Welche Bedeutung hat es denn für Dich persönlich, Verdandi, wenn sich Deine Gedankenwelten erweitern?..., denn immerhin sind das nur Gedankenwelten!....und welche Bedeutung soll das Mitteilen Deiner Gedankenwelten für andere haben?

@ Freeone

Die Mitteilung von Gedanken weckt mitunter die Aufmerksamkeit Gleichgesinnter und ermöglicht nach Kontaktaufnahme Austausch und gegenseitige Anregung. Manchmal erwachsen sogar enge Freundschaften daraus - was ja der Zweck einer solchen Plattform wie 50plus ist.

Wie praktisch ist es also, dass die Foren nach Interessengebieten sortiert sind. - Du scheinst ja auch eine Neigung zu philosophischen Themen zu haben, sonst würdest Du hier nicht posten, oder?



Verdandi hat geschrieben:
@ Freeone

Die Mitteilung von Gedanken weckt mitunter die Aufmerksamkeit Gleichgesinnter und ermöglicht nach Kontaktaufnahme Austausch und gegenseitige Anregung. Manchmal erwachsen sogar enge Freundschaften daraus - was ja der Zweck einer solchen Plattform wie 50plus ist.

Wie praktisch ist es also, dass die Foren nach Interessengebieten sortiert sind. - Du scheinst ja auch eine Neigung zu philosophischen Themen zu haben, sonst würdest Du hier nicht posten, oder?






Ja mitunter, da geben die Rückmeldungen schon deutliche Hinweise!
Mitunter werden diese allerdings grundsätzlich ignoriert und abgewehrt....und dann kann es, anstatt zur gegenseitigen Anregung auch schnell mal zur Alleinunterhaltung mutieren.

Da es mir auf die Qualität eines Gedankenaustausches und nicht auf die Anzahl möglicher Kontakte ankommt, reicht mir das "Mitunter" absolut aus. Darüber hinaus gibt es, was die Threads betrifft, viel mehr Leser als Schreiber. Ich habe schon so einige Rückmeldungen über PN zu meinen Beiträgen erhalten. Das genügt mir, um weiteres immer dann beizutragen, wenn ich etwas Passendes haben sollte.

Es tut mir Leid, wenn Du Deine Erfahrungen als weniger gut empfunden hast.

Wie sieht es denn jetzt aus mit Deinem Interesse an diesem Thread? Falls Du weitere Fragen haben solltest, die damit nichts zu tun haben, kannst Du sie mir auch gern über PN mitteilen. :)



Verdandi hat geschrieben:
Da es mir auf die Qualität eines Gedankenaustausches und nicht auf die Anzahl möglicher Kontakte ankommt, reicht mir das "Mitunter" absolut aus. Darüber hinaus gibt es, was die Threads betrifft, viel mehr Leser als Schreiber. Ich habe schon so einige Rückmeldungen über PN zu meinen Beiträgen erhalten. Das genügt mir, um weiteres immer dann beizutragen, wenn ich etwas Passendes haben sollte.

Es tut mir Leid, wenn Du Deine Erfahrungen als weniger gut empfunden hast.

Wie sieht es denn jetzt aus mit Deinem Interesse an diesem Thread? Falls Du weitere Fragen haben solltest, die damit nichts zu tun haben, kannst Du sie mir auch gern über PN mitteilen. :)







https://youtu.be/KYroo6TETgM
Verdandi hat geschrieben:

Bild


>>Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.<<

Goethe, Dichtung und Wahrheit IX


Ich habe diesen Text von Goethe erst heute wiederentdeckt. Aber das Zitat hätte als passendes und zugleich gut verständliches Motto für eines seiner Hauptthemen von Anfang an schon über diesem Thread prangen können!

Es enthält die grundlegende Weisheit eines griechischen Philosophen...



▬▬▬____________



Von Pindar (ca. 518 - 442 v. Chr.), dem altgriechischen Philosophen, Lyriker und Komponisten olympischer Hymnen, stammt eine scheinbar kleine aber unglaublich gewagte und zugleich kraftvolle Aussage, die mich überzeugt hat:

>>Lerne zu werden, der du bist, und sei danach.<<

meist so abgekürzt:

>>Werde, der du bist.<<

Er hat es auch einmal so ausgedrückt:

>>Entwickle dich zu dem einmaligen, unverwechselbaren, unaustauschbaren Menschen, der in dir angelegt ist.<<

Und wenn du dann nicht mehr bist, aber vorher geworden warst, der du warst, dann bist du vielleicht sogar noch weiterhin in diesem Sinne:

>>Denn unsterblich in Tönen lebt fort, was ein Mund kunstvoll erzählt hat.<<

Andere habe die Kernaussage „Werde, der Du bist“ viel später übernommen und weiter verbreitet,– u.a. Nietzsche in >Ecce Homo< : „Wie man wird, was man ist“.



