Bevor wir zu Tier und Mensch kommen, noch einmal zwei Highlights der grünen Gentechnik:

1. Sie wird benötigt, um den Hunger auf der Welt zu beseitigen!
Tatsächlich wird weniger als die Hälfte der Weltgetreideproduktion als Nahrungsmittel für Menschen genutzt!!! Der überwiegende Teil wird an die Schweine verfüttert, zur Energiegewinnung genutzt etc. Davon ein Bruchteil wäre schon ausreichend für die Hungernden.
Aus dem Weltagrarbericht der UNO:
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2. Beherrschbare Risiken
Mit der Terminator-Technologie wird die Saat unfruchtbar gemacht (siehe oben). Aber an vielen, allzu vielen Beispielen hat sich schon gezeigt, dass die gentechnischen Veränderungen in das Erbgut anderer Pflanzen auskreuzen, sich unkontrolliert und nicht vorhersagbar verändern usw. Diese Veränderungen sind nicht rückholbar, denn wie sollen die betroffenen Pflanzen identifiziert und vernichtet werden? Was tun wir, wenn das Terminator-Gen auskreuzt? Die Folgen sind doch gar nicht absehbar!
Zur Gentechnik noch eine Klassifizierung von der Website unserer früheren Weinkönigin:
https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/P ... stdas.html

Grundlagen der Gentechnik:

Mit dem Begriff "Gentechnik" werden Verfahren bezeichnet, mit denen Erbgut durch Organismen eingebracht werden kann. Dadurch wird das Erbgut des Organismus neu kombiniert.
Ziele gentechnischer Anwendungen sind zum Beispiel die Beseitigung des Hungers durch Verbesserung des Saatgutes, der Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroorganismen bei der Lebensmittelherstellung etc., die Produktion von Medikamenten für Menschen und Tiere und eine ganze Reihe weiterer nützlicher Anwendungen.
Die Gentechnik lässt sich in die folgenden drei großen Anwendungsbereiche untergliedern:

• Grüne Gentechnik (alternativ: Agro-Gentechnik):
Gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung sowie die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor. Auch an der gentechnischen Veränderung von Nutztieren wird gearbeitet. Derzeit ist nur ein gentechnisch veränderter Lachs in den USA und Kanada auf dem Markt. Gentechnisch veränderte Tiere werden außerdem in Forschung und Herstellung von Arzneimitteln verwendet.

• Gelbe oder rote Gentechnik:
Gentechnische Methoden in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie zur Herstellung von Arzneimitteln für Menschen und Tiere.

• Die graue oder weiße Gentechnik:
Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen zur Herstellung von Enzymen oder Chemikalien für industrielle Zwecke, die Lebens- und Futtermittelkette, in der Mikrobiologie und der Umweltschutztechnik.


Dies sind die „Anwendungsgebiete“, ein sehr weites Feld. Die zu Grunde liegenden Technologien und Methoden sind aber nicht unterschiedlich. Damit ist die Fragestellung wie bei aller Technologie eine gesellschaftliche: Welches Ziel will ich mit dieser Technologie erreichen? Gibt es keine besseren Alternativen (zu Hochrisikotechnologien)? Welche Risiken darf ich in Kauf nehmen? Diese und viele weitere Fragen, alle nichttechnologischer Natur, müssen beantwortet werden vor einem verantwortungsvollen Einsatz. Dafür muss ich von der Technologie Risiken und Nebenwirkungen kennen, Kosten und Nutzen. Andernfalls ist es wie Bungee-Jumping ohne zu wissen, wie lang das Seil ist und unten schon ein paar Leichen liegen? Für welchen Preis darf ein vernünftiger Mensch dieses Risiko eingehen?

