Der Pudel musste sich Katzenmusik anhören .....

The Cat & The Mouse
https://www.youtube.com/watch?v=QeApLqPV_WQ
Ob das Aaron Copeland auch so sah?
Aber Lang Lang scheints zu gefallen; er sagt auch, er wäre durch das Anschauen der Cartoonserien im Fernsehen zur klassischen Musik gekommen und insbesondere zu Franz Liszt. Da hat ihn die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 mit Tom & Jerry wohl besonders beeindruckt; der Trickfilm bekam sogar 1947 einen Oscar
https://www.youtube.com/watch?v=E1JKd1C ... WQ&index=6
blauboad 1
(H. C. Artmann)


i bin a ringlgschbüübsizza
und hob scho sim weiwa daschlong
und eanare gebeina
untan schlofzimabon fagrom..

heit lod i ma r ei di ochte
zu einen libesdraum –
daun schdöl i owa s oaschestrion ei
und bek s me n hakal zaum!

so fafoa r e med ole maln
wäu ma d easchte en gschdis hod gem –
das s mii amoe darwischn wean
doss wiad kar mendsch darlem!

i bin a ringlgschbüübsizza
(und schlof en da nocht nua bein liacht
wäu i mi waun s so finzta is
fua de dodn weiwa fiacht..)


https://www.youtube.com/watch?v=nytJ7PVMbtY
Schnucki, ach Schnucki
(André Heller)

Ein Sioux-Indianer
Ein ganz ein dicker, klaaner
Sah eines Morgens eine Squaw
So jung und fesch, er war ganz baff!
Er folgte ihrer Feahrte
Weil er sie so begehrte
Bis in das nächste Jagdrevier –
Dort sprach er dann zu ihr:

"Schnucki, ach Schnucki
Foahr'ma nach Kentucky!
In der Bar Old Schetterhänd
Dort spült a Indianerbänd!
Dann in die Pampas
Auf a Floschen Schampas –
Um holber ochte geht der Zug!
Ich hab gesprochen! Hough!"

"Das ist", sogt sie drauf schnippisch
"Für so a Wüden typisch!
Ich geh doch nicht mit so an Gauch
Mit einer Glotzen und am Bauch!
Anstatt mir nachzuschleichen
Kauf lieber mir an neichen
An schicken Indianerschal
Und dann sag noch amol (wannst di traust):

"Schnucki, ach Schnucki
Foahr'ma nach Kentucky!
In der Bar Old Schetterhänd
Dort spült a Indianerbänd!
Dann in die Pampas
Auf a Floschen Schampas –
Um holber ochte geht der Zug!
Ich hab gesprochen! Hough!""

"Lässt du dich nicht verführn
Dann werd ich dich skalpiern!"
Sprach drauf zu ihr der rote Mann
"Weil ich das ausgezeichnet kann!
Sag ja, zum letzten Male
Sonst wirst am Marterpfahle
Gemartert du an einem Baam
Dahaam in mei'm Wigwaam!

Schnucki, ach Schnucki
Foahr'ma nach Kentucky!
Um halber ochte geht der Zug!
Ich hab gesprochen! Hough!"

"Du willst mich wirklich martern?
Das sag ich meinem Vatern!
Wenn ich ihm schreib nach Idaho
Dann is er morgen wieder do –
Als Häuptling der Komantschen
Wird er dir eine pantschen!
Das kann ich wirklich nicht riskiern
Drum loss ich mich verführn!"

"Schnucki, ach Schnucki
Foahr'ma nach Kentucky!
In der Bar Old Schetterhänd
Dort spült a Indianerbänd!
Dann in die Pampas
Auf a Floschen Schampas –
Um holber ochte geht der Zug!
Ich hab gesprochen! Hough!"

Minnesota
Hiawota
Manitou, der Himmelvota
Schuf die Liebe und den Suff!
Piffalapuff
Uff, uff, uff!

Ein Bundesland für an Pferd!

https://www.youtube.com/watch?v=FgzbLtB ... ro&index=9
In „Schnucki, ach Schnucki“ zeigt sich die Verbundenheit der scheuen Ureinwohner europäischer Alpenreservate mit den Werbungsritualen ihrer amerikanischen Brüder. Im deutschen Flachland gibt es nur wenige verständnisvolle Dichter. Im folgenden Werk zeigt der Künstler die Überlegenheit des intuitiven Naturverständnisses eines Indianers über die verkopfte Analytik des weißen Mannes:

Indianergedicht
(Robert "Winnetou" Gernhardt)

Als aber der Pferdehändler nicht abließ,
auf Winnetou einzuteufeln,
bemerkte dieser in seiner einsilbigen Art:

Mann, dein Pferd
ist nichts wert.
Hier: das Bein
ist zu klein.
Dort: das Ohr
steht nicht vor.
Da: der Gaul
hat kein Maul.
Schau: der Schwanz
fehlt ihm ganz.
Und es trabt
nicht so recht,
denn das Pferd
ist ein - Specht!
Du viel dumm,
ich viel klug.
Hugh!
Grünspanferkel

Spanferkel kommt, und sei es noch so frisch,
bei mir nicht auf den Tisch.

