Hallo Muntermacherin,

Danke für Deinen Beitrag und entschuldige meine verspätete Reaktion darauf.

Es scheint so, dass Du seit vielen Jahren aktiv im Lauftraining stehst. Das ist an sich schon bewundernswert, vor allem aber auch, dass Du den 10 km-Lauf bei diesen Temperaturen so gut überstanden hast.

Mein Anliegen war allerdings eher die Frage, wie es sich mit dem „Wiederanfangen“ des Laufens nach jahrzehntelanger Abstinenz im Alter von 60+ verhält. Das ist aus meiner Sicht ein ganz gewaltiger Unterschied.

Ich bin immer noch sehr zögerlich, was das Laufen angeht. Zum Glück ist es heute schon wieder so heiß, dass sich Laufen schon von selbst verbietet, jedenfalls für jemanden, der so außer „Laufform“ ist wie ich ;-).

Ein paar „Mutige“ habe ich trotz der hochsommerlichen Temperaturen bei meiner Fahrradtour doch beim Joggen getroffen, aber die schienen alle jünger (auf jeden Fall aber fitter) als ich zu sein…
Warum walkst Du nicht einfach - ohne Stöcke - so oft wie es Dir möglich ist?
Auch hier kannst Du die Vierer-Atmung ausführen. Und vieles andere kannst Du schon einüben: Rhythmus, Schulterhaltung (unten), Armbewegung, diagonalen Bewegunsablauf, Beinbewegung, etc. . Wenn Du Glück hast, dann bist Du irgendwann so im Flow, dass Deine Beine von ganz alleine anfangen schneller zu werden. Wenn´s Dir dann körperlich möglich ist und auch noch Spaß macht, hast Du den Weg gefunden.

Wenn nicht, dann heißt es halt "anpassen an die gelebten Jahre" :wink:

Ich bin z.B. heute nachmittag (bei immer noch 32 Grad) gewalkt ... das geht, wenn man Lust hat.
So viele Vorschrifte, so viele Ratschläge - da wird einem ganz schwindlig!

Eigentlich ist es ganz einfach.
Geh drauflos, und zwischendurch läufst du ein wenig, und dann gehst du wieder!

Beginne langsam - die Laufstrecken werden ganz von selbst immer länger, weil die Lust beim Tun kommt!Die beste Motivation ist eine zweite Person, die ungefähr den geleichen level wie du hat.
Das motiviert und macht Spaß, allerdings ist nur gesund, wenn nicht sofort ein sportlicher Wettkampf losgeht!

Männer haben da eine leichte Tendenz - lach!

Am Anfang lauf dreimal die Woche - ein Tag Pause ist immer sehr gut - da regeneriert der Körper und hat Zeit, sich auf Belastung einzustellen.
... und noch ein Ratschlag ... :wink:
Diese Art Räder schlage ich seit Jahrzehnten von Berufs wegen.

Ich hör schon auf - ich überlasse das Feld wieder den Hobbysportlern.
barbera hat geschrieben: Diese Art Räder schlage ich seit Jahrzehnten von Berufs wegen.

Ich hör schon auf - ich überlasse das Feld wieder den Hobbysportlern.



@Barbera, das habe ich inzwischen auch schon mitbekommen, dass Du das von Berufs wegen machst und bist an anderen Stellen von Vielen schon für Deine Tipps gewürdigt worden.

Aber Du hast es ihm ja eh schon auf Seite 1 erklärt. Hier aber nochmal die Gelegenheit zur Wiederholung zu ergreifen, verbunden mit der Herabwürdigung ("Vorschriften und Ratschläge") anderer Beiträge, fand ich einfach nicht so nett.

Im Übrigen wundert mich etwas die "Zurückhaltung oder Ängstlichkeit" von Dir @Patriarch. Wo Du doch schriebst, dass Du früher sogar Wettkämpfe bestritten hast. Da hätte ich vermutet, dass Du als "Profi" weißt, auf was man beim Erwerb von Laufschuhen achten muss und wie so ein Wiedereinstieg geht oder dass Du zumindest weißt, wo Du Dir entsprechende Infos holen kannst.

Dennoch gilt: einfach machen und sich ausprobieren - wie Barbera schon sagte :P
Ein interessanter Artikel bei Doccheck zum Thema Laufschuhe"

[quote]Das Laufschuh-Paradoxon

Viele Läufer denken, dass stark gepolsterte Schuhe sie vor Verletzungen schützen. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Was macht gute Laufschuhe aus? Vier Sportmediziner klären auf.

