Die Frage ob ich mein Leben gelebt habe ist einfach zu dadurch zu beantworten, dass man sich die Frage stellt was ich tun würde, wenn ich zwar genug Geld aber dafür nur noch 2 Monate zu Leben hätte.
Ich würde ganz in Ruhe so weiterleben wie jetzt, denn mehr will ich nicht mehr, ich habe mein Leben gelebt, und was es noch bietet kann ich heute ja noch nicht beurteilen.
Nööööö,noch lebe ich es und zwar ausgiebig :lol:
Das Leben das hinter mir liegt habe ich gelebt, das Leben das noch vor mir liegt werde ich noch leben. Punkt!
Ich höre so oft: jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, das Haus abbezahlt ist und die Rente naht, will ich endlich anfangen zu leben.
Ich interpretiere das so: jetzt wo ich aller Pflichten entbunden bin, tue ich endlich mal etwas für mich. Ich tue das, was ich schon immer tun wollte.
Mich persönlich stimmt das eher traurig. Muß ein Mensch erst 60 Jahre oder älter werden, um zu "leben". Was Leben auch immer es für den Einzelnen bedeuten mag. Reisen, Saxophon spielen lernen, ....
Ich habe keine 60 Jahre gewartet und mein Leben meist in vollen Zügen genossen.
Ich auch und ich bin (hoffentlich noch lange) nicht fertig!
Ich durfte vieles erleben, was mir wichtig war, viele Träume und Pläne wurden Wirklichkeit. Anderes wieder nicht - hängt ja nicht von mir alleine ab. Wir leben ja mit Menschen zusammen, von denen auch vieles abhängt und oft "spielen" diese nicht mit, so ist auch einiges nicht gelebt worden, was mir wichtig war.

Dann gibt es noch unglückliche Umstände, Krankheit, Schicksalsschläge, die es verhindern, dass man alles verwirklicht, was man sich vielleicht vorgenommen hat.
Ich glaub ich kann das mit einem klaren JA beantworten und vor ein paar Jahren hätte ich da aber schon noch gezweifelt, was hat sich also geändert? Nichts, aber die Sicht auf die Dinge. Früher hab ich so oft bereut Momente/erfahrungen nicht gemacht zu haben, so wie es ja alle einem sagen aber dann dachte ich mir ob mein Leben so erfüllt wäre wie jetzt und das trotz der ganzen Verluste..trotz meiner gescheiterten Ehe habe ich es nie bereut.
Jaaaaa...
ich habe wohl bisher das Optimum an Freiheiten und positiven Möglichkeiten aus meinem Leben heraus holen können.
:wink:
Ich bin so mitten drin im Leben und Erleben,
mit grenzenlosen Möglichkeiten, das was ja nicht immer so.

Ich bin dankbar für meine Gesundheit und meine Neugierde, das soll bitte noch ganz lange andauern, gibt ja noch sooo viel zu entdecken
ich lebe nach wie vor so für mich hin....
lese viel - vertrödle ab und zu den einen oder anderen Tag - gehe in meine Gruppen - helfe ehrenamtlich.....
bald fangen die Fahrrad-Touren wieder an.....(haben bereits angefangen)

und damit ich bis dahin fit werde - und fit bleibe ! muss ich energischer gegen meine beiden chronischen Erkrankungen angehen - das habe ich mir zum Ziel gesetzt.... :!:
Ich finde das Thema spannend.
Mein Leben waere z.B. ganz anders verlaufen wenn ich nicht in der DDR gelebt hätte.
Zu diesem Thema empfehle ich Max Frisch „Mein Name sei Gantenbein“
Habe ich mein Leben gelebt?
Ja ich möchte nichts ändern.
Ich lebe hier und jetzt und das sehr intensiv.
Vielleicht liegt es aber auch daran das mein Leben 3 mal beinahe vorbei.
Das Herz wollte nicht mehr aber die Ärzte haben mich immer zurück geholt.
Es muss etwas geben das ich noch erleben soll.
Das "Er" mich noch nicht zu sich gelassen hat.
Ich habe mir den gesamten Thread wieder durchgelesen und dieser Eintrag von @barbera "]Ich versteh die Frage etwas anders.

"Habt ihr EUER Leben gelebt"
...oder war es fremdbestimmt ...

Kann mich auch irren."

bewog mich dazu:
Für mich stimmt beides, ich habe mein Leben gelebt und lebe es immer noch intensiv. Im Laufe dieser langen Zeit gab es allerdings Ereignisse, welche mein Weiterleben möglicherweise durch "Fremdbestimmung" unterstützt haben. Ich meine damit undefinierbare Einflüsse (nennt sie "Glück", "Schicksal", "Schutzengel" etc.), die es bei mindestens 4 gefährlichen Unfällen verhindert haben, dass ich allen ohne größere Verletzungen und relativ unbeschadet gut davon gekommen bin. Was immer es war, ich habe meine eigenen Gedanken dazu und bin dafür dankbar ....
Noch nicht ganz: mit 66 Jahren fängt das Leben ja bekanntlich erst an.
Bisher war es eher geprägt von Arbeitsstress, Beziehungsstress und Trauer um Menschen, die für immer gegangen sind, aber meine Tiere und meine schönen Reisen haben mir Abwechslung und Trost gespendet. Gerne möchte ich noch meinem Plan verwirklichen und einmal ganz um Deutschland herumfahren, immer im Grenzgebiet zu unseren neun Nachbarländern und schauen, wie man hüben und drüben lebt, aber das schafft man nicht im Jahresurlaub.
Natürlich habe ich m e i n Leben gelebt.
Wessen Leben denn sonst???

Und da ich hier auf der Erde und nicht auf einem anderen Stern leb(t)e, waren - und sind immer noch - auch Menschen um mich herum. Diese, nicht alle, haben natürlich dann und wann mein Leben beeinflusst. Bewusst oder unbewusst. Von mir bemerkt oder auch nicht.

Über vieles habe ich mir Gedanken gemacht, Vor- und Nachteile gegen einander abgewogen, dann entschieden. Aus der jeweiligen Situation heraus. Damals war die Entscheidung dann für mich richtig. Ob ich heute noch mal gleich entscheiden würde, ist müssig zu überlegen. Ich kann doch die Vergangenheit nicht im Nachhinein ändern.

Und alles, was ich in der Vergangenheit erlebt habe, egal ob Positives oder Negatives, hat mich doch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
All das war mein Leben.

Und am Ende meiner Tage summieren sich die Erlebnisse, Ereignisse, die mir noch bevorstehen, dazu.
Das ist dann mein gesamtes gelebtes Leben.