Ich kann keinen belegenden Link einstellen, habe aber schwer den Eindruck, dass das bei der Threaderstellung und in weiteren Beiträgen auch nicht erfolgte. 

Letztlich kann man sich auch nicht immer hinter Links (Anderen) verstecken, eine eigene klar ausformulierte Einstellung tut da in der Diskussion gut.

Die (eigenen?!?!) Erfahrungen der TE kann ich nicht teilen. Naturwissenschaft-affin habe ich andere Erfahrungen gemacht. Das deutsche Bildungssystem setzt bis zum Abitur auf Allgemeinbildung und sucht nicht wie andere international vertretene Systeme auf eine frühe Spezialisierung. Mit Auslandsschulerfahrung meiner Kids kann ich aber einwenden, dass unsere Schulen gründlicher und mehr beibringen. 

Das Fach Technik als Leistungskurs mit jahrzehntelanger Tradition ist Fakt und passt nicht zu den Thesen der TE.

Die Elite-Unis sind auch teils Schwerpunkt-Technische Unis.
Erfindungen und Forschungen werden auch in Deutschland weiterhin gemacht, sie sind nur nicht mehr so gross wie die Schwebebahn zur groben Zeit der vorletzten Jahrhundertwende...
Es mag sein, dass die deutsche Mentalität der Sicherheit Forschung im amerikanischen Sinn (mehr Geldgeber für Try-and-Error-Risks) nicht so freigiebig unterstützt und daher tatsächlich Forscher im Ausland arbeiten. Aber beileibe nicht alle.

 Dass die klassischen Kenntnisse um unsere Natur und alte Pflanzen/Baumarten nur noch wenig gelehrt werden, kann ich mir sehr gut vorstellen, dort ist oft ein kommerzielles Interesse stark, das die Genbanken als Ausgangsmaterial neuer Zucht auffasst. Und die dauert schon soooooo viel länger als neue Erfindungen, die echte Natur ist ein echtes Spezialgebiet. Schön, dass es das noch oder wieder gibt! Und so etwas sucht man vermutlich im Gentechnikgläubigen Amerika umsonst. 

 So, jetzt mache ich Platz für Fix&Foxi :-/ und nutze meine Bildung mal fürs Geldverdienen...
 
Also wenn wir das Thema "Zukunft der Naturwissenschaften in Deutschland" hier behandeln, dann sollten wir es auch seriös behandeln.
Ein Beispiel warum es gerade für alleinstehende junge Mütter verdammt schwierig ist Forschung und Familie in Einklang zu bringen:
Eine Bekannte hat Ihren Master in Mikrobiologie erfolgreich abgeschlossen und will jetzt Ihren Doktortitel erlangen; Sie forscht an einer renomierten deutschen Universität.
Ein großes Hemmnis ist, das Sie durch Ihr Kind oftmals die Forschungen unterbrechen muss, denn wenn das Kind krank ist kann Sie es nicht in die KITA bringen; dazu kommt Sie möchte/müsste manche Forschungen auch über das Wochenende verfolgen, das scheitert oft an der fehlenden Unterbringungsmöglichkeit für Ihr KInd.

Bei derartigen "super" Forschungsmöglichkeiten speziell für junge Naturwissenschaftlerinnen ist es nicht verwunderlich das gerade Frauen wenig Neigung zur Naturwissenschaft entwickeln.
@VomLande
Was Du beschreibst, hat aber nichts speziell mit Naturwissenschaften zu tun, sondern das findest Du in allen Karriereberufen, in der freien Wirtschaft noch mehr als an der Uni, und natürlich in allen Chefetagen und Leitungspositionen.

Wer sich für Familie entscheidet, Teilzeit oder Ganz-Auszeit, ist sofort draußen, und das gilt für Männlein wie Weiblein. Entweder man akzeptiert das, oder gibt den Beruf auf, oder macht sich selbständig und definiert Karriere/Familie für sich individuell.
Letzteres geht aber auch nur in bestimmten Bereichen. Wer in der Mikrobiologie Versuchsreihen laufen hat, muss diese täglich (auch am WE) überwachen, und nicht in jedes Labor kann man sein Kleinkind mitnehmen. Das heißt es dann doch Prioritäten setzen.
Hallo,
Fagus was du schreibst kann meiner Meinung nicht die Lösung sein - entweder Familie oder Beruf - .Eine hochausgebildete, arrangierte Frau muss in unserem Staat die Möglichkeit haben beides parallel zu meistern.
Zumal die Naturwissenschaft Mikrobiologie laut unserer Bundesregierung zu den Schlüsseltechnologien zählt.
Es bräuchte spezielle Krippen und Kindergärten für alleinerziehende Frauen/ Männer..nicht nur Akademiker- Innen, auch für normale Schichtdienstler-Innen ( schliesse alleinerziehende Väter ein..) die an 7 Tagen pro Woche 24h am Tag geöffnet haben!
Der Ruf nach dem Staat..
In meiner Jungend wurde das Problem mit der Gro0mutter oder anderen Verwandten innerhalb der Großfamilie gelöst. Aber die ist nicht mehr zeitgemäß.
Eigentlich auch ein Ruf nach mehr Kreativität. Es gibt  viele intelligente und durchstrukturierte Menschen, die mit einer freieren Zeiteinteilung und der Möglichkeit, teils mit Fernzugriff zu arbeiten, durchaus auch kompetente Führungpositionen übernehmen könnten. 

