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Igel

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Tiere & Natur haben einen wichtigen Status in unserer Gesellschaft und sowohl ihr Schutz als auch ihre Erhaltung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Themen rund um Tiere und Natur sind sehr vielfältig, da kann es um Insektenbekämpfung gehen, genauso wie um die Lieblings-Hunderasse oder das Leben auf dem Land.Haben Sie z.B. gute Tipps, welche Aktivitäten im Freien besonders Spaß machen oder wollen Sie über Neuigkeiten berichten, die es rund um das Thema Tiere und Natur gibt?Viel Freude beim Austausch mit anderen tier- und naturverbundenen Mitgliedern aus der 50plus-Treff Community.

Beitragvon weidenzweig » 26.09.2013, 12:14

Ich habe meinen Thread vom 25.10.2012 mal kopiert, da er schon wieder aktuell ist.
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Auf der Suche...

Die Suche nach Futter, um Gewicht zu erreichen, das notwendig ist, um den Winterschlaf zu überstehen und die Suche nach geeigneten Winterschlafplätzen läuft für viele Igel auf vollen Touren.

Männliche Tiere, die mindestens 500/600g wiegen, gehen oftmals schon Ende September/Anfang Oktober in den Winterschlaf.
Die Igel-Weibchen bekommen sehr oft ihre Jungen erst August/Anf. September, säugen diese dann bis weit in den September hinein und verlassen sie, manchmal erst im Oktober, um sich dann um ihr eigenes Winterquartier zu kümmern.
Die Jungigel wiegen dann oftmals erst 200-250g (oft weniger) und irren auf der Suche nach Futter umher. Da dies, wetterbedingt, knapp ist, schaffen es viele nicht, die erforderlichen (mind.) 500g zu erreichen und sterben. Auch mangelt es an geeigneten Winterschlafplätzen, da viele Gärten "aufgeräumt" wurden und kaum geschützte Laub-/Reisighaufen oder geeingnete Unterschlüpfe zur Verfügung stehen.
Im Internet gibt es viele Infos und Foren zu Igeln. Vieles, was dort geschrieben steht, stimmt leider nicht. Ich kann hier eine seriöse Adresse empfehlen, PRO IGEL, Neumünster. Die Internet-Adresse lautet http://www.pro-igel.de
Dort steht eigentlich rund um den Igel alles, was man wissen sollte, wieviel er wann wiegen sollte, Winterquartiere, Zufütterung, Aufzucht von Jungigeln, kranke Tiere usw.
Auch die Igel-Hotline (01805-555-9554, Ansage dauert ca. 5 Min, 14 ct/Min.) ist immer ganz aktuell und sehr hilfreich.
Sehr interessant für Igelfinder und Leute, die sich um hilfsbedürftige Igel kümmern, ist das Forum von Pro Igel (http://forum.igel-hilfe.org/index.html? ... 49806376f7).
Alle Fragen werden von einer Spezialistin zeitnah beantwortet.

Ein Hinweis noch. Wenn jemand mit einem Igel zum Tierarzt muss,sollte er sich unbedingt die Broschüre "Igel in der Tierarztpraxis" (kann man bestellen) über die o.g. Internet-Adresse ausdrucken, mitnehmen und darauf bestehen, dass der TA sich das anschaut. Die meisten TÄ behandeln Igel (es wird im Studium leider nicht gelehrt) wie Katzen/Hunde und verursachen dadurch leider unzählige Todesfälle, denn Igel vertragen viele Medikamente nicht. Sie sterben gleich auf dem Behandlungstisch oder 1-2 Tage später. Keinesfall darf man bei einem [b]geschwächten Igel gleich eine Flohbehandlung/Entwurmung durchführen!!!! [/b] Vorrang hat immer der Aufbau, die Stabilisierung des Tieres.
Es lohnt sich wirklich, selbst in die Broschüre mal reinzuschauen.
Hier der Link: http://www.pro-igel.de/merkblaetter/publpdfs/tierarzt.pdf
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Im Moment laufen in vielen Gärten Jungigel (+/- 200g) rum, die oft vergeblich nach Futter suchen.
Hier kann der Gartenbesitzer helfen mit Zufütterung.
Bei Pro Igel findet man alle Infos (diverse Links) und auch ich bin gerne bereit, Fragen zu beantworten.

