Ich lese gern Biographien.
Gerade bin ich an Liv Ullmann geraten.
Eine mich sehr beeindruckende Frau und Schauspielerin.
Ihr seelenvolles, intimes Gesicht in seiner grandiosen Nacktheit, ohne einen Hauch von Sentimentalitä, hat mich immer wieder beeindruckt.
immer ganz natürlich, keine Spur prätentiös. Leidenschaftlich, gefühlvoll aber niemals schwülstig.
Heute schreibt sie Bücher.
Etwas hat mich besonders berührt.
Sie erzählt ganz freimütig von ihrer lebenslangen, großen Sehnsucht nach Verbundenheit.
Ja, das hat mich berührt.
Geht es nicht uns allen so ?
Dieser Hunger nach bedingungslosem geliebt werden ?
Wir bringen diese unstillbare Sehnsucht quasi mit auf die Welt.
Und immer, wenn sie gestillt zu werden scheint, spüren wir früher oder später, dass da immer noch ein unerfüllter Raum übrig bleibt.
Ja, ganz kluge Menschen sagen uns, wir müßten diesen Raum mit uns selbst ausfüllen. In uns selber ruhen. Oder dergleichen.
Zeitweise mag das sogar gelingen.
Doch vollkommen ?
Ich zweifle daran.
Manchmal denke ich, wir haben etwas im früheren Himmel zurück gelassen, was uns hier solange fehlt, bis wir wieder dorthin zurück kehren.
Alles, was wir hier an Erfüllung finden, bleibt Stückwerk.
Es ist, wie mit unseren Idealen. Auch sie können wir nur immer anstreben, aber niemals in Perfektion erreichen.
Seit mir das bewußt geworden ist, fällt es mir leichter, auch mit der nur ansatzweisen Erfüllung meiner Sehnsucht zufrieden zu sein.
Ich bin dankbarer geworden. Für die kleinen Goldplättchen in meinem Leben.
Für unvollkommene Liebe.
Akzeptiere die Vergänglichkeit. Auch die mancher Gefühle.
Und bleibe offen für alles Unvollkommene, das mir noch begegnen will.
Diese Sehnsucht nach Verbundenheit; ich finde immer mehr Möglichkeiten, sie, zumindest vorrübergehend, zu stillen.
Manchmal in der Begegnung mit Menschen, oft in der Natur.
Beim Beobachten der Tiere.
Es ist mir dann immer, als halte das Leben eine Riesenpackung von Trostpflastern bereit. Und dabei vergesse ich ganz oft diese ……….
unstillbare Sehnsucht.
Die klugen Menschen haben Recht, Ruhe findet man nur in sich selbst. Ein Mensch, der sich selbst nicht lieben kann, der wird nicht glücklich werden. Er ist immer auf der Suche nach der erfüllenden Liebe und fiindet sie nicht, weil er im Aussen sucht.

Denke mal drüber nach Christina
Renan, darüber muss ich zum Glück nicht nachdenken.
Denn ich mag mich.
Schon eine ganze Weile.
Mag mich, hat mit Selbstliebe nichts zu tun. Das ist ein langer Prozess und gar nicht so einfach. Ich mag mich auch und mag aber auch daraus heraus meine MItmenschen.
Renan, und Du meinst, ich mag sie nicht ?
Was Renan meint weiss ich ja nicht, aber was ich meine, das weiss ich und ich meine, dass du sehr gerne in Euphemismus machst was dich und dein Leben betrifft.
Ups...was ist das ?!?
E u p h e - m i s t - m u s ….
Ist das was Schmutziges ? :shock:
Schönfärberei, nix sonst.
Kann ansteckend sein, ist aber nichts Ernsthaftes.
und dennoch hat @Christina recht:
wir sehnen uns zeitlebens nach Verbundenheit.....

ich kenne diese Sehnsucht sehr gut - vielleicht gerade deshalb, weil ich ein eher einzelgängerischer Mensch bin ?...... :wink:
Gundulabella, danke ! Danke !!!
Du bist die erste, die verstanden hat, was ich mit diesem Thread sagen wollte.
Auch ich bin eine kommunikative Schneckenhäuslerin.
Habe mir aber mit den Jahren eine gewisse soziale Kompetenz antrainiert.
Bin also eher eine verkappte Einzelgängerin.
Danke für Deine Aufrichtigkeit.
Sehr seht guter Thread, Christina.
Obwohl meiner Meinung nach, würde er ins Forum Philosophie besser passen.

Die Budhisten und Hinduisten UND die Yogis lehren, dass die Zufriedenheit von Innen kommen muss.
Renan hat das schon geschrieben (Willkommen zurück Renan).
Nein, ich meine nicht Selbstliebe (diese Sprüche von Ch. Chaplin mag ich gar nicht). Sondern Selbstakzeptanz. Die innere Balance zu finden.
Das ist der Anfang.
Und sich nicht allzu ernst nehmen.
Die Zufriedenheit von Innen, das heisst unabhängig von äusseren Umständen zu bleiben, nich anhaften an materiellen Sachen und nicht an Menschen.
Keine Erwartungshaltung.
Wenn meine vermutlichen Erwartungen nicht erfüllt werden, soll ich nicht enttäuscht werden.
Ich lasse mich nicht enttäuschen, äussere Umstände haben mich nicht "im Griff".
Ich arbeite stark an mir in dieser Richtung und habe schon "Erfolge".
Es ist ein wunderbares Gefühl emotional "autark" zu sein.
Danke Figges,
Ja da gebe ich Dir in jeder Hinsicht recht.
Nur - ich bin noch ordentlich am üben.
Du beschreibst genau das, was ich meine.
Nur, ob diese Sehnsucht jemals wirklich völlig aufgelöst werden kann ?
Ich weiß es nicht.
Christina111 hat geschrieben: Gundulabella, danke ! Danke !!!
Du bist die erste, die verstanden hat, was ich mit diesem Thread sagen wollte.
Auch ich bin eine kommunikative Schneckenhäuslerin.
Habe mir aber mit den Jahren eine gewisse soziale Kompetenz antrainiert.
Bin also eher eine verkappte Einzelgängerin.

Danke für Deine Aufrichtigkeit.


Das (von mir) Fettgedruckte könnte meine Aussage sein :D :D
Ja, Rotkappe, ich denke auch dass es wichtig ist, sich, und ggf. auch anderen, das einzugestehen.
Das ist der Anfang der Selbst-Akzeptanz.
Und noch etwas :
Es entsteht Nähe und Verbundenheit.
Mit denen, die ebenso empfinden.
So etwas gibt es, die Sehnsucht danach tragen wir in uns, oft ein Leben lang:

Das Verstehen kann auch ohne Worte auskommen, man weiß, wie der andere denkt und fühlt, auch weil es dem eigenen so ähnlich ist.

Wenn es ein Bedürfnis ist, seine Sensoren auf den Anderen zu richten, seine Wünsche zu erspüren, deren Erfüllung eigene Freude und kein Opfer ist...
Die Reflektion des Lichtes im Spiegel verdoppelt dessen Stärke.

Man nennt das Liebe. Bedingungslos und planlos.