Zunächst einmal stelle ich klar, dass ich nicht direkt von dieser Problematik betroffen bin... Ich möchte nur einer Freundin weiterhelfen, bei der in der vergangenen Woche eine Fructosemalabsorption diagnostiziert worden ist und die sich leider nicht mit Foren auskennt. Obwohl es sicher Schlimmeres gibt, ist sie über die Diagnose schockiert gewesen... und zwar vor allem deshalb, weil sie um die 60 drauf gekommen ist. Ist das normal so oder ist das bei ihr ein Einzelfall gewesen? Außerdem ist sie verwundert, dass sie in ein paar Wochen wieder schrittweise mit dem Genuss von Obst beginnen kann. Führt das nicht zu den Symptomen vor der Diagnose? Wir bedanken uns vorab für eure Hilfe!
Im Körper ist ja nicht von Geburt an alles gleich, sondern es finden laufend Veränderungen statt. Bei mir ist mir auch schon aufgefallen, dass ich deutlich weniger Fruchtzucker vertrage, als das früher der Fall war. Ob man dann schon von einer Malabsorption spricht, weiß ich nicht. Soweit ich das gelesen habe, ist das aber nicht selten, dass man, wenn man etwas älter ist eine Fructoseintoleranz entwickeln kann. Geschockt braucht man davon aber nicht sein, man muss sich nur nochmal bewusster mit seiner Ernährung befassen und vielleicht auch ausprobieren, was einem hilft Symptomen vorbeugen zu können.

Deine Freundin hat erst mal eine Weile ganz auf Fructose verzichtet, oder? Bei einer Malabsorption ist es ja nicht so, dass man gar keinen Fruchtzucker mehr verträgt, sondern erst ab einer bestimmten Menge Beschwerden bekommt. Ich vermute fast, dass sie sich jetzt an die für sie verträgliche Menge herantasten darf?
Vielen Dank für deine Antwort! Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr auf eine Hilfe oder zumindest einmal eine Rückmeldung gehofft habe. Und ja, es ist tatsächlich so, dass meine Freundin nach der Diagnose der Fructosemalabsorption zunächst vollständig auf Lebensmittel mit Fruchtzucker hat verzichten möchte. Derzeit versucht sie, diese sogenannte Toleranzgrenze herauszufinden. Nur habe zumindest einmal ich bislang nicht ganz verstanden, ob es von der Obst-Quantität abhängt, sondern auch von anderen Faktoren...
Also wovon es genau abhängt, ist wahrscheinlich gar nicht so einfach zu sagen. Zum einen natürlich von Fructosegehalt der jeweiligen Lebensmittel, zum anderen habe ich aber auch mal gelesen, dass es wohl auch einen Unterschied machen kann, ob man Äpfel nun zum Beispiel roh isst oder gebacken auf einem Apfelkuchen. Da würde ich nochmal beim Arzt nachfragen und dann eben auch Ernährungstagebuch führen, um selbst erkennen zu können bei was und ab welchen Mengen Fructose man Beschwerden bekommt.

Listen, auf denen notiert ist, worin wie viel Fructose enthalten ist, findet man im Internet. Den jeweiligen errechneten Fructosegehalt einer Mahlzeit würde ich dann auch im Tagebuch festhalten. Und wenn man mal mehr Fructose essen mag oder Essen geht und nicht genau weiß, welche Zutaten exakt verwendet wurden, kann man zum Beispiel vorab Fructosin einnehmen. Durch den Wirkstoff in den Kapseln kann Fruchtzucker in Traubenzucker umgewandelt werden und davon bekommen Leute, die von einer Fructosemalabsorption betroffen sind, auch keine Symptome.

Falls die Beschwerden deiner Freundin trotz Diät nicht weggehen sollten, würde ich aber raten auch nochmal bezüglich anderer Unverträglichkeit testen zu lassen, es kommt nämlich auch vor, dass Laktose-, Fructose- und Histaminunverträglichkeit kombiniert auftreten können.
Ich hätte da einen Vorschlag zu diesem Thema.
Habe mir vor kurzem das Hörbuch: “Darm mit Charme“ angehört.
Auch dieses Thema zur Fructose Intoleranz wird dort mit aufgegriffen.
Insgesamt all diese Themen wie Allergien, Übergewicht... Alzheimer - was nicht selten mit einer gestörten Darmflora zusammen hängt.
Geschrieben wurde dieses Buch von Julia Enders, welches durch die Forschung für ihre Doktorarbeit und ihr Interesse für Mikrobiologie und ihre Faszination vom Darm entstand.
Es ist sehr klug und humorvoll geschrieben und verrät warum man am Darm einfach nicht vorbeikommt.
Als Geschenk gut geeignet und nicht verkehrt es auch selbst zu lesen oder anzuhören.

Herzliche Grüße von DJ
Vielen Dank für die weiteren Antworten und auch für den Buchtipp! Meine Freundin hat ohnehin Hörbücher lieber als ich, das würde sich gut treffen. Und zugegebenermaßen noch hilfreicher sind die ausführlichen Erklärungen zum Thema Fructosemalabsorption, die ich morgen natürlich ebenfalls weitergeben werde. Was ich aber jetzt auch interessieren würde... wie kommt es dazu, dass die Kapseln Fruchtzucker in Traubenzucker umwandeln?
Hallo prezzemola,

ein Beispiel aus der eigenen Familie: Anhand einer Spezialuntersuchung in einer Klinikwurden wurden drei Obstsorten als Haupt-Übeltäter ausgemacht.

Ziel der nachfolgenden Therapie war es den Körper dahin zu bringen, dass er gewisse Mengen dieser Früchte wieder toleriert.

Es folgten 6 Monate vollkommener Verzicht auf diese drei Obstsorten, danach Verzehr winziger Mengen derselben, die dann im Verlauf eines Jahres langsam gesteigert wurden.

Diese Therapie war äußerst erfolgreich, verlief ohne Probleme, und das positive Ergebnis hält nun seit ca. 20 Jahren an.
Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht und ich freue mich natürlich für die Betroffene, dass das dermaßen gut funktioniert hat!

Darf ich dich fragen, um welche Obstsorten es sich hier gehandelt hat bzw. handelt, wie man darauf gekommen ist und ob ihr wisst, warum es genau diese Obstsorten gewesen sind?
Die Diagnose wurde per diverser ambulanter Tests durch die Olga-Klinik in Stuttgart erstellt. Anlass waren unklare, in unterschiedlichen Zeitabständen wiederkehrende Beschwerden im Bauchbereich und keiner wusste irgendwie Rat.

Die Obstsorten.. *puuuh*.. das ist ein schon ein Weilchen her ;-).. Also auf jeden Fall Aprikosen, dann meine ich noch Birnen und Pflaumen. Wie die darauf gekommen sind, keine Ahnung..
DanielleJune hat geschrieben: Ich hätte da einen Vorschlag zu diesem Thema.
Habe mir vor kurzem das Hörbuch: “Darm mit Charme“ angehört.
Auch dieses Thema zur Fructose Intoleranz wird dort mit aufgegriffen.
Insgesamt all diese Themen wie Allergien, Übergewicht... Alzheimer - was nicht selten mit einer gestörten Darmflora zusammen hängt.

Von dem Buch habe ich auch schon viel Gutes gehört. Und ich glaube, es wird immer bekannter, dass richtig viel mit dem Darm zusammenhängt. Autismus teilweise wohl auch, ich habe da auf arte oder so mal eine sehr spannende Doku gesehen!

cajun_forever hat geschrieben: Ziel der nachfolgenden Therapie war es den Körper dahin zu bringen, dass er gewisse Mengen dieser Früchte wieder toleriert.

Es folgten 6 Monate vollkommener Verzicht auf diese drei Obstsorten, danach Verzehr winziger Mengen derselben, die dann im Verlauf eines Jahres langsam gesteigert wurden.

Von dieser Vorgehensweise habe ich auch schon öfter gehört. Unbegrenzt viel Fruchtzucker wird dann zwar auch nicht wieder vertragen, aber oftmals doch eine bestimmte Menge.

prezzemola hat geschrieben: Was ich aber jetzt auch interessieren würde... wie kommt es dazu, dass die Kapseln Fruchtzucker in Traubenzucker umwandeln?

Der Wirkstoff ist ein Enzym, das Xylose Isomerase heißt. Ich weiß nur das, was ich vorher schon geschrieben hatte, also dass es Frucht- in Traubenzucker umwandeln kann und letzterer dann rasch über den Darm aufgenommen wird, so dass es gar nicht erst zu Beschwerden kommt. Wie exakt das auf chemischer Ebene abläuft … da könnte ich dir nur das hier rein kopieren, was auf Wikipedia steht. Schau einfach nach, ja?
Vielen Dank für die weiteren Antworten und entschuldigt mich bitte, dass ich erst jetzt nach den Weihnachtsfeiertagen antworte! Die weiteren Erklärungen gebe ich dann gerne im neuen Jahr weiter.

auf_wanderschaft hat geschrieben: Der Wirkstoff ist ein Enzym, das Xylose Isomerase heißt. Ich weiß nur das, was ich vorher schon geschrieben hatte, also dass es Frucht- in Traubenzucker umwandeln kann und letzterer dann rasch über den Darm aufgenommen wird, so dass es gar nicht erst zu Beschwerden kommt. Wie exakt das auf chemischer Ebene abläuft … da könnte ich dir nur das hier rein kopieren, was auf Wikipedia steht. Schau einfach nach, ja?


Alles klar, jetzt kenne ich mich auf jeden Fall besser aus. Und ich werde mir morgen in Ruhe die Informationen bezüglich der chemischen Ebene auf Wikipedia durchlesen.

cajun_forever hat geschrieben: Die Diagnose wurde per diverser ambulanter Tests durch die Olga-Klinik in Stuttgart erstellt. Anlass waren unklare, in unterschiedlichen Zeitabständen wiederkehrende Beschwerden im Bauchbereich und keiner wusste irgendwie Rat.

Die Obstsorten.. *puuuh*.. das ist ein schon ein Weilchen her ;-).. Also auf jeden Fall Aprikosen, dann meine ich noch Birnen und Pflaumen. Wie die darauf gekommen sind, keine Ahnung..


Also zunächst einmal muss ich sagen, dass Stuttgart leider für uns doch ziemlich weit weg ist. Aber in Wien sind wir sicher auch gut aufgehoben. :) Aber danke für die Hinweise bezüglich Birnen, Pflaumen und Marillen.