Shekinah hat geschrieben: Als Kräuterhexe hantiere ich ja eifrigst mit Kräutern, aber mir würde im Traum nicht einfallen, Krebs oder Alzheimer heilen zu wollen. Fehlt nur noch, dass Siegfried damit auch Aids, Ebola etc. heilen will.


Vielleicht kennt man nur nicht alle Pflanzen

WISSEN (PRINT WAMS)
Heilendes Unkraut
Veröffentlicht am 07.06.2015 | Lesedauer: 6 Minuten
Von Martina Lenzen-Schulte
In Südafrika nutzen traditionelle Heiler seit Jahrhunderten Pflanzen zur Behandlung von Kranken. Westliche Forscher profitieren von diesem Wissen – zum Beispiel für ein Medikament gegen Testosteronmangel
Caiphus heißt der Heiler des südafrikanischen Dorfes Welverdiend, der dort in einer Ndumba, einer kleinen Hütte, praktiziert. Caiphus hilft gegen Pechsträhnen, bringt die Liebste zurück, macht Akupunktur mit Stachelschweinborsten, vergrößert den Penis, findet verloren gegangene Gegenstände wieder, versichert Polizisten gegen die Gefahren ihres Berufes oder heilt ganz banale Kopf- und Rückenschmerzen.

Einen derartigen Alleskönner nennt man in Südafrika Sangoma – eine Mischung aus Schamane, Hellseher und Zauberdoktor. Sangomas stellen die Diagnose, indem sie in ihrer Hütte kleine Knochen in die Luft werfen, Tierkrallen, Zähne, Muscheln oder Teile, die wie Dominosteine aussehen. Aus dem Muster, in dem sie zu liegen kommen, erkennt der Sangoma die Art der Krankheit. Als Arznei dienen ihm Pflanzen aller Art, aus deren Blüten, Wurzeln oder Blättern er Extrakte gewinnt – als Trank zum Einnehmen, als Paste für die Haut, als Räucherware zum Inhalieren oder schlicht zum Waschen. Das Repertoire an traditionellen Heilkräutern ist vielfältig – schließlich ist der Artenreichtum an Pflanzen in Südafrika so groß wie nirgendwo sonst. Es gibt mehr als 30.000 höhere Pflanzenarten, und die Sangomas wissen ihre Medizin daraus zu brauen.

Fauler Zauber? Keineswegs: In der Gesundheitsversorgung Südafrikas haben Sangomas einen festen Platz. Sie sind seit fast einem Jahrzehnt Ärzten gleichgestellt und dürfen auch offizielle Krankschreibungen vornehmen. Und selbst die Wissenschaftler nehmen die Heilkunst der Sangomas ernst, ja, sie treffen sich sogar mit ihnen auf gemeinsamen Symposien, um von dem traditionellen Wissen der Heiler profitieren zu können.

Am „South African Herbal Science and Medicine Institute“ (SAHSMI) versuchen die Forscher die Heilkräuter der Sangomas für die westliche Medizin zu erschließen. Mit Erfolg: Gerade ist es ihnen gelungen, aus einer südafrikanischen Pflanze ein Anti-Aging-Mittel zu entwickeln. Und das ist erst der Anfang. Andere Heilkräuter könnten die Fruchtbarkeit von Männern verbessern, Diabetes vermeiden und Fettstoffwechselstörungen beheben. Sogar gegen Krebs scheint ein Kraut gewachsen zu sein.

Die Forscher der University of the Western Cape (UWC) in Bellville bei Kapstadt wissen schon lange, dass sie von den Künsten der Heiler profitieren können. Von einer besonders verheißungsvollen Zusammenarbeit mit Sangomas berichtet jetzt der UWC-Wissenschaftler Ralf Henkel. Seinem Team ist es gelungen, aus dem Extrakt einer Pflanze eine Arznei gegen Testosteronmangel zu entwickeln, die sie sofort patentieren ließen. Viele Männer leiden im Alter unter einem zurückgehenden Testosteronspiegel. Mangelt es an diesem Sexualhormon, können verringerte Muskelmasse und Muskelkraft, verminderte Libido und Erektionsstörungen, Osteoporose, depressive, niedergedrückte Stimmung die Folge sein. Mediziner sprechen dann vom Testosteron-Defizienz-Syndrom. Die naheliegende Therapie, Betroffenen zusätzliches Testosteron zu spritzen, hat indes Nebenwirkungen. Das Blut kann sich eindicken, was das Infarktrisiko erhöht. Außerdem wird die Entwicklung und Ausbreitung von Prostatakrebs gefördert.

