aus dem Blog von Verdandi "Herz oder Verstand" von acul 23.01.2019

Emotionen, Gefühle und Verstand



Am Anfang der evolutionären Entwicklung des Gehirns waren die Emotionen. Erste Schutzfunktion. Sie reagierten auf mögliche Erscheinungen und meldeten Unangenehmes und Angenehmes. War es gut für das Überleben oder nicht. Eine kreative Gestaltung dieser Reaktionen gab es noch nicht. Dann kamen die Gefühle als zweite Ebene hinzu. Damit wurden uns die körperlichen Veränderungen der Emotionen bewusst, ein mentales (geistiges) Warnsignal, dass sich auf die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis auswirkte. 2. Schutzfunktion mit Verstand. Ein kleines Kind fasst nur einmal auf eine heiße Herdplatte. So führten die Gefühle mit Gedächtnis, Vorstellungsvermögen und Denken zur Entwicklung von Voraussicht – „die Platte kenne ich, die ist heiß und schmerzhaft“ – und der Fähigkeit neue, kreative Reaktionen zu entwickeln. Den zweiten Versuch nach schmerzenden Fingern kann ich mir sparen.

Emotionen = Herz und Bauch. Gefühle = bewusste Erkennung der körperlichen Zeichen der Emotionen im Bewusstsein und Verstand macht sich bewusst an die Arbeit.
Die "Ich-Illusion" jetzt nicht. Nur soviel, die erste Warnreaktion ist immer noch voll aktiv, die zweite mit Verfeinerung durch Verstand darf auch mittun. Entschieden wird aber immer noch vorher durch erste Instanz.



Felix
Meditation mit Haikus?
mit Genehmigung von Milafranzi

von Milafranzi » 16.01.2019, 13:21


Gerade, weil ich mich so sehr konzentrieren muss, um eine bestimmte Stimmung mit wenigen Wörtern ausdrücken zu können, mag ich die Gedichtform des Haikus so sehr.

Das Vogelhaus

Prasselnder Regen,
im Vogelhaus die Katze -
schläft sie wirklich...?
von 41acul » 16.01.2019, 16:30


@Milafranzi,
da hast Du Recht. Ich habe es auch schon früher gedacht. Dieses konzentrierte Besetzen des Bewusstseins bei Haikus, das hat was Meditatives. Ich bin überzeugt, die strengen Regeln sollen jede Abkenkung vermeiden. Nur noch ein kleines Stück Weg zur Meditation, der zweite Schritt aus der Achtsamkeit. Du entscheidest über Deine Gedankenwelt selbst und wilde Gedanken machen nichts mit Dir.
Danke Milafranzi, Du hast die Brücke geschlagen.

Felix
Einwand von Milafranzi:
Ich dachte, dass man bei der Meditation die Gedanken schweifen lässt,
sie ziehen vorüber wie Wolken.
Bei einem Haiku ist man äüßerst konzentriert, will man doch einem Bild eine Form geben, die strengen Regeln unterworfen ist,will man doch durch wenige Wörter eine bestimmte Stimmung hervorrufen.



von leonetta » 17.01.2019, 13:06


Ich habe an Zen- Meditation teilgenommen:
Dabei sollte der Kopf ganz gedankenfrei werden, während man stundenlang kniete.
Man erreicht einen Zustand, wie Trance




von 41acul » 17.01.2019, 13:38


@Milafranzi,
@Leonetta,
Da muss ich natürlich antworten, diese Anregungen:-)!

Die Antwort ist: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.

Unerzogen ist er, der Mensch der westlichen Welt, er beachtet die Außenwelt und nimmt die Gedankenflut im Innern als "gottgegeben" hin. Doch da ist mancher Missratene dabei und nimmt uns gefangen. Durch die moderne Meditation werden wir jetzt - mit Hilfe der engen Kapazität des Bewusstseins - in die Lage versetzt, zu wählen und zu sortieren. Gerade bei der Erschaffung von Haikus ist volle Konzentration gefragt und die Bude Bewusstsein ist voll belegt. Das Vorderhirn beim Schaffensprozess hat alle Sitzplätze geordert und die Amygdala mit ihren Gedankenkobolden liegt ruhig in der Ecke. Bei Leonetta bei den Zen-Buddhisten wurde etwas anderes zur "Reinwaschung" verwendet.