▬▬▬____________



Man muss nur davon ausgehen, dass die philosophische Sprache manchmal einfach erscheint, aber immer vielschichtig ist, und dass das „Sein“ im „Werde, der Du bist!“ natürlich das gesamte im Menschen angelegte Potenzial enthält, das zu erfüllen anzustreben ist. – Der Status Quo ist mehr oder weniger weit entfernt von einer vollkommenen Entsprechung der vorhandenen Möglichkeiten. Jede Veränderung bewirkt eine Annäherung oder Entfernung davon. „Werde, der Du bist!“ gemahnt daran, sich annähern zu müssen, um mehr und mehr derjenige werden zu können, der man „ist“ – hier im Sinne von sein könnte. Besser kann eine große Wahrheit sprachlich nicht herunter gebrochen werden auf eine so einfach erscheinende Formulierung.

Beispiel: Ein Mensch hat eine musische Begabung und könnte Pianist werden - wenn er die entsprechende Ausbildung erhalten würde. Erhält er diese nicht, kann sich aus seiner Begabung nichts entwickeln. - Stimmen jedoch alle Rahmenbedingungen und er wird ein guter, vielleicht sogar außergewöhnlich guter Pianist, dann hat er auf seinem Weg dorthin seine Potenziale entfaltet, so wie ein Samenkorn, das auf fruchtbaren Boden fällt, seine Potenziale zu einer Pflanze entfalten kann, wenn man ihm die nötige Pflege angedeihen lässt.

Alle Möglichkeiten sind angelegt, werden aber oft nur unzureichend oder gar nicht aus vielerlei Gründen zur Entfaltung gebracht. Alles was der Mensch sich von draußen hereinholend „neu aneignet“, ist nicht die Begabung, die Fähigkeit an sich, sondern das Futter, um diese zu päppeln und zu ihrer Bestimmung zu bringen.



▬▬▬____________



Mir erscheint der o.a. Text von Goethe u.a. auch als wunderbare Beschreibung eines Bewusstseins-Zustandes, in dem Raum und Zeit zusammenfallen. Alles ist schon da, seitdem es aus dem Nichts entstanden ist und in das es gleichsam permanent zurückfällt. Dazwischen existieren die Möglichkeiten in unendlicher Viefalt. Wir müssen nur unseren Geist für diese Sicht auf unsere Wirklichkeit öffnen.



Ja so ist das, wenn der Verstand etwas vereinnahmt, denn er ist sehr tricky.....und verspricht Dir alles mögliche, was Du noch erreichen kannst...

Er wird dir immer noch bessere und erstrebenswertere Ziele vorgaukeln...und dich in Ebenen führen, in denen du nicht mehr einfach bist - sondern in denen du etwas erreichen kannst/sollst.
Guten Morgen Verdandi, bin gerade aus dem polit. Forum ins philos. Forum "geflüchtet", denn dort hat offenbar niemand Lust, mit mir zu debattieren, und man zeigt das dort leider auf sehr aggressive, verächtliche Weise.
Du kennst mich ja, polit. Probleme brennen mir immer wieder so auf den Nägeln (z.Zt. die Attacke Russlands gegen die Ukraine, und die erschreckende Gewalttätigkeit in Frankreich, die von Sarah Wagenknecht z.Bsp. auch noch gutgeheißen wird), daß ich mich mit philos. Fragen leider kaum befassen kann. Weil mir die Energie zunehmend abhanden kommt. Und ich nur noch am Mo. und Do. deswegen mtmache.

Ach wie schön, daß Du immer noch hier mitmachst!!!

Wunderbar Dein "Just be" (wollte es hier zitieren, in derselben, so beglückenden künstlerischen Form, war aber nicht möglich), und nun habe ich auch wie schon so oft in Deinem Thread etwas Neues lernen können. (Pindar kannte ich dem Namen nach, wußte aber nicht mehr.)
Ich liebe Goethe, und die alten Griechen sind mir weiterhin existentiell wichtig, auch die griech. Mythologie, was mich in der letzten Zeit selbst überraschte (mit einer Freundin, die viele Monate in Griechenland lebt, sprach ich gestern über den Charon, und wie ich persönlich mir den Fährmann vorstelle, nicht als mürrischen Greis...) ---

Ich bin Dir also sehr sehr dankbar für Deine Beiträge!!!