Mit dem neuen Pflanzenextrakt aus Südafrika könnte jetzt die Therapie bei Männern mit Testosteronmangel revolutioniert werden. Er soll eine Therapie ohne Nebenwirkungen ermöglichen. Aus welcher Pflanze er den Wirkstoff gewonnen hat, verrät Henkel nicht. Nur so viel: „Der Extrakt hat eine ähnliche Wirkung wie das malaysische Tongkat Ali, mit dem wir schon längere Zeit Erfahrungen sammeln konnten“, erklärt Henkel. Was die Menschen als „Alis Gehstock“ bezeichnen, trägt den wissenschaftlichen Namen Eurycoma longifora. Gewonnen wird diese Substanz, deren genaue Bezeichnung noch geheim ist, aus einer speziellen Art des Rohrkolbens. „Wie Tongkat Ali stimuliert auch unsere Pflanze die Testosteronabgabe in den hormonproduzierenden Zellen im Hoden. Außerdem hemmt unser Extrakt das Wachstum von Prostatakrebszellen“, erklärt der Androloge. Er könnte also das Risiko für Prostatakrebs sogar verringern, statt zu fördern, hofft Henkel. Seine Arbeitsgruppe hat die bioaktiven Bestandteile des Extrakts als Flavonoide identifiziert. Eine exakte Beschreibung ist den Forschern aus patentrechtlichen Gründen derzeit nicht zu entlocken.

Henkel, der in Marburg und Gießen in Biologie, Chemie und Reproduktionsmedizin ausgebildet wurde, hat außer diesem geheimnisvollen Anti-Aging-Extrakt noch andere hoffnungsvolle Heilkräuter im Visier. In seiner Arbeitsgruppe läuft derzeit ein Forschungsvorhaben, bei dem die entzündungshemmende Wirkung von Nigella-Sativa-Öl auf Diabetes und die Fettverteilung bei Ratten getestet wird. Es handelt sich um Schwarzkümmelöl, auch als schwarzer Zwiebelsamen bezeichnet, aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Es gibt viele Hinweise darauf, dass die Substanz antidiabetische Eigenschaften besitzt und Fettstoffwechselstörungen beheben kann.

Ein häufiges Problem älterer Männer ist die mit zunehmendem Körpergewicht drohende Entgleisung des Zucker- und Fettstoffwechsels, die gemeinsam mit Bluthochdruck als metabolisches Syndrom bekannt sind. Auch diesen Leiden wollen Forscher der School of Natural Medicine an der UWC mit südafrikanischen Heilpflanzen begegnen.

Der ebenfalls am SAHSMI arbeitende Pharmakologe James Syce erklärt, dass die entscheidende Herausforderung darin bestehe, aus der riesigen Zahl möglicher Heilpflanzen, die richtigen auszuwählen. Er selber beschäftigt sich mit Sutherlandia frutescens, das auch als „heilendes Unkraut aus Südafrika“ bezeichnet wird. Die unspektakuläre Pflanze wird im Deutschen als Ballonerbse bezeichnet und ist mit der Erdnuss und der Sojabohne verwandt. Extrakte der Pflanze werden seit Langem gegen Entzündungen, Krebs und Stress, aber auch als Immunstimulans verwendet.

In den vergangenen Jahrzehnten erlangte Sutherlandia frutescens zweifelhafte Berühmtheit, weil es in Südafrika von Aids-Kranken gegen die unterschiedlichsten Beschwerden im Zusammenhang mit der HIV-Infektion eingenommen wurde. Diese Praxis wurde von dubiosen Aktivisten propagiert, die sich explizit gegen die antiviralen Therapien der westlichen Pharmakonzerne stemmten. Das ist vorbei, offiziell betonen auch die Sangomas Südafrikas nachdrücklich, dass sie die modernen HIV-Medikamente anerkennen. Doch eine günstige Wirkung auf die Abwehrkräfte ist Sutherlandia frutescens nicht abzusprechen: „Die immunmodulatorischen Eigenschaften der Pflanze sind seit Langem bekannt“, erläutert Syce. Der wissenschaftliche Nachweis ist aber schwierig.

