...oder macht das nur Sinn, wenn man das in Aktien angelegte Geld in den nächsten 10-20 Jahren nicht braucht?
Natürlich kann man sein Geld in Aktien anlegen, aber es sollte nicht das ganze Geld sein. :wink:

In jungen Jahren kann man die Aktienquote erhöhen, vielleicht auf 40 oder sogar 50 Prozent. Im fortgeschrittenen Alter sollte sie in der Regel nicht über 20 Prozent liegen. Wenn man auf das investierte Geld nicht angewiesen ist, dann kann man das Risiko natürlich beliebig steigern.

Es gibt keine Garantie, dass sich das Geld in den nächsten 10 Jahren vermehrt.  Ein Totalverlust ist bei einer guten Diversifikation zwar auszuschließen, aber es kann trotzdem zu herben Verlusten kommen, wenn innerhalb des Zeitraums verkauft werden muss. :wink:  

Die ganze Sache kann aber auch sehr positiv ablaufen und man erhält eine Rendite, von der Festgeldanleger nur träumen können. 8)
Danke für deine Antwort, aber für mich ist der Aktien-Stress nichts! ...ich habe mal für 2.500 Euro Aktien gekauft, jetzt sind es noch 250 Euro, nach fast 20 Jahren!... glücklicherweise war es nur Spielgeld und das Lehrgeld hielt sich somit in Grenzen! ...davon muss man etwas verstehen und sich kümmern, dann läuft das eventuell besser, oder?
Kauf dir ein Buch über die Weisheiten des Warren Buffett, das meine ich ernst! Er investiert hauptsächlich in Firmen, deren Geschäftsmodell er versteht wie z.B. Coca Cola, Wrigley, Heinz Ketchup usw. Er und sein Team sind aber auch Zocker, aber das lassen wir mal beiseite.

Es sind im Grunde die Aktien des täglichen Bedarfs, die langfristig hohe Gewinne abwerfen. Weil diese Firmen wenig Entwicklungskosten haben im Gegensatz zu den Autoherstellern etwa. Ich selbst bin ein großer Fan dieser Firmen wie Nestle, Mondelez, Altria usw. Starke Marken haben zudem eine gewisse Preissetzungsmacht, weil die Leute diese Marken eben gerne kaufen.
Aber natürlich hat alles an der Börse seinen Preis, und der schwankt sehr stark - Du solltest also immer etwas Geld in der Hinterhand haben, um nachkaufen zu können. Und du solltest nicht (wie ich etwa das leider immer gerne tue) zu viel Geld in den Aktienmarkt setzen, sondern nur das, was du nicht brauchst. Es heißt zwar "das Geld, was man für die nächsten 10 Jahre nicht braucht", aber wenn eine Aktie jetzt unter Wert zu haben ist, dann möchte ich diese Aktie sofort haben, auch wenn ich eigentlich keine Geld dafür habe.

Und Lektüre ist immer ihr Geld wert, und beim Lesen kommen auch ständig neue Investment-Ideen. Z.b. Andre Kostolany, sehr unterhaltsam, aber nichts konkretes. Auch Bücher von Max Otte mag ich sehr, etwa "Investieren statt sparen" o.ä. Da sind zuweilen sehr konkrete Aktienempfehlungen drin mit Analysen, warum und nach welchen Kriterien er Aktien kauft . Oder eben über Warren Buffett, da werden meistens auch Ideen anhand von Aktieninvestitionen beschrieben wie eben Coca Cola.

Was den Aktienmarkt zur Zeit betrifft, so finde ich, dass dieser generell momentan um ca. 20-30% zu teuer ist, dennoch würde ich immer wieder mal einzelne (Konsumgüter-) Aktien kaufen.
Fallobst » 20.08.2016, 14:03

Danke für diese Info... ja, man muss sich etwas reinknien in diese Aktien-Materie und Geld übrig haben... nur, wenn man es übrig hat, weshalb sollte man es riskieren, statt sich ein schönes und unabhängiges Leben davon zu machen? 
Dialogen, 10:53  ....ob man etwas davon verstehen muss?......schwierige Frage und ich antworte darauf mit einem "Jein".
 
Selbst Leute, die absolut nichts vom Aktienmarkt verstehen, können mit ihrer Aktienauswahl ein unglaubliches Glück haben. :wink:   Auf der anderen Seite können sogenannte Experten auch mal heftig daneben  liegen. Alles ist möglich.

Du hast eben Pech gehabt, die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Vielleicht hast du dich auch nur auf eine Aktie konzentriert, oder du hast tatsächlich zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt gekauft. Das kann durchaus passieren. Dieses Risiko kann man nur mit der angesprochenen Diversifikation sehr stark reduzieren. Es hört sich jetzt für dich vielleicht etwas komisch an, aber mit "nur" 2.500 Euro hat man hier auch keine großen Möglichkeiten. Da spielt dann eher das Glück die entscheidende Rolle.
 
.....und wenn man sich nicht selber kümmern will, hat man immer noch die Möglichkeit, in einen Aktienfonds zu investieren, wo sich Fondsmanager um die Geldentwicklung kümmern. Auch wenn die das nicht für umsonst machen natürlich, ist es doch eine Alternative.
Bolany » 20.08.2016, 21:32

Völlig richtig, aber ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn aus den Peanuts von 2.500 € in fast 20 Jahren wenigstens 3.000 € geworden wären ;-) 

PS: ich habe so viel Glück im Leben gehabt, da muss ich mein Glück nicht auch noch auf dem Aktienmarkt herausfordern, wobei ich natürlich nicht sagen möchte, dass Aktien eine Option für Menschen sind, die sonst in ihrem Leben eher Pech gehabt haben! 
Sunnie » 20.08.2016, 22:10

Das ist wieder 'ne ganz andere Sache!... privates Geld über Professionelle auf dem Aktienmarkt arbeiten zu lassen! ...hat aber auch seine Risiken. 

