Frühe Menschen haben schon denken können, bevor sie sich dieses Vermögens bewusst wurden. Bevor die Menschen sich ihrer Gedanken und Vorstellungen bewusst wurden, und auf diese Weise absichtsvoll einen eigenen Abstand zwischen den Dingen und ihren Vorstellungen von diesen schaffen konnten, z.B. um zu philosophieren, waren sie immer noch weitgehend Teil der Natur und haben nach wie vor ihre kreatürlichen Bedürfnisse zu stillen versucht.

Nur, dass sie allmählich entdeckten und lernten, wie sich ihre körperlichen Fähigkeiten durch Werkzeuge verstärken und präzisieren ließen. - Sie kamen erst sehr viel später in die Lage, sich selbst als denkende Wesen wahrzunehmen und noch sehr viel später, sich als solche zu verstehen.

Natürlich sollte man auch heute immer flexibel bleiben und die Lehren der Alten nicht verdrängen. Ein Ausflug in die Welten platonischen Denkens tut manchmal ganz gut, um ein weiteres Mal zu überprüfen und festzustellen, dass der eigene Standpunkt inzwischen weit außerhalb liegt - so wie wir ja auch nie versäumen sollten, unser historisches Gedächtnis lebendig zu halten, um die gravierendsten politischen Fehler der Menschheitsgeschichte tunlichst nicht zu wiederholen, sondern den Kopf frei zu halten für angemessene neue Formen des Umgangs mit aktuellen Fragestellungen.

Ich glaube daher auch nicht, dass Philosophie versuchen sollte, die eigene Disziplin als den Nabel aller Welterkenntnis zu vermitteln ...
Ohne die Einbeziehung aller anderen Wissenschaften wäre sie nur ein Hirngespinnst!
... Im o.a. Fall sind es unter anderem insbesondere die Biologie (Evolutionstheorie), Anthropologie, Sprachwissenschaft und Hirnforschung.



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Man könnte sogar auf die Idee kommen, dass die Werke narrativen Schaffens - früher waren es überlieferte Sagen und Märchen, heute sind es Erzählungen und Romane -, viel mehr und bedeutsamere Handlungsanleitungen zur Bewältigung des Lebens bereithalten, als eine philosophische Abhandlung es je könnte. Weil erstere eben nicht nur aus Gedanken, sondern auch aus einem beispielhaft konkreten wenn auch fiktiven Umgang mit den Dingen des Lebens und anderen Menschen besteht, der zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten für Rezipienten bietet.

Fiktive Geschichten, von denen niemand wirklich weiß, welche Bestandteile in welcher veränderten Ausführung ggf. von den realen Erlebnissen des Autors eingeflossen sind, fesseln die Leserschaft (insbesondere, wenn sie gut geschrieben sind), indem sie ihre Protagonisten in ein bestimmtes Verhältnis zur Welt setzen, und zwar in einer Weise, die Leser*innen als Beobachter*innen mit einbezieht, ohne dass diese erst alle anderen Geschichten, die bereits erzählt worden sind, kennen müssten, um es auf eine "einzig richtige" Weise zu tun - denn eine solche gibt es gar nicht.

Die besondere Qualität der durch Charakter, Prägung, Erfahrung und Wissen bestimmten einzigartigen Wahrnehmung der jeweils eigenen Realität ist Bestandteil jeder Rezeption, die diese im Zusammenwirken und im Ergebnis wiederum ganz und gar individuell sein lässt.

Auf der anderen Seite sind der Fantasie und Vielfalt narrativer Elemente keine Grenzen gesetzt - unterdessen die Geschichten selbst allerdings keine Botschaft mit einem Anspruch auf Allgemeingültigkeit enthalten sollten, obwohl jeder Leser darin ohne weiteres eine solche für sich und die eigene Lebenswirklichkeit betreffend erkennen und adaptieren kann und darf.

Die Literatur kann allerdings nicht die Philosophie vollkommen ersetzen, nicht nur für hauptberufliche, sondern gerade auch für Laien-Philosophen - und zwar aus ganz naheliegenden Gründen: Abseits des Wissenschaftsbetriebes betrifft letztere jedes Gespräch zwischen Menschen, die versuchen, sich darüber zu verständigen, was das Leben jeweils für sie bedeutet - um ggf. weitere Anregungen für die eigene Rezeption der betreffenden Literatur bis hin zur möglichen eigenen Neuinterpretation des Lebens selbst zu erfahren.

Auch der bedeutungsvollste, innovativste Roman benötigt auf der Metaebene seiner Rezeptionstauglichkeit eine Sprache der philosophischen Einordnung und Bewertung, um ggf. darüber kommunizieren zu können, welche Interpretationsmöglichkeiten im Hinblick auf die konkrete Lebenswirklichkeit das narrative Spiel für den potentiellen Rezipienten bereit hält.

(Für eine feuilletonistische Rezension oder literaturwissenschaftliche Einordnung spielt das allerdings keine Rolle, da hierfür nur in sprachästhetischer Hinsicht Qualität und künstlerische Intention relevant sind, die sich wiederum meist am herrschenden Zeitgeist bzw. Stand der Wissenschaft als allgemeingültigen Konsens orientieren.)


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(Pixabay, gemeinfrei)




Klar kann man sich in die selbstbewirkte Fiktion (seine Vorstellung davon, was der Fall sein könnte oder sollte) flüchten, wenn man mit seinem Seins-Zustand, den man nicht zu ändern oder beizubehalten vermag, nicht zufrieden ist, aber das hat ja mit der ontologischen Frage der Erkennbarkeit dieses Zustandes, und der Frage, ob es diesen Zustandes überhaupt gibt oder nicht, gar Nichts zu tun.

Ebenso ist es natürlich Jedem, dessen Fantasie dazu ausreicht, selber überlassen, das, was er beschreibt, nicht nur mit Hilfe von animistischen Analogien zu verdeutlichten, wobei alle Dinge der Welt (die Realität) als belebt erscheinen, obwohl sie es gar nicht sind, oder aber auch Sachverhalte verzerrt darzustellen, indem er die passenden Begriffe durch sinnentleerte Worthülsen ersetzt, in die Jeder das hineininterpretieren kann, was er gerade für richtig hält, sodass das, was da beschrieben wird, ohne eine weitere Erklärung völlig unsinnig erscheint (wie etwa „ein Leben nach dem Tode“, der ja per Definitionem das Ende des Lebens darstellt, wo man eigentlich das „Sterben“ meint, welches zum Leben dazu gehört, oder aber den Tod eines Anderen, nach dem man natürlich selber weiterlebt) – nur um zu beweisen, dass er die dichterische Freiheit hat, dies zu tun, wie es zB beim Dadaismus der Fall ist.

Das tut er jedoch ebenfalls nicht ohne eine Notwendigkeit, aufgrund derer auch ihm keine Alternative bleibt, es nicht zu tun – genauso, wie der Rezipient seiner Kunstwerke dieses auch nicht anders rezipieren kann, als es letztendlich tut und es aufgrund einer fehlenden, besseren Alternative damit auch tun MUSS.