Daueranwesenheit ist nicht effizienzer.
Arbeitszufriedenheit ist ein besserer Trigger.
Erreichbarkeit ist heute nicht mehr an Orte gebunden.

Auch fürs Labor wäre in der Regel Kreativität hilfreicher als der Staat, insbesondere, da staatlich immer die Firmen 'verdonnert' werden, Krippen am Arbeitsplatz aufzubauen, dabei sollten die Kids ihre Freundschaften besser in der häuslichen Umgebung aufbauen. Mit sozialem Ausfallnetz unter den Mit-Eltern/Nachbarn/Freunden/Grosseltern...

 Warum können Forscher(-innen) nicht Aufgaben kreativ delegieren? Unabkömmlichkeitswahn? Besitzdenken der Arbeitgeber? Oder warum weiss unsere Gesellschaft nicht alternativ, dass 2  engagierte Teilzeit Kräfte  WEIT mehr wären als eine volle? Und dass die Intelligenz und Organisationstalent NICHT abnehmen in der Elternzeit? Dass es ein Zeichen von Kompetenz sein kann, einen originelleren Lebenslauf als ein stetiges eight-to-five zu leben? Ein Haufen verkrusteter Vorurteile. Weil wir es gewohnt sind.
Und wenn, danns bräuchte es die 24Std-Krippe eben nicht NUR für Alleinerziehende, weil sonst genau die übliche Idee greift: einer von zweien entscheidet sich gegen Beruf und für Familie.

Und stimmt. Man kann sich gejagt fühlen. Als Naturwissenschaftler hoffentlich nicht.
Es gibt keine Jagd hier. :idea: :arrow:

Höchstens ein Überdruß, irgendwas mitteilen zu wollen,das im "50+ Nichts "landet.
Korrekt.  :D. Erwischt.  :lol:
 
Hallo Chaosprinzine
interessant was du schreibst, einiges davon ist zukünftig sicher machbar, siehe die Vorgehensweise der Bundeswehr für Ihre alleinerziehenden Soldatinnen.
dick01 hat geschrieben: Der Ruf nach dem Staat..
In meiner Jungend wurde das Problem mit der Gro0mutter oder anderen Verwandten innerhalb der Großfamilie gelöst. Aber die ist nicht mehr zeitgemäß.


Dieses private Verlagern der Kinderaufsicht ist m.E. nur möglich, wenn die Vorgeneration auch wieder nur auf die drei "K´s" reduziert bleibt/wird. :roll:
Das ist weder zeitgemäß, noch passt es in die Epoche der geschiedenen Mütter, die selbst schauen müssen "wo sie bleiben"!

Ein moderne emanzipierte Gesellschaft braucht staatliche Kindereinrichtungen.
Vor allen Dingen solche, die auch funktionieren...da hapert es am meisten! :cry:
Der erste Absatz ohne Polemik, da bleibt nicht viel.

Aber interessant: "eine moderne, emanzipierte Gesellschaft"
- Kinderbetreuung durch bezahltes Personal in fremder Umgebung anstelle verwandter oder befreundeter Menschen in gewohnter Umgebung
- Betreuung der Eltern und Großeltern durch bezahltes Personal in geriatrischen/medizinischen Großeinrichtungen
- staatliche Finanzierung dieser Tätigkeiten (ganz oder teilweise)
- und und

Das erscheint mir eher charakteristisch für eine menschlich verarmte, entfremdete Gesellschaft und ist auch sehr spezifisch für die moderne, emanzipierte Gesellschaft der sogenannten westlichen Welt und des (ehemaligen) Kommunismus.
DIck, ich stimme Dir vollkommen zu. Man hat ganze Landstriche entsiedelt und Menschen, Familien durch die Verlagerung der Arbeitsplätze auseinandergerissen.

Manche Ehepaare sehen sich kaum noch, die großeltern freuen sich, wenn die Enkel mal zu Besuch kommen, können kaum helfen, wenn es in der Familie Probleme gibt und sind ohnmächtig, wenn sie in der Zeitung lesen müssen, dass ihre Kinder in der Verzweiflung sich selbst und die Enkel ausgelöscht haben.

Wurde ja mehrfach ausgelacht, bei der Forderung, wir brauchen wieder humanistische ethische Grundlagen auch in den Schulen gelehrt, aber ja, sexy sein ist wichtiger. :mrgreen:

Es gibt wohl kaum noch eine Familie, wo die Familien schon in Dt. in alle Bundesländer verstreut sind. Die Naturwissenschaften sind doch in den Schulen sowieso zu Stiefkindern geworden. :mrgreen: Dabei sind das gerade die großen Entwicklungspotentiale eines Landes, die auch den Wohlstand der Gesellschaft positiv beeinflussen könnten.

Wie man die vielen Arbeitsplätze, die man braucht um den Bevölkerungszuwachs Lohn und Brot zu geben, aus dem Boden stampfen will, ist mir ein Rätsel. Wie lange soll eine überfrachtete Beratungskultur, selbst im Intimbereich ohne produktiven Rückhalt der Warenherstellung noch gut gehen. Die Abhängigkeit vom Handel, wo man ganze Produktionszweige in das Ausland verlagert hat, ist jetzt schon groß genug.
Caspardavid hat geschrieben: Es gibt wohl kaum noch eine Familie, wo die Familien schon in Dt. in alle Bundesländer verstreut sind.

Jau - genau.
Oh man, Caspar, egal wann man in deine Texte reinschaut, es gibt immer Stress.
Hast du vielleicht auch mal was Nettes auf Lager?