Ich sah einmal, ich kann es nie vergessen,
Spanferkel Grünes fressen.

Und das begreifrt doch jedes Kind,
dass Grünspanferkel giftig sind.

C. Wolff
Kürbis-Liebes-Gedicht

Zwei Kürbis, beide kugelrund
schön grün und saftig und gesund
versuchten sich im Liebesspiel
verdammt nur, denn das bracht nicht viel

sie kugelten, so gut es ging
der eine her, die andere hin
doch stand im Wege die Natur,
die beiden mitgab die Statur

bis beiden die Erkenntnis kam
dass Sex ist heute nicht mehr modisch
sie blieben treu und monogam.
und liebten sich nur noch platonisch.

H.A.
Ein Weib

Sie hatten sich beide so herzlich lieb,
spitzbübisch war sie, er war ein Dieb.
Wenn er Schelmenstreiche machte,
warf sie sich auf's Bett und lachte.

Der Tag verging in Freud und Lust,
des Nachts lag sie an seiner Brust.
Als man in's Gefägnis ihn brachte,
stand sie am Fenster und sie lachte.

Er ließ ihr sagen: "O komm zu mir,
ich sehne mich so sehr nach dir,
ich rufe nach dir, ich schmachte!"
Sie schüttelt ihr Haupr und lachte.

Um sechs am Morgen ward er gehenkt,
um sieben dann in's Grab versenkt;
sie aber schon um achte,
trank roten Wein und lachte.

Heinrich Heine
Wettlauf

Ringelnatz


Publikum ungeduldig scharrt –
Scharren lassen – hier Start –
Taschentuch? keins –
Schweiß –
Heiß –
Zum Beweis
Des Nichtaufgeregtseins:
Billett Spucke kneten.
Achtung: eins!
Nicht mehr Zeit auszutreten –
Was? Rauchen verbeten? –
Sie da, der Dritte, weiter zurücktreten –
Soo! – Endlich Musik –
Der bekannte
Augenblick,
Wo –
Wenn der Trikot
Nur nicht so spannte –
Schweinerei –
Wäre fatal –
Achtung: Zwei!
Teufel nochmal!
Heiliger Joseph, steh mir bei!
Achtung: Drei!
Tapelti, tapelti, tapelti
Mut!
Gut!
Kopf senken!
Arme vom Leib!
Frieda denken!
Herrliches Weib!
Schade, daß Mund stinkt!
Das war sie! – lacht – winkt –
Oh, oh! Oh, oh!
Mein Trikot!
Vorne gespalten.
Taschentuch vorhalten –
Jetzt Quark!
Nur laufen!
10 000 Mark –
Wochenlang saufen –
Wenn’s glückt –
Schulden bezahlen –
Tante verrückt –
Meyers prahlen –
Sieger gratuliert –
Photographiert –
Händedruck –
Tun als ob schnuppe –
Wändeschmuck –
Lorbeersuppe –
Zeitungsreklame –
Filmaufnahme –
Frieda seidenes Kleid –
Otto platzt Neid –
Engelmann – Wut –
Anton – Pump –
Aushalten! Mut!
Weg da! Lump! –
Einer von beiden –
Weg abschneiden –
Puff!
Was bild’t sich –
Uff!
Gilt nich!
Feste druff!
Gar nicht kümmern!
Schädel zertrümmern!
Zuchthaus –
Flucht – Haus –
Schande –
Tante –
Sterben –
Beerben –
Unsinn! Was Quatsch! Quatsch!
Teufel noch mal!
Laternenpfahl.
Mehr links, ach! ach!
Stopp! Frieda! Halt! Krach!
Kladderadatsch!
Knätsch daun! au! aus!
Ohhhhh! – Publikum Applaus.
Der Baum hat Äste,
das ist das Beste.
Denn wäre er kahl,
dann wär's ein Pfahl.
Grüß dich Maricka :D
Ja, in der Kürze, liegt die Würze. :wink:
Ja darum sind manche ja auch so kurz gewachsen...
Oma singt die alten Lieder,
Opa hält die Ohren zu.
Jedes Jahr aufs Neue wieder
ist sie hin, die Weihnachtsruh’.
Heimatlose
von Joachim Ringelnatz

Ich bin fast Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast War, im Versteck,
Bewegte sich, Regte sich
Plötzlich hinter einem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich Dann heran
Und fragte mich: "Wo ist das Meer?"