Bevor ein Kraut als Medikament taugt, muss es die üblichen klinischen Studien bestehen. Dazu gehört auch der Vergleich mit Placebos. Das sei, so Syce, viel schwieriger als bei Präparaten aus dem Chemielabor. „Bis man biochemisch exakt definierte Komponenten einer Pflanze reproduzierbar herstellen und in Studien einsetzen kann, ist es ein langer Weg.“ In einem Heilpflanzenextrakt sind schließlich viele Einzelsubstanzen mit unterschiedlicher Wirkweise enthalten.

Bei Sutherlandia sind das neben Aminosäuren der Neurobotenstoff Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) für die Kommunikation von Gehirnzellen, aber auch Triterpenglykoside, die in Krebszellen einen künstlichen Zelltod einleiten können, und nicht zuletzt mehrere Flavonoide, denen antientzündliche Wirkungen zugeschrieben werden.

So manches Pulver der traditionellen Heiler erweist sich allerdings bei genauer wissenschaftlicher Betrachtung als wirkungslos. So haben Mitarbeiter von Henkel einen Extrakt aus den Blättern und Wurzeln des Rohrkolbengewächses Typha capensis untersucht, das die männliche Fruchtbarkeit verbessern soll. „Wir haben herausgefunden, dass der Extrakt die Beweglichkeit der männlichen Samenzellen hemmt“, so Henkel. Das passt nicht zur Steigerung der Fruchtbarkeit. Allerdings habe der Extrakt andere Fähigkeiten. Er kann Enzyme blockieren, die Kollagen im Bindegewebe abbauen. Da Tumorzellen sich mithilfe von Kollagenabbau ausbreiten, weist dies auf einen krebshemmenden Effekt hin. „Neben In-vitro-Tests im Labor benötigen wir In-vivo-Testverfahren für Tiere und Menschen, um solche Widersprüche klären zu können.“

Mit anderen Widersprüchen wird man auch künftig leben. Caiphus wird weiter für 100 südafrikanische Rand wertlose medizinische Dossiers an Touristen verkaufen, die das als unterhaltsame Folklore verbuchen. Forscher werden jedoch vom pharmakologischen Erfahrungswissen der Heiler noch viel profitieren.
https://www.welt.de/print/wams/wissen/a ... kraut.html
Bei uns sind die Druiden zuständig.
Warun verschreiben Ärzte sofort Medikamente?
Kennen Sie den Begeiff Fake News,
" FAKE NEWS " ist mittlerweile in aller Munde.
Fake Bews sind als neutrale Nachrichten getarnte bewusste Lügen , die in Zeitschriften Fernsehen oder über das Internet verbreitet werden.
Als Medizinjournalist bin ich ständig dabei , für meine Leser Fake News zu entlarven .
Ich spreche hier von den Fake News der Pharma- Industrie.
Denn sie tut alles , um ihre eigenen Medikamente im höchsten Glanz erstrahlen zu lassen.
( und eventuelle Nebenwirkungen und Gefahren unter deb Teppich zu kehren)
Sie können sich kaum vorstellen ,, welche gigantischen Finanzmittel die Firmen dafür aufwenden.
Mittlerweile investieren sie mehr in die Verbreitung medizinischer Fake News als in Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe , auf die wir Menschen doch eigentlich dringend warten
Mediziner znd Journalisten werden geschmiert , Studien gefälscht.
Mindestens 80 Prozent von dem, was sie über Medizin und Gesundheit lesen , sind in Wahrheit solche Fake News
Ziel ist es , Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen

Dr. Ulrich Frick
Seit 1998 Autor und Chefredakteur
Ich entschuldige mich für den Schreibfehler:
Der mutige Mann mit Zivilcourage nennt sich:
Dr. ULRICH FRICKE
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