LG Weidenzweig
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Beitragvon arikarima » 26.09.2013, 12:39

Danke für die umfassenden Informationen. Ich habe bei mir noch nie einen unterernährten Igel herumirren gesehen. Vielleicht deshalb, weil es einen Komposthaufen im Garten gibt, auf den auch meine Obst- und Gemüseabfälle kommen und reichlich Laub und Heckenverschnitt sowohl dort, als auch unter den Bäumen und Sträuchern liegt.
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Beitragvon Herbert64 » 26.09.2013, 14:12

Ich hab in meinem Garten einen verletzten Igel gefunden. Habe mich noch nicht getraut ihn anzufassen aber er lebt in jedem Fall noch. Kann man ihn ohne weiteres zum Tierarzt bringen? Er hat rote Blutstellen am Bein.

Gruß, Herbert 
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Beitragvon Maihexe » 26.09.2013, 14:30

Hallo Herbert,

ruf doch den Tierarzt an und beschreibe, was mit dem Igel los ist. Viele Tierärzte behandeln Wildtiere kostenlos, sind aber nicht dazu verpflichtet. Ich würde den Igel, falls er behandelt werden muß, in einen Korb setzen und zum Tierarzt fahren. Vielleicht braucht er Hilfe, er muß ja auch bald in den Winterschlaf gehen.
Ich habe mal einen kranken Igel im Garten gefunden. Das arme Tier hatte fast alle Stacheln verloren und schrecklich gehustet und nach Luft geschnappt. Als er plötzlich umfiel, bin ich sofort damit zum Tierarzt. Leider war es zu spät. Der Igel hatte Lungenwürmer, und die Krankheit war schon zu weit fortgeschritten. Er wurde eingeschläfert. Bezahlt habe ich nichts.
Bei mir sind immer Igel im Garten. Jetzt im Herbst füttere ich auch regelmäßig. Es gibt unter den Sträuchern ein Igelhaus, wo sie sich eingraben und überwintern können.

LG
Maihexe
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Beitragvon anneli01 » 26.09.2013, 14:50

@Herbert
Aber natürlich - der Igel braucht Hilfe! Am besten den TA vorher anrufen und nachfragen, ob er auch Igel behandelt. (Bei uns gibt es eine "Igelpauschale" für jede Behandlung (ca. 6 €)...)
Und wieso kannst du ihn nicht anfassen? Dann zieh' doch Handschuhe an, greif' schnell mit beiden Händen von der Seite unter seinen Bauch - da sind keine Stacheln! :)
(Nur nicht zögern, sonst rollt er sich zusammen...)
Am besten zunächst in einen geeigneten Karton setzen...
Auf alle Fälle keine Milch hinstellen! Katzenfutter nimmt er gerne...
Und dann ab - zum Tierarzt!
L.G. anneli
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Beitragvon weidenzweig » 26.09.2013, 17:33

von Herbert64 » 26.09.2013, 14:12
Ich hab in meinem Garten einen verletzten Igel gefunden. Habe mich noch nicht getraut ihn anzufassen aber er lebt in jedem Fall noch. Kann man ihn ohne weiteres zum Tierarzt bringen? Er hat rote Blutstellen am Bein.


