1. Man philosophiert noch immer Entwürfe.
2. Es werden noch immer Gedichte und Romanzen geschrieben.
3. Kunst in allen Bereichen ist noch immer sehr unterschiedlich.
Verdandi hat geschrieben:

@ daVinnci (» 20.05.2017, 11:15)

Denselben Beitrag hattest Du ja schon in Deinem Thread „Was ist Kunst?“ gepostet. Und dazu hatte ich Dir dort bereits die hier folgende Antwort gegeben, auf die Du dort noch nicht reagierst hast. Stattdessen wiederholst Du hier in meinem Thread bloß Deine Meinung.
Weshalb also die Wiederholung hier in meinem Thread anstelle einer Reaktion auf meine Antwort in Deinem? :?


Verdandi hat geschrieben: » 28.04.2017, 17:37

Hallo @ daVinnci,

zur Bedeutung des Wortes „Kunst“ ist hier mal ein m. E. aufschlussreiches Zitat aus dem Buch „Kunst kommt nicht von Können – Zur etymologischen Entwicklung des Wortes Kunst in der deutschen Sprache“, von Wilhem Kufferath von Kendenich:

>>Sprachlich leitet sich das Wort Kunst aus den Begriffen kennen, wissen, erkennen ab, nicht aber von können oder künden, doch ist es mit letzteren beiden verwandt. Der Ausspruch „Kunst kommt von Können, und wenn man’s kann, ist es keine Kunst“ stammt vom österreichischen Mundartdichter Johann Nepomuk Nestroy, durch ihn ist die Meinung so nachhaltig verbreitet worden, dass das Wort Kunst von Können stamme.<<

http://www.kufferath.ch/buecher9.html

Im Übrigen habe ich die Fragen, die anscheinend auch Dich bewegen, schon in meinem Thread aus meiner Sicht thematisiert und beantwortet bzw. versuche ich, ständig weitere Antworten zu finden. Ich lade Dich herzlich dazu ein, dabei mit zu machen:

https://www.50plus-treff.de/forum/kunst-ist-kunst--t75314.html





Auch wenn richtige Antworten sich wiederholen, bleiben sie richtig! :wink:


Stimmt! Ich habe Dir mit meiner Antwort einen guten Hinweis geben wollen darauf, dass Deine Aussage einen Fehler aufweist.Wenn Du Deine fehlerhafte Behauptung nicht in meinem Thread wiederholt hättest, hätte ich meine richtige Antwort nicht auch noch hierhin verfrachten müssen. - Musst Du jetzt alles doppelt posten? Genügt Dir Dein eigener Thread für Deine dortigen Beiträge nicht mehr? - Verstehe das, wer will. :?



F u n d s t ü c k …

Z i t a t e - Meinungsäußerungen zur Kunst
Hier: Videomitschrift


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STUDIO BAUHAUS – Wissenschaft im Film
https://www.uni-weimar.de/projekte/even ... s/362.html

>> Im Namen der K U N S T - D e f i n i t i o n e n <<

Jonathan Meese (*1970) Künstler
»Ich bin ja relativ naiv an die ganze Sache rangegangen und habe mich immer gefreut über das, was passiert und ich habe immer gute Laune gehabt. Und es sollte einem sozusagen die Laune verdorben werden durch bestimmte Aussagen, wie: „Kunst ist Kreativität des Menschen“ oder „Kunst ist Esoterik“ oder „Kunst ist Individualismus“ oder „Ausdruck des Menschen“. Und irgendwann mal merkt man, das stimmt alles nicht. Das ist alles Wichtigtuerei. Das ist alles Menschensucht, Menschenzucht. Da bezieht sich etwas nur auf den Menschen. Und irgendwann mal merkt man, da muss man gegensteuern.«

Markus Lüpertz (*1941) Künstler
»Kunst soll gar nichts. Kunst ist dafür nicht da, irgendwas zu sollen. Man kann. Es gibt Leute, die das bravourös gemacht haben. Es gibt Leute, die daran bravourös gescheitert sind. Die Kunst soll oder muss gar nichts. Sie ist einfach nur verwendbar in der Idee des Künstlers, wie er seine Realität oder seine Form von Kunst vermitteln will. Das ist das entscheidende. Die Kunst hat keinen Auftrag, außer, Kunst zu sein.«

