Kommt das Gendersternchen in den Duden? Justizministerin Barley ist dafür, der Rechtschreibrat berät! Feministinnen sind eher skeptisch (s. emma), zumal es beim Sprechen auch irgendwie nicht so recht funktioniert.
Nun ist das Gendersternchen nicht einfach weiblich/männlich - nein, es spricht alle! Geschlechter an. Derer gibt es juristisch in G(end)ermany schon drei (Urteil des Verfassungsgerichtes). Ob das genügt? Ich glaube: Nein. Da kann sich die Jurisprudenz einmal ein Beispiel nehmen bei Facebook, dort gibt es inzwischen 60! Geschlechter zur Auswahl
http://de.wikimannia.org/60_Geschlechtsidentit%C3%A4ten
Nun werden wir wohl demnächst die Lebenspartnerschaft neu überdenken müssen. Da sind doch die lesbischen und schwulen Pärchen total konservativ und überholt. Erst ab 3 aufwärts wird korrekt gepartnert.
Aber zurück zur gendergerechten Sprache. Viele Linguisten meinen, es gibt keine linguistische Begründung für ein generisches Maskulinum. Als weshalb nicht abschaffen? Dann sind doch endlich alle gleichberechtigt. Naja, es gibt dann immer noch 58 Geschlechter, die gern ihr Sternchen hätten. Und ganz einfach – Alles nur noch „es“? Also die Saarländer haben damit schon mal angefangen, allerdings beim falschen Geschlecht. Hier hat „es Claudia“ Geburtstag. Wenn dann noch „es Klaus“ Geburtstag hat, sind endlich alle gleichberechtigt.
Könnte doch ganz einfach gelöst werden, Menschheit abschaffen, keine Genderprobleme mehr...
Genaugenommen sind Vornamen diskriminierend weil geschlechtsbezogen.

Nicht nur geschlechtbezogen - sie lassen auch die ethnische Herkunft erkennen.Eine Yasmina wird den Job als leitende Angestellte nicht so leicht kriegen wie ein Kurt.

Manchmal wird das Gendern direkt lächerlich, obwohl die Gründe dafür nachvollziehbar sind.
Der Mensch an sich ist im Deutschen männlich - im Englischen ist er ein human beeing - ein menschliches und nicht nur ein männliches Wesen.
Eine Änderung im Deutschen zu "das Mensch" klingt wiederum befremdlich.

In Oberösterreich ist "das Mensch" eine weibliche Person von zweifelhaftem Charakter.
Mir scheint mal wieder - und immer wieder, dass Männer damit mehr Probleme haben als Frauen.

Ich sage mal, die Sprachgewohnheiten ändern sich, und es wird sich irgendwann das meistgebrauchte durchsetzen. So ist das bei Sprache. Was in der Schriftsprache gemacht wird, muss beim Sprechen noch lange nicht genauso sein. Denk' mal an das Behörden- oder Juristendeutsch, das nur wenige Menschen sprechen.
Wenn schon das Behörden- Und Jursitendeutsch nicht verstanden wird, wie soll sich denn die echt übertriebene Vergenderung durchsetzen können, ohne komplette Verwirrung zu stiften? Dabei gehen dann wichtigere Dinge völlig unter.

Wir Deutschsprachige werden uns irgendwann entscheiden müssen: Versimplifizieren wir unserer Sprache (nicht nur das Gendern führt zu einer für Fremdsprachige viel zu komplex werdenden Vielfalt), wie einst die Engländer, oder pfriemeln wir uns weiter durch und erschaffen immer neue Varianten der allem gerecht werden sollenden Ausdrucksmöglichkeiten? Ich bin mir da auch noch nicht schlüssig, was ich besser finden würde. – Ich liebe ja die Vielfalt meiner Sprache!

Aber ich gebe Regina sehr Recht: Für Männer scheint es ein echtes Problem zu sein, auf ihre angestammte Vorherrschaft letztendlich verzichten zu sollen, nun auch in der Sprache. :wink:

Praktischer Lösungsvorschlag: Das Sternchen in das Schriftdeutsch übernehmen und im gesprochenen nach Möglichkeit sächliche Begriffe verwenden. Aber bevor das zu Auswüchsen führt, besser zurückkehren zu „Liebe Freunde und Freundinnen!“ Wer sich dann von beiden Formen gleichzeitig angesprochen fühlt, kann das doch auch so auffassen, wenn er möchte. :)



Shekinah hat geschrieben: Könnte doch ganz einfach gelöst werden, Menschheit abschaffen, keine Genderprobleme mehr...