Hallo Herbert,
einen verletzten Igel sollte man immer schnellstens zur Behandlung zum Tierarzt bringen! Er stirbt sonst ganz qualvollund das kann manchmal dauern.... Also nicht zögern. Handschuhe an, Karton oder kleinen Transportkorb mit altem Handtuch und Küchenrollenpapier (zerknüllt) etwas kuschlig gestalten, dass sich das Tier verstecken kann und dann schnell zum Tierarzt. Der hoffentlich weiss, was er tun muss (Kannst Du Dir "Igel in der TA-Praxis" ausdrucken? Dann zum TA mitnehmen.) ... Versorgung der Wunden, eventuell Antibiotikum. Fliegenmaden, die sich sehr schnell in Wunden setzen müssen sorgfältig abgesammelt werden.
Igel auf alle Fälle wiegen. Kann er denn laufen? Frisst er?
Ein verletzter Igel, der behandelt wurde kann nicht gleich wieder raus.
Gibt es eine Igelstation in Deiner Nähe, die Dir helfen kann?

Zu den Kosten - die meisten Tierärzte berechnen nur die benötigten Medikamente. Sie sind nicht verpflichtet, das Tier kostenlos zu behandeln!

Melde Dich auf alle Fälle. Ich hoffe, dass Du einen TA findest, der sich wenigstens etwas mit Igeln auskennt.
Ich hoffe sehr, dass Du Dich um das kleine Kerlchen kümmerst.

Viel Glück, besonders für den Igel
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Beitragvon weidenzweig » 26.09.2013, 18:05

Hier noch einige Adressen von Igelschutzvereinen in Deutschland
http://www.pro-igel.de/igel-links/adressen.html

Für Herbert64
Hab auf die Schnelle drei Adressen gefunden:

Komitee für Igelschutz e.V. Hamburg
Flaßheide 42 - D-22525 Hamburg
Telefon: 040/5404807 - Telefax: 040/52014802

25845 Nordstrand, Menschen für Tiere Igelhilfe e.V., Osterdeich 142, Telefon: 04842 / 8587

Betreiberin der Igelstation Deutsch Evern, Veronika Marten.
Die Igelstation befindet sich Im Wildgarten 17 in Deutsch Evern. Weitere Informationen bei Veronika Marten unter der Telefonnummer 04131/79 18 01.

Es gibt sicherlich noch mehr Stationen.
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Beitragvon weidenzweig » 25.10.2013, 11:08

Da sich Herbert nicht meldete, kann man wohl davon ausgehen, dass sich die "Angelegenheit" leider "erledigt" hat, wie auch immer....

Ich will heute mal über mein bisheriges Igeljahr berichten.

Die bei mir überwinterten 6 Igel (vom letzten Jahr) sind alle wieder erwacht. 5 davon hatten bei den abschließenden Kotproben-Untersuchungen keine Befunde, einer musste nochmal behandelt werden.
Die 5 trainierten 14 Tage vor der Auswilderung (Mitte Mai) die Freiheit in Außengehegen. Da ich nur drei habe, mussten sich zwei Tiere ein provisorisches (Gitter von Kaninchen-Außengehegen, die in die Erde gesteckt werden) teilen. Das Areal umfasste ca. 15 m², ein Teil der Wiese, der Rest mit Bepflanzungen und Gebüsch. Die beiden hatte ich dort täglich von ca. 18-23.00 Uhr, dann mussten sie wieder rein, da diese Gitter nicht ausbruchssicher sind.
Es ist schon faszinierend, zuzusehen, wie die Tiere sich verhalten, wenn sie wieder die Freiheit spüren. Fast 90% bespeicheln sich als erstes. Das macht der Igel, um sein Jacobsches Organ zu reinigen, damit neue Gerüche besser aufgenommen werden können, so stehts im Buch.
Sieht komisch aus, wenn sie versuchen, sich den Rücken einzuspeicheln. Sie verrenken sich fast, kippen oft zur Seite und versuchen es dann wieder. Eine Frau rief mich nach einer Auswilderung in ihrem Garten an und wollte, dass ich den tollwütigen Igel wieder abhole. Ich hatte nur vergessen, ihr das zu erzählen. Mache ich sonst immer.
Der 6. Igel (ein Mädchen) konnte leider wegen einer notwendigen Behandlung erst 2 Wochen später ausgewildert werden. Zum Glück in meinem Garten, denn 14 Tage später hörte ich es in einem der Reisighaufen mächtig husten. Es war die Igelin. Sie hatte erneut Lungenwurmbefall und erhielt nochmals eine Behandlung. Nach 10 Tagen konnte sie wieder raus.
Ich habe sie erst beim Paarungsritual (Igelkarussell genannt) abends auf der Wiese wieder gesehen. Es war der 1. August, für die Paarung leider recht spät aber nicht ungewöhnlich.
Wenn man davon ausgeht, dass es bei dem stundenlangen Gerangel doch noch geklappt hat, kann man sich ausrechnen, dass da wieder im November viele untergewichtige Igel rumlaufen werden...
Bisher habe ich hier noch keinen gesichtet.