Zu den vielen positiven Anwendungen:
- Gentechnik ermöglicht auch eine präzise Analyse des Erbguts. Populäre Anwendungsgebiete sind zum Beispiel Vaterschaftsnachweise sowie die Identifizierung von Tätern in Strafverfahren ("genetischer Fingerabdruck").
- Medizin: So konnte etwa das Gen für das Humaninsulin in Bakterien eingebracht und damit Insulin in industriellem Maßstab produziert werden. Vitamine, Impfstoffe (Hepatitis), Interferone und blutbildende Faktoren werden heute standardmäßig mit Hilfe gentechnischer Methoden hergestellt. Auch die medizinische Diagnostik ist mittlerweile ohne gentechnische Verfahren kaum mehr vorstellbar.

Zur Veranschaulichung einmal ein scheinbar unproblematisches Gebiet, die Genanalyse:
Technologisch eigentlich unproblematisch und risikolos. Aber der Gentest in der Pränataldiagnostik ist durchaus problematisch. Denn es ist nicht nur eine mögliche Trisomie. Was ist denn mit anderen Erbkrankheiten wie Atopie (allergische Überempfindlichkeiten) etc.? Dann weiter mit der Intelligenz (nicht unter 130)? Haarfarbe? Embryonen, die nicht passen, werden aussortiert?
Dies sind Fragen, die nichts mit der Technologie aber alles mit der Gesellschaft zu tun haben.
Gentechnische Manipulation bei Tieren

Die ersten gentechnisch veränderten Säugetiere entstanden noch vor den ersten Gentechnikpflanzen. 1974 wurde zum ersten Mal über erfolgreiche Versuche mit Mäusen berichtet, 1985 gab es erste Meldungen zu Schafen und Schweinen. Während sich solche Mäuse und auch Ratten inzwischen massenhaft in den Laboren finden, sind die meisten Projekte im Bereich Landwirtschaft gescheitert.
Gründe dafür sind fehlende Akzeptanz, Tierschutz- und auch technische Probleme.

Der Gen-Lachs
Nur ein Projekt wurde bis zur Marktreife entwickelt: Lachs, der aufgrund einer Genmanipulation besonders schnell wächst und 2015 in den USA, 2016 in Kanada zum Verzehr zugelassen wurde.
Der Lachs wird in Kanada tonnenweise verkauft. Dort besteht KEINE Kennzeichnungspflicht. Durch das CETA-Abkommen könnte er auch bei uns landen. Das Verbraucherschutz-Ministerium kann es nicht ausschließen. Guten Appetit!


Schimpansen als patentierte Erfindung
Intrexon (die haben auch die Gen-Lachs Firma AquaBounty gekauft) gehört zu den Unternehmen, die derzeit einen neuen Anlauf unternehmen, um die Gentechnik bei Nutztieren einzuführen. Die Firma gehört dem Milliardär Randal J. Kirk. Sie hat Patente angemeldet, in denen manipulierte Mäuse, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe, Affen und insbesondere Schimpansen als Erfindung beansprucht werden. Sie hat Firmen wie Trans Ova Genetics und ViaGen aufgekauft, die auf das Klonen von Zuchtbullen spezialisiert sind. Das von Intrexon übernommene britische Biotechnologie-Unternehmen Oxitec entwickelt Insekten mit erwünschten Eigenschaften und Äpfel, die nicht mehr braun werden.
Alsbald wird auch Recombinetics in der Lage sein, Anträge auf Zulassung zu stellen. Diese Firma aus Minnesota, einem Zentrum der US-Fleischindustrie, hat bereits Patente angemeldet. Recombinetics arbeitet an Tieren, die mehr Milch und mehr Fleisch produzieren, an Kühen ohne Hörner – um sie einfacher halten zu können – und an Rindern, die nicht mehr geschlechtsreif werden. Die „Terminator-Tiere“ würden nur gemästet, wären aber unfruchtbar. Im Mittelpunkt der Forschung steht das Gen-Editing. Die Erbsubstanz DNA wird im Labor neu zusammengesetzt und mithilfe von DNA-Scheren (Nukleasen) an bestimmten Stellen im Erbgut eingebaut.
In China basteln sie ja schon an den Menschen herum. Ein Patent auf Schimpansen – warum dann nicht auf Menschen. Das ist sicher schon in Vorbereitung. Garantierte Gesundheit für Ihr Kind – kaufen Sie Ihr Patent-Baby bei uns! Und in der Kirche tauschen wir das Kreuz gegen das Firmenlogo.
Gene auf der Flucht

In Brasilien breitet sich die Tigermücke oder Gelbfiebermücke in einer gentechnisch veränderten Version rasend schnell aus. Die Mücken übertragen unter anderem Gelbfieber, Dengue-Fieber und das Zika-Virus.