Hier befinden wir uns aber nicht mehr bei der Frage nach der „Wirklichkeit“, bzw nach dem Vorhandensein aller bewirkten und nichtbewirkten Dinge (dh ihrer substanziellen „Dinglichkeit“), welche auch auf dialektische Weise das Nicht-Vorhanden-Sein aller Dinge miteinschließt, sondern bei dem hypothetischen Konstrukt (geistigen Abbild) eines erhofften oder befürchteten Seinszustandes in der Zukunft, den aufgrund von fehlender Gewissheit darüber, wie die Zukunft aussehen wird, auch noch Niemand erkennen kann, bevor er eingetreten ist.

Dabei wird gern das Mittel der Statistik dazu verwendet, um mehr Gewissheit über die scheinbare Fähigkeit zu erlangen, eine nicht voraussagbare Zukunft dennoch richtig erraten zu können, indem man lediglich die Anzahl der bisherigen Irrtümer ermittelt, um die Spekulation darüber als richtiger (anstatt „wahrer“) erscheinen zu lassen, sobald man mehr als 60 mal von 100 Versuchen richtig vermutet (und nicht etwa vorausgesehen) hat, infolgedessen diese Prognose auch unweigerlich ein weiteres Mal auf die selbe Weise eintreffen müsse.

Das ist jedoch nicht wissenschaftlich, sondern dient lediglich dazu, darüber hinwegzutäuschen, dass weder die sichere noch die weniger sichere Erkenntnis des „noch nicht vorhandenen Seinszustandes eines Dinges in der Zukunft“ aufgrund der „Unumkehrbarkeit der Kausalität des Werdens und Vergehens der Dinge im Laufe der Zeit“ unter den gegenwärtigen Umständen überhaupt möglich ist - außer, die Bedingungen dafür würden sich ändern, und die Zeit verliefe rückwärts, wobei man jedoch dann das selbe Problem mit der Erkennbarkeit der Vergangenheit hätte, wie bisher mit der Zukunft.

Die Frage nach dem gegenwärtigen Vorhanden-Sein und Nicht-Vorhandensein (die im thread-Titel mit „Wirklichkeit“ bezeichnet wird), hat zunächst Nichts mit der Frage nach der Potenzialität einer Sache in Hinblick auf einen möglichen (gemochten) Seinszustand in der Zukunft zu tun, wo es um die Bedingungen geht, die entweder beim vorgestellten Zustand vorhanden sein müssen, um identisch mit dem zukünftigen sein zu können, oder aber die ihrerseits selber mit dem übereinstimmen müssen, was man sich vorgestellt und vermutet (geäußert) und dementsprechend im positiven Sinne erwartet (dh befürchtet) bzw im negativen Sinne erwartet (dh erhofft) hat.

Hier gibt es nur das Kriterium der „Richtigkeit“ (Rectifikation), bei der die Vorstellung von der Potenzialität einer Sache im Vergleich dazu, was letztendlich eingetroffen ist, mit ihrem zukünftigen Seinszustand übereinstimmt - was man aber erst dann erkennen kann, wenn dieser Zustand auch eingetroffen ist - oder das der „Falschheit“ (Falsifikation), wo sie eben nicht mit diesem zukünftigen Seinszustand übereinstimmt.

Im dritten Teil des Titels, nämlich beim „Nichts“ als dem Gegenteil von „Allem“, wird ebenfalls in dichterischer Unschärfe die Frage offen gelassen, ob es sich hierbei um eine absolute und damit kompromisslose und damit unrealistische Betrachtungsweise der Welt handelt, oder ob einfach nur der quantifizierende Zusatz „WOVON“ weggelassen wurde, sodass es richtig heißen müsste: „Alles oder Nichts von etwas Speziellem“.

Ebenso gehört korrekter- und damit richtigerweise auch der Zusatz „FÜR WEN“ dazu, wenn es sich um die Ansicht einer Person handelt, die sich in einem speziellen Verhältnis zu dem befindet, was sie gerade als So- und nicht Anders-Seiend erkennt, und was mit der „Wahrheit“, die Jemand verkündet, indem er das sagt, was er denkt, überhaupt nichts zu tun hat, sodass mit dem Begriff der „(für) wahr Nehmung“ ebenfalls ein ganz anderer Sachverhalt ausgedrückt wird, denn ein Sachverhalt oder ein nicht-lebendiger Gegenstand kann nicht lügen oder die Wahrheit sagen, weil er nicht nur nicht reden, sondern noch nicht mal denken kann.

Auf diese Weise wird also mit entsprechenden Begriffen vorsätzlich eine animistische Vorstellung von dem unbelebten Teil der Welt vermittelt, die in einer spiritistischen gipfelt, wo angeblich körperlose Geistwesen bestimmen, was dort vor sich geht, sodass dem denkenden, urteilenden und erkennenden Menschen jede Mitbestimmung verweigert werden soll, sofern er nicht gehorsam befolgt, was ihnen deren selbsternannte Stellvertreter als der Weisheit (und nicht der Wahrheit) letztem Schluss verkünden.

Die Tragik des Menschen, dass er immer an seinem eigenen Unvermögen scheitert - ganz gleich, wie mächtig er auch sein mag - wird damit wunderbar überspielt, sodass die Fiktion (oder Illusion) vom "ewigen Leben im Paradiese nach dem Tode" als "Lohn für den Verzicht auf das Paradies vor dem Tod" den Herrschenden das Herrschen ebenso erleichtert, wie den Beherrschten das Dienen.

Das erfüllt dann sowohl das Kriterium der zielgerichtete Vernünftigkeit als auch das der Folgerichtigkeit - selbst wenn ganz offensichtlich das Leben bisher immer mit dem Tode zu Ende war, und dies - nach dieser Definition von Leben und Tod - auch weiterhin der Fall sein wird, was man aber selber nicht mehr erlebt, um es beweisen oder widerlegen zu können, sondern nur Diejenigen, die Einen überleben - immer vorausgesetzt natürlich, dass nicht doch eines Tages das Leben mit dem Ende beginnt und mit dem Anfang endet

Ich kenne die Argumente derjenigen, die eine Beschäftigung mit der Literatur für eine Weltflucht halten. Sie halten sich für Rationalisten, deren Auffassung von Wirklichkeit auf der Ebene der begriffsanalytischen Deutung dessen stattfindet, das sie für feststehend halten und zu erhalten trachten, nur weil irgendwann ein Konsens über ihre Benennung dazu führte, so und nicht anders formuliert in den Sprachschatz aufgenommen und allgemein genutzt zu werden.

Um den Dingen auf den Grund zu gehen, zerlegen sie das, was sie für unverrückbar und daher objektivierbar halten, in cartesianischer Manier, und halten sich dabei verzweifelt an den Buchstaben fest, obwohl diese selbst auf dem Treibsand einer sich stets verändernden evolutionären (Weiter-) Entwicklung gewachsen sind, die sich nicht selten in kleinen und daher fast unmerklichen Sprüngen vollzieht, manchmal am bisherigen Ort vollkommen verschwindet und andernorts mit anderer Qualität (Bedeutung) wie aus dem Nichts neu in Erscheinung tritt.

Wer die Wirklichkeit auf erste, durch unmittelbare Wahrnehmungen vermittelte Eindrücke für das eigene Vorstellungsvermögen reduziert, und meint, damit alles Erfassbare aufgenommen zu haben, überschätzt seine sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit maßlos - und unterschätzt zugleich seine geistigen Fähigkeiten - zum Beispiel, sich die weniger offensichtlichen Eigenschaften eines Gegenstandes oder Zustandes oder Prozesses durch kognitive Vorgänge zu erschließen.