Zur Zeit habe ich 3 Igel, die ich von einer, eigentlich geschlossenen, kleinen Igelstation übernommen habe. Zwei Mädels, Wurfgeschwister (Mutter wurde überfahren, die 6 Babies rannten hungrig piepsend durch die Gegend) und zwei Wochen später noch ein Männlein. Alle hatten so um die 100g. Da sind die Nächte kurz und man hat tüchtig Ringe um die Augen...
Die Mädels haben jetzt über 400g. Eine hat verschiedene Innenparasiten und erhält gerade die 2 Behandlung. Der kleine Mann legt etwas über 300g auf die Waage. Seine 2. Kotprobe ist gerade beim Tierarzt zur Analyse aber vermutlich muss er auch noch behandelt werden.
Mit mindestens 600g kommen sie dann ins Kalte (geschützt) und machen dort in kleinen Einzelgehegen mit gedämmten Hütten Winterschlaf. Bei einigen geht das Einschlafen recht schnell, andere brauchen für die Umstellung länger. Wenn sie dann schlafen, hab endlich ich Ruhe.

Ich wünsche mir sehr, dass ich keine weiteren Tiere aufnehmen muss, denn die ganze Geschichte ist doch ziemlich aufwändig, in jeder Hinsicht. Aber es ist leider ziemlich unrealistisch, dass da nix mehr kommt, denn hier in meiner Ecke gibt es leider keine Igelstation mehr. Keiner will sich das aufbürden auch wenn er die Bedingungen dafür hätte. Verstehen kann ich es!
Normalerweise sind dafür die Wildtierstationen eingerichtet aber die haben weder Platz, noch Geld, noch (speziell für Igel) qualifizierte Leute. Die Stationen, die ich kenne, kämpfen alle ums Überleben.

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag
und hoffe, dass ich euch nicht gelangweilt habe.
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Beitragvon medianne » 25.10.2013, 21:43

Ich habe mich natürlich nicht gelangweilt, als ich Deinen umfangreichen Beitrag las. Ich hatte nämlich gerade mit der 'Kehrseite der Medaille' zu tun.

Mein Hund (Golden Retriever) hat sich ganz furchtbar gekratzt und mein Staubsauger war mindestens 3 x am Tag im Einsatz. Da ich neulich in einer Fernsehsendung Ähnliches gesehen hatte und der Hund dort von Flöhen befallen war, suchten wir die Tierärztin auf. Ich hatte den Hund vorher schon untersucht, aber die Tierärztin wurde fündig! Tatsächlich Flöhe! Ich war sehr erschrocken und fragte sie, wie und wo er sich die hat einfangen können und sie fragte kurz zurück, ob er Kontakt zu Igeln habe.

Natürlich hat er, und zwar seit mindestens 2 Jahren (er ist jetzt gut 3 Jahre alt) immer im Herbst, denn die Igel wohnen vermutlich unter meiner Gartenhütte und laufen abends gern durch den angrenzenden Schloßpark. Mein Hund freut sich jedesmal, wenn er einen sieht, möchte mit ihm spielen und geht natürlich ganz dicht an den Igel. Und das soll wohl die Ursache für die Flöhe sein.