Ups! Wie kann denn das passieren?

Brasilien, wie immer bei der Gentechnik ganz weit vorn, hatte als erstes Land gentechnisch veränderte Insekten zugelassen. Das britische Unternehmen Oxitec hatte von 2013 bis 2015 wöchentlich rund 450.000 männliche Gelbfiebermücken mit verändertem Erbgut in Jacobina freigelassen. Die Gene der Moskitos waren so verändert worden, dass die Nachkommen der Insekten nicht überlebensfähig sein sollten. Ziel war eine Eindämmung der Population der Mücken.
Tatsächlich konnte die Anzahl der Moskitos mit dieser Methode verschiedenen Studien zufolge um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Allerdings überlebten einige Moskitos und tragen nun ein verändertes Erbgut in sich. Damit breiten sie sich jetzt ungehindert aus.

So ist die Zahl mutmaßlicher Dengue-Fälle seit Anfang des Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 599,5 Prozent auf 1,4 Millionen gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes am Mittwoch mit. Ein Zuwachs von 600 Prozent. Die Zahl der bestätigten Todesfälle durch das Dengue-Virus stieg in diesem Jahr auf 591. Im gleichen Zeitraum waren es 2018 noch 141 Todesfälle gewesen. Welche Konsequenzen, z.B. erweiterte Pestizid-Resistenz o. Ä., das veränderte Genom in den Folgegenerationen hat, ist noch völlig unklar.

Was nun folgt, ist das übliche Palaver, wenn das eingetreten ist, womit man insgeheim schon rechnete: es war noch zu früh, nicht genug getestet, muss kontrolliert verlaufen bla bla bla.

Jeder, der die Materie kennt, weiß: es werden einige Exemplare überleben, diese tragen einen Teil des veränderten Genoms in sich und vererben ihn weiter! Ein Feldversuch ist daher unverantwortlich! Er lässt sich weder kontrollieren noch eindämmen!

Nebenbei sollte man noch wissen, dass Oxitec von der Gates-Stiftung unterstützt wurde und auch in Malaysia Mücken freigesetzt wurden.

Was lernen wir daraus?
Mittlerweile hat Oxitec seine Strategie geändert. Die zweite Generation der gentechnisch veränderten Moskitos ist so programmiert, dass lediglich die weiblichen Nachkommen nicht lebensfähig sind. Die männlichen jungen Männchen hingegen überleben und können sich mit wilden Weibchen paaren. Das Überleben von gentechnisch veränderten Gelbfiebermücken ist in dem neuen Programm also gewollt, um gezielt die Population der gefährlichen Weibchen einzudämmen.

Wir können also unbesorgt sein. Die Verantwortlichen werden ihre Fehler nicht noch einmal machen. Nein, sie werden ganz viele neue Fehler machen.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 08084.html
Ergänzung: eine Zunahme von 600% bedeutet eine Ver-sieben-fachung (100+600)
Das hört sich drastisch an, scheint aber den Tatsachen zu entsprechen.
https://tropeninstitut.de/aktuelle-kran ... hikungunya

Die Zahlen sind aber auch in sich plausibel, wenn man davon ausgeht, dass der oben erwähnte Rückgang der Mücken um 80 - 95% auch zu einem entsprechenden Rückgang der Krankheitsfälle führte, der nun quasi wieder "aufgeholt" wird.
Da finde ich die GEN Partei aber viel besser:
Gesundheit
Energie
Natur
Wählt diese Partei zum Wohle der Völker!
siegfried37 hat geschrieben: Da finde ich die GEN Partei aber viel besser:
Gesundheit
Energie
Natur
Wählt diese Partei zum Wohle der Völker!