>> ... Der in weiten Teilen der Kunst- und Literaturtheorie zu beobachtende strikte Gegensatz von Kunst und Wirklichkeit löst sich zunehmend auf zugunsten von neuen Möglichkeiten für die Produktion und Rezeption von Kunst und Literatur: Kunst und Literatur werden jetzt weniger als empathische Gegenentwürfe, als utopische Korrektive, als großartige Mythen, nicht als fantastische Entschädigungen für fundamentale Mängel verstanden, sondern als selbstverständliche alltägliche Demonstrationen der Irritation und (Neu-)Konstruktion von Wirklichkeit...<<

Bernd Scheffer, "Interpretation und Lebensroman - Zu einer konstruktivistischen Literaturtheorie", 1992


Was hier aus der Sicht der Literaturwissenschaft im Hinblick auf die Literaturproduktion und -rezeption konstatiert wird, lässt sich auch aus lebensphilosophischer Sicht begreifen:

Die Beschäftigung mit den potentiellen Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu interpretieren, ergänzt und erweitert diese, und zwar nicht, um einen Mangel auszugleichen, sondern, um das Wahrnehmungsvermögen zu bereichern und damit den zunächst wahrgenommenen Teil der Wirklichkeit entsprechend zu erweitern - und das ist letztlich eine der größten menschlichen Kulturleistungen, die zugleich jeder Mensch in seinen Lebensalltag einbringen kann.

Die Literatur, die eine fiktive Wirklichkeit beschreibt, offenbart und eröffnet dem Rezipienten in einem dabei stattfinden könnenden Akt der Parallelverschiebung denkenden Handelns Ideen und Integrationsmöglichkeiten neuer Potentiale für das eigene Leben.

Dies ist ein kreativer Akt der individuellen Lebensgestaltung, der das Gegenteil einer "Flucht" ist: Weil das Leben dadurch nicht an Wirklichkeit verliert, sondern gewinnt. - Ein Gewinn baut auf etwas Bestehenden als Basis auf, das somit bereichert wird und wächst.

Ein Mensch kann seine Wirklichkeit auf diese Weise stets neu betrachten, begründen und bereichern, sie aber niemals direkt mit anderen teilen. Über die nackte Konsistenz wahrgenommener Dinge kann zwar mit anderen maximal ein weitgehender Konsens in der Beschreibung der Eigenschaften auf der Basis verabredeter Begriffe gefunden und vereinbart werden, aber niemals über die Qualität der Bestandsaufnahme und Wirkkraft das individuelle Vorstellungsvermögen und damit die eigene Realität betreffend.

Dennoch können Menschen, die eine Begabung dafür haben, versuchen, ihre Welt mit all ihren Potentialen auf vielfältige Weise zu beschreiben und auf diese Weise mit anderen zu teilen - auch wenn die Rezipienten das, was sie davon als Anregung aufnehmen, dies nur aus ihrer Realität heraus tun und die Anregung "nur" als Initialzündung für eigene weitere Vorstellungen in ihrer Lebenswirklichkeit nutzen können.

(Natürlich kann die Beschäftigung mit fiktiven Welten auch einen obsessiven Suchtcharakter annehmen und entwickeln und somit tatsächlich zu einem Fluchtmittel werden - unterscheidet sich in dem Punkt aber nicht von vielen anderen möglichen missbräuchlichen Verwendungen von Mitteln, die im maßvollen Gebrauch bereichernd sind.)


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© Verdandi


Aus meiner Sicht gibt es die von mir unmittelbar erlebte Wirklichkeit, die subjektive Wirklichkeit. Sie ist mein als Erlebnis ohne jeden Zweifel existent. Und es gibt die Wirklichkeit, die unabhängig von mir und meinen Erkenntnisvorgängen existiert, die objektive Wirklichkeit. Von ihr habe ich überhaupt kein sicheres Wissen sondern nur Vermutungen. Lediglich Ausschließungs- Vermutungen sind möglich.
" Was man gemeinhin Wirklichkeit nennt, ist exakt gesprochen, ein aufgebauschtes Nichts. Die Hand, die zugreift, zerfällt in Atome; das Auge, das Sehen will, löst sich in Dunst auf. Wie könnte das Herz sich behaupten, wenn es die Tatsachen gelten ließe ? Wer eine Neigung hätte, auf Tatsachen zu insistieren, der müsste gar bald die Erfahrung machen, dass er noch weniger als Nichts, nur "Schatten" des Nichts und Befleckung durch diese Schatten gesammelt hat. "
Hugo Ball
das Problem hat man, wenn man Wirklichkeit ausschließlich mit materieller Wirklichkeit gleichsetzt. Man könnte aus diesen Gedanken auch schließen, dass die Gedanken eigentlich die Wirklichkeit sind, wie es schon Marc Aurel sehr treffend formuliert :
" Wie die Gedanken sind, die du am häufigsten denkst, ganz so ist auch deine Gesinnung. Denn von den Gedanken wird die Seele gesättigt."
Aus dieser Erkenntnis ergeben sich zwei Konsequenzen :
Erstens, die Toleranz für die Wirklichkeit anderer- denn dann haben die Wirklichkeiten anderer genauso viel Berechtigung, wie meine eigene.
Zweitens, ein Gefühl der absoluten Verantwortlichkeit.. Denn wenn ich glaube, dass ich meine eigene Wirklichkeit herstelle, bin ich für diese Wirklichkeit verantwortlich. 1. und 2..nach Paul Watzlawick
Der Mensch hat leider nur Vorstellungen von „Allem, was existiert“, was man auch als „Dinglichkeit“ bezeichnet, die zum Objekt filosofischer Untersuchungen gemacht werde kann, und die die vom Menschen bewirkte „Wirklichkeit“ miteinschließt.

Diese vom Menschen bewirkten VORSTELLUNGEN von dem, was „Alles existiert“ gehören damit natürlich nicht nur zu „ALLEM, was existiert“, mit dazu, sondern auch zu "allem Anderen, was durch den Menschen bewirkt worden ist".

Da jedoch eine vom Menschen geistig bewirkte Idee noch keine Person ist, die selber Etwas bewirken kann, ist die Behauptung, es gäbe einem allmächtigen Herrn, den es nur als menschliche Vorstellung von einer „idealen Realiät“ gibt, falsch, weil sie eben nicht mit dem übereinstimmt, was man davon erwarten könnte, wenn dies tatsächlich der Fall wäre - auch wenn man es sich noch so sehr wünscht und alle Umstände, die dagegen sprechen, beharrlich ignoriert, um sie nicht als solche (an-)erkennen zu müssen.

Die Konstruktivisten, die speziell die VORSTELLUNGEN von materiellen (oder auch sozialen) „Dingen“ fälschlicherweise mit den „Dingen selber“ gleichsetzen, bewegen sich also im rein spekulativen Raum der Selbsttäuschung und nicht etwa nur im Irrtum, wenn sie vorsätzlich die Vorstellung von der „Existenz eines Dinges oder einer Sache außerhalb ihrer bisherigen Vorstellungen“ ablehnen - selbst wenn der Baum, dessen Existenz sie beharrlich zu ignorieren versuchen, indem sie wegschauen, um nicht sehen zu müssen, wie er umfällt, ihnen dabei den Schädel zerschmettert.