Stefan Heidenreich (*1965) Kunst- und Medienwissenschaftler
»Kunst ist ein bestimmtes Ausnahmefeld. Es operiert nach anderen Regeln als die meisten anderen kulturellen Felder. Es ist nicht auf den Markt angewiesen. Es operiert dadurch in einer größeren Unsicherheit, aber es hat halt dadurch auch größere Freiheit und eine fast größere Verpflichtung, Sachen auszuprobieren, neue Phänomene zu sehen, Zusammenhänge herzustellen, an die man vorher nicht gedacht hat. Und dann kommt noch dazu, dass Kunst eigentlich eines der wenigen kulturellen Felder ist, die tatsächlich versuchen, die Welt als komplizierte zu begreifen.«

Bazon Brock (*1936) em. Prof. für Ästhetik und Kulturvermittlung, Künstler und Kunsttheoretiker
»Das ist das Prinzip, das die Kunst und die Wissenschaft bestimmt: Abkopplung von der Kultur, Abkopplung von der Religion, hin zu einer Autorität durch Autorenschaft. Das heißt, jemand ist in dem Maße bedeutsam, wie er in der Lage ist, als Individuum hypothetisch etwas zu behaupten, mit dem man sinnvoll an der Welt arbeiten kann.«

Ulrich Richtmeyer (Philosoph)
»Ja, die Kunst kann die Gesellschaft verändern, weil sie ja jeden einzelnen verändern kann. Das ist ja offensichtlich. Also, die Frage ist dann natürlich, das klingt jetzt erst einmal spitzfindig: Hat diese Veränderung gesellschaftliche Ausmaße?«

Vuk Cosic (*1966) Netzkunstpionier
»Eigentlich war Kunst bisher immer nur ein Ersatz fürs Internet, das heißt, die Leute hatten ja kein Internet, also mussten sie Kunst machen.«

Achim Preiß (*1956) Kunsthistoriker, Prof. für Architekturgeschichte
»Alles was in den letzten 500 Jahren so an künstlerischen kulturellen Leistungen und Strategien erarbeitet worden ist, hat im Grunde genommen keine Zukunft mehr. Das heißt, die Moderne ist nur ein Partikel von dem, was jetzt historisch wird, was wir also in Zukunft gar nicht mehr gebrauchen können. Weil ich von einer epochalen Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse ausgehe.«


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Weitere Links:

Jonathan Meese, Zürich, Lektion vor Kunststudenten (2014)
https://www.youtube.com/watch?v=KBmZCVQpH3E

Jonathan Meese, Inszenierung des Parsifal, Wiener Festwochen 2017
http://www.festwochen.at/programm/detai ... r-abwehrz/

Markus Lüpertz im ZKM Karlsruhe (2017)
http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/M ... d=42460864

Markus Lüpertz über Künstler und ihre Aufgabe (2015)
https://www.youtube.com/watch?v=gnTcjh5_Zz0

Buero Gelb: Ästhetik-Professor Bazon Brock Shortversion (2012)
https://www.youtube.com/watch?v=B5HBDhB9ogs

Beuys Brock Vostell - Videoführung mit Bazon Brock‬ (2014)
https://www.youtube.com/watch?v=OejeV5LKsxM

Vuk Cosic, The Influencers (2006)
http://theinfluencers.org/en/vuk-cosic/video/3




Der Museumswärter fühlte sich zeitweise neben sich stehend, wie ein schlechter Schauspieler, der stets um seine wahre Fassung ringt.

Er widmete sein halbes Leben einem einzigen, berühmten, abstrakten Kunstwerk, das er in- und auswendig kannte, ohne es je durchdrungen zu haben.

Am Ende vermied er konsequent den Anblick des Werkes; seine Aufmerksamkeit galt allein den Betrachtern desselben.

So lernte er viel von der unterschiedlichen Begeisterungsfähigkeit der Menschen kennen, aber nichts über ihre Beweggründe.

Als er pensioniert war, begann er einen Malkurs. Seine Werke schafften es bis in die Lobby der örtlichen Sparkassenfiliale.

Endlich wusste er, wie sehr er seinen Job gehasst hatte. Nachträglich verachtete er das von ihm bewachte Werk und seine Bewunderer.