Zunächst: Besser als was? Vielleicht GEN Technik? Oder Ero GEN? Da warst Du nicht so ganz präzise. Und die Partei gibt es auch nur in der Schweiz. Oder wolltest Du nur mal so deinen Senf dazugeben, etwas Humor einbringen? Dann muss ich Dich beim Martin Frischknecht melden.
dick01 hat geschrieben: Die Zahlen sind aber auch in sich plausibel, wenn man davon ausgeht, dass der oben erwähnte Rückgang der Mücken um 80 - 95% auch zu einem entsprechenden Rückgang der Krankheitsfälle führte, der nun quasi wieder "aufgeholt" wird.

Die Zahlen beschreiben ein Lehrbuchbeispiel der Populationsökologie:
Mit einer neuen Methode werden die Schadinsekten bekämpft, und der Bestand bis auf ein Zehntel und weniger gesenkt. Gleichsinnig gehen die von ihnen ausgelösten Krankheitsfälle deutlich zurück.

Während die Aktivisten ihren Erfolg feieren, verbleibt ein kleiner resistenter Restbestand. Er ist so ausgedünnt, dass er zunächst kaum wahrnehmbar ist (gegenüber dem Zustand zuvor); es besteht subjektiv kein Bekämpfungsbedarf, und die Populationen sind derart ausgedünnt, dass sie kaum wahrnehmbar sind, und keinen konkreten Ansatzpunkt zur Bekämpfung liefern.

Die Mücken aber haben immer noch ihren Lebensraum, und vermehren sich.
Wenn wir der Einfachheit halber von jährlicher Verdopplung ausgehen (10%-20%-40%-80%), dann ist nach nur 3-5 Jahren der gesättigte Ausgangszustand wieder erreicht.

Fazit: mit der wiedererstarkten Mückenpopulation kehren auch die Krankheiten wieder zurück auf das alte Niveau. Alles ist wie immer, nur dass die Mücken gegen die genetische Lösung nunmehr resistent sind, und die Methode ist auf längere Zeit verbrannt.

Und es hat jemand einigermaßen gut verdient an der Sache.
Hallo Dick
100% kann ich Deine Schreiben befürworten, also TOP!

genau wie wir alle jeden Mon. ca. 1 Teel. Nanoplastik zu uns nehem (unbewusst), genauso kann man der Gentecknik egal in welcher Form, nicht mehr ausweichen!

Beispiel:
Rund 60 % der deutschen Milch gentechnikfrei
Im August produzierten die deutschen Milchviehhalter insgesamt 64,2 % der Milch gentechnikfrei. Im Jahr 2011 lag der Anteil noch bei 3 %....

Was CRISPR/Cas leisten kann
Der Editierung von Genomen scheinen technologisch kaum noch Grenzen gesetzt
https://www.pflanzenforschung.de/de/jou ... en-s-10510

https://www.pflanzenforschung.de/de/pla ... -mitte-452

Als Ökobauer unterliege ich verschärften Kontrollen. Und, tja, wenn man mir einmal sowas nachweist, kann ich den Betrieb zumachen. Vor zwei Jahren hatte ich Soja angebaut und hab am Ende Probleme bei der Vermarktung bekommen. Die aufnehmende Hand fragt: Rieder, Quedlinburg? Das ist doch in der Nähe von Gatersleben, das lassen wir mal lieber. Die zweite Sache, die mich eigentlich noch mehr berührt: Wenn einmal der Boden mit gentechnisch veränderten Pflanzen kontaminiert ist, ist das Geschichte eigentlich. Der Schaden ist irreversibel.“
https://www.deutschlandfunk.de/angst-vo ... e_id=74591

https://www.proplanta.de/Maps/Genweizen-karten.html
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