätte" erfüllen sollen, bleibt.

...er bleibt sogar meist dann, wenn sie alles gegeben hat, was sie geben konnte, weil die Vorstellungen und Erwartungen davon abweichen.


Somit bleibt, wie Mehusae schreibt, nichts anderes, als sich selbst von den Vorstellungen zu befreien, wie es anders, besser hätte sein können.
....und vielleicht ist ja gerade deshalb der Ruf nach der Mutter, die, nach der Quelle, nach sich selbst....