Bild

Bildquelle: Pixabay, Engin_Akyurt (gemeinfrei)



Oh wunderbar! Gedanken über Kunst, die ich auch gerne tiefer verfolge. Ich rausche ja in meiner Mittagspause nur mal schnell so durch die Zeilen und lese von guter Kunst, von Können et. etc. Viele Punkte, die man nach und nach stundenlang diskutieren kann.

"Ist es als Kunst gemacht, ist es Kunst."

Einen lieben Gruß


Hallo, @ WWScheuchzer,

ich freue mich darüber, dass Du Dich für mein Thema hier interessierst und ich würde mich gern bald mit Dir darüber austauschen. - Allerdings erst in zwei Wochen, weil ich jetzt erst einmal nach Wien fliege - unter anderem auch dafür, um wieder neue Kunsteindrücke zu genießen und zu sammeln.

Also bis bald! :D

Liebe Grüße, Verdandi


Hinweis auf eine sehr interessante Ausstellung in der ALBERTINA, Wien:


Martha Jungwirth


>>Die ALBERTINA widmet Martha Jungwirth erstmals eine Personale. Einzelne Schlüsselwerke wie auch zu Serien zusammengefasste Werkblöcke geben einen faszinierenden Einblick in das umfangreiche Schaffen der 1940 geborenen Wiener Malerin.

Martha Jungwirth pendelt stets an der Schnittstelle zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Der zeitliche Bogen der Ausstellung spannt sich von Hauptwerken der Frühzeit bis zu neuesten und hier erstmals präsentierten Arbeiten. Seit ihren künstlerischen Anfängen schätzt Jungwirth das Papier als Malgrund, darunter sind zahlreiche großformatige Aquarelle. Mit ihren einzigartigen Farbkompositionen vermittelt die Künstlerin ihre sensible Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Die Ausstellung ist von 2. März bis 3. Juni 2018 zu sehen.<<
(Albertina)

Bilder sind hier zu sehen:
https://www.albertina.at/ausstellungen/jungwirth/

vielen dank für den hinweis!

ich bin montag bis donnerstag in basel zur baselitz-ausstellung.

ist da zufällig vielleicht auch jemand aus dem forum ?

übrigens ist die folgeausstellung bacon- giacometti bis 2.9. sicher auch

interessant


Kunst ist das Flüstern der Geschichte,
das durch den Lärm der Zeit zu hören ist.



»Kunst gehört allen und niemandem. Kunst gehört jeder Zeit und keiner Zeit. Kunst gehört denen, die sie erschaffen, und denen, die sie genießen. Kunst gehört ebenso wenig dem Volk und der Partei, wie sie einst dem Adel und den Mäzenen gehört hatte. Kunst ist das Flüstern der Geschichte, das durch den Lärm der Zeit zu hören ist. Kunst existiert nicht um der Kunst willen: Sie existiert um der Menschen willen. Aber um welcher Menschen willen, und wer bestimmt das? Für ihn war seine eigene Kunst immer anti-aristokratisch gewesen.

Schrieb er, wie seine Verleumder behaupteten, für eine bourgeoise, kosmopolitische Elite? Nein. Schrieb er, wie seine Verleumder es von ihm verlangten, für den müde von der Schicht heimkehrenden Bergmann im Donbass, der eine wohltuende Stärkung brauchte? Nein.

Er schrieb Musik für alle und niemanden. Er schrieb Musik für die, die seine Musik am besten zu würdigen verstanden, egal welcher gesellschaftlichen Herkunft sie waren. Er schrieb Musik für die Ohren, die fähig waren zu hören. Und daher wusste er, dass jede wahre Definition von Kunst zirkulär ist und jede unwahre Definition der Kunst ihr eine spezifische Funktion zuschreibt.«

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Aus meiner derzeitigen Lektüre:

„Der Lärm der Zeit“, Roman von JULIAN BARNES
über den russischen Komponisten Schostakowitsch zur Zeit Stalins (S. 125/126).

Er lässt Schostakowitsch dieses denken, als der sich zerrieben fühlt mit seiner Kunst im Spannungsfeld zwischen seiner innersten Überzeugung und den bedrohlichen Anforderungen der stalinistischen Machthaber, die Lenins Worte „Die Kunst gehört dem Volk“ über alle künstlerische Freiheit stellen.