„Moderne Laufschuhe sind in der Regel eher zu weich als zu hart“, sagt Michael Fritz. Der Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin führt eine Praxis in Viersen. Laut einer finnischen Studie geht der Trend bei Laufschuhe

n in den letzten Jahren zu stark gepolsterten Modellen, um Läufer vor Verletzungen zu schützen. Laufverletzungen sind dadurch aber nicht zurückgegangen, schreiben die Autoren. 

Sie sprechen von einem „Shoe cushioning paradox“, denn stark gepolsterte Schuhe führten ihren Untersuchungen zufolge zu einer Steife in den Füßen sowie zu einer höheren Stoßlast. Im Vergleich mit konventionellen Laufschuhmodellen schnitten sie in diesen Bereichen sogar schlechter ab. Allerdings beträgt die Teilnehmerzahl der Studie 12 Personen, das ist viel zu wenig, um von Aussagekraft sprechen zu können. 

Das Problem mit der Dämpfung

„Starke Dämpfung führt zu einer Veränderung der Biomechanik. Man setzt eher auf dem Rückfuß auf. Die dadurch entstehenden Bodenreaktionskräfte stehen im Verdacht,  Überlastungsverletzungen zu verursachen. Bewiesen ist das aber noch nicht,“ sagt Karsten Hollander, der im Bereich „Interdisziplinäre Sportmedizin im BG Klinikum Hamburg“ tätig ist. Derzeit befindet sich der in Sportmedizin und Biomechanik promovierte Arzt auf einem Forschungsaufenthalt im Spaulding National Running Center der Harvard Medical School.

Wie kauft man denn dann den richtigen Laufschuh? Auf eine Faustregel pochen alle Experten in der Runde: „Am besten die Schuhe am Nachmittag kaufen, da sich unsere Füße am Nachmittag bereits durch die tägliche Belastung etwas ‚vergrößert' haben“, erklärt Carsten Janecke. Er ist Trainer für den Leistungssport Triathlon in Sehnde. 

„Ein unbekannter Läufer muss seine Schuhe mitbringen und in ihnen laufen“, sagt Hollander. Nur so lasse sich feststellen, ob ein Läufer den richtigen Schuh trägt. Das ist durch eine visuelle Ganganalyse möglich oder auch durch eine instrumentalisierte auf dem Laufband. Letztere Leistung übernimmt der Patient in der Regel selbst. Sie beinhaltet ein Biomechaniklabor und ein Kamerasystem. Dabei werden Marker an Körperstellen geklebt und über mehrere Kameras detektiert. So entsteht ein 3-D-Modell, das eine exakte biomechanische Analyse ermöglicht, unter dem Laufband befindet sich eine Druckmessplatte. Neuere Entwicklungen mit Hochgeschwindigkeitskameras und „Wearables“ werden in naher Zukunft wahrscheinlich auch die valide Messunge außerhalb des Labors ermöglichen, erklärt er.

„Es ist wichtig, zu prüfen, ob der Sportler seine Fußsohle optimal belastet, oder ob eine Fußaußenüberlastung oder ein Knickfuß vorliegen“, erklärt Jürgen Kosel, Facharzt für Orthopädie und Diplom-Sportlehrer in Köln-Lövenich. Wichtige Kriterien sind ihm zufolge drei Punkte:

es darf keinen Druck auf die Groß­zehen geben, der Schuh darf den Vorfuß nicht beengen 

der Schuh sollte kein Fußbett haben

der Rückfuß muss vom Schuh in einer Normalpo­sition gehalten werden

An dieser Stelle sollte auch die Einlage erwähnt werden, die aus Hollanders Sicht zu häufig und aus den falschen Gründen verschrieben wird. Warum der Einsatz von orthopädischen Einlagen problematisch sein kann, hat er im ersten Teil unserer Laufexpertenrunde erklärt.

Kommt ein Jogger in die Praxis

Wenn die von den Experten erwähnten Kriterien nicht beachtet werden, komme es zu gesundheitsschädlichen Langzeitfolgen, erklärt Kosel und weist auf Probleme wie Hallux valgus, Nervenschmerzen, Druckstellen und Hämatome hin. Besonders problematisch ist seiner Ansicht nach die Stellung des Rückfußes beim Laufen: „Sportler mit Knickfüßen könnten in einem Normalschuh nicht nur ihre Sprunggelenke, sondern auch die Knie-und Hüftgelenke fehlbelasten, was zu vorzeitigem Gelenkverschleiß und Bänderüberdehnungen führen könnte“, lautet seine Einschätzung.