Keine Sorge, daran wird bereits "offen verdeckt" (hier liegt kein Schreibfehler vor) fleissig gewerkelt. Wer jedoch eine vollständige Eliminierung oder den Weltuntergang erwartet, hat evtl. zuviele Verschwörungstheorien gelesen. Die Erfüllung der Sehnsucht nach einem Weltuntergang wäre nämlich das geringere Übel. :mrgreen: :wink:
Probleme hat,
wer sich Probleme macht. :roll:
Sollte man mich demnächst als „Liebe Kundin“ anschreiben, mit oder ohne Gendersternchen, so stört mich das nicht im Geringsten. Mein Selbstwertgefühl als Person, als Mensch männlichen Geschlechts etc. wird durch irgendwelche Sprachspielereien nicht belastet. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, vielleicht weil ich als Mann eine andere Perspektive habe?, ist der Eifer, mit dem viele Frauen solche Kampagnen unterstützen.
Ich halte diese Aktionen für „Nebelkerzen“ (siehe Rhetorik; ich kenne das aus dem beruflichen Alltag). Die Energie der Frauenbewegung wird gezielt auf Nebenkriegsschauplätze gelenkt und verzettelt sich dort. Herumwerkeln am Überbau – aber an den ökonomischen Grundlagen wird nicht gerüttelt. Die Besitzverhältnisse bleiben gleich, keine Frau bekommt nur einen Cent mehr dadurch, nichts ändert sich wirklich – nur die kämpferischen Frauen hecheln stets hinter etwas Neuem her.
Der Witz ist, dass sowohl das große Innen-I wie auch das Sternchen nur in der Schriftsprache, aber nicht in der gesprochenen Sparche funktionieren. Außerdem muss man sich jetzt, neben den Mitbürgerinnen und den Mitbürgern, noch (mindestens!) eine dritte Variante ausdenken, weil die aktuell herkömmliche (dahergekommene?) Anrede diskriminiert ja von vorn bis hinten.

Ich hätte kein Problem, mit "Frau Bilderberger" angesprochen zu werden, auch wenn's eine Zeitlang sicherlich äußerst gewöhnungsbedürftig wäre. Wenn's nur zufrieden macht ... also die Mithörerinnen, mein ich, und die wo sich das auf der Zunge zergehen lassen wollen. Die Witwernrente steigt davon keinen Cent, worauf ja bereits der ehrenwerte Vorschreiber hingewiesen hat.

Man (?) könnte ja auch mal diskutieren, warum die Sprache eigentlich nach Gendern differenziert werden muss, was ja unterm Strich eine ständige Diskriminierung darstellt. Man könnte ja (zum Beispiel) mal überlegen, ob man den Herausgefordert*innen nicht auch ein eigenes Geschlecht spendiert, und somit zur Inklusion beiträgt ...

... hat da jemand "Schwachsinn" gesagt?

Eben.

@ dick: >>Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann...<<
... Vielleicht liegts daran: Jahrtausendedauernde Unterdrückung? Aber Du kennst das halt nicht. :roll:

@ dick, @ BilderBerger: Nicht nur das Monitäre zählt. :roll:

Männer halt, eben. :lol:


dick01 hat geschrieben: Sollte man mich demnächst als „Liebe Kundin“ anschreiben, mit oder ohne Gendersternchen, so stört mich das nicht im Geringsten. Mein Selbstwertgefühl als Person, als Mensch männlichen Geschlechts etc. wird durch irgendwelche Sprachspielereien nicht belastet. Was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, vielleicht weil ich als Mann eine andere Perspektive habe?, ist der Eifer, mit dem viele Frauen solche Kampagnen unterstützen.
Ich halte diese Aktionen für „Nebelkerzen“ (siehe Rhetorik; ich kenne das aus dem beruflichen Alltag). Die Energie der Frauenbewegung wird gezielt auf Nebenkriegsschauplätze gelenkt und verzettelt sich dort. Herumwerkeln am Überbau – aber an den ökonomischen Grundlagen wird nicht gerüttelt. Die Besitzverhältnisse bleiben gleich, keine Frau bekommt nur einen Cent mehr dadurch, nichts ändert sich wirklich – nur die kämpferischen Frauen hecheln stets hinter etwas Neuem her.


Ich würde mal sagen: Lebenszweck verfehlt.

Mir ist das völlig schnuppe was da an unausgegorenem Zeugs wieder mal in die Welt gesetzt wird. Ich machs wie immer, und jeder versteht was ich meine.
Und wenn nicht: selbst schuld. :D
cron