Schweifen lassen. Nun, man kann nicht ununterbrochen Haikus erschaffen um Kobolde zu verdrängen. In der Entspannung der Achtsamkeit schleichen sie sich wieder an, die Schlechten. Doch auf diesen Zug springen wir nicht mehr auf, sie sind entlarvt und dürfen weiterziehen. Mit den Guten, ja mit denen, da spielen wir. Bauen Haikus:-). Lösen emotionsarm Probleme usw. Jetzt wählen wir aus, "gottgegeben", das war!

Die Gedanken des Haikus kommen unbedingt ins Töpfchen.

Grüße

Felix
von 41acul » 26.01.2019, 21:09 aus "Schreiben-wir?"


Haiku, der Sinn der Strenge?

Es ist die volle Konzentration, andere ablenkende Gedanken haben im Bewusstsein (Flaschenhals) keinen Platz mehr. Es ist wie Atemübungen mit Zählen oder body-scan. Hier aber der große Vorteil: Ich lenke meine Gedanken aktiv, ich bestimme das Thema, Wir wären dann im zweiten Schritt der modernen Meditation und wählen die Worte aus dem Bewusstseinszustand der Achtsamkeit.

Deshalb meine volle Überzeugung: Umso besser die Strenge eingehalten wird, desto sauberer der Spiegel, das klare Fernrohr, in der Achtsamkeit für die "antanzenden" Ideen. Es stellt sich die von Naves_Najala wieder so genau beobachtete Seeelenruhe ein. Bedrängende Gedanken mit emotionalem "Beigeschmack" ist nicht.
Die Kreativität im Bewusstsein wird zusätzlich enorm herausgefordert. Ich kann nicht einfach gemütlich nehmen was kommt (Worte), es muss eben genau passen. Höchstleistungstraining. Durch Eure Anregungen bin ich ganz kräftig wachgeschüttelt worden: Ich war ein Schlamper:-). War!

Felix
von 41acul » 29.01.2019, 13:21 aus "Schreiben wir?"

Haikus üben
fünf Silben
sieben Silben
fünf Silben

Ja, Verdandi,
ich hoffe es entwickelt sich das Gefühl für den zweiten Schritt der Meditation: Gedanken lenken. Damit das auch in Achtsamkeit geschieht, dafür muss penibel gezählt werden. Vertreiber der dummen Gedanken aus dem engen Bewusstsein.. Sagten wir doch, das ist wie Fahrradfahren lernen. Und wenn wir das können, ja dann: Freiheit!
Du wirst schon sehen, dann sprießen die Blumen in heiterer Gelassenheit.
Es führt kein Weg vorbei, Übung macht Meister. Der Weg ist hart.
Die traditionellen Haiku-Dichter hatten keinen Bezug zur Meditation. Wir haben es ihnen einfach geklaut.
Grüße

Felix
von 41acul » 01.02.2019, 3:42 aus "Scheiben wir?"


Es ist wie erwartet so gekommen:

Die moderne Meditation ist nicht für alle ein erstrebenswerter Weg. Die entscheidende Weggabel ist aktiv oder passiv.

Manche nehmen die Ereignisse in ihrem Kopf bei der Introspektion als unabänderliches Spektakel hin und staunen über das Angebot. Es ist die Schule von Freud. Beschuldigt werden die Eltern bei der Erziehung, passiv werden frühere Ereignisse neu begutachtet. Es soll alles passiv aus einem heraussprudeln, unbeeinflusst.

Dagegen der aktive Weg. Er nimmt Einfluss auf die Ereignisse der Introspektion. Er bewertet Grübeln und Affengeschrei nicht als sinnvoll. Er versucht aktiv eine Änderung. Das erfordert sehr viel Disziplin. Es ist eben wie der Haiku, er fordert Konzentration und Mühe.

Was ist denn richtig? Mit Sicherheit sind es beide Wege. Nur das aktive Begehen ist für den einen eine Erleuchtung, für den anderen dagegen eine lästige Übung.

Nicht schlecht der Haiku, wie eine Ampel: Grün oder Rot.

Friedrich der Große: "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden."

Felix
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