Stimmt, Suchtkrankheiten können in die Depression führen und Depressionen zu Suchtkrankheiten. Schwierig wird es für das Umfeld immer, sich schützend abzugrenzen und trotzdem den kranken Menschen nicht fallen zu lassen.
Depressionen sind sehr schwer.
Das Leiden ist riesig.
Das steht nicht zur Debatte.
Sie sind jedoch (in den allermeisten Fällen) behandelbar.
Medikamente sind da ein Segen.
Auch wenn es oft mehrere Versuche nach dem passenden Mittel braucht.

Alkoholsucht und Depressionen gehen Hand in Hand.
Und treten gemeinsam auf.
Was war zuerst da?
Huhn oder Ei-Frage.

Auch psychiatrische Kliniken sind ein Segen.
Und ich habe noch nie - wirklich noch nie - gehört,
dass bei einer (noch) suizidgefährdeten Person,
die Krankenkasse nicht mehr bezahlt hätte
und der Kranke die Klinik verlassen musste.

Was nicht heisst, dass es nicht vorkommen kann.
Doch Aerzte tun in der Regel alles für eine vom Patienten benötige Kostengutsprache.

Viel öfters kommt es vor, dass ein psychisch schwer kranker Mensch,
ja auch Alkoholsucht zähle ich dazu,
die Hilfen, die es gäbe, eben nicht in Anspruch nimmt.

Und DAS bleibt dann an den Angehörigen hängen.

Ueber Jahre.
Und am Ende steht der selbstgewählte Tod des Kranken.
Für den es jedoch Hilfe gegeben hätte!!!

Auch Alkoholsucht ist eine Form des Suizid's, meiner Meinung nach.
SEHR langsam.
Und vor den Augen der Freunde, der Angehörigen, der Kinder ausgeführt!
Die das mitansehen müssen!

DAS ist es, was es für Freunde und Angehörige sooo verdammt (sorry) schwer macht.

Nochmal:
Das Leiden ist gross bei den Kranken.
Sehr gross.
Ich negiere das nicht.

Bei den Freunden und Angehörigen aber auch!!!

Es ging mir beim Thema dieses Threads um einen Perspektivenwechsel.
In Bezug auf die Erkrankung einer schweren oder mittelschweren Depression (mit einer latenten Suizidgefährdung).
Und dem Anspruch an Freunde und Angehörigen, immer und jederzeit Rückhalt und Unterstützung zu bekommen. Endlos.
Ohne wirklich selbst ALLES zu unternehmen, um diese Krankheit (ja, auch im Verbund mit Alkohol- oder sonst einer Sucht) in den Griff zu bekommen.
Mit der Hilfe von professionellen Mitteln und professionellen Stellen und dafür ausgebildeten Menschen.
UND der Hilfe von Freunden und Angehörigen.
Aber nicht nur.

So dass die Krankheit auf eine Stufe reduzieren werden kann, wo die Suizidgefährdung nicht mehr vorhanden ist.
Auch nicht latent.

Das wären die äusseren Möglichkeiten. Die wären gegeben.

Viel Leid könnte vermieden werden, wenn sie von den Erkrankten auch konsequent in Anspruch genommen würden.
VIEL Leid.
Auf BEIDEN Seiten!
adele58 hat geschrieben: Die Aussenansicht einer Krankheit und die Innenansicht lassen sich wohl kaum vereinen.

Wie schön, Alkoholismus und Depression in den gleichen Kübel zu werfen. Zwei unterschiedliche Krankheiten, aber so genau muss es ja nicht sein.

So, so, professionelle Hilfe. Die solche fordern, sollen sich mal klug machen, wieviel Zeit einer Woche damit belegt ist, wenn ambulant, oder wie lange jemand z.B. in der CH in einer Klinik bleiben darf und danach bezahlt die Krankenkasse nicht mehr.

Und immer hübsch lächeln!

  

Was das rot Unterlegte anbetrifft, so ist es wohl so.

 Ein Angehöriger, oder Freund muss sich auf das verlassen, was er sieht, und vom Kranken mitgeteilt bekommt. Ihm nicht helfen zu können, trotz aller Unterstützung, ist wohl das Schlimmste, was er erleben muss. 

Auf den kranken Menschen trifft der rote Satz jedoch ebenso zu.

Für ihn ist es meist noch schwieriger, die "Innenansicht" der helfenden Freunde zu erkennen, zumal Letztere, anfangs zumindest,  alles tun, um die psychische Belastung der Hilfeleistung zu verbergen. 
 
  
    Der Kranke muss mit seiner Krankheit leben - er kann nicht anders leben -.
    Jedoch der Partner, könnte ein ganz anderes Leben führen - lebt es meistens nicht - und verzichtet wegen Liebe - und Betreuung, großteils auf das eigene Leben - vergißt bzw. unterdrückt eigene Bedürfnisse.
    Freunde stehen da doch mehr aussen vor - als ein Partner.
    Je länger eine Krankheit andauert - desto mehr verlieren sich die Freunde.
    Ich habe meinem Mann 30 Jahre betreut - ich weiß wovon ich schreibe, ganz genau.
    Besonders schlimm empfinde ich immer, wenn von Freunden und Bekannten - von dem Partner, dem Betreuer des Kranken - so einiges eingefordert wird - was sie vielleicht nie wirklich selbst machen würden bzw. durchziehen könnten.
Für mich ist eine der größten Hilfen in so einer Lage eine Umarmung, ein Festhalten dass mir signalisiert "Du bist nicht alleine" Es hält das Gefühl zu fallen auf. Es sagt mir mehr als es Worte tun könnten. Aber wie gesagt : Ich kann das nur für mich sagen.
akinom1959 hat geschrieben: Was du da schreibst , habe ich nach der Trennung von meinen Mann auch erlebt ,dann lernt man die richtigen Freunde kennen . Mit einigen hatte ich 30 Jahre verbracht , heute grüßen die nur kurz.....
Falsche Freunde sind wertlos ,lieber weniger Freunde aber dafür die richtigen
und man hat ja auch noch seine Familie .


dies könnte fast wörtlich von mir stammen, ich habe die gleiche Erfahrung gemacht und lebe nun
ein ruhiges Leben, treffe mich regelmäßig noch mit 3 GUTEN FREUNDINNEN
......dieser besagten Freundin brauchst du nicht nach trauern, die hat dich nicht im Geringsten als Freundin verdient !
Hallo
ich kann dich so gut verstehen und du wikst auf mich nicht aggressiv. es tut nur sehr weh, wenn man merkt, dass sich menschen auf die man baute und denen man vertraute sich zurückziehen, wenn man eben gesundheitlich nicht mehr so mit halten kann.
ich habe diese erfahrung auch gemacht und ich finde, was du jetzt brauchst sind mitgefühl und verständnis.
schade, dass du doch etwas weit weg lebst, aber für einen gedanklichen austausch immer bereit!
vielleicht meldest du dich ja!
ich würde mich freuen
und ich schicke dir gute gedanken
martina 
So bitter es ist, Partner und Freunde schaffen es oft beim besten Willen nicht, einen längerfristig Kranken zu (er)-tragen.
Krankheit isoliert oft innerlich und sozial, das ist meine persönliche Erfahrung, und zwar als Betroffene in beiden Fällen.  
Will man die Freundschaften erhalten, darf man sie aber nicht überstrapazieren.
In wirklich schwierigen Fällen würde ich einen Therapeuten hinzuziehen, und der wirklich "gute Freund" wird Dich bei der Suche danach immer unterstützen.
Griechische Philosophen waren der Meinung, dass es drei Arten von Freundschaft gibt und nur eine davon wirklich diesen Namen verdient :

Freundschaft
- des Nutzens wegen (= gegenseitige Vorteile)
- der Lust wegen (= zum Vergnügen, z.B. gemeinsame Hobbys, Freizeit)
- des Guten wegen

Die beiden ersten sind Minimalerwartungen an einen Freund.
(Fällt die Basis (Nutzen/Lust) weg, ist die Freundschaft vorbei)

"Freundschaft des Guten wegen" = unabhängig von Gründen,
sie sind Spiegel unserer Seele, Hilfe, uns zu entwickeln und bessere Menschen zu werden.

Diese Freundschaft ist allerdings sehr sehr selten, eher die Ausnahme.
Wer einen oder vielleicht sogar zwei solcher Freundschaften im Laufe seines Lebens hat, kann sich glücklich nennen - wie bei einem 6er im Lotto.