Natürlich kann man in seiner Vorstellung auch Berge versetzen, aber eben nur geistige, indem man seine festgefahrene Haltung gegenüber den Dingen ändert, um einstellungsmäßig ein passenderes Verhältnis zu ihnen zu erlangen, bevor man damit beginnt, seine Pläne auch physisch in die Tat umzusetzen, anstatt nur sehnsüchtig davon zu schwärmen, wie es wäre, wenn die Dinge nicht so wären, wie sie nun mal gerade sind.

Begrifflich wäre es demnach konstruktiver, nicht Alles der Einfachheit halber in die „Wirklichkeits-Kiste“ zu schmeißen, sondern lieber mal danach zu suchen, ob es nicht noch bessere deutsche Begriffe gibt, die zu diesen unterschiedlichen „Dingen“ passen, um sie auch Denen, die sie noch nicht kennen und daher auch noch nicht von den bereits bekannten differenzieren können, verständlich zu machen.

Dabei hilft einem Lehrer die „Redundanz“ der unterschiedlichen Darstellungsweise anhand von (Schau-)Bildern oder Gleichnissen natürlich enorm dabei, um die Defizite der Sprache auszugleichen, aber ein konkretes Bild, welches manchmal mehr aussagt, als 1000 unpassende Worte, verliert leider gleichzeitig damit auch an Eindeutigkeit, was „abstrakte oder auch komplexe Sachverhalte“ betrifft, die es angemessen darzustellen gilt, sodass es infolgedessen dafür ungeeignet ist.

Sich auf die Bezeichnung „Dinglichkeit“ im Sinne von „materieller Stofflichkeit“ zu einigen, bedeutete, alle Erkenntnisse (anstatt moralischer „Für-wahr-Nehmungen“ darüber, was die Gesinnung eines wahrhaftigen Verkünders von Weisheiten betrifft) bezüglich sozialer und weltanschaulicher „Dinge“ als „nicht-existent“ zu verweigern, wie man es von den aristotelischen Materialisten her kennt, die sogar ablehnen, die qualitativen Unterschiede in den Beziehungen der Menschen zueinander anzuerkennen, weil sie sie nicht ausschließlich mit ihren materiellen Sinnesorganen abmessen und damit rein quantitativ "erfassen" oder "begreifen" können.

Was nun die Bilder betrifft, die sich der Mensch von der Welt macht, so hat das Cartesianische Weltbild gegenüber dem aristotelischen den Vorteil, dass damit die Existenz des Menschen als dessen Erzeuger nicht in Frage gestellt wird, weil das ja Niemandem nützen würde, und damit nicht zweckmäßig wäre.

Damit kann man aber nicht die aristotelische Vorstellung, der Mensch sei das Maß aller Dinge und stünde damit im Mittelpunkt des Universums oder gar - wie die Gnostiker behaupteten – „im Zentrum des Interesses seines angeblichen Schöpfers, dem er zu Gehorsam verpflichtet sei, damit es ihm ein Leben lang wohl ergehe“ als falsch abtun, denn - subjektiv gesehen - befindet sich der einzelne Mensch natürlich schon als Bezugspunkt für die Bewertung seiner Beziehungen zu Allem, was ihn umgibt, immer im Mittelpunkt seines eigenen Interesses.

Die "filosofische Relativitätstheorie", mit der die sich ständig verändernden Verhältnisse untersucht werden, in denen sich der Mensch im Bezug zu seiner Umwelt befindet, die er auch als einen Indikator benützt, mit dem er die Wirkungen seines eigenen Verhaltens, sowie seine Position in Raum und Zeit erkennen kann, stellt hier ein durchaus angemessenes Äquivalent zu der Untersuchung von atomaren Partikeln und ihren Bewegungen im Mikrokosmos dar.

Mit der Heisenbergschen Unschärferelation wurde angeblich nachgewiesen, dass der beobachtende und bewertend erkennende Mensch sein Verhältnis zu dem Beobachtungsgegenstand schon allein bereits dadurch verändert, indem er es von immer denselben Standort aus zu unterschiedlichen Zeitpunkten beobachtet - nur weil man sich nicht anders erklären kann, wieso in einem scheinbar unveränderten Quantensprungexperiment ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden, die einmal auf den Wellen- und ein anderes Mal auf den Teilchencharakter eines Lichtquantes schließen lassen.

Das muss jedoch noch lange nicht heißen, dass es deshalb nicht auch noch ganz andere Umstände geben kann, die – vom Menschen bislang unerkannt – die Ursache für diese Folgeerscheinungen sein können - auch ohne dass deshalb die kausale Funktion von „Ursache und Folge“ grundsätzlich in Frage gestellt werden muss.

Dass hingegen auch das Nicht-Handeln eine vom Menschen bestimmte Wirkung nach sich zieht, wovon Watzlawick ausgeht, wenn er davon spricht, dass man sich nicht "NICHT-VERHALTEN" könne, wussten schon die alten Chinesen, die das "zulassende Wu Wei" schon im I Ging-Orakel zum Mittelpunkt ihrer "Lebens- und Moralfilosofie von einer löblichen, scheinbar gewaltlosen Kommunikation mit Einflussreichen" machten, um sie mit dem Einsatz von Mitteln im Kampfe zu besiegen, die sie nicht kontrollieren können, wie etwa dem "Lauf der Zeit" und den sich von selber ändernden oder eben nicht von ihnen beeinflussbaren Umständen, wie deren eigene Vergänglichkeit.

Ursprünglich stand im o.a. Beitrag im vorletzten Absatz:


>>Dass der beobachtende und bewertend erkennende Mensch jedoch sein Verhältnis zu dem, was er beobachtet, selber damit verändert, indem er es von einem angeblich immer denselben Standort aus beobachtet, wie es in der Heisenbergschen Unschärferelation heißt, weil man sich nicht anders erklären kann, wieso in einem scheinbar unveränderten Quantensprungexperiment, unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden, die einmal auf den Wellen und ein anderes Mal auf den Teilchencharakter eines Lichtquantes schließen lassen, heißt ja noch nicht, dass es deshalb auch keine anderen Umstände gebe, die – vom Menschen unerkannt – die Ursache für diese Folgeerscheinungen sein können.<<

Der Absatz wurde nun durch die folgenden beiden ersetzt:

>> Mit der Heisenbergschen Unschärferelation wurde angeblich nachgewiesen, dass der beobachtende und bewertend erkennende Mensch sein Verhältnis zu dem Beobachtungsgegenstand schon allein bereits dadurch verändert, indem er es von immer denselben Standort aus zu unterschiedlichen Zeitpunkten beobachtet - nur weil man sich nicht anders erklären kann, wieso in einem scheinbar unveränderten Quantensprungexperiment ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden, die einmal auf den Wellen- und ein anderes Mal auf den Teilchencharakter eines Lichtquantes schließen lassen.