Kommt ein Patient mit Beschwerden, die mit dem Laufen zusammenhängen, zu Hollander, werden bei der Anamnese unter anderen folgende Fragen gestellt: Seit wann bestehen die Beschwerden, wo sind sie, gibt es Vorerkrankungen oder sonstige orthopädische Probleme, treten sie zum ersten Mal oder bereits wiederholt auf? Auch die Frage nach der Uhrzeit ist wichtig. „Kommen die Schmerzen morgens nach dem Aufstehen? Das spricht eher für Sehnen oder Bänder. Sie erwärmen und 10–15 Minuten Laufen, die Beschwerden lassen dann nach. Wenn es bei Bewegung schlechter wird, liegt oft ein knöchernes Problem vor.“ 

Laufverletzungsforschung habe allerdings das Problem, Risikofaktoren zu benennen, gibt Hollander zu bedenken, der auch als Arzt im Deutschen Skiverband (DSV) sowie im Bereich Mittel- und Langstreckenlauf beim Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) tätig ist. „So kommt etwa Benno Nigg, der seit 40 Jahren in der biomechanischen Schuhforschung tätig ist, zum Schluss, dass man nicht sagen kann, was genau die Laufverletzung auslöst. Oft kommen mehrere Faktoren zusammen, die eine Verletzung auslösen. Am wichtigsten ist, dass der Schuh dem Träger individuell passt – und natürlich, dass die Lauftechnik optimal ist.“ [/quote]

https://www.doccheck.com/de/detail/arti ... e=Facebook DocCheck Flexikon&utm_medium=urlshortener&utm_campaign=Das Laufschuh-Paradoxon&fbclid=IwAR1g0oEKbVvx1fixYjwKFxGdQS1fWx7Ejm-ZontUwGRdP9qvWZhGD29k-XM
Hallo Patriarch, am 22.1.2019 hat du diesen Thread eröffnet und schriebst:"Daher habe ich seit ein paar Monaten mit dem Gedanken gespielt, mit dem Joggen wieder (altersgerecht) zu beginnen."

Von deiner Gedankenspielerei bis jetzt ist ein Jahr vergangen, du hast viele gute Ratschläge bekommen und du hast immer noch nicht mit Joggen angefangen.

Kann es sein, dass dich nicht dein Alter daran hindert, sondern eher Lustlosigkeit?:-))))
Vielen Dank für die wirklich tollen Hinweise zum „Wiedereinstieg“ beim Joggen!

Sputnik, ich befürchte, ich habe mich – um mal Deine Worte zu gebrauchen – einfach zu sehr „an die gelebten Jahre angepasst“ und komme einfach aus reiner Bequemlichkeit nicht mehr in die Gänge.

Insofern, Verena, passt Deine tiefenpsychologische Ferndiagnose mit der „Lustlosigkeit“ irgendwie schon ganz gut :wink: .

Was Du zum Thema Laufschuhe schreibst, war mir so im Detail noch nicht bekannt, Lea. Auf jeden Fall werde ich mich umschauen, wo in meiner Gegend so ein 3-D-Modell erstellt werden kann. Das klingt durchaus interessant. Leider kann ich keine bereits benutzten Laufschuhe, die Hinweise auf meine Lauffehler geben könnten, mitbringen. Ich bin einfach zu wenig gelaufen, als dass die Schuhe irgendwelche sichtbaren Hinweise auf Unregelmäßigkeiten geben könnten.

Barbera, Deine Hinweise zum gemeinsamen Training mit Freunden sind sicher richtig, aber einerseits kenne ich niemanden in meinem Alter, der ernsthaft mit dem Laufen beginnen möchte (und ich möchte nicht noch andere motivieren müssen, ich habe da mit mir selbst genug zu tun), andererseits war ich, was das Laufen angeht, schon früher eher ein Einzelgänger (bzw. oder besser "Einzelläufer").

Mir fällt in dem Zusammenhang übrigens spontan ein Zitat von John Lennon ein: „Leben ist das, was passiert, während du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.“

Also werde ich wohl mal besser die "Zurückhaltung oder Ängstlichkeit", wie es Sputnik so schön formuliert hat, aufgeben und mich in’s „Laufleben“ stürzen. Wenn nicht jetzt, wann dann? :wink: