Die Ehe mit Papier ist im Grunde nur ein Vertrag. Sie zu romantisieren ist mir abhanden gekommen. Ich kann mich zu jemandem bekennen auch ohne Papier, und wenn ich das dann feiern würde, würde die Gestaltung der Feier dann auch so streng gesehen, wie wenn ich es mit Unterschrift machen würde?
Vermutlich nicht.
So oder so, egal ob ich per Mail, Telefon oder per Karte eingeladen werde:
Ich freue mich, dass man mich so schätzt, dass man mich dabei haben möchte. Ich würde mir höchstens Gedanken machen, wenn der Rest der Gäste Post per Karte bekommen hätte und ich allein nur einen Anruf/Mail.
Jeder bedient sich der Medien seiner Zeit, und die schreitet nunmal voran.
Jetzt stellt euch mal vor, ihr heiratet mit dem ganzen Zip und Zap, wie ihr ihn kennt, und dann wird euch gesagt, ach nee, ihr habt einen Haufen Papier verschwendet (wo landen alle Einladungskarten dieser Welt? Irgendwann im Müll!), die Musik ist nicht meins, ich erwarte eine Gratis-Schlafstatt im Ritz und überhaupt muss das Feten-Charakter haben, sonst komme nicht und meine Gefühle kühlen ab.

Ich sage immer: ob eine Feier gelingt, hängt von den GÄSTEN und ihrem CHARAKTER ab. Wenn die o.g. Feier in die Hose gegangen ist, lag es gewiss nicht am Kartoffelsalat.
Eine Hochzeit ist doch einzig und allein DAS FEST der Brautleute ... und es ist ihr gutes Recht, diesen Anlass so zu gestalten wie sie es sich wünschen.

Und wenn man als am Rande Beteiligter andere Erwartungen hat dann kann man sich auf etwas Neues und vielleicht auch Ungewohntes freuen ... oder es ganz einfach sein lassen und höflich absagen.
Es mag einen Trend geben, dass einige Menschen (Brautpaare, etc.) unausgeglichen kopfgesteuert handeln und sich kundtun.
Jedoch verläuft jede Entwicklung seit jeher kurvenartig in Form einer sich wiederholenden Welle und periodisch. Jeder Trend sättigt sich selbst und wenn die Armut an Gefühlen überhand nimmt, werden auch die Einladungen wieder gefühlvoller aussehen.
Mir ist keine solche Einladung je untergekommen, so dass ich zuversichtlich bin, daß jene, welche aus Liebe heiraten, auch weiterhin liebevolle Einladungsschreiben versenden werden.
Bilderberger hat am 23.07. -- 23:49 trefflich beschrieben, wie sich der Eingeladene verhalten kann
Gerade weil man sich von so einer einfachen Einladung, vielleicht auch nicht viel erwartet, kann man besonders, durch die geringe Erwartungshaltung voll freudig überrascht werden.
Wichtig ist doch, dass die Menschen die geladen wurden - Freude mitbringen - und sich gut miteinander unterhalten.
Das ganze doch etwas lockerer sehen.
Bei uns in der Familie steht demnächst eine Hochzeit an.
Wir freuen uns alle schon darauf.
Groß gefeiert wird sie werden, mit Standesamt und anschließendem Kirchgottesdienst.
Im Hochzeitskorso angeführt vom Brautpaar geht es anschließend mit allen Gästen in ein kleines romantisches Schlösschen mit Garten und allem Drum und Dran.
Für Musik und leckeres Essen ist gesorgt.
Etliche Gäste kommen aus dem Ausland. Für alle sind die Hotelzimmer bereits reserviert und bezahlt.
Sogar Flugkosten übernimmt das Brautpaar.

Nein, sie sind keine Millionäre, haben lange gespart. Sie wollen das Fest ihres Lebens feiern, so wie ihre Eltern das auch gemacht haben.
Auf deren Hochzeit war ich auch. :)
Ich glaube nicht das Einladungen zur Hochzeit in der heutigen Zeit von jedem in meinen Augen so lieblos und oberflächlich gehandhabt werden...,
habe mich köstlich amüsiert..., die "Entgegennahme gut gefüllter Kuverts..." sagt eigentlich schon alles :wink:
Die Form der Einladung ist mir nicht wichtig - ob schriftlich oder mündlich, warum nicht auch per Mail?

In früheren regional-sesshaften Zeiten wurde im führenden Warenhaus am Ort ein Hochzeitstisch für das Brautpaar eingerichtet. Es legte seine Wünsche und seinen Bedarf dar, und jeder Gast konnte seinen Anteil einbringen.
Das ist kaum mehr üblich, und Geldgeschenke sind auch nicht mehr unschicklich.
Nur wenn ich das Paar sehr gut kenne, würde ich ihm mit Sachgeschenken kommen.

Und wenn die Einladung mit (bezahlter) Übernachtung in der umliegenden Hotellerie verbunden ist, lege ich die mutmaßlichen Kosten auf das Geschenk drauf.

Beim Outfit bin ich kritischer. Ich verspreche angemessen gekleidet und nicht g'schlampert daherzukommen. Aber wer erwartet, dass ich im Seppelanzug verkleidet erscheine, der kriegt eine freundliche Verneinung. Und wenn den Gastgebern ihre Kleiderordnung wichtiger ist als mein Erscheinen, dann ist auch diese Priorität geklärt.
Ich sehe das nicht als Dramatisch.
@All
dieser Satz von Sonnenkind hat mir am besten gefallen....
"Einer der größten Fehler die wir machen, ist zu glauben, dass andere so denken wie wir".
Vor kurzem war ich bei einer romantischen Hochzeit in kleinem Kreis eingeladen.Sie fand in einer Villa in Wien statt. Ein schöner Park umgab das gemietete Gebäude.
Das sympathische Brautpaar hatte sich in fortgeschrittenem Alter gefunden.
Sie wirkten glücklich.
Nach der Trauung wurden auf der Terasse an Stehtischen, die mit Blumen und Kerzen geschmückt waren, kleine Speisen und Getränke gereicht,
Ein Pianist rundete das Programm mit Stücken von Chopin und Schubert ab.
Wer wollte konnte dann noch bis Mitternacht zu Walzer, Tango und Boogie tanzen. :-)
.
BilderBerger,
wie Diamant es auch erwähnt hat,

es ist halt die wenig liebevolle Einladung ins Auge gestochen.
Erinnere mich an meine Heirat
und wie der Bauer sich produzieren kann, wenn seine Tochter zum Traualtar geführt wird:
Feuerwehr, Schützenverein, Freunde, Kollegen, Verwandte
und alle, die ich noch nie gesehen hatte.

Am Scheidungstag nach 22 Jahren hat meine Ex ein zweites mal geheiratet:
Im engsten Familienkreis, nur mit ihrem Neuen.
Selbst ihre Eltern und Kinder wussten nix davon.

Dee
An dieser Stelle: der TE hat sich nicht darüber ausgelassen, wie die optische Ausstattung der Mail aussah. Vielleicht war sie ja auch hübsch gestaltet, die Werkzeuge dafür gibt es in jedem Mail-Programm.
Doch selbst wenn nicht:
Es sollte zählen, DASS man eingeladen wurde, schließlich ist es immer ein Kompliment, wenn die Anwesenheit zu einer Feier erwünscht ist, anstatt auch noch Ansprüche an ihre Ausstattung zu stellen.
Ich wurde auch mal auf eine Geburtstagsfeier eingeladen, wo dann gegrillt wurde. Es gab Würstchen, Steak und Brötchen.
Leider hatte der Gastgeber nicht auf dem Schirm, dass ich kürzlich auf vegetarisch umgestiegen war, und da ich nicht wusste, dass gegrillt wird, konnte ich auch nichts vorher sagen.
Und war ich empört? Nein, ich habe gelacht und Brötchen zum Bier gegessen und dem peinlich berührten Gastgeber versichert, dass ich mich freue, dabei zu sein und auch satt werde.
sonnenkind hat geschrieben: Ich las neulich:

"Einer der größten Fehler die wir machen, ist zu glauben, dass andere so denken wie wir".

Klar darf man sich wundern, wenn man es anders kennt und anders gemacht hätte.

Deshalb muss man auch nicht zwangsläufig wunderlich sein.

Aber man kann es auch still und leise, verwundert zur Kenntnis nehmen, sich in Toleranz oder Altersmilde :lol: üben und sich trotzdem auf ein schönes Fest freuen. Letztendlich bestimmen unsere Gedanken, wie wir uns fühlen.



Dann hat wohl mein Bekannter einfach eine andere Version dessen gemacht, was du neulich gelesen hast.
Er hat gesagt: Einer der grössten Fehler die wir machen, ist zu glauben, dass andere denken."

Wie kommt er nur da drauf?
Ist doch gut, wenn das Geld nicht für eine pompöse Hochzeit, begonnen mit der Einladung, verschleudert wird, so ist bei der Scheidung noch genug Kapital vorhanden, ist dann ja auch bitter nötig.
Einer der größten Fehler, die wir machen, ist zu glauben - dass wir und nur wir -
denken können.