Kältester März seit 130 Jahren bringt Ostern durcheinander.
Um dem Jahrhundertwinter zu entfliehen, fahren viele Norddeutsche über Ostern nach Südeuropa. Doch auch dort ist der Rekordwinter zu spüren - wenn auch weitaus angenehmer, als im eiskalten Deutschland.

(Berliner Kurier)

Mhhhh.. schon seltsam , das da in den TV Nachrichten nichts erwähnt wurde.
Grüne Weihnachten - weiße Ostern, wir müssen uns an den Klimawandel gewöhnen.
Ostern ist ein kirchliches Fest, egal was für ein Wetter ist. :wink:

Statistiken über die Wetterbeobachtung waren aber in unserer Zeitung schon zu lesen.
Interessiert doch keinen mehr, darum gibt es darüber auch nichts mehr zu lesen.
Nach dem kältesten März, nur der wärmste April.
Sogar beim Wetter gibt es nur mehr Rekorde und Katastrophen, alles andere lässt sich nicht mehr verkaufen.
Bei den ganzen Statistiken würde ich gerne mal wissen wie die zustande kommen, ich denke mir nicht, dass da jeder dieselbe Statistik heranzieht, sonst gibt es das nämlich nicht. Immer gibt es irgendwelche Rekorde nur damit man es irgendwie noch erwähnen kann.
Diese Statistik basiert auf Wetterbeobachtungen und Mitschriften und ist anders zu werten als solche, die von irgendjemand bezahlt wurden.
TanteEmilia hat geschrieben: Bei den ganzen Statistiken würde ich gerne mal wissen wie die zustande kommen, ich denke mir nicht, dass da jeder dieselbe Statistik heranzieht, sonst gibt es das nämlich nicht. Immer gibt es irgendwelche Rekorde nur damit man es irgendwie noch erwähnen kann.

Früher, d.h.: bis etwa zur Jahrtausenwende, als der Klimawandel noch nicht zum Allgemeinplatz in der öffentlichen Berichterstattung verkommen war, wurde "Klima" als der langjährige Durchschnitt eines sehr variablen Geschehens betrachtet. Üblicherweise wurden 30 Jahre als Referentzeitraum betrachtet.

So galt während meines Studiums der Zeitraum 1930-1960 als der Maßstab; alle Temperatur-, Niederschlags- und sonstigen Messungen wurden gemittelt. Für einzelne Wetterstationen wurden die Werte auf eine Nachkommastelle veröffentlicht; in Klimakarten wurden (und werden teils heute noch) Bereiche dargestellt, wie z.B. 0-5°C, 5-10°C, 10-15°C usw. Von Interesse waren die Größenordnungen und ihre räumlichen Ausdehnungen.

Irgendwann im Berufsleben wurde dann auf den Zeitraum 1960-1990 umgestellt, der teils auch Abweichungen zeigte, die aber nicht unbedingt ein interpretierbares Muster ergaben. Die Unterschiede ließen sich auch mit verfeinerten Messmethoden und engmaschigeren Netzen erklären.

Heute leben wir im ausgehenden Intervall 1990-2020; die Ungeduldigen könnten auch auf 1980-2010 zurückgreifen, was als Messintervall vollständig zur Verfügung steht. Interessanterweise tut das aber niemand, weil bei den Mittelwerten der Zuwachs noch deutlich unter 1°C liegt, und bei Bereichs-Darstellungen (z.B. 0-5°C) kaum wahrnehmbare Unterschiede bestehen. Der Betrachter könnte tatsächlich meinen, die Klimaveränderung sei gar nicht so schlimm.

Statt dessen vernachlässigt die heutige Berichterstattung die langjährigen Mittel total. Statt dessen werden Extremwerte mitgeteilt, und solche lassen sich jederzeit finden. Interessant ist, dass der Bezugszeitraum stetig wechselt; "extremster Wert seit" 5 Jahren, seit 10 Jahren, seit dem Krieg, seit 1923, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ... der Bezugszeitraum wechselt nach Belieben, und niemand stört sich daran, dabei ist dies eine statistische Todsünde. Bezugszeiträume müssen immer vergleichbar sein, um seriöse Aussagen treffen zu können.

An dieser Stelle fällt auf, dass die Meteorologen (Wetterkundler) eine wesentliche statistische Kenngröße gerne unterschlagen, nämlich die Standardabweichung oder Varianz. Damit ist die regelmäßige Abweichung vom Mittelwert gemeint; dargestellt wird sie z.B. als 20° ± 5°. Das bedeutet, dass Schwankungen bis zu 5° um den Mittelwert derart häufig auftreten, dass sie vernachlässigbar und nicht zu erwähnen sind. Da die Standardabweichung regional stark variiert (sie ist im Tiefland beispielsweise höher als in den meisten Mittelgebirgen), wird sie üblicherweise nicht erwähnt - sie würde den Laien nur verwirren.

Die heute (subjektiv) beobbachtbare Zunahme von klimatischen Extremwerten sollte sich eigentlich in einer Zunahme der Standardabweichung bemerkbar machen. Konkrete Zahlen finden sich aber nicht, auch nicht im Internet.
Wenn ich lese "höchster Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", dann ist das wie bei jedem Weltrekord: irgendwann wird er überboten; man muss nur lange und oft genug messen. Vieles in der Berichterstattung ist nur (gewollte) Effekthascherei.
hallo walter ......
eigentlich ist es ja nicht es mein ding, lange postings zu lesen....
aber hier hast du es tatsächlich geschafft, das ich bis zum
ende konzentriert dabei geblieben bin :D
und wie es aussieht ..... gab es auch tatsächlich
einen lerneffekt :)
nichtsdestrotrotz
herzliche grüße von mir
sugar
cron