Auch wenn ich andere existentielle Anliegen habe als Du. (Mir geht es ja nicht mehr um meine persönlichen Möglichkeiten, sondern um die Möglichkeiten der Menschheit, in anbetracht...)
Kann ich trotzdem kritische Rückmeldungen ab und zu geben, oder nervt Dich das? Bitte schreib es mir ganz offen!
Ich denke, Du überschätzt die vielen Möglichkeiten, die jede Einzelne hat.
Aus meiner Sicht sind sie begrenzt, und irgendwie hab ich den Eindruck, die Grenzen ignorierst Du zu sehr, natürlich auch die Grenzen in anbetracht des leider unaufhaltsam fortschreitenden Alters.
Aber andererseits spüre ich, wie wichtig es für Dich ist, nur unser Potential in Augenschein zu nehmen, und Dich allein darauf zu konzentrieren.
Stillen Mitlesern kannst Du offenbar sehr viel geben mit Deiner Begeisterung für unsere persönlichen Möglichkeiten!!


Liebe Migranda,

ich freue mich immer sehr darüber, wenn Du mit meinen Beiträgen etwas anzufangen weißt. Vielen Dank für Deinen Zuspruch! :D

Natürlich bin ich auch offen für kritische Einwände zu meiner Haltung und meinen Ansichten bezüglich der angesprochenen Themen. Konstruktive Auseinandersetzungen in der Sache, ausgeführt mit den Mitteln einer fairen Streitkultur, enthalten oft sehr anregende Ideen, aus denen alle Beteiligten einen Nutzen ziehen können, sobald sie sich dafür öffnen.

Jede Sichtweise und Argumentation hat ihre spezifischen Schwachstellen, die oftmals vom jeweiligen Diskussionspartner leichter zu entdecken sind, als vom Betreffenden selbst. Allerdings funktioniert eine solche Kritik tatsächlich nur auf der Basis eines redlichen Bemühens um Sachlichkeit. Sobald die Persönlichkeit des anderen in Frage gestellt oder gar angegriffen wird, herrschen die Bedingungen eines "Vernichtungskrieges" auf verbaler Ebene. Natürlich lässt sich ein solcher auch einseitig durch kluges Verhalten bis hin zum Rückzug entschärfen, so dass sich eine Eskalation dennoch vermeiden lässt. - Wir beiden sind natürlich weit entfernt von solchen Notwendigkeiten.

Und ja, wir kennen uns schon ganz gut - soweit das im Rahmen einer auf schriftlichem Austausch beschränkten Kommunikation eben möglich ist. Ich habe Dir, wie ich meine, auch schon so manches Mal die Frage beantwortet, ob Deine Kritik mich "nervt" - also noch einmal: Nein, das tut sie grundsätzlich nicht, weil ich weiß, dass Du Dich immer um Sachlichkeit mir gegenüber bemühst, so wie ich mich auch immer Dir gegenüber darum bemühe.

Trotzdem kann man natürlich auch während einer sachlichen Diskussion, die in einem Klima gegenseitigen Respekts und gegenseitiger Wohlgesonnenheit geführt wird, gelegentlich mal "genervt" vom anderen sein. Aber solche eher spontanen Impulse lösen sich durch Nachdenken und Erforschen der Ursachen inkl. Selbsterkenntnis schnell wieder auf. Falls dann schon ein hartes Wort gefallen sein sollte, kann man es zurücknehmen und um Entschuldigung bitten. Auch das ist uns beiden im Umgang miteinander ja ebenfalls nicht fremd.

Also nein, ich sehe kein Problem - im Gegenteil: Wir können uns durch konstruktive Kritik gegenseitig dazu veranlassen, unsere Haltung zu überprüfen, durch die Heranziehung weiterer Fakten und durch weitere Überlegungen diese zu bekräftigen, zu erweitern und zu vervollständigen, vielleicht sogar zu verändern oder gar zu revidieren, wo es nötig ist - und uns insgesamt dadurch stärken.



▬▬▬__________



Zum Thema Möglichkeiten und Wirklichkeit:

Du hast sicher Recht mit Deinem Einwand, nicht jedem stehen auch nur zeitweise alle denkbaren Möglichkeiten zur Verfügung, um seine Potentiale vollständig zu entwickeln. Aber das behauptete ich auch nicht. Ich sprach von maximal möglicher Annäherung, um die sich jeder bemühen könne.

Mir geht es darum, mich selbst und andere zu ermutigen, die Möglichkeiten zu ergreifen und zu verwirklichen, die das eigene Leben erfüllter machen können. Die Grenzen muss jeder für sich selbst ausloten.