Das muss jedoch noch lange nicht heißen, dass es deshalb nicht auch noch ganz andere Umstände geben kann, die – vom Menschen bislang unerkannt – die Ursache für diese Folgeerscheinungen sein können - auch ohne dass deshalb die kausale Funktion von „Ursache und Folge“ grundsätzlich in Frage gestellt werden muss. <<


Ich schrieb meine Antwort zum ursprünglichen Wortlaut - sie passt aber auch zum neuen:

Das Problem an dieser Aussage ist, dass es gar nicht um das geht, was der Mensch (noch) nicht (er)kennt (Existenz und Nichtexistenz sind hier gleichermaßen unbewiesen), sondern um die Beschaffenheit seiner bereits gewonnenen Erkenntnisse: ob also ihre Gegenstände objektivierbar sind. (Dazu mehr im folgenden Beitrag.)

Im Übrigen muss man schon früher ansetzen: Der Beobachter begründet bereits durch die Absicht des Beobachtens ein wechselwirksames Verhältnis zum Gegenstand seiner Beobachtung.




@ Everyone (» 22.03.2020, 14:59h)

Der erste Absatz Deines Beitrages ist Bestandteil eines Textes von Peter Möller, "Meine Auffassung von Wirklichkeit", Philolex.de. Ich stellte das vollständige Zitat in meinem Beitrag vom 11.03.2020, 18.23h bereits hier ein (s. Schluss):

https://www.50plus-treff.de/forum/die-wirklichkeit-das-moegliche-und-das-nichts-t75310-s915.html#p5162645

Weiter ist aus meiner Sicht folgendes dazu anzumerken:

Solange man sein persönliches, also subjektives Erleben nicht als objektivierbar bezeichnet, kann niemand anderes es einem streitig machen. Die Frage, in welcher Weise es "existent" ist, kann man nur allein (mit sich) selbst klären - und das Ergebnis auch nur selbst überprüfen und bewerten.

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Das Zitat des Dadaismus-Mitbegründers Hugo Ball ("Cabaret Voltaire") - der sich sehr bald davon wieder lossagte, um seinen religiösen Ambitionen zu folgen - stammt aus "Die Flucht aus der Zeit", das er 1927, kurz vor seinem Tod mit 41 Jahren veröffentlichte. Leider mutierte er zum Schluss zu einem fanatischen Katholiken, für den die zitierten Worte eher aus einem Schuldbewusstsein sein vorheriges "gottloses" Leben betreffend sprachen, als aus einer souverän behaupteten Unabhäbgigkeit von allen gesellschaftlich sanktionierbaren Werten.

Nähme ich ihn abseits aller lebensgeschichtlich relevanten Bezüge in diesem Zitat beim Wort, um dieses für sich genomnen zu "objektivieren", käme mir das Unterfangen sinnlos vor, denn: "Nichts" ist nicht "etwas", was sich dazu "aufbauschen" ließe und "hat" nichts - somit auch keinen "Schatten"... Wovon Hugo Ball hier also nur sprechen konnte, war sein vermeintlicher, als solcher so empfundene frühere persönliche Irrtum, "die Wirklichkeit" betreffend. Ich kann zufälligerweise zwar zum gleichen Ergebnis kommen - allerdings keineswegs unter der gleichen Prämisse wie seiner: nämlich der der Religiosität.

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Jeder Versuch einer Kategorisierung "der Wirklichkeit" erscheint mir problematisch, weil eine solche letztlich immer ungenau und damit unzutreffend und durch moderne Forschungen widerlegbar ist.

Die Unterscheidung und Trennung zwischen Materie und Geist geht auf René Descartes zurück und mündete in der mechanistischen Weltbetrachtung von Isaac Newton, die zur Grundlage der klassischen Physik wurde. Die Cartesianische Teilung führte aber fälschlicherweise zur Annahme, dass Materie von einem Betrachter in ihrer vorgeblichen Isolation von diesem - also für sich genommen - bezüglich ihrer Eigenschaften objektiv bestimmbar sei - was sich spätestens seit der Erforschung der Quantenmechanik als falsch herausgestellt hat. Die Bedingungen einer Untersuchung (z.B. als konkretes Arrangement einer Messung) erzeugen ein bestimmtes Verhältnis und damit eine interaktive Wirkung zwischen Beobachter und beobachtetem Objekt und beeinflussen somit die Ergebnisse.

Nur auf indirekten Wegen lassen sich vorläufige brauchbare Ergebnisse erzielen, über die dann intersubjektive Vereinbarungen getroffen werden müssen mit dem Ziel, eine weitgehend abgesicherte Objektivierbarkeit allgemein annehmen und im Wissen um die Vorläufigkeit konstatieren zu dürfen (womit wir wieder beim pragmatistischen "Als Ob" wären!) - um mit diesem falsifizierbaren Zwischenergebnis weiter arbeiten zu können.

Daraus ergibt sich, dass es grundsätzlich keine auf Dauer feststellbare, objektive, also für alle gleichsam absolut gültige Wirklichkeit geben kann.

Gedanken sind ohnehin zunächst ausschließlich an die denkende Person gebunden. Erst in der Kommunikation und mit Publikationen erreichen sie andere, von denen sie aufgefasst, interpretiert, diskutiert, weiter entwickelt, in Frage gestellt und widerlegt werden können. Im Bereich der intersubjektiven Aktivitäten spielt die Bestrebung, einen Konsens über "die Wirklichkeit" zu erzielen, eine Rolle, die umso größer ist, je wichtiger die damit verbundenen gesellschaftlich relevanten Aufgaben sind - wobei aber nie ein Zweifel daran bestehen kann, dass es hier immer nur um Absprachen gehen kann, die für möglichst viele Beteiligte gelten sollten.

Selbstverantwortung für die eigene Wirklichkeit und Toleranz für die der anderen wäre sicherlich die beste Voraussetzung für eine gut funktionierende Gesellschaft - da gebe ich Dir bzw. Watzlawick oder wem auch immer Recht.

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Ich bin damit auf alle von Dir verwendeten Zitatstellen eingegangen. Mich würde jetzt mal interessieren, was Du persönlich dazu zu sagen hast.




Ich habe gestern zufällig einen wunderbaren Dokumentarfilm bei arte gesehen, der in sehr positiver Weise belegt, wie herrlich konstruktiv eine bewusst produzierte und rezipierte FIKTION für die WIRKLICHKEIT der Beteiligten sein kann:


Café Nagler
Film von Mor Kaplansky (2015)

>>Als kleines Mädchen hört die junge israelische Filmemacherin Mor Kaplansky immer wieder vom legendären Café Nagler am Moritzplatz in Berlin. Vor allem ihre 88jährige Großmutter schwärmt von dem Ort, an dem sich Künstler und Intellektuelle trafen, wo das Nachtleben blühte und sogar der Swingtanz erfunden worden sein soll. Mor Kaplansky macht sich in Berlin auf Spurensuche mit unerwartetem Ergebnis.

Die Familie ist 1925 nach Israel ausgewandert. Mor will vor Ort auf Spurensuche gehen. In Berlin angekommen, findet sie statt des Caféhauses aber nur einen verwilderten Park - das Gebäude ist im Krieg komplett zerstört worden. Und mit wem sie auch spricht, niemand weiß etwas über das Café. Das Dokumentarfilmprojekt steht vor dem Aus. Vor allem für ihre Großmutter wäre es eine riesige Enttäuschung - schließlich erkundigt sich die alte Dame regelmäßig nach den Rechercheergebnissen aus Berlin. Da hat Mor die rettende Idee: Sie erfindet kurzerhand die Geschichte des Cafés neu. Ihre fiktiven Zeitzeugen findet sie unter den jungen Berlinern, die sich für die 20er Jahre begeistern. Sie erzählen falsche [*] Familiengeschichten vom Café Nagler als einem Ort wilder Partys oder erster Rendezvous. Bei der privaten Premiere des fertigen Films im Kreis der Familie ist Großmutter Naomi selig: Ihre Enkeltochter hat es tatsächlich geschafft, einen Film über das Café Nagler zu drehen und den Geist der vergangenen Jahre einzufangen.

Der Dokumentarfilm lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem auf der Berlinale 2016 in der Reihe „Kulinarisches Kino“, auf dem Haifa International Film Festival 2015, auf dem DOK.fest München 2016 und auf dem International Filmmor Women‘s Film Festival in der Türkei. „Ein wunderbarer, persönlicher Film. Er lebt nicht nur von der spannenden Spurensuche und der Faszination für das Berlin der 20er Jahre, sondern auch von dieser besonderen Liebe zwischen Großmutter und Enkelin.“<<
(ARD)

[*] Aus dem Film aber geht hervor, dass es sich um wahre Geschichten handeln sollte - die halt nur nicht im Café Nagler stattgefunden hatten.

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Witzigerweise sah ich zufällig zuerst das letzte Drittel des Films - beginnend dort, wo die "tollen Geschichten" aus dem Café so authentisch erzählt wurden, so dass ich gar nicht auf die Idee kam, dass sie nicht dort stattgefunden haben könnten.

Da ich aber ein Faible für alte Caféhaus-Geschichten habe... und mit der blauen Taste der Fernbedienung meines Smart-TV zu den verpassten Anfängen zurückswitchen kann, schaute ich mir den Film dann noch einmal von vorn an und kam so doch noch auf die Fiktion. Sonst wäre ich nicht nur "dumm gestorben", sondern hätte auch den so passenden Bezug zu meinem Thema hier versäumt.

Im folgenden Trailer sind zwei treffliche Ankündigungen zu lesen:
• Was passiert, wenn ein Familien-Mythos in der Wirklichkeit ankommt?
• Ein Film über die kreative Kraft der Erinnerung.

https://youtu.be/9B1FGTb_39A

Der vollständige Film ist noch ein paar Tage (bis 28.03.2020) in der arte-Mediathek zu sehen:

https://www.arte.tv/de/videos/057440-000-A/cafe-nagler/


Bild

(filmstarts.de)


@ Verdandi............Nichts ! Nur ,dass in meiner subjektiven Wirklichkeit, das von dir gemalte Bild, als mein positives Erlebnis existent ist.

Hallo Everyone,

1. DAS nehme ich Dir nicht ab. :wink:
2. Vielen Dank! :D

LG, V.


Homogenität und Linearität sind die Formeln der exakten Wissenschaften. In der linearen, rationalen Welt kommt nichts vor, was nicht gerade, eben und gleichförmig ist. im Grunde wird dabei nichts echt erkannt, sondern wir fassen eigentlich immer nur die Summe fortschreitender Veränderungen unter einem Zweck-Begriff zusammen. Wir messen nie das wirkliche Geschehen, sondern immer nur die abstrakte Schlacke, die wir gedanklich erfassen können. Dazu :
" Zur Markierung und Artikulierung des in beständigem Fluss und in ununterbrochenem raumzeitlichen Konnex stehender Wirklichkeit, zur exakten Gliederung des Realen, zur Vermeidung vager Angaben, treffen wir unter den Elementen der Wirklichkeit eine willkürliche Auswahl, und ziehen Striche und Grenzen, wo keine sind." Hans Vaihinger
In der Natur selbst gibt es weder Messen noch Zählen. Die Natur passt sich unserem binären Denken nicht an. In der Natur ist alles einzig und unvergleichbar. Deshalb ist es unserem Verstand niemals möglich, die Wirklichkeit "VOLL" aufzufassen.......Natur ist maßlos !
@ Verdandi

….Die Cartesianische Teilung führte aber fälschlicherweise zur Annahme, dass Materie von einem Betrachter in ihrer vorgeblichen Isolation von diesem - also für sich genommen - bezüglich ihrer Eigenschaften objektiv bestimmbar sei - was sich spätestens seit der Erforschung der Quantenmechanik als falsch herausgestellt hat. ….

Die Aussage, dass man sich als menschliches Subjekt bei der Betrachtung eines nichtmenschlichen Objektes (leblosen Gegenstandes) die Bewertungskriterien nach Belieben selber gemacht habe, und sie daher auch nicht dazu taugten, realistische Aussagen über dieses Objekt zu machen, wird bereits dadurch falsifiziert, dass Lebewesen (wozu auch der Mensch zählt) schon aufgrund der Anordnung ihrer physischen Sinnesorgane und des sogar unwillkürlich auf Reize reagierenden Nervensystems sowie der chemischen Vorgänge in seinem Körper in der Lage ist, ihre Umwelt geistig so zu bewerten, dass sie sich in ihr orientieren und bewegen können, auch ohne sofort an ihren Fehleinschätzungen zugrunde zu gehen.

Der Versuch jedoch, den Geist als reine „Ausdünstung von belebter Materie“ zu klassifizieren, oder umgekehrt, den Körper als „verdichteten Geist“ als den angeblich ursprünglichen Stoff, aus dem Alles besteht, was im Universum existiert, scheitert an der Definition von „Lebendigkeit“, die erst dann auf ein betrachtendes Subjekt (was man auch zum Objekt seiner Betrachtung machen kann) anwendbar ist, sofern es sich dabei um einen Organismus handelt, der aus einer Kombination von geistigen (vorstellungsgebundenen), seelischen (an sozialen Verhältnissen orientierten) und körperlichen (von der materiellen Existenz abhängigen) Eigenschaften besteht.

Weitet man die Definition von Lebendigkeit jedoch willkürlich auch auf nicht-lebendige Betrachtungsgegenstände aus, wie es die Animisten zu tun belieben, um dem „Gegenstand ihrer Begierde“ die Ursache (und nicht die Schuld) für ihr Interesse zuzuweisen, anstatt „sich selber im jeweiligen Zustande der Bedürftigkeit danach“, wird diese Unterscheidung zwischen lebendigem Subjekt und leblosem Objekt sinnlos.

Da man von einem unbelebten Gegenstand außerdem nicht erwarten kann, dass er sich wie ein Lebewesen verhält – auch wenn man es sich noch so sehr vorstellt, dass es so sein möge -, bleibt nur noch die Frage, woran es liegt, dass er es nicht tut, wobei eine plausible Ursachenzuschreibung die wäre, dass er eben kein Lebewesen IST, und es daher auch nicht tun KANN, oder aber die andere, dass er doch eines ist, was es aber so langsam tut, dass der Beobachter dieses nicht sofort erkennen kann, weil seine Sehgewohnheiten beim Erkennen von „sich besonders schnell oder langsam ändernden Seinszuständen“ auf eine andere Taktfrequenz geeicht ist.

Das ändert sich jedoch in dem Moment, wo man das „Verhalten“ eines Objektes über einen längeren Zeitraum beobachtet und dabei fortwährend dokumentiert, oder es in Zeitraffer filmt und danach in menschlicher „Echtzeit“ wiedergibt, sodass auch Veränderungen innerhalb „ewig langer“ oder ultrakurzer“ Zeiträume erkennbar werden.

Leider kann man dadurch immer noch nicht feststellen, ob es sich hierbei überhaupt um ein „von einem Lebewesen selber bewirktes Verhalten“ handelt, oder aber um den „nicht von ihm selber bewirkten Zustand eines leblosen Objektes“, welches unter entsprechenden Umweltbedingungen in seine Bestandteile zerfällt, oder aufgrund einer Kollision mit anderen, ebenfalls leblosen Materieklumpen zu einem größeren, immer noch leblosen Objekt verschmilzt.

Um nun zur Quantenmechanik zu kommen, wobei es immer noch um Bausteine von Materie geht, und nicht um Geist, so ist die Bewegung von Photonen (Lichtquanten) erst dann als Welle messbar, wenn die Intensität ihrer „Ausstrahlung“ (Helligkeit) aus irgendwelchen Gründen rhythmisch zu- und abnimmt (dh fluktuiert).

Das kann daran liegen, dass am Ursprungsort eine fortwährende Energie-Explosion stattfindet, die – sofern sie eine spezielle Taktfrequenz erreicht, die man grafisch als Wellenlinie abbilden kann - vom Menschen als kontinuierliches „Leuchten“ interpretiert wird, und im anderen Falle als „Blinken“, was jedoch der Vorstellung, dass hierbei Photonenteilchen mit Lichtgeschwindigkeit auf die Reise geschickt würden, gar nicht widersprechen muss.

…..Die Bedingungen einer Untersuchung (z.B. als konkretes Arrangement einer Messung) erzeugen ein bestimmtes Verhältnis und damit eine interaktive Wirkung zwischen Beobachter und beobachtetem Objekt und beeinflussen somit die Ergebnisse. ….

Da ein lebloser Körper nicht selbstbestimmt auf seine Umwelt einwirken kann, kann es auch keine interaktive Wirkung zwischen ihm und einem Lebewesen geben, sondern nur zwischen zwei Lebewesen, was auch die soziale Tätigkeit eines Lebewesens ausmacht, welches in der Lage ist, die Art der Beziehung sowohl inhaltlich (qualitativ) als auch von der Form her (quantitativ) zu gestalten, indem es sie durch ein entsprechendes Verhalten entweder intensiviert oder abschwächt – so, als handle es sich dabei ihrerseits um eine Art von gemeinsamem (seelischem) Besitz zweier Lebewesen.

Was also das Ergebnis einer „Untersuchung zum Zwecke der Erkenntnis des Seinszustandes eines Objektes oder eines Sachverhaltes“ beeinflussen kann, ist vor Allem die geistige Zielsetzung des Beobachtenden, die natürlich während der Untersuchung immer die gleiche bleiben muss, und nicht einfach geändert werden darf, um die Ergebnisse zu verhindern, mit denen das Gegenteil von dem bewiesen würde, was man beweisen will.

Das andere Indiz für die „Richtigkeit der geisteswissenschaftlichen Methode aufgrund ihrer Zweckmäßigkeit“ ist auch nach Descartes das axiomatische Voraussetzen, dass es eine Kausalität gibt, bei der die Folge immer aus einer Ursache hervorgeht und nicht umgekehrt.

Wird diese Kausalität nicht vorausgesetzt, ist keine korrekte Ursachenzuschreibung mehr möglich – ganz gleich, ob die Ursache vom Menschen bewirkt wurde, sodass man die Folge daraus als Wirkung bezeichnen kann, oder ob sie nicht vom Menschen bewirkt wurde, sodass man sie als eine nichtbewirkte Folge bezeichnen muss.

Das induktive Verfahren zur Generalisierung von Einzelerfahrungen, die dann als eine Art von „natürlicher Gesetzgebung“ bezeichnet wird, ist auch nur insofern brauchbar, als dass „Mutter Natur“ NICHT willkürlich als "Gesetzgeber zum eigenen Gunsten" missbraucht wird, indem man in ihrem Namen voreilig seine eigenen Schlüsse daraus zieht, die sich im Nachhinein als Fehlschlüsse erweisen, nachdem die damit verbundenen Voraussagen nicht eingetroffen sind.

Die Deduktion als das Verfahren, mit dem man seine "aufgrund mehrmaligen Erfolges als gesichert geltenden Erkenntnisse" formelhaft auf ähnlich gelagerte Fälle in der Zukunft anwendet, um immer wieder zum selben positiven Ergebnis zu gelangen, funktioniert dann nicht mehr, wenn sich inzwischen unerwarteterweise doch etwas Wesentliches verändert hat, was nicht nur notwendig, sondern auch hinreichende Bedingung dafür war, dass man damit erfolgreich sein konnte.

Das mag durchaus auch bei der scheinbar immer gleichbleibenden Versuchsanordnung der Fall sein, bei der man dennoch zu verschiedenen Ergebnissen kommt, weil man dabei nur die notwendigen, anstatt auch die hinreichenden Voraussetzungen für das Gelingen beachtet hat.

Dass man dabei am Ende seiner Weisheit zu irgendwelchen unsinnigen, metaphysischen Spekulationen greift, bei der man angeblich den Ablauf von materiellen Prozessen selber durch pure Gedankenkraft beeinflussen kann, anstatt nur seine Vorstellungen davon, mag zwar als Akt der Verzweiflung verständlich sein, führt aber nicht zu einer Ursachenzuschreibung, die dem Vorgang selber so entspricht, wie er stattgefunden hat.

So ist es auch mit der „Überlieferung durch Hörensagen“, wie sie im oben angegebenen Film beschrieben wird, bei der die Enkelin ihre Großmutter, die von ihren Eltern den Familienmythos als eine "realistische Vorstellung von einem am genannten Orte stattgefundenen Ereignis“ übernommen hat, nicht damit ent-täuschen wollte, dass sie ihn durch eine noch plausiblere Gegendarstellung entzauberte, weil dies nicht der Zielsetzung dieser Mystifikation entsprochen hätte, und damit in diesem Falle falsch gewesen wäre.

….Nur auf indirekten Wegen lassen sich vorläufige brauchbare Ergebnisse erzielen, über die dann intersubjektive Vereinbarungen getroffen werden müssen mit dem Ziel, eine weitgehend abgesicherte Objektivierbarkeit allgemein annehmen und im Wissen um die Vorläufigkeit konstatieren zu dürfen (womit wir wieder beim pragmatistischen "Als Ob" wären!) - um mit diesem falsifizierbaren Zwischenergebnis weiter arbeiten zu können. ….

Wie gesagt: sich auf die Kausalität selber als Beweisform der Richtigkeit einer Behauptung zu einigen, stellt keinen geistigen Akt der Willkür dar, sondern diente schon immer dem Menschen zur Orientierung in Zeit und Raum.

