Hirntod bedeutet ja, daß keine Hirnströme mehr zu messen sind..
Es ist irreparabel tot.
Nur dann können Organe entnommen werden

https://www.br.de/radio/bayern2/wie-der ... d-100.html:

Gibt es Einflussfaktoren, die einen Hirntod vortäuschen?

Die Diagnose "Hirntod" ist damit allerdings noch lange nicht gestellt. Zunächst einmal müssen die Voraussetzungen stimmen. Das heißt, Stefanie Förderreuther muss für ihre Beurteilung wissen: Gibt es irgendwelche Einflussfaktoren, die den neurologischen Untersuchungsbefund verschleiern und die Symptome eines Hirntodes vortäuschen könnten? Das kann etwa durch Medikamente passieren, die der Patient zur Behandlung des Hirndrucks bekommen hat, oder durch Besonderheiten im Stoffwechsel des Patienten, wie ein stark erhöhter Blutzucker.



Diagnose vom zweiten Arzt

Außerdem muss für die Diagnose "Hirntod" stets ein zweiter Arzt prüfen, ob die Voraussetzungen für eine sichere Beurteilung der Hirnfunktionen erfüllt sind, den Patienten untersuchen und unabhängig zum selben Ergebnis kommen. Beide Ärzte dürfen nichts mit einer möglichen, späteren Organspende zu tun haben. Sie müssen eine jahrelange Berufserfahrung auf der Intensivstation mitbringen und speziell ausgebildet sein. Einer der beiden Untersucher muss Facharzt für Neurologie, oder Neurochirurgie sein, bei Kindern wird ein Pädiater oder Neuropädiater gefordert.



Technische Geräte nur im Ausnahmefall

Für die Diagnose "irreversibler Hirnfunktionsausfall" reicht in der Regel die klinische Untersuchung am Patientenbett aus. In manchen Fällen kommen aber auch technische Geräte zum Einsatz, um die Diagnose zu festigen – zum Beispiel, wenn bei dem ursprünglichen Unfall oder Auslöser vor allem der Hirnstamm geschädigt wurde. Dann müssen die Ärzte den Ausfall des Großhirns mit Hilfe von Apparaten nachweisen: Es kann ein Elektro-Enzephalogramm (EEG) abgeleitet werden, das bei einem Lebenden die Hirnströme darstellt, bei einem Toten aber keine Kurven mehr zeigt. Oder es kann eine Durchblutungsuntersuchung des Gehirns durchgeführt werden – im Fall eines Hirntods würde keine Durchblutung mehr nachgewiesen.



Nachweis der Irreversibilität

Aber auch nach der klinischen Untersuchung und Bewertung ist die Diagnose noch nicht gestellt. Im letzten Schritt muss schließlich der Nachweis erbracht werden, dass die klinischen Symptome des Ausfalls der Hirnfunktionen irreversibel, also dauerhaft sind. Beim Nachweis der Irreversibilität müssen die Untersucher das Alter des Patienten und den Ort der Schädigung im Gehirn berücksichtigen.






"Für die abschließende Diagnose ist entscheidend, nachzuweisen, dass sich der Patient nicht mehr erholen kann. Dazu gibt es wiederum spezifische Vorgaben, wie zu verfahren ist. Die richten sich danach, welches Alter der Patient hat und welche Art der Hirnschädigung vorliegt."

PD Dr. Stefanie Förderreuther, Neurologischer Konsiliardienst, Klinik LMU München



Für die Diagnose „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ reicht in der Regel, wenn beide Untersucher den Patienten klinisch untersuchen und bei einer zweiten zeitlich versetzten Untersuchung wiederum keine Hirnfunktionen mehr nachweisen können. Die zweite Untersuchung erfolgt je nach Art der Hirnschädigung zwölf bis 72 Stunden nach der ersten - auch sie muss unabhängig von zwei Spezialisten durchgeführt werden. Alternativ kann auch in Ergänzung der klinischen Untersuchung zur Verkürzung der 12-72 stündigen Beobachtungszeit zusätzlich ein apparatives Verfahren angewendet werden.

In manchen Fällen müssen technische Geräte für die abschließende Diagnose zum Einsatz kommen – zum Beispiel, wenn bei dem ursprünglichen Unfall oder Auslöser vor allem der Hirnstamm geschädigt wurde. Dann müssen die Ärzte den Ausfall des Großhirns mit Hilfe von Apparaten nachweisen: Es kann ein Elektro-Enzephalogramm (EEG, Hirnstromkurve) abgeleitet werden, das bei einem Lebenden die Hirnströme darstellt, bei einem Toten aber keine Ausschläge mehr zeigt. Oder es kann eine Durchblutungsuntersuchung des Gehirns durchgeführt werden – im Fall des eingetretenen Hirntods würde keine Durchblutung mehr nachgewiesen.