Allerdings lohnt es sich, die damit verbundenen Annahmen einmal zu überprüfen. Wie oft habe ich mich da schon geirrt und war dann überrascht, wie sehr ich mich selbst unnötigerweise eingeschränkt hatte.

Wir neigen dazu, unseren Standort in unserer Umwelt permanent auf der Grundlage unserer Annahmen festzumachen, weil wir die damit verbundene Selbstvergewisserung benötigen, um Ruhe und Sicherheit erfahren zu können. Aber wir schränken uns damit immer auch ein, bleiben unter unseren Möglichkeiten, weil wir damit jeweils ausschließen, was wir gerade nicht im Blick haben. Überlässt man sich, ohne immer mal wieder alles in Frage zu stellen, diesem Prozess der Verengung, wird das Leben tatsächlich immer eingeschränkter und die ungenutzten Potentiale verkümmern.

Das gilt auch für die allgemeine "Fitness", die körperliche aber insbesondere die geistige.

Wir sehen leicht ein, dass unsere körperlichen Grenzen nach einschränkenden Verletzungen und Krankheiten durch Reha-Übungen allmählich erweitert werden müssen, um wieder beweglicher werden zu können. Durch jede Übung werden sie ein wenig überschritten, immer mehr, bis sie sich merklich erweitert haben.

Und das gleiche Prinzip gilt auch für unseren Geist! Warum sollten wir uns mit den vermeintlich gegebenen Grenzen einrichten und abfinden, ohne den Versuch zu wagen, diese immer mal wieder in Frage zu stellen und auszutesten, ob und wie weit wir sie überschreiten können?


▬▬▬__________



OT


Noch ein Wort zu Deiner politischen Anmerkung bezüglich S. Wagenknecht: Sie hat neben ihrer Zustimmung zu den Demos in Frankreich die gewalttätigen Ausschreitungen ausdrücklich bedauert. Außerdem spricht sie eher für sich als für die Partei der Linken.

http://spon.de/afmZH

Jedenfalls hat Linke-Parteichef Riexinger sich differenzierter dazu geäußert:

https://www.tagesspiegel.de/politik/frankreich-linken-chef-riexinger-warnt-vor-rechtem-potenzial-der-gelbwesten/23719250.html

Falls Du das diskutieren möchtest, könnten wir damit in den Thread „Politische Philosophie“ herüber wechseln.



Ich wünsche Dir ein schönes (restliches) Wochenende und eine gute neue Woche! :D

Liebe Grüße,
Verdandi






OT

Aha, liebe Verdandi, danke für Deinen Hinweis auf das, was S.W. also wirklich sagte.
Denn in der geschlossenen online-Gruppe hat sich nur 1 Mitglied kritisch zu den Ausschreitungen geäußert, andere meinten hoffnungsvoll, auch bei uns werde es bald so losgehen, und verwiesen per Link auf das große Elend der Armen, das man in Deutschland ignoriere, in den kapitalistischen USA natürlich sowieso.
Und als dieses Mitglied unter anderem meinte, immerhin sei doch vieles besser in Deutschland als in Russland z.Bsp. wurde es attackiert...
Denn natürlich sind die meisten der Linkspartei auf die USA negativ fixiert, wollen raus aus der NATO, und halten sich völlig zurück bezüglich Kritik an Russland...
Das ist mein Problem mit der allgemein bewunderten und geschätzten, aus meiner Sicht sehr narzistischen , hochbegabten Ideologin S.W.-

Du siehst, wie mich die polit. Krisen, und die zunehmende Radikalisierung auf beiden Seiten bedrückt...-
Und z.Zt. schaue ich nicht mal rein ins polit. Forum, wegen der aggr. Reaktionen auf mich, die ich selten ernst nehme, aber bei manchen eben schon.

Werde immer wieder mal Deine mich stets intellektuell bereichernden Beiträge lesen, und antworten, liebe Verdandi, wenn mir etwas einfällt, was sich zu sagen lohnt.
Ist leider nicht oft der Fall...-
Aber danke, daß Du mich erneut ermutigt hast, im Thread "polit. Philosophie" zu schreiben, ja. das sollte ich nun endlich machen, versuche, am Do., etwas zu formulieren.

OT

Liebe Migranda,

ich würde mich freuen, Dich mit Deinen politischen Ansichten im Thread „Politische Philosophie“ wieder zu treffen. Ich könnte dann versuchen, den philosophischen Aspekt daran zu bedienen. Denn er war ja hier im Philoforum nicht als Ableger des (tages-) politischen Forums gedacht.* Vielleicht könnten wir das gemeinsam hinbekommen? :)

*) https://www.50plus-treff.de/forum/politische-philosophie-t77452.html#p4103409


LG, V.