Mich graust's, wenn das jetzt bei jeder Igelbegegnung passiert.
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Beitragvon weidenzweig » 26.10.2013, 13:26

Medianne,
Igel sind Wildtiere und haben in den meisten Fällen Flöhe, die jedoch wirtspezifisch sind, das heißt, sie können nicht sehr lange auf einer anderen Tierart (oder beim Menschen) überleben.
Wenn Dein Hund ausreichend gegen Flöhe geschützt ist, dürfte es eigentlich keine Probleme geben, da die Flöhe gleich absterben.
Eine Begegnung zwischen Hund und Igel sollte man möglichst immer vermeiden, da diese beiden Tierarten nicht gut tut, schon wegen der Verletzungsgefahr.
Manche Leute finden es ja lustig, wenn ihr Hund mit einem Igel "spielt". Ich halte es für Tierquälerei! Man kann seinem Hund auch beibringen, dass er Igel zufrieden lässt.

Übrigens, wenn ich junge Igel aufnehme, haben diese ganz selten Flöhe, eher muss ich Zecken rausziehen. Finde ich auf einem Igel jedoch einen, wird er kurz mit "Jacutin Pedicul", einem in der Apotheke frei verkäuflichen Spray für ca. 7€ (gegen Nissen und Haarlinge, besonders für Kinder geeignet) behandelt. Das tötet Igelflöhe schnell und sehr schonend für den Igel ab und wird auch von jungen Igeln vertragen.
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Beitragvon ilonca » 26.10.2013, 18:48

 hallo @wiedenzweig, habe deinen bericht über igel mit großem interesse gelesen, ja, die artgerechte
 behandlung von diesen kleinen wildtieren ist sehr aufwendig und die wenigsten kennen sich aus damit.
 aber leider ist es doch so, wo igeln sind und es freilaufende katzen gibt oder auch man mit hunden
 unterwegs ist, bekommen diese immer wieder die flöhe, meines wissens muß man die haustiere
 ganz intensiv mit gegenmitteln behandeln, sonst haben sie immer wieder parasiten   :roll:  
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Beitragvon medianne » 26.10.2013, 21:01

:D :D
weidenzweig hat geschrieben:Medianne,
Igel sind Wildtiere und haben in den meisten Fällen Flöhe, die jedoch wirtspezifisch sind, das heißt, sie können nicht sehr lange auf einer anderen Tierart (oder beim Menschen) überleben.
Wenn Dein Hund ausreichend gegen Flöhe geschützt ist, dürfte es eigentlich keine Probleme

geben, da die Flöhe gleich absterben.

Eine Begegnung zwischen Hund und Igel sollte man möglichst immer vermeiden, da diese beiden Tierarten nicht gut tut, schon wegen der Verletzungsgefahr.
Manche Leute finden es ja lustig, wenn ihr Hund mit einem Igel "spielt". Ich halte es für Tierquälerei! Man kann seinem Hund auch beibringen, dass er Igel zufrieden lässt.

Übrigens, wenn ich junge Igel aufnehme, haben diese ganz selten Flöhe, eher muss ich Zecken rausziehen. Finde ich auf einem Igel jedoch einen, wird er kurz mit "Jacutin Pedicul", einem in der Apotheke frei verkäuflichen Spray für ca. 7€ (gegen Nissen und Haarlinge, besonders für Kinder geeignet) behandelt. Das tötet Igelflöhe schnell und sehr schonend für den Igel ab und wird auch von jungen Igeln vertragen.


Danke für Deine wertvollen Tipps. Ich hatte meinen Hund bisher nur gegen Zecken behandelt, weil ich Flöhe nicht auf der Rechnung hatte. Sein Vorgänger hatte nie welche, aber der hatte auch nie Kontakt zu Igeln.

Eines möchte ich noch kurz klarstellen: Mein Hund spielt auf keinen Fall mit Igeln! Es kam vor, dass er einen Igel in der Dunkelheit der abendlichen Hunderunde entdeckte, bevor ich ihn sah, und dann saß er schwanzwedelnd dicht vor ihm und hat sich ganz klein gemacht. Kein Igel ist bisher auf seinen Wunsch, gemeinsam zu spielen, eingegangen.

Die Igel haben ein geschütztes Zuhause unter meiner Gartenhütte und ich hoffe, auch genügend Nahrung, aber Begegnungen werde ich vielleicht nicht immer verhindern können, aber mein Hund paßt nicht in den Eingang unter die Gartenhütte und weil die Igel sich bisher nur relativ spät abends zeigten, habe ich -hoffentlich- alles im Griff.

@ilonca, auch Dir danke ich für Deine wertvollen Tipps.
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Beitragvon weidenzweig » 27.10.2013, 10:44

Nicht jeder Floh, den sich ein Hund holt, kommt vom Igel.
Flöhe gibt es in der Natur überall, genau, wie Zecken usw.
Igel holen sich übrigens manchmal auch Flöhe von freilebenden Katzen an Futterstellen und tragen diese dann zeitweise mit sich rum. Diese Flöhe mögen allerdings kein Igelblut und warten nur darauf, dass mal ein netter Hund vorbeikommt...

Medianne,
wenn Du genau liest, ich hatte Dir nicht unterstellt, dass Du Deinen Hund mit einem Igel spielen lässt, das hast Du missverstanden. Jemand, der Igel unter seinem Gartenhaus wohnen lässt, würde so etwas auch (meiner Meinung nach) nie tun.

Allen einen schönen Sonntag!
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Beitragvon medianne » 28.10.2013, 22:24

weidenzweig hat geschrieben:Nicht jeder Floh, den sich ein Hund holt, kommt vom Igel.
Flöhe gibt es in der Natur überall, genau, wie Zecken usw.
Igel holen sich übrigens manchmal auch Flöhe von freilebenden Katzen an Futterstellen und tragen diese dann zeitweise mit sich rum. Diese Flöhe mögen allerdings kein Igelblut und warten nur darauf, dass mal ein netter Hund vorbeikommt...

Medianne,
wenn Du genau liest, ich hatte Dir nicht unterstellt, dass Du Deinen Hund mit einem Igel spielen lässt, das hast Du missverstanden. Jemand, der Igel unter seinem Gartenhaus wohnen lässt, würde so etwas auch (meiner Meinung nach) nie tun.

Allen einen schönen Sonntag!


@weidenzweig, ich hab's genau gelesen und in Deinem Beitrag wirklich keinerlei Unterstellung gesehen. Aber ist es nicht interessant, wie schnell man sich mißverstehen kann?

Die ganze 'Flohgeschichte' hat mich tatsächlich etwas mitgenommen, weil auch der Staubsauger (und ich) im Dauereinsatz war. Ich hätte nie gedacht, dass ein Hund so viel Fell verlieren kann und trotzdem noch bedeckt ist und ich war einfach nur dankbar für Deine Erklärungen. Der Vorgänger dieses Hundes hatte nie Flöhe, aber eben auch keine Igelfreunde.
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Beitragvon weidenzweig » 08.11.2013, 14:34

Heute mal ein Radiobeitrag (WDR) von einem Besuch in der Igelstation von Karin Oehl, die eines der aktivsten Mitglieder von Pro Igel ist und dort auch das Igelforum betreut.
Es läuft zwar auf einem Kinderkanal, ist aber (meiner Meinung nach) nicht nur für Kinder interessant!
http://www.kiraka.de/spielen-und-hoeren/reportagen/beitrag/b/zu-besuch-bei-igeln/
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