Ich bin der Meinung, wenn man als Privatmann genügend Geld hat, braucht man den Aktienmarkt nicht* und wenn man nur wenig Geld hat, lohnt sich das Risiko nicht auch noch das Wenige an Geld zu verlieren

*außer man brauch den Reiz des Spiels aus viel immer mehr zu machen. 
Ich bin der Meinung, wenn man als Privatmann genügend Geld hat, braucht man den Aktienmarkt nicht* und wenn man nur wenig Geld hat, lohnt sich das Risiko nicht auch noch das Wenige an Geld zu verlieren!

So ist es. :wink:  

Ein gewisses Grundkapital sollte schon vorhanden sein. Es ergibt keinen Sinn, wenn man mit wenig Geld in den Aktienmarkt geht. Die Nebenkosten sind einfach zu hoch. Allerdings kann man auch mit kleinen monatlichen Sparraten anfangen. Langfristig gesehen kann sich so etwas durchaus lohnen. 

Wer hat schon das Glück, als Privatmann über genügend Geld zu verfügen? Mit normaler Arbeit werden nur die wenigsten Menschen reich. In der Regel sind es eher Erbschaften oder Aktien, die für einen hohen Kontostand sorgen. Da liegt es nahe, es einmal mit dem Aktienmarkt zu versuchen. Ich habe einige Leute kennengelernt, die in relativ kurzer Zeit sehr reich geworden sind. Manche wussten es noch nicht einmal. :lol:

Daiyogen, ......die Sache mit dem Reiz spielt natürlich auch eine Rolle. :?   
Bolany » 21.08.2016, 10:21

Es gibt massenhaft Privatleute, die genug Geld haben, um sich ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen und eigentlich nicht aus viel noch mehr* machen müssten, wenn sie nicht dieses verhängnisvolle "Dagobert"-Syndrom hätten, ich gehöre z.B. nicht dazu!

*mit dem immanenten Risiko viel Geld zu verlieren 
 Daiyogen,

 .....eben, ich gehöre auch nicht dazu.

Ich habe mir damals ein finanzielles Ziel gesetzt und habe dieses Ziel u.a. auch mit dem Aktienmarkt erreicht. Natürlich hatte ich hier auch jede Menge Glück. Heute kann ich mir meine Zeit vollkommen frei einteilen und kann tun und lassen was ich will. Obwohl ich noch keine Rente beziehe, bin von keinem Arbeitgeber abhängig. Ich spiele nur noch ein wenig mit der Börse, weil es mir einfach Spaß macht. Das Risiko ist dabei sehr überschaubar.

Über eine Sache muss man sich allerdings klar werden. Es gibt im Leben leider kein Rundum-sorglos-Paket. Besondere Umstände können dazu führen, dass sich alles ganz plötzlich verändert. Mir ist das vollkommen bewusst und nutze diese schöne Zeit sehr sinnvoll.

Übrigens,  
es soll Menschen geben, die zwar kein Geld, aber sehr viel (Lebens-) Zeit im Internet verlieren. Das kann in diesen modernen Zeiten auch sehr verhängnisvoll sein. Aber wem erzähle ich das. :wink:
Bolany » 21.08.2016, 16:03

Egal was man macht, die Lebenszeit strebt gegen NULL, deshalb ist das ein ungeeigneter Vergleich, denn die Geldmenge strebt nicht automatisch gegen NULL, ganz im Gegenteil.

Ein besserer Vergleich wäre, was man mit seiner Zeit resp. Geld anstellt, ob man wie hier die Zeit vernichtet oder ob man besser etwas anderes Sinnloses macht... mit dem Geld ist das nicht viel anders! 
 
Zeit ist Geld und Geld ist Zeit, nämlich Arbeitszeit - das ist das Ungerechte daran und drum werden die Leute mit "Dagobert-Syndrom" reicher und jene, die ihre Zeit für Dagobert zur Verfügung stellen müssen, bleiben gleich arm (normalerweise).

Tja etwas "Sinnvolles anstellen" mit dem Geld....die Investition in Aktien stellt immerhin Kapital für die Wirtschaft zur Verfügung - ansonsten bleibt vielleicht nur Charity mit der Hoffnung, dass das Geld nicht für Korruption verwendet wird, sondern wirklich für sinnvolle Projekte.
Man könnte das Geld natürlich auch dem Staat(Staatsanleihen) zur Verfügung stellen und das vorhandene politische System damit unterstützen. Oder man könnte das Geld auf dem Sparbuch lassen und damit die Bank unterstützen....oder ein paar schöne Goldmünzen kaufen oder einen Garten - wenn man genug Geld hat. Oder es für Hillary oder Donald spenden:-)

Ich betrachte die Aktienanlage eher als Hobby mit der Möglichkeit, in 10 Jahren ein arbeitsunabhängiges Zusatzeinkommen aufzubauen. Zu dem Hobby bin ich durch einen Bandscheibenvorfall gekommen, da ich meine bisherige (körperliche) Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Glücklicherweise konnte ich meine Ausgaben für die Miete senken.
Weiters ist die Aktienanlage eine Firmenbeteiligung und fällt somit nicht unter eine etwaige Bargeldeinschränkung und ist auch nicht von Negativzinsen betroffen. Aber natürlich sind diese Dinge wohl schon in den aktuellen Kursen mit eingepreist.
Fallobst » 21.08.2016, 22:47

Klar, in der Not* frisst der Teufel Fliegen! 

*Bandscheibenvorfall