Sollten irgendwelche Zweifel bestehen oder sich die beiden Spezialisten bei ihrer Beurteilung gar uneins sein, dann ist der Tod nicht festgestellt, und der Patient wird weiter behandelt. Bisher ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein nach den vorgeschrieben Richtlinien als hirntot diagnostizierter Patient sich auch nur teilweise wieder erholt hätte – der Hirntod-Nachweis ist ebenso sicher wie offensichtliche Todeszeichen, die mancher aus dem „Tatort“ kennt, etwa Totenflecken oder die Leichenstarre.

Solange die Intensivbehandlung erfolgt und die Ärzte Kreislauf und Atmung künstlich aufrecht erhalten, sieht ein hirntoter Mensch so aus, als würde er noch leben: Sein Brustkorb hebt und senkt sich aufgrund der künstlichen Beatmung, die Haut ist rosig und warm, die Nieren scheiden noch Urin aus, und selbst Wunden können noch heilen. Darüber hinaus kann der Körper bei erhaltener Funktion des Rückenmarks mit Reflexen reagieren – obwohl die Gehirnfunktionen erloschen
Und wer garantiert, dass das Leben an das Gehirn gebunden ist ?
Wer garantiert, dass unsere Instrumente, die wir zur Zeit zur Verfügung haben, wirklich alles messen können ?
Ein Mensch, dem lebende Organe entnommen werden, kann NICHT tot sein!!!

Ist der Mensch tot, sind auch die Organe tot. Da ändert auch eine juristisch ausgefeilte Formulierung nichts daran.
Ja, ausgefeilte Definitionen im Sinne des " Fortschritts".
Ich begreife immer weniger, wie leicht sich die Menschen für dumm verkaufen lassen.
@Diana
Dann erkläre doch Du einmal, wann ein Mensch tot ist
bzw wann er lebt.
Früher was es einfach. Wenn keine Atmung, kein Herzschlag mehr da waren, war der Mensch tot.
Heute können wir reanimieren, können den Körper dank Maschinen funktionieren lassen.
Jetzt richtet man sich dank technischen Fortschritts nach den Hirnströmen.
Wenn die irreversibel
zum Erliegen gekommen sind, ist dann der Mensch nicht tot?
Wie lange soll er dann weiter beatmet werden?
Bleibt dann jeder Tote an den Maschinen, lebt so weiter bis in alle Ewigkeit?
Er bleibt ja rosig und warm. Lebt er deshalb?
Ein für mich grausíger Gedanke.
Oder wann ist der Zeitpunkt gekommen, sie abschalten zu dürfen?
Wann ist der Zeitpunkt gekommen, die Maschinen gar nicht erst einzuschalten?
Ich bin nach wie vor froh, dass dieses Thema aufgegriffen wurde. Interessant das Für und Wider aus verschiedenen Perspektiven zu lesen.

Frage mich aber, ob es wirklich notwendig oder gar möglich ist, zu einem gemeinsamen Konsens zu kommen.

Es wird in dieser Angelegenheit immer Fragen geben, die nicht beantwortet werden können. Die Entscheidungen zur Vorgehensweise im Fall der Fälle oder eben im Vorfeld, wird jeder für sich selber treffen müssen (sofern noch in der Lage).
Ein Mensch, der noch lebt kann nicht gleichzeitig tot sein. Lediglich das Gehirn wird „tot“ erklärt und diese Sichtweise ganzheitlich auf den gesamten Menschen übertragen. Weiterführende Gesetzmäßigkeiten im Hinblick auf einen würdevollen Sterbeprozess dürfen nicht bedenkenlos vom Tisch gefegt werden.

Ein amputiertes Bein stirbt nach der Amputation. Daran sollte kein Zweifel aufkommen. Dennoch spüren und fühlen manche Menschen ihr amputiertes Bein bei verschiedenen Gelegenheiten, weil das Bein auf einer „höheren Ebene“ noch vorhanden ist. Lediglich das Bein „aus Fleisch und Blut“ wurde amputiert. Es wäre nur logisch, dass entnommene Organe, die nach dem Tode des Spenders nicht sterben dürfen, ein Defizit auf Seiten des Gegangenen verursachen, weil Energie zwar nicht verloren geht, aber an eine „höhere Ebene“ gekoppelte Anteile dort gebunden bleiben, wohin sie per Transplantation transferiert wurden. Darüber denkt kaum jemand nach, obgleich Organempfänger über „seelische Veränderungen“ nach der Transplantation berichtet haben. Die Bezeichnung "Organentnahme bei Sterbenden" wäre eine passende Bezeichnung. Darauf wurde bereits an anderer Stelle hingewiesen.

Auf die grausamen Umstände der „Ausschlachtung“ will ich nicht weiter eingehen. Die bestialischen Zustände in der Tierschlachtung zeigen bereits überdeutlich, dass es einen Grund dafür gibt, warum das MenschengeSCHLECHT auf dieser Erde lebt .... und nicht im Himmel.

Mir ist schon klar, dass einigen das Klappmesser in der Hose aufgeht, wenn sie in diesem Zusammenhang etwas von Himmel und MenschengeSCHLECHT lesen... :wink:
Ich kann dir durchaus folgen und zustimmen.
Es ist wirklich spannend, wie viele neue Aspekte hier angesprochen werden.
Auch für mich neue Anregungen zum Nachdenken.
Ja, ich glaube auch, der Mensch ist nicht nur der Körper.
Das ist ein sehr materialistische Weltanschauung.
Wie sehr Geist und Seele mit dem Körper, dem Organismus korrespondieren, wird ja mehr und mehr erkannt.
Es gibt so viele Beispiele für das ineinanderwirken von Psysche und den Organen.
Die psyschosomatische Medizin ist das beste Beispiel.
Der Mensch ist eben mehr, als nur sein Körper.
Der Tod nur das Abstreifen der alten, defekten Hülle.
Das Ich zieht den Terranauten - Anzug aus und verlässt diesen Planeten.
Was dann geschieht, wissen wir nicht mit Sicherheit. Wir können es nur ahnen und vermuten.

Zu Deiner Frage Mutzel :
Ich denke, der natürliche Sterbeprozess sollte nicht gestört werden.
Wenn der Körper unwiderruflich nicht mehr allein lebensfähig ist, sollte dem Menschen ein würdiges Sterben
erlaubt werden.
In aller Ruhe. Von liebevollen Händen unterstützt und begleitet.
So darf der Tod zum Leben gehören.
Ich habe bei mir zwei mir sehr nahen Menschen am Totenbett gesessen und Wache gehalten.
Erst am späten zweiten Tag nach dem letzten Atemzug spürte ich, dass ich allein war.
Dass der Gestorbene wirklich endgültig und ganz gegangen war.
Wer das erlebt hat, weiss, was Sterbende brauchen.
Ruhe, Anteilnahme, Zuneigung, Liebe.
@Diana,
Du hast in den letzten Jahren nicht in Krankenhäusern gearbeitet, oder?
Vor etwa 10 Jahren kamen neue Gesetze heraus, die uns sehr eindringlich vermittelt wurden.
Wenn wir, das Pflegepersonal, jemanden finden mit Atemstillstand,
müssen wir reanimieren, sonst ist es unterlassene Hilfeleistung!
Ich habe es selbst erlebt, daß ein Patient von uns, krebskrank im Endstadium,
von einer Kollegin mit Herzstillstand aufgefunden und reanimiert wurde.
Er kam wieder zu sich, lag mit einem Infarkt auf Intensiv, bevor er zum Sterben wieder zu uns in die Onkologie kam.
Erst dann hat er eine Patientenverfügung hinterlegt, mit der wir ihn nicht
noch einmal reanimieren sollten.
Mir persönlich wäre es auch lieber, die Menschen dürften in Frieden gehen, aber der Gesetzgeber sieht das anders. Das war auch ein Grund für mich, den Beruf vorzeitig an den Nagel zu hängen.

Bitte, wenn Ihr eine Reanimation ablehnt, schreibt das rechtzeitig in eine Patientenverfügung und sorgt dafür, daß die im Falle eines Falles einem Arzt ausgehändigt wird!

Um auf das Thema Organspende zurück zu kommen:
Ich denke, man sollte da im Sinne des Verstorbenen handeln.
Wenn er spenden wollte, finde ich es schön, damit einem anderen helfen zu können. Es kommt sowieso selten genug vor, hauptsächlich bei jüngeren Unfallopfern, daß sie als Spender in Frage kommen.
Mutzel, ich gebe Dir da vollkommen Recht.
Und gut, dass Du an die Patientenverfügung erinnerst!
Das war das erste, was mein Mann und ich in Angriff nahmen, als er seine Krebsdiagnose bekam.
Auch meine Tochter weiss genau, was ich will und was ich nicht will.
In einigen Dingen ist sie ganz meiner Ansicht. In einigen denken wir auch unterschiedlich
Aber da respektieren wir unsere Ansichten und Wünsche.
Nein, Mutzel ich war nur kurze Zeit in einer Klinik tätig. Lange her
Meine letzten zwanzig Berufsjahre verbrachte ich im Dauernachtdienst in einem Pflegeheim.
Dadurch war ich sehr oft mit dem Sterben konfrontiert.
Du weisst ja, nachts wird eher gestorben.
Die Pflicht zur Reanimation hatten wir nicht.
Ich kann verstehen, wenn Menschen lieber Zuhause oder in einem Hospiz sein möchten, wenn es dem Ende entgegen geht.
Technik ist manchmal auch ein Fluch.
Was ich noch hinzu fügen möchte:
Ja, natürlich soll jeder Mensch selbst für sich entscheiden, ob er im Falle des Falles Organspender sein moechte.
Mich stört nur, dass die wenigsten wissen, worauf sie sich damit einlassen.
Es fehlt die Aufklärung.
Und ich denke, wer wirklich umfassend informiert ist, wird es sich doch zwei Mal überlegen, wie er sich entscheidet.
Aber genau das soll ja vermieden werden.
Genau so wie flesermutzel es beschreibt, ist es.
Wer wünscht sich nicht in Ruhe und Frieden auf immer einschlafen zu dürfen, wahrscheinlich jeder.

Doch nicht jedem ist es gegönnt, so zu sterben. Der Tod hat viele Gesichter und nicht jedes trägt ein Lächeln.
Unnatürlicher bzw. nicht vorhersehbarer Atemstillstand wird reanimiert, ob auf der Straße, im Krankenhaus, zu Hause, im Altersheim oder wo auch immer.
Fachkräfte sind dazu sowieso angehalten und Ersthelfer sollten dieses auch tun.
Patientenverfügungen stehen im Fall des Falles nicht immer sofort zur Verfügung oder sind gar nicht vorhanden und so ist die Reanimation besiegelt.
Schön ist es, wenn sie gelingt und der Patient sich wieder erholt und gesundet.
Aber das ist leider auch nicht immer der Normalfall.

Selbst habe wir eine verunfallte Person mit irreparablen Schwerstschädigungen bei Bettlägerigkeit auf Wunsch der Angehörigen reanimiert und was war danach, ein Leben 15 Jahre im Wachkoma bis dann endlich die Erlösung kam.

Darum ist es anzuraten, seine Sachen zu ordnen und seine Willen bzgl. medizinischer und lebensverlängernder Maßnahmen als auch bzgl. Organspende schriftlich zu hinterlegen.
Genau so wie flesermutzel es beschreibt, ist es.
Wer wünscht sich nicht in Ruhe und Frieden auf immer einschlafen zu dürfen, wahrscheinlich jeder.

Doch nicht jedem ist es gegönnt, so zu sterben. Der Tod hat viele Gesichter und nicht jedes trägt ein Lächeln.
Unnatürlicher bzw. nicht vorhersehbarer Atemstillstand wird reanimiert, ob auf der Straße, im Krankenhaus, zu Hause, im Altersheim oder wo auch immer.
Fachkräfte sind dazu sowieso angehalten und Ersthelfer sollten dieses auch tun.
Stehen Patientenverfügungen im Fall des Falles nicht immer sofort zur Verfügung oder sind gar nicht vorhanden und so ist die Reanimation besiegelt.
Schön ist es, wenn sie gelingt und der Patient sich wieder erholt und gesundet.
Aber das ist leider auch nicht immer der Normalfall.

Selbst habe wir eine verunfallte Person mit irreparablen Schwerstschädigungen bei Bettlägerigkeit auf Wunsch der Angehörigen reanimiert und was war danach, ein Leben 15 Jahre im Wachkoma bis dann endlich die Erlösung kam.

Seine Sachen zu ordnen und seinen Willen bzgl. medizinischer und lebensverlängernder Maßnahmen als auch bzgl. Organspende schriftlich zu hinterlegen und zwar so, dass man es findet, wäre für alle hilfreich.
Außerdem denke ich nicht, dass Menschen, die sich für eine Organspende entscheiden, so uninformiert sind, wie hier angemerkt wird.
Ich finde es unredlich, ihnen so etwas nachzusagen, nur weil man selbst nicht spenden möchte.