Die Gefahr des Irrtums besteht vor Allem darin, dass man die Umstände nicht in ihrer Gesamtheit erkennt, und damit zu falschen Vorstellungen über die hinreichenden Voraussetzungen kommt, denen zufolge auch unweigerlich - weil notwendigerweise folgerichtig - ganz spezielle, realistischerweise zu erwartende Ergebnisse nicht nur erzielt werden KÖNNEN, sondern sogar erzielt werden MÜSSEN.

Hier sollte man also korrekterweise immer die Bedingungen mit benennen, unter denen eine Aussage gilt, wie etwa: „Sofern sich 1. morgen die Erde noch um die eigene Achse dreht, und sich 2. nichts Anderes zwischen Sonne und Erde schiebt, was die Sonne bedeckt, muss auch morgen noch ein sichtbarer Sonnenaufgang stattfinden – ganz unabhängig davon, ob wir selber dann noch existieren, um ihn miterleben zu können, oder nicht!“

…..Daraus ergibt sich, dass es grundsätzlich keine auf Dauer feststellbare, objektive, also für alle gleichsam absolut gültige Wirklichkeit geben kann. ….

Es gibt vor Allem keine Bewertung einer realistischen Vorstellung darüber, wie eine Sache oder ein Ding beschaffen ist, die unabhängig von einem bewertenden und erkennenden Subjekt stattfindet.

Aber die Infragestellung der Existenz eines Dinges, welches nicht bewertet wird, ist genauso unwissenschaftlich und damit unrealistisch (weil nicht zielführend), wie die Nicht-Infragestellung der Existenz eines Dinges, welches mehrheitlich als so seiend definiert wird, wie es gerade einem auserwählten „Fachgremium“ in den Kram passt, welches dann eigenmächtig bestimmt, was allgemein für physisch existent zu gelten hat, und was nicht, wie etwa personifizierte geistige Hirngespinste namens „Vater im Himmel“ oder „Mutter Natur“, die angeblich alleine darüber bestimmen, was sowohl im „geistigen Himmel der Vorstellungen von den materiellen und sozialen Dingen“, als auch auf der „materiellen Erde mit all den materiellen und sozialen Dingen selber“ zu geschehen hat.

Demnach ist auch nicht die "Natur" maßlos oder der römische „Herr der Maßlosigkeit“ namens Jupiter, sondern immer nur die Menschen, die die Maßlosigkeit im Umgang mit der Natur praktizieren, nachdem sie in ihrer zwanghaften Gier jeglichen Maßstab zum angemessenen Bewerten aus den Augen verloren haben.

@ Filofaxi

Es wäre mir viel zu mühsam, all Deine meist sehr "kreativen" i.S. von weit hergeholten aber Dir offenbar nützlichen Interpretationen meiner Aussagen zu widerlegen und letztere durch weitergehende Informationen im Einzelnen nochmals zu begründen.

Allein schon die schiere Masse Deiner Ausführungen hält mich davon ab. Ich käme mir vor, als hätte mir jemand eine sorgfältig aufgefädelte Perlenkette vom Hals gerissen und alle Perlen kreuz und quer in den Raum geschleudert mit der Erwartung, dass ich mich flugs an die Arbeit begebe, um auf Knien herumrutschend jede einzelne Perle wieder aufzusammeln und erneut aufzufädeln.

Den Gefallen tue ich Dir nicht. Denn Du hast Dich noch nie wirklich auch nur ansatzweise auf irgendetwas eingelassen, was ich schrieb, sondern warst immer nur darauf erpicht, alles und jedes auf irgendeine Weise ad absurdum zu führen. Das hat bei mir oft den Reflex ausgelöst, es Dir gleich zu tun. Aber das ist Blödsinn, weil es Zeitverschwendung ist und mich wegführt von den Dingen, auf die es mir wirklich ankommt.

Natürlich kannst Du hier schreiben was Du willst. Aber ich kann das auch. - Einem wirklich konstruktiven Austausch bzw. Streit werde aber auch weiterhin nicht aus dem Wege gehen.




@ Everyone (23.03.2020, 18:11h)

Dein Eingangszitat stammt von:
Laurent Verycken - aus seinem Text: "Formen der Wirklichkeit - Auf den Spuren der Abstraktion" (1994), aus dem Kapitel "Tatsachen".

Diesen Philosophen und sein Werk kannte ich bisher noch nicht, konnte aber jetzt bei ihm lesen, dass er sich u.a. auch mit Vaihingers Philosophie des "Als Ob" beschäftigt hat. Dein folgendes Zitat von Vaihinger wurde auch von Verycken a.a.O. zitiert. Der Rest ist wieder von Verycken selbst – bis auf Deine eigenen Worte: "Natur ist maßlos".

Ich finde diese Seite im Netz, auf der sein o.a. Werk veröffentlich ist, sehr interessant und verlinke mal hier das betreffenden Kapitel:

Laurent Verycken, "Formen der Wirklichkeit", Kapitel "Tatsachen"
veröffentlicht auf gleichsatz.de

Seite 1/2 (Tatsachen)
https://www.gleichsatz.de/b-u-t/can/objekt1.html

Seite 2/2 (Tatsachen)
https://www.gleichsatz.de/b-u-t/can/objekt2.html

Auch die übrigen Kapitel aus dem Werk Veryckens sind sehr interessant, zum Beispiel das Kapitel "Sprache"

Seite 1/2 (Sprache)
https://www.gleichsatz.de/b-u-t/can/fospra.html

Seite 2/2 (Sprache)
https://www.gleichsatz.de/b-u-t/can/fospra2.html

Man muss aber im Auge behalten, dass sich die Aussagen dieses Kapitels natürlich grundsätzlich und vorrangig auf das Verständnis und die Bedeutung von Sprache beziehen.

Ich werde mich noch eingehend mit diesem Werk beschäftigen, frage Dich aber schon mal als denjenigen, der aus diesem Text zitiert hat: Bist Du mit allen Ausführungen (zumindest des Kapitels „Tatsachen“) einverstanden, kannst Du das aus Deinen Erfahrungen und Einsichten heraus also bestätigen - oder gibt es auch Kritikpunkte aus Deiner Sicht?

Was mir in diesem Werk zunächst ins Auge sticht, weil es mich an ein Thema erinnert, das ich bereits in einem anderen Thread* im Hinblick auf die Vermittlung von Wahrheit in der Kommunikation behandelt habe, sind die Ausführungen über die konkrete Bedeutung von Begriffen und Sprache an sich für das Verständnis von Wirklichkeit.

* "Lügen, um sich selbst zu erklären?"
https://www.50plus-treff.de/forum/luegen-um-sich-selbst-zu-erklaeren--t75163.html#p3918831





Korrektur des obigen Beitrags in Punkto „Natur ist maßlos“:

Auch diese Worte wurden bei Verycken zitiert und stammen von Fritz Mauthner. - Bei Verycken a.a.O., Kapitel „Tatsachen“ heißt es im Zusammenhang:

>>In der Natur selbst gibt es weder Messen noch Zählen. „Natur ist maßlos.“* Die Natur passt sich unserem binären Denken nicht an. In der Natur ist alles einzig und unvergleichbar. Deshalb ist es unserem Verstand niemals möglich, die Wirklichkeit v o l l aufzufassen.<<

*Fritz Mauthner, „Beiträge zu einer Kritik der Sprache II“ (1980)